Drogenkonsum Jugendlicher

Weniger Raucher - mehr Koma-Säufer

Immer weniger Jugendliche greifen zum Glimmstengel, wie eine Studie der Bundesdrogenbeauftragten zeigt. Besorgniserregend ist aber weiterhin, dass Koma-Saufen schwer im Trend liegt.

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Der besorgniserregende Trend setzt sich fort: Kampftrinken ist bei Jugendlichen beliebt.

Trotz einer Trendwende zu weniger Drogen berauschen sich noch immer hunderttausende Jugendliche beim Koma-Trinken. Das ergab eine Studie, die die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) vorstellte. "Der Konsum von Tabak, von Alkohol und Cannabis unter den 12- bis 15-Jährigen nimmt ab in Deutschland", sagte Bätzing. "Was uns Sorge macht, ist allerdings nach wie vor der problematische Alkoholkonsum, das heißt das exzessive Rauschtrinken." Der Raucheranteil unter Jugendlichen sank auf den niedrigsten Stand seit 1979, das Haschischrauchen geht erstmals seit 2004 zurück.

Rund 415.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren trinken laut der Studie so viel Alkohol, dass es gesundheitlich "äußerst bedenklich" ist. Jeder fünfte Jugendliche gab an, im Monat zuvor Kampftrinken praktiziert zu haben. Der Anteil ging zwar von einem Viertel im vergangenen Jahr auf ein Fünftel zurück, lag aber vor drei Jahren schon bei unter 20 Prozent. Dabei trinken Jungen deutlich mehr als Mädchen, und Hauptschüler mehr als Gymnasiasten.

Aktionsplan gegen Alkohol

Bätzing will Anfang 2009 einen Aktionsplan gegen Alkohol vorlegen. Sie lehnt Verbote ab, macht sich aber für die umstrittene Einrichtung junger Testkäufer stark. Bätzing wandte sich gegen Werbung für Jugendliche. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung befragte für die Studie im Februar und März rund 3000 Jugendliche und junge Erwachsene.

Alkohol ist bei Jugendlichen die am weitesten verbreitete Droge. Die Regierung erreichte insgesamt das Ziel, dass deutlich weniger Jugendliche regelmäßig Alkohol trinken. Der Anteil sank von 21,6 Prozent 2007 auf 17,4 Prozent. Nur noch knapp jeder Zehnte trinkt pro Monat mehrfach Alkopops, süße Getränke mit hochprozentigem Alkohol. Vor einem Jahr waren es 10,4 Prozent.

Rauchen verliert an Reiz

Der blaue Dunst verliert an Reiz: Nur noch 15,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen rauchen, vor sieben Jahren waren es 28 Prozent. Die Zahl derer, die noch nie geraucht haben, stieg: 2004 war es jeder vierte Jugendliche, 2008 jeder sechste. Bei Haschisch (Cannabis) verfehlte Bätzing das Ziel knapp, den Anteil derer, die mindestens einmal Cannabis genommen haben, drastisch zu senken. Während es 2004 noch knapp ein Drittel war, sank die Quote 2008 auf 28,3 Prozent. Bei den Jugendlichen allein gab es wieder einen leichten Anstieg auf fast 10 Prozent. Das Rauchen von Wasserpfeifen ist unverändert verbreitet.

Die Drogenbeauftragte zog insgesamt eine positive Bilanz. Die Mischung aus Vorsorge und Gesetzen wie zum Nichtraucherschutz gehe auf. Nun müssten aber die besonderen Risikogruppen erreicht werden. Sie zeigte sich besorgt über die Bio-Droge "Spice", eine Mischung vermeintlich ungefährlicher Kräuter, die Rauschzustände hervorrufen soll. "Wir warnen davor, Spice als Bio-Droge zu verharmlosen."

(dpa, N24)

14.11.2008 15:35 Uhr

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