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"Erichs Lampenladen"

Palast der Republik vollständig abgerissen

"Erichs Lampenladen" ist Geschichte. Der Palast der Republik ist komplett abgerissen und damit aus dem Berliner Stadtbild vollständig getilgt. Zuletzt war er nur noch ein beliebtes Fotomotiv.

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Der Abriss des Palstes der Repunlik war ein beliebtes Fotomotiv bei Berlinern und Touristen.
... wird nach einem Modell wieder aufgebaut: Den 1.Platz beim internationalen Wettbewerbs machte ...
... Architekturbüro Francesco Stella, Vicenza:
So sieht der Längsschnitt des Schloss-Gebäudes aus, ...
... das Schlossforum, ...
... die Eingangshalle: links Umgang; rechts zentraler Saal, ...
... und zu guter letzt, so wird der Schlüterhof aussehen.
Das imposante Stadtschloss prägte bis 1950 Berlins Mitte. Jetzt wird es nach den Plänen italienischer Architekten wieder aufgebaut.
Video: Berliner Stadtschloss - Wettbewerb entschieden
Am 13. August 1961 hatten DDR-Streitkräfte unter dem Decknamen "Aktion Rose" damit begonnen, den Ostteil der Stadt mit Straßensperren aus Stacheldraht in Richtung Westen abzuriegeln.
Der Bau des "antifaschistischen Schutzwalls" besiegelte die Teilung Deutschlands, die erst am 9. November 1989 mit dem friedlich erzwungenen Fall der Berliner Mauer endete.
Am Nachmittag des 12. August um 16 Uhr unterschrieb Walter Ulbricht, Staatsoberhaupt der DDR, die Befehle, die Grenze zu schließen. Am Sonntag um Mitternacht begannen die Armee, die Polizei und die Kampfgruppen, die Stadt zu "sichern".
Es wird begonnen, die Mauer zu bauen und sie wird die Stadt für mehr als 28 Jahre in zwei Teile trennen. Straßen, die Eisenbahn, S-Bahn-Linien werden unterbrochen, U-Bahnhöfe geschlossen und sogar Friedhöfe werden nicht verschont.
Am 15. August wurden dann Betonelemente und große Hohlblocksteine erstmals verwendet. Innerhalb der nächsten Monate wurde eine Mauer aus Steinen und Betonblöcken errichtet, die erste Generation der Berliner Mauer.
Eine zweite Mauer, die Hinterlandmauer, wurde im Juni 1962 errichtet, um die Flucht in den Westen zu erschweren. Die erste Mauer wurde weiter ausgebaut und es war schwer, zwischen der ersten und zweiten Generation der Mauer zu unterscheiden.
Ab Anfang der 1970er-Jahre wurde mit der durch Willy Brandt und Erich Honecker eingeleiteten Politik der Annäherung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die Grenze zwischen den beiden Staaten etwas durchlässiger.
Die DDR-Propaganda bezeichnete die Mauer als antifaschistischen Schutzwall, der die DDR vor „Abwanderung, Unterwanderung, Spionage, Sabotage, Schmuggel, Ausverkauf und Aggression aus dem Westen“ schützen sollte.
Im September 1987, wird der Staatsratsvorsitzende und SED-Generalsekretär Erich Honecker von Bundeskanzler Helmut Kohl vor dem Bonner Bundeskanzleramt mit militärischem Zeremoniell empfangen.
Mit einem sozialistischen Bruderkuss begrüßt der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker am 7.Oktober 1989 den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow auf dem Ostberliner Flughafen.
Knapp einen Monat später, in der Nacht vom 9. November, auf den 10. November 1989, nach über 28 Jahren, fiel die Berliner Mauer.
Jubelnde Menschen, die mit Wunderkerzen auf der Berliner Mauer sitzen. Nach der Öffnung eines Teils der deutsch-deutschen Grenzübergänge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 reisten Millionen DDR-Bürger für einen kurzen Besuch in den Westen.
In der folgenden Zeit wurde die Berliner Mauer Stück für Stück abgebaut und seit dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland wieder vereint.
Fast 20 Jahre nach dem Fall der Mauer stehen nur noch wenige Originalteile, wie hier an der East-Side-Gallery im Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain, der innerdeutschen Grenzanlagen.
Ein Schild an der Autobahn erinnert in Dreilinden an der südlichen Stadtgrenze von Berlin an die Teilung Deutschlands. In Dreilinden befand sich der einstige DDR-Grenzkontrollpunkt.

Der Palast der Republik in Berlin ist Geschichte: Karl Marx und Friedrich Engels sahen weg, als am Dienstag hinter ihrem Rücken nach jahrelanger Verzögerung der letzte Rest der Palastruine vom Abrissbagger platt gemacht wurde. In ihrem Namen war einst «Erichs Lampenladen» als demonstrativer «Volkspalast» des "Arbeiter- und Bauernstaates" DDR an der Stelle der von der SED gesprengten Ruine des Berliner Stadtschlosses errichtet worden. Marx und Engels werden an ihrem Denkmalsstandort am früheren Marx-Engels- Platz und der Liebknechtbrücke über der Spree nun auch den Wiederaufbau des Hohenzollernschlosses miterleben müssen.

Nun war noch ein letztes Mal der große Abrissbagger mit seinem 40 Meter langen Greifarm und der "Knabberzange" gefordert, bevor mit dem Abtransport der Schuttreste und dem Planieren des Schlossplatzes ein wichtiger Schritt in die neue Zukunft der Hauptstadt getan wurde.

32 Millionen Euro Abrisskosten

Ursprünglich waren für den Abriss des 180 Meter langen und 32 Meter hohen Palastes 12 Millionen Euro kalkuliert worden. Für die aufwendige Asbestbeseitigung kamen dann noch 20 Millionen Euro hinzu, so dass der Palast-Abriss insgesamt 32 Millionen Euro kosten wird, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angab.

"Wir sind sehr froh, dass die Arbeiten so gut geklappt haben und es auch keine Verletzten gab", sagte ein hörbar erleichterter Projektleiter Michael Möller. Die «technisch anspruchsvollste» Phase der Abrissarbeiten sei das Herablassen der 120 Tonnen schweren, sieben Meter hohen und 100 Meter langen Stahldachträger über dem großen Saal gewesen, erinnerte sich der Bauleiter. Er war von Anbeginn der Abrissarbeiten im Januar 2006 dabei. Jetzt übergibt er das Areal «besenrein» an den Landschaftsbauer, der den Schlossplatz bis zum Beginn des Wiederaufbaus des Stadtschlosses 2010 begrünen und als Erholungsfläche für die Hauptstädter gestalten soll.

Historische Reste des Stadtschlosses

Gleichzeitig kann der Platz bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums mit den barocken Schlossfassaden 2010 auch als archäologische "Fundgrube" mit den freigelegten historischen Resten des Stadtschlosses und alter Klosteranlagen genutzt werden. Erst kürzlich waren auf dem Areal die Kunsthalle auf Zeit und der benachbarte und nach altem Vorbild wiederhergestellte Schinkelplatz der Öffentlichkeit übergeben worden. Auch die Planungen für einen künftigen U-Bahnhof Schlossplatz der Linie vom Hauptbahnhof zum Alexanderplatz müssen an diesem Ort berücksichtigt werden.

Informationstafeln auf dem Schlossplatz geben Auskunft über die Geschichte des Ortes, den Abriss des Palastes der Republik und die Planungen zum Humboldt-Forum an dieser Stelle. Dazu ist auch eine so genannte Humboldt-Box geplant, ähnlich wie beim Bau des Potsdamer Platzes eine Info-Box die Besucher über das Geschehen informierte. Außerdem informiert der private Förderverein über die historische Rekonstruktion der Schlossfassade des früheren Hohenzollernschlosses, dessen Kriegsruine 1950 in der DDR gesprengt wurde.

Bis zum Frühjahr 2009 wird jetzt die sogenannte Palastwanne, also die ausgehobenen Bodenfundamente, mit Sand gefüllt und bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums 2010 mit Spiel- und Sportrasen bedeckt. Der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals wird als «herausgehobene Terrasse akzentuiert» und stehe "für kulturelle oder anderweitige Freizeitaktivitäten zur Verfügung", hieß es. Auf der Terrasse, der früheren sogenannten Schlossfreiheit direkt an der Spree, ist auch die Errichtung des vom Bundestag beschlossenen nationalen Einheits- und Freiheitsdenkmals geplant.

Der Palast der Republik war zu DDR-Zeiten nicht nur Sitz der Volkskammer, sondern auch als Treffpunkt für Konzerte oder als Adresse zum Ausgehen beliebt. Er entstand auf dem Gelände des Hohenzollernschlosses. Der am 23. April 1976 eröffnete Palast galt als Visitenkarte des Sozialismus. Während seine Gegner den Palast als Schandfleck in Berlins historischer Mitte und als abrissreife Ruine sahen, hatte ihn die Kunst- und Kreativszene für die Zwischennutzung entdeckt. Die Ruine mit dem abmontierten DDR-Emblem am Spreeufer wurde zum Schauort von 900 Kunst-Events, darunter eine Castorf- Inszenierung von "Berlin Alexanderplatz".

(dpa, N24)

02.12.2008 13:05 Uhr

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