Die Zeit läuft ab

Merckle ringt um Firmenimperium

Das Firmenimperium von Adolf Merckle steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Milliardär hatte sich am Aktienmarkt verzockt. Mit den Banken wurde bisher keine Einigung erzielt und die Frist läuft ab.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Zum Firmenimperium von Adolf Merckle gehört neben dem Pharmahersteller Ratiopharm auch der Baustoffproduzent HeidelbergCement.
Nur ein Phantom? Fotos des reichsten Deutschen gibt es nicht. Der äußerst medienscheue Karl Hans Albrecht ist neben seinem Bruder Theo einer der Gründer der Aldi-Supermarkt-Kette. Sein Vermögen wird auf 27 Milliarden Dollar geschätzt.
Theo Albrecht ist zweitreichster Deutscher und neben seinem Bruder Karl einer der Gründer der Aldi-Supermarkt-Kette. Auch er ist äußerst medienscheu. Sein Vermögen wird auf 23 Milliarden Dollar geschätzt.
Michael Otto ist der Sohn von Werner Otto, dem Gründer des gleichnamigen Versandhauses. Dieses baute er zum weltweit erfolgreichsten Versandhaus und zweitgrößten Internethandel aus. Sein Vermögen wird auf 18,2 Milliarden Dollar geschätzt.
Susanne Klatten besitzt unter anderem Anteile der Unternehmen BMW - 12,5 Prozent - und Altana - 50,1 Prozent. Mit einem geschätzten Vermögen von 13,2 Milliarden Dollar ist sie die reichste Frau Deutschlands.
Adolf Merckle ist der Gründer des Medikamentenherstellers Ratiopharm. Sein Vermögen wird auf 9,2 Milliarden Dollar geschätzt.
August von Finck ist Bankier des im Familienbesitz befindlichen Bankhauses Merck Finck & Co. Außerdem ist er u.a. Hauptaktionär der Restaurantgruppe Mövenpick. Sein Privatvermögen wird ebenfalls auf 9,2 Milliarden Dollar geschätzt.
Reinhard Mohn entstammt der Bertelsmann-Gründerfamilie und ist einer der Haupteigentümer des Medienkonzerns. Sein Vermögen wird auf 8,7 Milliarden Dollar geschätzt.
Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler sind die Haupteigentümer der Schaeffler KG mit weltweit rund 63.000 Mitarbeitern. Das Vermögen der Familie wird auf 8,5 Milliarden Dollar geschätzt.
Erivan Haub ist Eigentümer der Tengelmann-Einzelhandelsgruppe. Sein Vermögen wird auf 7,8 Milliarden Dollar geschätzt.
Reinhold Würth ist im Besitz der Würth Unternehmensgruppe, welche hauptsächlich im Handel mit Schrauben und Befestigungstechnik tätig ist. Sein Vermögen wird auf 7,7 Milliarden Dollar geschätzt.
Der Zauberlehrling und sein Meister: Microsoft-Gründer Bill Gates (58 Milliarden Dollar Vermögen), Berkshire-Hathaway-Gründer Warren Buffet (62 Milliarden Dollar)
An zweiter Stelle auf der jährlichen Liste der wohlhabendsten Menschen steht mit 60 Milliarden Dollar der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer Carlos Slim.
Mit 45 Milliarden Dollar Vermögen hat Indiens Stahl-Mogul Lakshmi Mittal gut lachen.
Anil und Mukesh Ambani - mit 42 Milliarden und 43 Milliarden Dollar liegen sie auf Platz 5 und 6 der diesjährigen Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Sie führen den von ihrem Vater gegründeten Reliance-Konzern, Indiens größtes Unternehmen.
Aus Holz und Mübeln Kohle machen: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad weiß, wie es geht. Sein Vermögen beträgt laut Forbes auf 31 Milliarden Dollar.
Kushal Pal Singh, seine Freunde nennen ihn K. P., sein Vermögen liegt laut Forbes bei 30 Milliarden Dollar. Gemacht hat er es mit Immobilien. Seine Firma DLF ist 2007 an die Börse gegangen. Es war das größte IPO Indiens.
Aktionäre der Norddeutschen Affinerie kennen Oleg Deripaska nur zu gut. Mit seiner Firma A-Tec mischt er kräftig bei Europas größtem Kupferhersteller mit.
Aldi? Karl Albrecht, einer der beiden sogenannten Aldi-Brüder belegt auf der Forbes-Liste den zehnten Platz. Karl Albrecht ist der einzige Deutsche in den Top Ten.

Der in Finanznot geratene Milliardär Adolf Merckle ringt mit den Banken um eine Lösung für die Zukunft seines Firmenimperiums (ratiopharm, HeidelbergCement). In den vergangenen Wochen sei mit 30 Banken verhandelt worden, bisher sei es aber zu keinem erfolgreichen Abschluss gekommen, teilte Merckles Sohn Ludwig mit. Die Familie Merckle habe in den Verhandlungen "erhebliche Sicherheiten" und Einlagen aus ihrem privaten Vermögen angeboten.

Der Druck, schnell zu einer Lösung zu kommen, wächst: Ein Stillhalteabkommen zwischen Merckle und den Banken läuft am Dienstag um Mitternacht ab. "Wir sind weiterhin bereit, gemeinsam mit den Banken in diesen schwierigen Zeiten eine Lösung für diese Finanzsituation zu erarbeiten", teilte Ludwig Merckle mit. Eine Merckle-Sprecherin sagte: "Es ist jetzt an den Banken, die Gespräche mit uns weiterzuführen."

Mit VW-Aktien verzockt

Hintergrund der Krise seien Kapitalerhöhungen vor allem bei HeidelbergCement, die teilweise mit Krediten finanziert wurden, teilte Merckle mit. "Als Sicherheiten für diese Kredite wurden Aktien hinterlegt." Durch die Finanzkrise sei deren Wert abgestürzt. "Dadurch wurden im Wertpapiergeschäft erhebliche Verluste gemacht, wodurch der jetzige Liquiditätsengpass bei der VEM entstanden ist. Danach kamen noch die Verluste bei VW hinzu."

Merckle hatte mit Spekulationen auf fallende Kurse der Volkswagen-Aktie nach offiziellen Angaben einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag verloren. Die Gläubigerbanken drehten den Geldhahn zu. In Bankenkreisen wird der Finanzierungsbedarf von Merckle auf 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro geschätzt. Der Liquiditätsengpass könne kurzfristig nur durch die Mitwirkung der Banken ausgeglichen werden, teilte Merckle mit.

Ratiopharm-Verkauf wahrscheinlich

Vom Land Baden-Württemberg bekommt der laut "Forbes" fünftreichste Deutsche keine Bürgschaft. Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) hatte am Montag in Stuttgart gesagt: "Es gibt keine Bürgschaft des Landes für das Haus Merckle." Im November war bekanntgeworden, dass Merckle vom Land eine Bürgschaft wollte. Es war von 150 Millionen Euro die Rede gewesen.

Seit Wochen gibt es Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Ulmer Generika-Herstellers ratiopharm. Nach Angaben der Muttergesellschaft VEM fordern mehrere Banken den Verkauf des Unternehmens, damit der Merckle-Gruppe neue Gelder zufließen. Dazu hatte Pfister gesagt: "Mein Eindruck ist, dass es zu einem Verkauf von ratiopharm kommen kann." Die Merckle-Gruppe mit etwa 100.000 Mitarbeitern macht jährlich insgesamt rund 30 Milliarden Euro Umsatz.

(dpa, N24)

02.12.2008 12:56 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse