Der besondere Rückblick

Kraftausdrücke - Zitate des Sportjahrs 2008

Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele - nur zwei Großereignisse, die das Sportjahr 2008 bestimmten. Gefühlsausbrüche, scharfe Wortwechsel und verbale Bonmots und Verfehlungen gab es viele

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Das Sportjahr 2008 wurde von zwei absoluten Highlights beherscht: Der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz und den Olympischen Spielen in Peking. Kraftausdrücke und andere verbale Gefühlsausbrüche gab es aber mehr.
Mit dem Bild seiner verstorbenen Frau auf dem Podest sagte Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg: "Wahnsinn, Wahnsinn, ich kann das nicht erklären. Dieses Gold widme ich Susann."
"Noch eine Woche warmer Reis und mir wachsen Blätter." (Degenfechterin Imke Duplitzer über das Essen im olympischen Dorf)
"Man muss ehrgeizig sein wie ein Terrier, ...
... aber nicht so verbissen wie eine Bulldogge", sagte ...
... Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz über ihr Erfolgsrezept.
"Das war das i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen auf dem i- Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen." (Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike zu seinem Olympia-Doppelsieg)
"Essen, schlafen und schwimmen, das ist alles, was ich kann." (Der achtmalige Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps über sich)
"Mit einem vierten Platz kann man nur wenige Rechnungen bezahlen." (Diskuswerfer Robert Harting nach der knapp verpassten Medaille)
"Man fühlt sein Magengeschwür wachsen." (Hockey-Bundestrainer Markus Weise nach dem Siebenmeter-Krimi im olympischen Halbfinale gegen die Niederlande)
"Peking war toll - wenn nur die Radrennen nicht gewesen wären." (Die Olympia-Bilanz von Radprofi Stefan Schumacher)
Slaven Bilic, Fußball-Nationaltrainer Kroatiens sagte zum Europameisterschaftsspiel seiner Elf gegen Deutschland: "Robert Kovac weiß alles über Miroslav Klose, aber Klose weiß auch alles über Kovac. Es ist also ein Vorteil und ein Nachteil gleichermaßen."
"Hoffentlich hat die Frau Merkel demnächst nicht so viel Arbeit, die diplomatischen Beziehungen wieder zu verbessern." (Bayern-Manager Uli Hoeneß im April zum Engagement von Lothar Matthäus als Coach des israelischen Clubs Maccabi Netanya)
"Kokosnüsse." (Fußball-Bundestrainer "Jogi" Löw sagt, was ihn auf die Palme bringt)
"Ich stelle immer fest, dass die Spieler früher im Bett sind, wenn die Frauen im Hotel sind." (DFB-Teammanager Oliver Bierhoff während der Fußball-EM zum Familien-Besuch im Mannschaftshotel) (Im Bild: Bastian Schweinsteiger und Freundin Sarah Brandner)
"Es ist schön, wenn die Freundinnen mal ins Hotel kommen können und man früher ins Bett gehen kann." (Nationalspieler Philipp Lahm zum selben Thema)
"Immerhin bleibt die Schneefallgrenze so hoch, dass davon der EM- Spielbetrieb nicht negativ beeinflusst werden sollte. Selbst hoch geschlagene Flanken sollten ohne Vereisung des Balles im Strafraum ankommen." (Deutscher Wetterdienst vor der EM)
"Nee, allein der Gedanke schreckt mich schon. In kurzen Hosen da rumzulaufen, dass kann ich keinem mehr zumuten." (Franz Beckenbauer, warum er keine Lust hat, bei der EM zu spielen)
"Ein Trainer-Angebot aus Katar hatte ich schon. Aber da fehlen mir die Blumen rundherum." (Der zurückgetretene ehemalige Diskuswurf-Olympiasieger Lars Riedel im Juni zu seinen künftigen beruflichen Perspektiven)
"Der Frosch ist ins Milchglas gefallen. Jetzt kann er entscheiden, ob er ertrinken will oder so lange strampelt, bis aus der Milch Butter geworden ist und er raussteigen kann. Wir werden strampeln." (Frauen-Handball-Bundestrainer Armin Emrich)
"Willi hat mit Watte geworfen." (Box-Bundestrainer Adolf Angrick zum olympischen Erstrunden-Aus von Federgewichtler Wilhelm Gratschow) Man kann Watte aber auch essen!
"Wenn der Ball so aufgesprungen wäre, wie ich gedacht habe, hätte ich ihn gehalten, glaube ich." (Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann im August über den ersten Gegentreffer beim 0:2 gegen Leverkusen am 2. Bundesliga-Spieltag)
"Wenn es hier nach Schweiß stinkt, bin ich das. Das Spiel war so aufregend." (BVB-Trainer Jürgen Klopp im September zu seinem Schalker Kollegen Fred Rutten auf dem Weg zur Pressekonferenz nach dem 3:3 im Derby)
"Ich beneide dich nicht, trink ein paar Wiesn-Maß heute Abend." (Rat von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an Trainer Jürgen Klinsmann im September nach dem 2:5-Heimdebakel gegen Bremen) ...
... "Ich nehme immer jeden Ratschlag von Franz gerne an, aber diesem werde ich nicht nachkommen." (Klinsmanns Antwort auf die Idee des Vereins-Präsidenten)
"Bitte nicht so schnell sprechen wie Hoffenheim gespielt hat." (Medienchef Andreas Kuhnt von Hannover 96 zu den Fragestellern in der Pressekonferenz nach dem 2:5 im Oktober gegen Hoffenheim)
"Wenn wir am Ende vor den Bayern stehen, steigen wir zu 100 Prozent nicht ab." (Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nach dem 5:2 in Hannover)
"Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken." (Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimovic vom 1. FC Nürnberg im Februar nach dem mageren 1:1 gegen Hansa Rostock)
"Bis zum 1:0 haben wir gut gespielt. Leider fiel das Tor schon in der 6. Minute." (Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zum 2:0-Sieg in Frankfurt)
"Ich war sehr aufgeregt und musste vorher zweimal mehr pinkeln als sonst." (Trainer Hans Meyer zu seinem Comeback bei Borussia Mönchengladbach)
"Stell Dir vor, der zieht wirklich mal richtige Fußball-Schuhe an." (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer über das rosafarbene Schuhwerk von Franck Ribéry und mögliche Leistungssteigerungen)
Österreichs Ski-Star Hermann Maier sagte über das bald vielleicht auf der Dopingliste stehende ...
... Potenzmittel Viagra: "Das betrifft unseren Sport nicht, weil bei uns nur keusch gelebt wird."
"Wir sind momentan gefühlter 19." (Trainer Armin Veh vom VfB Stuttgart drei Tage vor seiner Entlassung im November)
"Es ist eine Freude für mich, neben Uli (Hoeneß) auf der Bank zu sitzen - ...
... obwohl wir nicht immer einer Meinung sind." (Trainer Jürgen Klinsmann in einem dpa-Interview im Dezember über den Manager des FC Bayern München, der bei Spielen des deutschen Fußball- Meisters sein Bank-Nachbar ist)
Es geht natürlich auch anders ...
Die 29. Olympischen Spiele in Peking sind vorbei. Zum Abschluss feierte sich das "Reich der Mitte" mit einer spektakulären Show noch einmal selbst.
Der farbenprächtige Auftritt, bestehend aus...
... luftigen Elementen...
... und chinesischer Akrobatik, ...
... war eine mehrstündige Reminiszenz an die gezeigten sportlichen Leistungen in Peking, die...
... kaum jemanden kalt gelassen haben dürften (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Die Farbenpracht des "Vogelnests"...
...wird vielen Athleten...
... in Erinnerung bleiben - egal ob sie aus...
... Frankreich,...
... Kanada,...
... den USA oder, ...
... wie die Katrin Wagner-Augustin, aus Deutschland kommen. Die Kanutin war die deutsche Fahnenträgerin bei der Abschlussfeier.
IOC-Präsident Jaques Rogge sprach von "außergewöhnlichen" Spielen,...
... die mit einem riesigen Feuerwerk offiziell beendet wurden.
Das "Vogelnest" erstrahlte mitten in der Nacht in neuem Glanz.
Das Olympische Feuer indes erlosch.
Es wird - abgesehen von den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver - erst bei den Sommerspielen 2012 in London wieder erstrahlen.
Die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs bot bereits in Peking einen kleinen Vorgeschmack auf Olympische Spiele nach britischer Art.
Neben einem gemeinsamen Auftritt der Sängerin Leona Lewis mit Roger Plant von Led Zeppelin...
... schoss Fußball-Star David "Becks" Beckham einen Ball ins Publikum.
In London selbst wurde vor dem Buckingham Palast gefeiert - ganz nach dem Motto: Zai jian Peking 2008 - Hello London 2012.
Die Olympischen Spiele im August 2008 waren Spiele der Superlative.
Ob groß oder klein, ...
... Chinese oder Finnin - Olympia 2008 war ein voller Erfolg. Das ist auch an den Einschaltquoten zu erkennen:
Allein die gigantische und spektakuläre Eröffnungsfeier im "Vogelnest" verfolgten 840 Millionen Chinesen live vor dem Fernseher.
Zwei Wochen brannte das olympische Feuer im "Vogelnest" und leuchtete den Sportlern aus aller Welt bei ihren Höchstleistungen.
Unangefochtener Star von Olympia 2008 in Peking ist Michael Phelps.
Der 23-Jährige verzauberte die Öffentlichkeit mit seinem unnachahmlich-eleganten Schwimmstil.
Der Amerikaner fischte insgesamt acht Goldmedaillen aus dem olympischen Schimmbecken. Rekord! 1972 hatte Phelps' Landsmann Mark Spitz sieben Mal Gold gewonnen.
Die Spannweite von Phelps' Armen beträgt mehr als zwei Meter.
In Peking schwamm der "Außerirdische" sieben Weltrekorde.
Auf "lediglich" drei Weltrekorde brachte es der Jamaikaner Usain Bolt.
Über 100 m lief "Lightning Bolt" die Fabel-Zeit von 9,69 Sekunden. Eine noch bessere Zeit verschenkte der Sprinter, weil er bereits nach 80 m das Tempo aus seinem Lauf nahm.
Dennoch düpierte er seine Konkurrenz, wie das Zielfoto beweist. Das brachte Bolt Kritik von vielen Seiten ein, auch von IOC-Präsident Jaques Rogge.
Über 200 m siegte "Gold-Bolt" erneut - wieder mit einem Weltrekord. Ob es an den goldfarbenen Puma-Spikes lag? Die ersten Doping-Vorwürfe machten die Runde.
Bolt ließ sich davon aber nicht beirren und siegte auch noch mit Jamaikas 4x100-m-Staffel. Insgesamt gewann Jamaika sieben goldene Lauf-Medaillen.
Dass Jamaika so golden punkten konnte, lag auch an der Schwäche der US-Athleten. Lediglich über 400 m konnten sie überzeugen. Über 100 m wurde Walter Dix zwar Dritter, die Staffel schied aber nach einem katastrophalen Wechselfehler vor dem Finallauf aus.
Auch Deutschlands Leichtathleten enttäuschten bei Olympia in Peking. Egal ob Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler...
... oder Stabhochspringer Tim Lobinger - beide scheiterten bereits frühzeitig. Heidler im Vorkampf und Lobinger bei seinen wohl letzten Olympischen Spielen in der Qualifikation.
Für Lichtblicke sorgten die beiden deutschen Hochspringer Raul Spank (5.) und Ariane Friedrich (7.). Beide konnten allerdings nicht in die Medaillenentscheidungen eingreifen. Bei Friedrich hatte der "Po-Muskel zugemacht".
Im Hochsprung der Frauen holte sich überraschend die Belgierin Tia Hellebaut mit im ersten Versuch übersprungenen 2,05 m Gold.
Ebenfalls übersprungene 2,05 m hatte Favoritin Blanka Vlasic aus Kroatien auf ihrem Konto. Da sie aber mehr Fehlversuche auf ihrem Konto hatte, reichte es nur für Silber. Es war die erste Niederlage der Kroatin nach 34 Siegen in Folge.
Ähnlich dominant war die Russin Elena Isinbaeva vor den Olympischen Spielen in ihrer Disziplin, dem Stabhochsprung der Frauen. In Peking musste sie dann zwar kämpfen...
... gewann aber dennoch Gold...
... mit übersprungenen 5,05 m.
Neuer Weltrekord - der insgesamt 24. ihrer Karriere. Sie will aber noch mehrere nachlegen. Ihr Ziel: Sergej Bubka zu überholen, der insgesamt 35 Mal Weltrekord gesprungen war.
Im Stabhochspringen der Männer zog der Russe Jewgeni Lukjanenko nach einem harten Kampf gegen den Australier Steve Hooker (im Bild) den Kürzeren. Hooker gewann das erste Olympia-Stabhochsprung-Gold für Australien mit neuem olympischen Rekord von 5,90 m.
Deutschlands einzige Medaille bei den Leichtathletik-Wettbewerben im Pekinger "Vogelnest" holte die Speerwerferin Christina Obergföll: Bronze.
Auch Chinas Leichtathleten mussten Medaillen-Ausfälle verkraften. Einen Schockzustand unter den Chinesen löste Hürdensprinter Liu Xiang aus.
Das fest eingeplante Gold Lius scheiterte an einer kränkelnden Achillessehne. Liu (r.) musste bereits im Vorlauf über 110 m Hürden die Segel streichen.
Sein Abgang aus dem "Vogelnest" ist eines der Bilder dieser Olympischen Spiele.
Ebenso wie die Tränen seines Trainers...
... und die Trauer unter seinen Millionen Fans.
Die Werbeikone Liu musste sich danach vorwerfen lassen, nicht "gut genug" trainiert zu haben.
Besser machte es der zweite chinesische Star Yao Ming.
Der NBA-Star brachte mit seinen Körben vor allem das deutsche Basketball-Team zur Verzweiflung.
Zwar hatte es Deutschlands Dirk "Dirkules" Nowitzki in der Schlussphase des vorentscheidenden Spiels gegen China in der Hand, seine Mannschaft noch einmal ins Spiel zu bringen. Sein Dreier kurz vor dem Ende blieb aber am Korb hängen.
Deutschlands Basketballer waren damit bereits in der Vorrunde gescheiert und der olympische Traum von Dirk Nowitzki vorbei.
Nowitzki hatte bei der Eröffnungsfeier die Ehre, die deutsche Fahne zu tragen und die 435 deutschen Sportler ins Stadion zu führen. "Es war gigantisch", sagte er später dazu.
Bei der Abschlussfeier wurde dann einer Kanutin die Ehre zuteil, Deutschlands Olympioniken ins "Vogelnest" zu führen: Katrin Wagner-Augustin.
Sie gewann mit dem Vierer-Kajak der Frauen (u.a. mit Fanny Fischer - der Nichte Birgit Fischers) Gold und zudem noch Bronze im Kajak-Einer.
Dennoch war das Abschneiden in Peking für den Deutschen Kanu-Verband mit insgesamt sieben Medaillen, davon nur zwei Mal Gold, das schlechteste seit 24 Jahren. Der vierfache Olympiasieger Andreas Dittmer ging beispielsweise leer aus.
Nichts vorzuwerfen haben sich aber die Kanuten Christian Gille und Tomasz Wylencek, die nach ihrem Canadier-Zweier-Rennen sogar ärztliche Hilfe brauchten. Wylencek hatte einen Kreislaufkollaps erlitten.
Auch die deutschen Ruderer enttäuschten, allen voran das "Flaggschiff" des Verbands, der Achter. Er erreichte nicht einmal das Finale.
Auch die deutschen Schwimmer schwammen lange Zeit hinterher. Doch dann sprang die Berlinerin Britta Steffen ins Wasser...
... und tauchte mit zwei Goldmedaillen wieder auf.
Ein Traum wird wahr.
Insgesamt gewannen deutsche Athleten in Peking 16 Goldmedaillen. Dabei waren Überraschungen wie der Triathlon-Triumph von Jan Frodeno...
... oder der Start-Ziel-Sieg der Mountainbikerin Sabine Spitz oder auch...
... das erste deutsche Gold im Modernen Fünfkampf seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin durch Lena Schöneborn.
Erwartet worden war dagegen das Gold der Dressur-Reiter-Equipe oder der Hockey-Herren.
Die Hockey-Herren holten das einzige Gold bei den Ballsportarten. Sowohl die Handballer (Trainer Brand im Bild), als auch die Basketballer oder die Volleyballer enttäuschten.
Im Handball konnten auch die Frauen nichts reißen: Aus in der Vorrunde. (Im Bild: Grit Jurack).
Sportlich überzeugen konnten auch die Beach-Volleyballer(innen) nicht - auch wenn sie eine gute Figur bei ihren Spielen machten. (Im Bild: Laura Ludwig)
Die Fußballerinnen, Weltmeister und angereist um Olympia-Sieger zu werden, wurden "nur" Dritte - zum dritten Mal in Folge. (Im Bild: Simone Laudehr)
Bei den Fechtern gab es zwei Mal Gold zu bejubeln: Im Florett-Einzel durch Benjamin Kleibrink und im Degen-Einzel durch Britta Heidemann (im Bild).
Im Judo kürte sich Ole Bischof zum Olympiasieger, im Kanu-Slalom wurde Alexander Grimm Erster und auch der "stärkste Mann" der Spiele kommt aus Deutschland: Matthias Steiner widmete seinen Sieg seiner vor einem Jahr bei einem Autounfall gestorbenen Frau.
Im Turnen konnte Fabian Hambüchen die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Mit zwei Patzern am Reck - im Team-Mehrkampf und im Einzel-Mehrkampf - verspielte er jede Medaillenchance.
Am Barren wurde Deutschlands Vorzeige-Turner dann Vierter. Und auch an seinem Lieblingsgerät, dem Reck, musste er lange warten, bis...
... er sich endlich das lang ersehnte Edelmetall umhängen konnte: Bronze.
Dominiert wurden die Turn-Wettbewerbe - bei Frauen und Männern - von den Chinesen. Der Stolz war ihnen bei den Siegerehrungen anzusehen. (Im Bild: Yang Wei)
Bei den Turnerinnen aus China halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass so manche von ihnen nich nicht bei den "Frauen" hätten starten dürfen. Die Geburtsdaten sollen überprüft werden.
Peinlich für China war auch der "Milli Vanilli"-Auftritt bei der Eröffnungsfeier. Wegen ihrer schiefen Zähne durfte Yang Peiyi zwar singen, aber auf der Bühne stand ein anderes Mädchen - des schönen Scheins wegen.
Für einen Skandal bei Olympia in Peking sorgte der Kubaner Angel Valodia Matos im Taekwondo. Im Bronze-Kampf rastete der 31-Jährige aus und versetzte dem Schiedsrichter Chakir Chelbat einen Tritt vor den Kopf. Matos wurde lebenslänglich gesperrt.
Zehn Dopingfälle soll es bisher in Peking gegeben haben. Unter anderem wurde die polnische Siebenkämpferin Ludmilla Blonska (im Bild) erwischt. Der Olympia-Zweiten droht nun als Wiederholungstäterin eine lebenslange Sperre.
Etwa 5.000 Tests wurden während der Spiele durchgeführt. Erwischt wurde dabei auch das deutsche Pferd Cöster von Spring-Reiter Christian Ahlmann.
Ganz ohne Doping konnte die beinamputierte Südafrikanerin Natalie du Toit überzeugen. Sie schwamm im Langstrecken-Rennen der Frauen mit und wurde 16.
Unvergessen wird auch der Auftritt des schwedischen "Tischtennis-Opas" Jörgen Persson bleiben. Der 42-Jährige war als Vierter bester Nicht-Chinese im Männer-Turnier.
Deutschlands Tischtennis-Künstler Timo Boll hatte schon vorher die Segel streichen müssen.
Im Team-Wettbewerb erkämpfte sich Boll aber gemeinsam mit Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß (v.l.n.r.) Silber - der größte Erfolg für Deutschland seit 16 Jahren.
Eine andere Bestmarke setzte Kirsty Coventry: Sie gewann eine Gold- und drei Silbermedaillen. Das war die gesamte Olympia-Ausbeute Simbabwes.
Zwei Medaillen bei zwei Starts heimste der Schweizer Radsportler Fabian Cancellara ein: Gold im Einzelzeitfahren und Bronze im Straßenrennen an der chinesischen Mauer.
Für die Sportgymnastin Almudena Cid waren es die vierten Olympischen Spiele. Die 28-jährige Spanierin könnte theoretisch auch noch 2012 in London die Bänder schwingen.
Bei allen Olympischen Spielen seit 1992 hat der russische Wasserspringer Dmitri Sautin (im Bild) eine Medaille gewonnen. Mit Juri Kunakow erkämpfte er Silber im Synchronspringen vom 3-m-Brett.
Für eine der schönsten Nebensachen der Welt...
... hatte der australische Wasserspringer Matthew Mitcham vor dem letzten Durchgang im Finale vom 10-m-Turm keine Augen. 114 Punkte konnte er maximal mit seinem letzten Sprung holen. 108 hätte er für den Sieg gebraucht.
Am Ende wurden es mehr als 112 und Mitcham sicherte die erste australische Goldmedaille im Wasserspringen. Insgesamt gewannen die Sportler von Down Under 14x Gold, 15x Silber und 17x Bronze.
Deutschland siegte 16 mal, gewann 10 Silber- und 15 Bronzemedaillen - insgesamt also 41x Edelmetall. Kein Grund für die Fans die Köpfe hängen zu lassen. Vor vier Jahren in Athen waren es insgesamt zwar 49 Plaketten, aber nur 13x Gold gewesen.
Chinas Sportler erkämpften 51x Gold und insgesamt 110 Medaillen. Kein Wunder, dass das "Reich der Mitte" zufrieden mit den Olympischen Spielen in Peking sind. Da ändern auch die Proteste für ein freies Tibet nichts daran.
Das Olympia in Peking auch einen politischen Aspekt hatte, bewiesen auch die Beach-Volleyballerinnen Andrezza Chagas (Rtvelo) aus Georgien, die Russinen Alexandra Shiryaeva und Natalya Uryadova sowie die Georgierin Cristine Santanna (Saka)...
... die mit einer freundschaftlichen Umarmung eine Friedensgeste an die Führer ihrer beiden Staaten schickten und so gegen den Kaukasus-Konflikts demonstrierten. IOC-Präsident Rogge ließ sich hingegen nicht zu einer Äußerung diesbezüglich hinreißen.
Die nächsten Olympischen Sommerspiele finden 2012 in London statt. Großbritannien hat in Peking gezeigt, dass die Sportler vorbereitet sind: 19x Gold, 13x Silber und 15x Bronze. Eine der Goldmedaillen holte Bahn-Sprinterin Victoria Pendleton.
Das müssen auch Deutschlandfans neidlos anerkennen: Spanien ist Europameister. Verdient - wegen des modernen Offensivfußballs, den die Iberer über drei Wochen hinweg pflegten ...
... und wegen ihrer bärenstarken Offensivabteilung. Torschützenkönig David Villa (vier Tore, im Bild) und seine Stürmerkollegen Fernando Torres und Daniel Güiza (je zwei Tore) steuerten acht von elf im Spiel erzielten Treffern bei.
Die Spanien auch top wegen ihrer kleinen Dribbler im Mittelfeld, die nicht nur die deutsche Elf schwindelig spielten. "Tiqui taca" nennen die Spanier ihr filigranes Kurzpassspiel. Hier veräppelt Xavi Konstantin Zyryanov im Halbfinale gegen Russland.
Aber auch andere Fußballnationen begeisterten. Die Türken etwa - weil sie den mit Abstand leidenschaftlichsten Trainer hatten ...
... und mit Last-Minute-Toren - hier feiert Semih eines von ihnen im Viertelfinale gegen Kroatien - bis ins Halbfinale vorstießen. Hut ab!
Hut ab auch vor den türkischen Fans. Als die Türkei im Halbfinale von Deutschland gestoppt wurde, ...
... feierten die in Deutschland lebenden Türken einfach mit. Ganz, ganz groß!
Bei aller Kritik: Großartiges hatte auch die deutsche Elf zu bieten. Etwa diesen jungen Mann, Bastian Schweinsteiger (beim Feiern nach dem Finaleinzug), ...
... der mit seiner roten Karte im Vorrundenspiel gegen Kroatien zunächst der Sündenbock war.
Doch er machte alles wieder gut. Mit einem Tor und zwei Vorlagen war er einer der Schlüsselspieler beim Sieg gegen Portugal, den wenige für möglich gehalten hatten.
Eine Renaissance feierte diese Verbindung: Poldi & Schweini sind zurück!
Und auch das war wieder da: Schwarz-rot-geile Stimmung bei jedem Spiel. Zum Finale kamen alleine auf die Fan-Meile in Berlin 600.000 Menschen. Fast wie 2006!
Immer wieder Thema während der EM: Die Kanzlerin. Treuer Fan, ...
... mütterliche Freundin ...
... und Trösterin der Nation.
Doch blicken wir noch einmal über den deutschen Tellerrand. Sportlich zwar schwach, bestachen die Gastgeberländer Österreich und Schweiz durch ihre Gastfreundschaft.
Und was waren das für Spiele: Tore en masse, wenig Langeweile. Ein Fest des Offensivfußballs! Schuld daran unter anderen die Holländer, ausgeschieden im Viertelfinale gegen ...
... Russland - auch so ein Angriffsteam.
Überhaupt die Russen: Was Trainer-Import Guus Hiddink aus der jungen Mannschaft gemacht hat, ist aller Ehren wert.
Dass dieses US-Duo zu einem Sieger der EM werden würden, hatte zuvor wohl niemand gedacht. "The White Stripes" lieferten mit ihrem fünf Jahre alten Song "Seven Nation Army" DEN Soundtrack zur Euro 2008.
In diesem Sinne: "Baa-babababa-baaa-ba". Nach der EM ist vor der WM. Vielleicht klappt's dann ja auch mit dem Titel.
Vieles war schön bei der EM. Manches aber war weniger erfreulich. Nicht nur, dass ein Sieg immer auch einen Verlierer mit sich bringt, ist unangenehm.
Auch die UEFA zeigte sich als unangenehme Institution. Nachdem Mario Enrique Gonzales - auch so ein Reinfall - als vierter Unparteiischer Jogi Löw und Josef Hickersberger auf die Tribüne geschickt hatte, sperrte der Verband Jogi für ein Spiel.
Sein Fehlverhalten habe darin bestanden, dass er "in Richtung seines österreichischen Kollegen beziehungsweise des Vierten Kollegen schrie." Bitte, Herren bei der UEFA! Das kann im Eifer des Gefechts doch Mal passieren!
Wie dem auch sei... Den Viertelfinalkrimi gegen Portugal verfolgte Jogi Löw aus der berühmt gewordenen Glasbox - mit Kippe und Chefscout Urs Siegenthaler.
Doch es war nicht nur Löws Sperre, die manchen Deutschland-Fan enttäuschte. Lamentabel auch die Leistung von Mario Gomez.
Vor der EM als einer der gefährlichsten Angreifer geprießen, versagten ihm vor dem Tor regelmäßig die Nerven. Ab dem Viertelfinale verzichtete die deutsche Elf folgerichtig auf ihn.
Und noch so ein Stürmer-Flop: "Luca Ladehemmungen". In der Bundesliga war er Torschützenkönig, die EM beendete der Italiener ohne Treffer.
Und was ist mit ihm? Schön finden ihn die Damen. Aber so richtig stach Cristiano Ronaldo nicht. Ein Tor ist für einen Großverdiener wie ihn zu wenig.
Mon dieu, was war denn das? Frankreich, bestückt mit Spielern wie Franck Ribery und Thierry Henry (im Bild), schied nach der Vorrunde sang- und klanglos aus. Ein mickriges Törchen gelang den Franzosen.
Und die Griechen! Immerhin als Titelverteidiger angereist, mochte man als Zuschauer Rehhagels Oldie-Truppe gerne Krücken zuwerfen. Taktik aus der Antike, Spieler "im besten Alter", kein Punkt - raus. Das Denkmal Rehakles hat Kratzer.
Nach der Vorrunde sagten alle: Holland macht es! Von wegen! Im Viertelfinale war Schluss.
Genauso für "Geheimfavorit" Portugal...
... und Weltmeister Italien.
"I werr narrisch." In den Tagen vor dem Spiel gegen Österreich mochte man jedem an die Gurgel gehen, der einen mit diesem Spruch belästigte. Alles nur Gebläse. Deutschland gewann, Österreich war raus, Cordoba ist wieder nur Randnotiz der Sporthistorie.
Jaja, dieser Herr ist von der Konkurrenz. Er muss hier dennoch auftauchen. Denn dass es die EM-Veranstalter nicht fertigbrachten, das TV-Bild während des Halbfinals gegen die Türkei aufrechtzuerhalten, muss einfach in die Flop-Liste der EM.
Schuld an dem Debakel war ein Unwetter über Wien, wo das internationale Sendezentrum stand.
Das Wetter war auch an so mancher Wasserschlacht schuld. Tagelang regnete ...
... und regnete es. Das war kein Alpen-Sommermärchen!
Aber wer ärgert sich schon über das Wetter. Dass Jogis Jungs nach dem Finale gegen Spanien nur am Pokal vorbeidefilieren durften - das war noch immer der größte Flop der EM.
Bereits vor dem Beginn des Champions-League-Finales in Moskau feierten die Fans von Manchester United...
... und Chelsea London. Es war das erste Mal in der sechzehnjährigen Champions-League-Geschichte, dass zwei englische Teams im Finale um die europäische "Königsklasse" standen.
Der Fußball-Hochstimmung konnten sich auch die russischen Sicherheitskräfte nicht entziehen.
In Moskau wurde an diesem Endspieltag englisch gesprochen.
Die beiden Premier-League-Klubs schenkten sich von Beginn an nichts. Hier setzte sich ManU-Superstar Ronaldo (r.) gegen Chelseas Essien /M) und Lampard (l.) durch.
Der Portugiese war es auch, der mit einem sehenswerten Kopfball die "Red Devils" mit 1:0 in Führung brachte.
Entsprechend groß war die Freude bei Ronaldo, dem treffsichersten Spieler in dieser Champions-League-Saison.
Nun war Chelseas israelischer Trainer Grant gefordert.
Auch der in Diensten von Chelsea London stehende deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Ballack musste jetzt zeigen, was in ihm steckt.
Für den Ausgleich in der ersten Hälfte sorgte dann aber Ballacks Mittelfeld-Kollege Lampard.
Lampard lupfte nach einem Schussversuch von Essien den zurückprallenden Ball ein und drehte eine kurze Ehrenrunde.
Die Freude bei den Anhängern des Klubs des russischen Milliardärs Abramowitsch war grenzenlos.
In der zweiten Halbzeit egalisierten sich beide Mannschaften. Es fiel kein weiteres Tor. Das Finale um den Pokal der "Königsklasse" ging in die Verlängerung.
Chelsea-Besitzer Abramowitsch (r.) war es zufrieden.
In der Verlängerung sah Chelsea-Stürmer Drogba nach einer Rangelei die Rote Karte. Spielentscheidend war die Hinausstellung aber nicht mehr. Das Elfmeterschießen musste entscheiden.
Ronaldo hätte mit seinem verschossenen Elfmeter zum tragischen Helden werden können. Allerdings verfehlte auch Chelsea-Kapitän Terry das Tor.
ManU-Keeper hielt lediglich einen Elfmeter, aber der brachte den Sieg. Chelseas Anelka war der unglückliche Schütze.
Ein politisches Jahr in Zitaten? Da fällt die Suche nach dem prägendsten Ausspruch nicht schwer: "Yes, we can." Einfach, aber eingänglich, der Wahlkampfslogan des Demokraten Barack Obama.
Obama machte das Rennen und verkündete am Wahlabend: "Es hat lange gedauert, aber heute Nacht, durch das, was wir heute bei dieser Wahl getan haben, in diesem entscheidenden Moment, ist der Wandel nach Amerika gekommen."
Zuvor hatte Obama bereits Unterstützung vom politischen Gegner erhalten. Ex-Außenminister unter Bush, Colin Powell, sagte im Oktober: "Der neue Präsident muss das Ansehen wiederherstellen, das wir in der Welt hatten" - und meinte damit Obama.
Nach erfolgreicher Wahl gratulierte die Welt dem frisch gebackenen Präsidenten. Silvio Berlusconi tat das in gewohnter Manier: "Obama ist jung, schön und auch braun gebrannt."
Ein anderer Staatsmann räumte schon zu Beginn des Jahres das Feld, mancher munkelt, nur vorrübergehend. Wladimir Putin ganz unkritisch zu seiner Amtszeit: "Die ganzen acht Jahre habe ich wie ein Sklave von morgens bis abends geschuftet."
Schon etwas länger an der Macht, aber dennoch ein Frischling: Nicolas Sarkozy. Er zeigte sich erstaunt über seinen Job: "Regieren ist einfacher als ich dachte."
Und mit seiner Kollegin aus Deutschland versteht er sich ohnehin prächtig: "Ich liebe Angela Merkel."
"Wir sind ein harmonisches Paar." Doch nicht alle sind der Kanzlerin so wohlgesonnen.
Venezuelas Präsident Hugo Chavez, bekannt für markige Worte, sagte: "Sie gehört der deutschen Rechten an, derselben, die Hitler unterstützt hat, die den Faschismus unterstützt hat. Das ist die Kanzlerin des heutigen Deutschlands."
Der Spruch löste eine ernste diplomatische Krise aus. Als sich die beiden dann wenige Tage bei einem Gipfel trafen, war aber alles wieder in Butter.
Jubel dagegen im Kosovo. Am 17. Januar erklärte sich die Region von Serbien unabhängig und Ministerpräsident Hashim Thaci sagte: "Von heute an ist das Kosovo stolz, unabhängig und frei."
Robert Mugabe, hartnäckiger Diktator Simbabwes, sah seine Macht im Juni nicht gefährdet: "Nur Gott, der mich ernannt hat, wird mich abwählen."
Royales Geburtstagskind des Jahres war Prinz Charles, er wurde im November 60 Jahre alt.
Mama Elizabeth leitete das Fest etwas reserviert ein: "Während der 60. Geburtstag des Prinzen von Wales, unserem Sohn, näher rückt, möchte ich sagen, dass wir beide ungeheuer stolz auf seinen persönlichen Beitrag sind." Was sie meinte, weiß kein Mensch.
Auch in Deutschland sagten die Politiker so manches, von dem sie mitunter später nichts mehr wissen wollten. Andrea Ypsilanti zum Beispiel: "Bei meinem Nein zu Rot-Rot bleibt es auch nach dem Wahlabend. Garantiert." (2. Januar 2008)
Auch kurz nach der Wahl, am 3. Februar, war Ypsilanti sicher: "Ich bleibe dabei, dass es kein Bündnis mit den Linken geben wird."
Der damalige SPD-Chef Kurt Beck sprang ihr wenige Tage später zur Seite: "Es wird keinerlei Absprachen oder sonstige Vereinbarungen irgendwelcher Art, auch nicht über Tolerierung, mit der Linken geben."
Anfang März gab Ypsilanti kleinlaut zu: "Und es wird vielleicht so ausgehen, dass ich ein Versprechen nicht halten kann, nämlich nicht mit den Linken zu sprechen und mich nicht von den Linken wählen zu lassen."
Die Union stürzte sich genüsslich auf die Hessin. Ronald Pofalla kommentierte: "Der Wortbruch hat jetzt einen Namen, und der heißt Ypsilanti."
Der erste Anlauf einer Tolerierung durch die Linke in Hessen scheiterte und Kurt Beck schlussfolgerte: "Es ist klar, dass die hessische SPD nicht zwei Mal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen wird." Wie Unrecht er hatte.
Denn Ypsilanti nahm erneut Anlauf in Richtung Wand. Doch vier Parteigenossen spielten nicht mehr mit. Unter ihnen Jürgen Walter: "Ich kann diesen Weg meiner Partei in Hessen nicht mitgehen." Ypsilanti war am Ende, ihr Vertrauter ...
... Thorsten Schäfer-Gümbel übernahm. Der versucht sich nun, von seiner Vorgängerin abzusetzen: "Der Fehler war, nach der Wahl etwas anderes zu machen, als wir vorher gesagt haben." Mal sehen, ob er es besser macht.
Das Hessen-Debakel der SPD lässt Roland Koch schmunzeln - und macht seine Wahlkampf-Fauxpas vergessen. Zum Vorwurf, er betreibe ausländerfeindlichen Wahlkampf sagte er: "Ich lasse mir von Türkenvertretern nicht den Mund verbieten."
Für einen anderen hatte der Hessen-Wahlkampf Folgen. Wolfgang Clement war mit Ypsilantis Energiepolitik nicht einverstanden und sagte: "Deshalb wäge und wähle genau, wer Verantwortung für das Land zu vergeben hat, wem er sie anvertraut - und wem nicht."
Nach langem Hin und Her kostete Clement dieser Satz die Parteimitgliedschaft. Man warf ihn zwar nicht heraus, doch am Ende zog er sich freiwillig zurück.
Erwin Huber, Anfang 2008 noch CSU-Vorsitzender hat eine dezidierte Meinung zu türkischen Schulen in Deutschland: "Das ist Gift für die Integration, führt zu Ghettos und zu einer Kleintürkei in Deutschland."
Bei der Landtagswahl musste Hubers Partei dann herbe Verluste hinnehmen. Ein Zitat des Grünen-Landesvorsitzenden Sepp Daxenberger ordnet die Dimension ein: "46 Jahre eine Partei, die regiert, das gibt es außer in Bayern nur noch in Kuba und China."
Sieger im bayerischen Nach-Wahl-Hick-Hack war Horst Seehofer. Der frisch gebackene Ministerpräsident: "Das ist der größte Moment in meinem politischen Leben."
Eine persönliche Tragödie erlebte Franz Müntefering, zog sich am 1. August aus der Politik zurück: "Man kann diese beiden Aufgaben - für seine Frau wirklich da sein und ein Ministerium führen - nicht vereinbaren. Da muss man sich entscheiden."
Doch der Abschied war nur auf Zeit. Franz Müntefering ist heute wieder Chef der SPD. Sein Vorgänger Kurt Beck musste weichen und kommentierte:
"Aufgrund gezielter Falschinformationen haben die Medien einen völlig anderen Ablauf meiner Entscheidung dargestellt. Vor diesem Hintergrund sehe ich keine Möglichkeit mehr, das Amt des Parteivorsitzenden mit der notwendigen Autorität auszuüben."
Was waren die Nation, Boris "Bobbele" Becker und Sandy Meyer-Wölden glücklich. Ein Traumpaar! Und verlobt hatten sie sich auch schon. Doch aus der Hochzeit wurde nichts.
Nur wenige Wochen nach der Verlobung trennten sich die beiden wieder.
Seither herrscht Rosenkrieg. Wer hat Schuld an dem Drama? Für Boris steht fest: "Auf meiner Seele ist herumgetrampelt worden."
Bei einem anderen Überraschungs-Promi-Pärchen läuft alles glatt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy angelte sich Model und Sängerin Carla Bruni, am 2. Februar heirateten die beiden.
Er hat die Macht, sie die Schönheit. Der Bürgermeister des 8. Pariser Arrondissements, Francois Lebel, urteilte folgerichtig: "Die Braut war in Weiß, sie war wunderschön, wie immer. Der Gatte war auch nicht schlecht."
Weniger glanzvoll war der Auftritt des Herrn rechts im Bild. Moderator Thomas Gottschalk schaute ganz schön belämmert drein, als der designierte Träger des Deutschen Fernsehpreises, Marcel Reich-Ranicki, verkündete:
"Ganz offen gesagt, ich nehme den Preis nicht an. Es ist schlimm, dass ich das erleben musste." Sein Auftritt löste ein weitreichende Debatte über die Qualität des deutschen Fernsehens aus. Mal sehen, ob sich 2009 etwas ändert.
Er hier trägt wahrscheinlich nicht dazu bei. Zur Reich-Ranicki-Posse sagte Pop-Titan Dieter Bohlen: "Wenn Reich-Ranicki alle als Dreck bezeichnet, dann ist das OK, weil er ja Euer Kulturpapst ist." Er selbst ist nämlich ähnlich schonungslos, wenn er ...
... in Casting-Shows die Kandidaten rund macht. Für sein Dafürhalten kann er sich das auch leisten: "Ich würde sogar ...
... ein Kilo Hackfleisch in die Charts kriegen." Traurig, aber wahr: Der Mann hat Recht.
Zu ernsthafteren Themen: Harald zur Hausen erfuhr im Oktober, dass er den Medizin-Nobelpreis erhalten würde. Vor Glückwünschen konnte sich der Forscher kaum retten. Zur Hausen freute sich sicherlich drüber. Schwer aber, ...
... da nicht die Bodenhaftung zu verlieren: "Mir wächst langsam ein Heiligenschein am Kopf." Glückwunsch nochmal, Herr zur Hausen!
Vorsicht, Hochkultur! Einmal im Jahr Jahr schaut die Welt auf Bayreuth, wenn dort die Wagner-Festspiele stattfinden.
Bei solch einer Medienpräsenz ist es kein Wunder, dass sich dort auch allerlei Prominenz tummelt. Auch die Kanzlerin und ihr Gatte gaben sich die Ehre. Doch manch einem geht das gegen den Strich.
Der Berliner Theaterintendant Claus Peymann sagte: "Bayreuth, das ist ein Tummelplatz für Deppen." Er meinte aber die Nachfolgeregelung bei den Festspielen.
Dieser Mann schockte die Welt: Inzest-Vater Josef Fritzl hat unter seinem Haus ein weitreichendes Tunnelsystem errichtet, in dem ...
... er seine Familie jahrelang eingesperrt hatte. Als der Fall bekannt wurde, drängelten sich die Medien im österreichischen Amstetten. Die Politik bemühte sich, ...
... den Imageschaden für Österreich zu minimieren. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer: "Das können wir nicht akzeptieren. Es gibt keinen Fall Amstetten, es gibt keinen Fall Österreich, es gibt nur einen Einzelfall."
Erst Knut, dann Flocke: Das Nürnberger Eisbärenbaby entzückte kurz nach seiner Geburt die Menschen. Sein Gehege ...
... belagerten bei seinem ersten öffentlichen Freigang unzählige Fotografen. Nicht jedem passte die Aufmerksamkeit für den kleinen Knuddel.
Der Vorsitzende des Wal- und Delfinschutz-Forums, Jürgen Ortmüller, urteilte: "Flocke wird zum Affen gemacht." Wie das geht, fragt man sich da? Fell braun spritzen und das Klettern beibringen?
Neben dem Börsengang musste sich auch die Bahn mit Tierischem auseinandersetzen. Ende April verunglückte ein ICE, als er in der Nähe von Fulda in einem Tunnel in eine Schafherde raste.
Der sonst so abgebrühte Bahn-Manager Hartmut Mehdorn rang um Fassung: "So eine verrückte Idee, dass da plötzlich 60 Schafe im Tunnel stehen, das ist unmöglich."
Das englische Königshaus sorgte 2008 immer wieder für Schlagzeilen. Paparazzi verfolgten vor allem die beiden Prinzen William und Harry (hier mit Freundin Chelsy) auf Schritt und Tritt.
Harry musste nach Afghanistan, wurde aber aus Sicherheitsbedenken zurückbeordert. Zum Unmut Harrys: "Ich will nicht in Windsor rumsitzen. Ich mag England allgemein nicht so gerne. Und es ist schön, weit weg von all der Presse und den Zeitungen zu sein."
Leider im Jahr 2008 immer wieder ein Thema: Kindstötungen, oft in ostdeutschen Bundesländern. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer provozierte dies zu einer umstrittenen Aussage:
"Es kommt mir so vor, als ob Kindstötungen - die es allerdings immer schon gab - ein Mittel der Familienplanung seien. Ich erkläre mir das vor allem mit einer leichtfertigen Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern."

Januar

4.1. Zum ersten Mal in der Geschichte der Rallye Dakar sagen die Veranstalter das Wüstenrennen aus Sicherheitsgründen ab. Islamistische Terroristen hatten mit Anschlägen gedroht.

6.1. Mit dem 34. Weltcuperfolg seiner Karriere fliegt der Finne Janne Ahonen zum fünften Sieg bei der Vierschanzentournee. Damit überflügelt er Jens Weißflog in der ewigen Bestenliste.

11.1. Ein Gericht im US-Bundesstaat New York verurteilt die ehemalige Weltklasse-Sprinterin Marion Jones wegen zweimaliger Falschaussage zu sechs Monaten Gefängnis. Jones ist der erste Sportstar, der wegen eines Doping-Vergehens hinter Gitter muss.

11.1. Fußball-Rekordmeister Bayern München verpflichtet den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann als neuen Trainer und Nachfolger des scheidenden Ottmar Hitzfeld.

26.1. Die deutschen Handballer verpassen das Finale bei der Europameisterschaft in Norwegen. Mit 25:26 verliert die Weltmeister- Mannschaft gegen Dänemark, das Europameister wird.

Februar

17.2. Biathletin Magdalena Neuner gewinnt bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Östersund ihre dritte Goldmedaille. Nach nur zwei Welttitelkämpfen hat Neuner damit sechs WM-Titel.

23.2. Der Ukrainer Wladimir Klitschko gewinnt den Vereinigungskampf im Schwergewicht der Boxverbände IBF und WBO. Der Titelträger nach IBF-Version besiegt im New Yorker Madison Square Garden WBO-Champion Sultan Ibragimow in zwölf Runden nach Punkten.

26.2. Das Bundeskartellamt lässt die Zentralen des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt am Main durchsuchen. Grund sind angebliche Absprachen bei der Sponsorensuche. Das Verfahren wird im August eingestellt.

März

9.3. Eisschnellläuferin Anni Friesinger gewinnt in Nagano ihren zweiten Titel über 1.000 Meter bei den Einzelstrecken mit der Bahnrekordzeit von 1:15,37 Minuten. Mit elf Titeln ist sie damit die erfolgreichste Athletin bei Einzel-Weltmeisterschaften.

13.3. Ski-Ass Maria Riesch gewinnt beim Weltcup-Finale im italienischen Bormio gleich zwei Gesamtwertungen und sichert sich das «Kugel-Double» in der Kombinations-Wertung und im Super-G.

16.3. Die 21 Jahre alte Biathletin Magdalena Neuner gewinnt erstmals den Gesamtweltcup und ist zudem die jüngste Siegerin überhaupt.

19.3. In Göteborg holen die Chemnitzer Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy im Eiskunstlauf erstmals seit 1997 wieder einen Titel bei Weltmeisterschaften nach Deutschland.

April

19.4. Der FC Bayern München gewinnt zum 14. Mal den DFB-Pokal. Der deutsche Fußball-Rekordchampion setzt sich im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund mit 2:1 nach Verlängerung durch. 13.5. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft scheidet bei der Weltmeisterschaft in Kanada aus. Zwar gewinnt sie ihr letztes Spiel mit 5:3 gegen Lettland, kann sich jedoch nicht für das Viertelfinale qualifizieren. Am 18. Mai gewinnt Kanada das Finale gegen Russland mit 4:5. Für Aufsehen sorgt Florian Busch, der einen unangemeldeten Dopingtest zunächst verweigert hatte.

Mai

14.5. Justine Henin-Hardenne sorgt mit ihrem sofortigen Rücktritt für einen Paukenschlag im Damen-Tennis. "Nach 20 Jahren ist es vorbei, ich habe den Traum verwirklicht, den ich hatte, seit ich fünf war", sagt die 25 Jahre alte Weltranglisten-Erste aus Belgien.

16.5. Bundestrainer Joachim Löw beruft 26 Spieler in seinen vorläufigen Kader für die Fußball-Europameisterschaft. Überraschend nominiert er als dritten Schlussmann René Adler (Bayer Leverkusen) und verzichtet auf die bisherige Nummer zwei im Tor, Timo Hildebrand.

17.5. Der deutsche Fußball-Meister heißt zum 21. Mal Bayern München. Nach einem 4:1-Sieg über Hertha BSC Berlin überreicht Georg "Katsche" Schwarzenbeck, der Fußball-Weltmeister von 1974, in der Münchner Allianz Arena die Meisterschale an Bayern-Kapitän Oliver Kahn.

21.5. Manchester United gewinnt in Moskau in einem rein englischen Finale gegen den FC Chelsea mit 6:5 nach Elfmeterschießen die Champions League und erobert zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die wichtigste Trophäe im europäischen Vereinsfußball.

Juni

5.6. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verschärft zum 1. Juli seine Anti-Doping-Politik. Athleten, die des Dopings überführt und mindestens sechs Monate gesperrt werden, dürfen bei den jeweils kommenden Olympischen Spielen nicht mehr starten.

7.6. In Basel wird die 13. Fußball-Europameisterschaft offiziell eröffnet. Gastgeber sind die Schweiz und Österreich. Einen Tag später startet die deutsche Nationalmannschaft mit einem 2:0-Sieg gegen Polen in die EM. Lukas Podolski erzielt beide Treffer.

29.6. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert in Wien das Finale gegen Spanien mit 0:1, das damit seinen zweiten EM-Titel gewinnt. Fernando Torres erzielt in der 33. Minute das Tor des Tages.

Juli

6.7. Tennis-Ass Rafael Nadal gewinnt die All England Championships in Wimbledon und entthront Titelverteidiger Roger Federer. Der Spanier setzt sich im Finale mit 6:4, 6:4, 6:7 (5:7), 6:7 (8:10), 9:7 gegen den Weltranglisten-Ersten aus der Schweiz durch.

24.7. Das Bundeskartellamt lehnt die geplante zentrale TV-Vermarktung der Fußball-Bundesliga für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 ab. Am 25. September platzt der Drei-Milliarden-Vertrag zwischen der DFL und der Kirch-Agentur Sirius endgültig.

27.7. Der spanische Radsportler Carlos Sastre gewinnt die 95. Tour de France. Wieder gibt es mehrere Doping-Fälle, darunter mit Stefan Schumacher, Bernhard Kohl und dem Italiener Riccardo Ricco Fahrer- Prominenz aus der ersten Reihe.

August

6.8. Der Franzose Franck Ribéry (Bayern München) wird zum Fußballer des Jahres der Saison 2007/08 gewählt. Der Vize-Weltmeister aus Frankreich setzt sich in der Journalistenwahl des Fachmagazins "kicker" vor Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack und seinem Teamkollegen Luca Toni durch.

8.8. Torhüter Jens Lehmann beendet seine Karriere in der Fußball- Nationalmannschaft. Der Profi vom VfB Stuttgart trifft seine Entscheidung nach einem Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw und Torwart-Coach Andreas Köpke.

8.8. In Peking werden die XXIX. Olympischen Spiele eröffnet. An dem Spektakel in Chinas Hauptstadt, den Reiterwettbewerben in Hongkong und im Segelrevier vor Qingdao nehmen mehr als 11 000 Sportler aus der Rekordzahl von 204 Ländern teil.

11.8. Für den ersten Doping-Fall der Spiele in Peking sorgt die spanische Radfahrerin Maria Isabel Moreno. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) mitteilt, wurde die 27-Jährige auf das Blutdopingmittel EPO getestet.

12.8. Slalom-Kanute Alexander Grimm bricht am vierten Tag den Bann und holt im Kajak-Einer das erste Gold für die deutsche Mannschaft.

15.8. Die Berlinerin Britta Steffen holt das erste Olympia-Gold für den Deutschen Schwimm-Verband seit 1992. Sie siegt in Peking über 100 Meter Freistil in der olympischen Rekordzeit von 53,12 Sekunden. Zwei Tage später gewinnt sie Gold über die 50 Meter-Distanz.

16.8. Der Sprinter Usain Bolt gewinnt mit Weltrekord als erster Jamaikaner den 100-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen und siegt in Peking überlegen in 9,69 Sekunden. Vier Tage später gewinnt Bolt mit einem Fabelweltrekord auch den 200-Meter-Lauf in 19,30 Sekunden.

17.8. Mit seinem achten Gold in Peking löst US-Schwimmer Michael Phelps seinen Landsmann Mark Spitz als olympischen Rekordhalter ab. Spitz waren 1972 in München sieben Olympiasiege gelungen.

24.8. Die XXIX. Olympischen Spiele in Peking enden nach 17 Tagen. Deutschland belegt mit 16 Gold-, 10 Silber- und 15 Bronzemedaillen den 5. Platz unter 204 Nationen.

September

14.9. Sebastian Vettel feiert beim Großen Preis von Italien in Monza den ersten Sieg seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Der Toro-Rosso- Pilot aus Heppenheim ist mit 21 Jahren und 73 Tagen der bis dahin jüngste Sieger in der Geschichte der Formel 1.

17.9. Die 13. Paralympics in Peking enden. Insgesamt gingen seit dem 6. September mehr als 4.000 Sportler bei 468 Entscheidungen an den Start und stellten 279 Weltrekorde auf. Das deutsche Team gewinnt 14 Gold-, 25 Silber- und 20 Bronzemedaillen. 28.9. Der Äthiopier Haile Gebrselassie gewinnt in Weltrekordzeit den Berlin-Marathon. Er kommt in 2:03:59 Stunden ins Ziel und schafft als erster den Sieg-Hattrick. Bei den Frauen siegt Irina Mikitenko aus Wattenscheid in der deutschen Rekordzeit von 2:19:19.

Oktober

11.10. Profiboxer Vitali Klitschko ist wieder Schwergewichts- Weltmeister des Verbandes WBC. Bei seinem Comeback gewinnt der Ukrainer in Berlin durch Aufgabe von Titelverteidiger Samuel Peter aus Nigeria nach der achten Runde.

12.10. Bundestrainer Löw wirft Kevin Kuranyi nach dem 2:1-Sieg gegen Russland aus der Fußball-Nationalmannschaft. Nachdem der frustrierte Schalker Stürmer nicht in den Kader berufen worden war, hatte er das Dortmunder Stadion wortlos verlassen.

16.10. ARD und ZDF beenden nach den Dopingfällen der Gerolsteiner- Radprofis Schumacher und Kohl die Live-Berichterstattung von der Tour de France. Schumacher war positiv auf EPO-Doping getestet worden. Das Team Gerolsteiner suspendierte daraufhin den zweifachen Tour de France-Etappensieger.

21.10. Michael Ballack kritisiert den Umgang mit dem zuletzt auf die Ersatzbank verbannten Torsten Frings und wirft Bundestrainer Löw mangelnden Respekt vor. Löw weist Ballack daraufhin energisch in die Schranken. Ballack bleibt jedoch Kapitän.Am 4. November entschuldigt sich auch Frings bei Löw für kritische Aussagen.

November

2.11. Lewis Hamilton wird mit 23 Jahren, 9 Monaten und 26 Tagen jüngster Weltmeister in der Formel-1-Geschichte. Der britische McLaren-Mercedes-Pilot sichert sich beim Großen Preis von São Paulo (Brasilien) den fünften Rang und verteidigt damit seine Führung in der Gesamtwertung vor dem Ferrari-Piloten Felipe Massa.

4.11. Fußball-Legende Diego Armando Maradona wird in Buenos Aires als neuer argentinischer Fußball-Nationaltrainer vorgestellt.

28.11. Die Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga erhalten von der Saison 2009/2010 an durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Jahr aus der Vermarktung der Medienrechte. Das Gesamtvolumen des bis 2013 laufenden Vertrages beläuft sich auf 1,65 Milliarden Euro. Die Pay-TV-Rechte bleiben bei "Premiere".

Dezember

3.12. Michael Greis gewinnt das Auftaktrennen der neuen Biathlon-Saison. Er siegt im schwedischen Östersund über die 20-km-Distanz.

(Thomas Badtke, N24, dpa)

04.12.2008 15:52 Uhr

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