"Yes, we can"
Das politische Jahr in Zitaten
Spannend war es und voller Gefühle: Ob in den USA, in Frankreich oder Deutschland - das politische Jahr bewegte, auch verbal.
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Ein politisches Jahr in Zitaten? Da fällt die Suche nach dem prägendsten Ausspruch nicht schwer: "Yes, we can." Einfach, aber eingänglich, der Wahlkampfslogan des Demokraten Barack Obama. Obama machte das Rennen und verkündete am Wahlabend: "Es hat lange gedauert, aber heute Nacht, durch das, was wir heute bei dieser Wahl getan haben, in diesem entscheidenden Moment, ist der Wandel nach Amerika gekommen." Zuvor hatte Obama bereits Unterstützung vom politischen Gegner erhalten. Ex-Außenminister unter Bush, Colin Powell, sagte im Oktober: "Der neue Präsident muss das Ansehen wiederherstellen, das wir in der Welt hatten" - und meinte damit Obama. Nach erfolgreicher Wahl gratulierte die Welt dem frisch gebackenen Präsidenten. Silvio Berlusconi tat das in gewohnter Manier: "Obama ist jung, schön und auch braun gebrannt." Ein anderer Staatsmann räumte schon zu Beginn des Jahres das Feld, mancher munkelt, nur vorrübergehend. Wladimir Putin ganz unkritisch zu seiner Amtszeit: "Die ganzen acht Jahre habe ich wie ein Sklave von morgens bis abends geschuftet." Schon etwas länger an der Macht, aber dennoch ein Frischling: Nicolas Sarkozy. Er zeigte sich erstaunt über seinen Job: "Regieren ist einfacher als ich dachte." Und mit seiner Kollegin aus Deutschland versteht er sich ohnehin prächtig: "Ich liebe Angela Merkel." "Wir sind ein harmonisches Paar." Doch nicht alle sind der Kanzlerin so wohlgesonnen. Venezuelas Präsident Hugo Chavez, bekannt für markige Worte, sagte: "Sie gehört der deutschen Rechten an, derselben, die Hitler unterstützt hat, die den Faschismus unterstützt hat. Das ist die Kanzlerin des heutigen Deutschlands." Der Spruch löste eine ernste diplomatische Krise aus. Als sich die beiden dann wenige Tage bei einem Gipfel trafen, war aber alles wieder in Butter. Jubel dagegen im Kosovo. Am 17. Januar erklärte sich die Region von Serbien unabhängig und Ministerpräsident Hashim Thaci sagte: "Von heute an ist das Kosovo stolz, unabhängig und frei." Robert Mugabe, hartnäckiger Diktator Simbabwes, sah seine Macht im Juni nicht gefährdet: "Nur Gott, der mich ernannt hat, wird mich abwählen." Royales Geburtstagskind des Jahres war Prinz Charles, er wurde im November 60 Jahre alt. Mama Elizabeth leitete das Fest etwas reserviert ein: "Während der 60. Geburtstag des Prinzen von Wales, unserem Sohn, näher rückt, möchte ich sagen, dass wir beide ungeheuer stolz auf seinen persönlichen Beitrag sind." Was sie meinte, weiß kein Mensch. Auch in Deutschland sagten die Politiker so manches, von dem sie mitunter später nichts mehr wissen wollten. Andrea Ypsilanti zum Beispiel: "Bei meinem Nein zu Rot-Rot bleibt es auch nach dem Wahlabend. Garantiert." (2. Januar 2008) Auch kurz nach der Wahl, am 3. Februar, war Ypsilanti sicher: "Ich bleibe dabei, dass es kein Bündnis mit den Linken geben wird." Der damalige SPD-Chef Kurt Beck sprang ihr wenige Tage später zur Seite: "Es wird keinerlei Absprachen oder sonstige Vereinbarungen irgendwelcher Art, auch nicht über Tolerierung, mit der Linken geben." Anfang März gab Ypsilanti kleinlaut zu: "Und es wird vielleicht so ausgehen, dass ich ein Versprechen nicht halten kann, nämlich nicht mit den Linken zu sprechen und mich nicht von den Linken wählen zu lassen." Die Union stürzte sich genüsslich auf die Hessin. Ronald Pofalla kommentierte: "Der Wortbruch hat jetzt einen Namen, und der heißt Ypsilanti." Der erste Anlauf einer Tolerierung durch die Linke in Hessen scheiterte und Kurt Beck schlussfolgerte: "Es ist klar, dass die hessische SPD nicht zwei Mal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen wird." Wie Unrecht er hatte. Denn Ypsilanti nahm erneut Anlauf in Richtung Wand. Doch vier Parteigenossen spielten nicht mehr mit. Unter ihnen Jürgen Walter: "Ich kann diesen Weg meiner Partei in Hessen nicht mitgehen." Ypsilanti war am Ende, ihr Vertrauter ... ... Thorsten Schäfer-Gümbel übernahm. Der versucht sich nun, von seiner Vorgängerin abzusetzen: "Der Fehler war, nach der Wahl etwas anderes zu machen, als wir vorher gesagt haben." Mal sehen, ob er es besser macht. Das Hessen-Debakel der SPD lässt Roland Koch schmunzeln - und macht seine Wahlkampf-Fauxpas vergessen. Zum Vorwurf, er betreibe ausländerfeindlichen Wahlkampf sagte er: "Ich lasse mir von Türkenvertretern nicht den Mund verbieten." Für einen anderen hatte der Hessen-Wahlkampf Folgen. Wolfgang Clement war mit Ypsilantis Energiepolitik nicht einverstanden und sagte: "Deshalb wäge und wähle genau, wer Verantwortung für das Land zu vergeben hat, wem er sie anvertraut - und wem nicht." Nach langem Hin und Her kostete Clement dieser Satz die Parteimitgliedschaft. Man warf ihn zwar nicht heraus, doch am Ende zog er sich freiwillig zurück. Erwin Huber, Anfang 2008 noch CSU-Vorsitzender hat eine dezidierte Meinung zu türkischen Schulen in Deutschland: "Das ist Gift für die Integration, führt zu Ghettos und zu einer Kleintürkei in Deutschland." Bei der Landtagswahl musste Hubers Partei dann herbe Verluste hinnehmen. Ein Zitat des Grünen-Landesvorsitzenden Sepp Daxenberger ordnet die Dimension ein: "46 Jahre eine Partei, die regiert, das gibt es außer in Bayern nur noch in Kuba und China." Sieger im bayerischen Nach-Wahl-Hick-Hack war Horst Seehofer. Der frisch gebackene Ministerpräsident: "Das ist der größte Moment in meinem politischen Leben." Eine persönliche Tragödie erlebte Franz Müntefering, zog sich am 1. August aus der Politik zurück: "Man kann diese beiden Aufgaben - für seine Frau wirklich da sein und ein Ministerium führen - nicht vereinbaren. Da muss man sich entscheiden." Doch der Abschied war nur auf Zeit. Franz Müntefering ist heute wieder Chef der SPD. Sein Vorgänger Kurt Beck musste weichen und kommentierte: "Aufgrund gezielter Falschinformationen haben die Medien einen völlig anderen Ablauf meiner Entscheidung dargestellt. Vor diesem Hintergrund sehe ich keine Möglichkeit mehr, das Amt des Parteivorsitzenden mit der notwendigen Autorität auszuüben." Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird. "Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige. Auch Brad Pitt und … … Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt. Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: … "Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit." Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008) … Matt Damon, … … Sarah Jessica Parker bis … … Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte. Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der … … von einem "historischen Wahlsieg" sprach. Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008) Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, … … mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden." Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein. Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und … … Sacha Baron Cohen ("Borat"). In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und … … Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten. "Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein. Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat." Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie … Mary J. Blige, … … Bruce Springsteen, … … Spike Lee, … … Susan Sarandon, … … Tim Robbins und … … Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times". Wenn Dieter Bohlen mal wieder den Mund zu voll nimmt und einen seiner fiesen Sprüche raus lässt, ist man das schon gewohnt und erwartet auch nichts anderes. Oder Kabarettistin Desiree Nick, die von einer Zuschauerin verlangt haben soll, nackt ein Rad zu schlagen. Wenn sich aber Politiker um Kopf und Kragen reden, wird es schon doppelt kritisch beäugt. Aber auch hier gibt’s mittlerweile die "üblichen Verdächtigen", wie Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der jüngste Ausrutscher passierte ihm, als er dem künftigen US-Präsidenten zu überschwänglich gratulierte. Er beschrieb ihn als "jung, gut aussehend und sogar gebräunt" und löste damit einen Sturm der Entrüstung vor allem in Italien selbst aus. Da war die CSU-Welt für Günther Beckstein noch in Ordnung: Auf dem Münchner Oktoberfest äußerte sich der damalige bayrische Ministerpräsident zum Trinkverhalten von Autofahrern. Nach zwei Litern Bier sei es vertretbar, wenn man sich ans Steuer setzt. "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich", sagte der CSU-Politiker. Mit scharfen Worten, aber einem unpassenden Vergleich griff SPD-Urgestein Helmut Schmidt Oskar Lafontaine an. In einem Zeitungsinterview verglich Schmidt die rhetorischen Fähigkeiten des früheren SPD-Chefs in einem Atemzug mit denen Adolf Hitlers. "Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch." Nachklatsch gab es prompt von Lafontaine: "Seine Worte sind ungeheuerlich. Da kann ich nur sagen: alterssenil." "Wir brauchen einen Neger, der den Rollstuhl schiebt." Das soll der Potsdamer SPD-Politiker Randolph Krüger gegenüber dem deutschen Generalkonsul in San Francisco gefordert haben. Grund war die Fußverletzung der Tübinger Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz (CDU), die während der gemeinsamen Dienstreise durch die USA im Rollstuhl saß. Auch der diesjährige US-Wahlkampf war gespickt von den einen oder anderen verbalen Entgleisungen: Im zweiten TV-Duell zwischen John McCain und Barack Obama äußerte McCain zwei Worte, die ihn ziemlich schlecht aussehen ließen. Er nannte seinen Gegner nicht beim Namen, sondern bezeichnete ihn als "that one", übersetzt "der da", und zeigte dabei mit dem Zeigefinger auf Obama, ohne ihn anzuschauen. Für verbale Pannen sorgte auch Sarah Palin im TV-Duell mit Joseph Biden: Beim Betreten der Bühne hauchte Palin Küsschen ins Publikum, ihren Gegner begrüßte sie salopp: "Hey, kann ich Sie einfach Joe nennen?" Und noch ein Pannen-Palin: Die strenggläubige Palin hielt im Juni in der Wassila Assembly Church eine Rede, in der sie sagte, dass der Irakkrieg und der Bau einer Gaspipeline - ein Milliardenprojekt der Gouverneurin - Gottes Wille seien. Vom Action-Held zum Gouverneur: Wir alle kennen Arnold Schwarzenegger in seinen großen Paraderollen. Als "Terminator" bezwang er seine Gegner mit der Panzerfaust… … in "Conan, der Barbar“ löste er die Probleme mit dem Schwert. Doch seit dem 17. November 2003 hat es der ehemalige "Mister Universum" als Gouverneur von Kalifornien mit politischen Gegnern zu tun und muss seinen Haushalt verteidigen. Ansonsten schlägt sein politisches Herz vor allem für die Umweltpolitik. "Arnie for President"? Daraus wird wohl leider nichts, denn als eingebürgerter Ausländer darf der gebürtige Österreicher nicht für das US-Präsidentenamt kandidieren. Vom Tatort ins Schloss Bellevue? Der Ex-Film-Kommissar Peter Sodann steigt jetzt für die Linkspartei in das Rennen um das Bundespräsidentenamt ein. So ganz kann er seine alte Rolle als Hauptkommissar Ehrlicher aber nicht ablegen. Als erste Amtshandlung würde er Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaften lassen. Von der Turnhalle in den Bundestag: Eberhard Gienger hat viele sportliche Erfolge vorzuweisen: Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, 1974 Weltmeister am Reck, 36-facher Deutscher Meister im Turnen und und und. 2001 trat Gienger in die CDU ein und gehört seitdem dem Vorstand des CDU-Kreisverbandes Ludwigsburg an. Seit 2002 ist Gienger Mitglied des Deutschen Bundestages. Vom Boxring nach Kiew und wieder zurück: Wenn der neue alte Box-Weltmeister Vitali Klitschko nicht die Fäuste schwingt, engagiert er sich als Politiker in der Ukraine. Im politischen Ring fehlen aber noch die Erfolge. Am 26. März 2006 trat Klitschko erstmals bei der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Kiew an und verlor. Bei den vorgezogenen Neuwahlen zum Bürgermeisteramt im März 2008 musste er wieder eine Niederlage einstecken. Vom Fußball-Manager zum UN-Sonderberater: Von 1981 bis 1999 war Willi Lemke Manager bei Werder Bremen und prägte gemeinsam mit Otto Rehhagel die "Goldenen" 1980er und 1990er. 1999 wechselte Willi Lemke vom Weser-Stadion in den Bremer Senat und startete seine politische Karriere. Nach seinen Stationen als Bremer Bildungs- und Innensenator ist Willi Lemke 2008 zum UN-Sonderbeauftragten für Sport ernannt worden. Vom Fußball-Star zum Sportminister: Pele wurde dreimal Weltmeister mit der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft. In 93 Länderspielen schoss er 97 Tore. Da liegt es doch auch nahe, dass er von 1994 bis 1998 Sportminister in Brasilien war. Vom B-Movie-Schauspieler zum US-Präsidenten: Ronald Reagan spielte in Hollywood den Held vieler Kinofilme der B-Garnitur. 1966 kandidierte Reagan trotz geringer Chancen für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien - und gewann. 1980 verdrängte Ronald Reagan Jimmy Carter aus dem Weißen Haus und blieb bis 1988 US-Präsident. Von "Dirty Harry" zum Bürgermeister: Der Westernheld Clint Eastwood brachte es 1996 zum Bürgermeister des kalifornischen Küstenstädtchens Carmel. Sein Wahlkampf lockte damals tausende Fans und Journalisten in den Ort. Trotz des großen Rummels wurde Clint Eastwood bescheinigt, dass er seinen Posten zwei Jahre lang gewissenhaft ausgefüllt habe. Vom Rock-Star zum Umweltminister: Nach einer erfolgreichen Karriere als Sänger der australischen Rockband "Midnight Oil" hing Peter Garret das Mikro an den Nagel. 2007 wechselte er in das Amt des australischen Ministers für Umwelt, Kulturerbe und Kunst. Vom Popsänger zum Bürgermeister: Nach der "Sonny & Cher"-Ära zog es Sonny Bono in die Politik. Erst war er Bürgermeister von Palm Springs, dann wechselte er 1998 ins US-Repräsentantenhaus. Mal schauen, welcher Promi diesen Beispielen noch so folgt. "Was auch immer geschieht, die Party ... ... ist vorbei." Der Chef des Münchener Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, ... ... Hans-Werner Sinn, sagte das in einem Bericht zur Wirtschaftslage am 18. März 2008. "Wir müssen damit rechnen, dass das kommende Jahr, zumindest in den ersten Monaten, ein Jahr schlechter Nachrichten wird." (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Interview der "Welt am Sonntag" vom 23. November.) "Wir nähern uns einem Abgrund, von dem wir nicht wissen, wie tief er ist." (Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am 26. November über die wirtschaftliche Entwicklung.) "Entweder wir schwimmen gemeinsam oder wir gehen gemeinsam unter." (EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns gegen die Finanzkrise am 29. Oktober.) "Wenn Sie alle Risiken vermeiden wollen, haben Sie bald keine Risiken mehr zu vermeiden, weil Sie nicht mehr im Geschäft sind." (Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann) "Ich glaube, keine andere Phase der Weltwirtschaft war ähnlich gefährlich wie das, was wir hier erleben." (ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über die internationale Finanzkrise am 9. September.) (Archivbild aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929) "Die Welt wird nicht mehr so sein wie vor der Krise." (Finanzminister Peer Steinbrück am 25. September.) "Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss." (Bundespräsident Horst Köhler am 14. Mai) "An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins - und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten." (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am 28. Januar zu den Turbulenzen an den Aktienmärkten.) "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind." (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Oktober.) "Ja, die Bundesrepublik Deutschland ist in einer Rezession." (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) im Bundestag am 25. November.) "Einen deutschen Fall Lehman darf und wird es nicht geben." (Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, am 17. November.) "Wenn einer am Ertrinken ist, können Sie auch nicht lange diskutieren, ob sie ihn mit dem Schlauch- oder dem Motorboot retten." (Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm im Rundfunksender hr- iNFO über staatliche Hilfe für den Autobauer Opel am 17. "Der Kurs ist klar, Daimler gibt Gas." (Daimler-Chef Dieter Zetsche am 14. Februar zur Entwicklung des Autobauers.) ... ... "Es fällt derzeit schwer, Prognosen für den Rest der Woche, des Monats oder des Jahres abzugeben. Unsere Branche steht am Scheideweg." (Daimler-Chef Dieter Zetsche am 20. November zur Entwicklung des Autobauers.) "Wir fahren klar auf Sicht." (Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf dem Autosalon in Paris am 2. Oktober.) "In meinen 27 Jahren im Geschäft habe ich so etwas noch nie erlebt. Es war, als hätte jemand das Licht ausgeknipst." (Der US-Vertriebschef von General Motors, Mark LaNeve, zum Autoabsatz in Amerika im Oktober am 3. November.) "Bereinigt um den Anstieg der Einwohnerzahl war es der schlimmste Monat seit dem Zweiten Weltkrieg." (Der Absatz-Analyst von General Motors, Michael DiGiovanni, zur Entwicklung des US-Automarktes im Oktober am 3. November.) "Ich bin hier vom Saulus zum Paulus geworden", sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Mitte November angesichte der Übertreibungen an den Börsen über das Eingreifen von Aufsichtsbehörden in die Märkte. "Schwarze Montage waren einmal ein Jahrzehnt-Ereignis - jetzt kommen sie regelmäßiger als die Busse in London." (Ein Londoner Börsenhändler zum Kurseinbruch am Aktienmarkt am 6. Oktober, einem Montag.) "Aber bis heute von einer Kreditklemme in Deutschland zu sprechen, ist absolut falsch und führt auch zu einer ganz gefährlichen Diskussion." (Josef Ackermann, Deutsche-Bank-Chef, im Dezember) Was waren die Nation, Boris "Bobbele" Becker und Sandy Meyer-Wölden glücklich. Ein Traumpaar! Und verlobt hatten sie sich auch schon. Doch aus der Hochzeit wurde nichts. Nur wenige Wochen nach der Verlobung trennten sich die beiden wieder. Seither herrscht Rosenkrieg. Wer hat Schuld an dem Drama? Für Boris steht fest: "Auf meiner Seele ist herumgetrampelt worden." Bei einem anderen Überraschungs-Promi-Pärchen läuft alles glatt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy angelte sich Model und Sängerin Carla Bruni, am 2. Februar heirateten die beiden. Er hat die Macht, sie die Schönheit. Der Bürgermeister des 8. Pariser Arrondissements, Francois Lebel, urteilte folgerichtig: "Die Braut war in Weiß, sie war wunderschön, wie immer. Der Gatte war auch nicht schlecht." Weniger glanzvoll war der Auftritt des Herrn rechts im Bild. Moderator Thomas Gottschalk schaute ganz schön belämmert drein, als der designierte Träger des Deutschen Fernsehpreises, Marcel Reich-Ranicki, verkündete: "Ganz offen gesagt, ich nehme den Preis nicht an. Es ist schlimm, dass ich das erleben musste." Sein Auftritt löste ein weitreichende Debatte über die Qualität des deutschen Fernsehens aus. Mal sehen, ob sich 2009 etwas ändert. Er hier trägt wahrscheinlich nicht dazu bei. Zur Reich-Ranicki-Posse sagte Pop-Titan Dieter Bohlen: "Wenn Reich-Ranicki alle als Dreck bezeichnet, dann ist das OK, weil er ja Euer Kulturpapst ist." Er selbst ist nämlich ähnlich schonungslos, wenn er ... ... in Casting-Shows die Kandidaten rund macht. Für sein Dafürhalten kann er sich das auch leisten: "Ich würde sogar ... ... ein Kilo Hackfleisch in die Charts kriegen." Traurig, aber wahr: Der Mann hat Recht. Zu ernsthafteren Themen: Harald zur Hausen erfuhr im Oktober, dass er den Medizin-Nobelpreis erhalten würde. Vor Glückwünschen konnte sich der Forscher kaum retten. Zur Hausen freute sich sicherlich drüber. Schwer aber, ... ... da nicht die Bodenhaftung zu verlieren: "Mir wächst langsam ein Heiligenschein am Kopf." Glückwunsch nochmal, Herr zur Hausen! Vorsicht, Hochkultur! Einmal im Jahr Jahr schaut die Welt auf Bayreuth, wenn dort die Wagner-Festspiele stattfinden. Bei solch einer Medienpräsenz ist es kein Wunder, dass sich dort auch allerlei Prominenz tummelt. Auch die Kanzlerin und ihr Gatte gaben sich die Ehre. Doch manch einem geht das gegen den Strich. Der Berliner Theaterintendant Claus Peymann sagte: "Bayreuth, das ist ein Tummelplatz für Deppen." Er meinte aber die Nachfolgeregelung bei den Festspielen. Dieser Mann schockte die Welt: Inzest-Vater Josef Fritzl hat unter seinem Haus ein weitreichendes Tunnelsystem errichtet, in dem ... ... er seine Familie jahrelang eingesperrt hatte. Als der Fall bekannt wurde, drängelten sich die Medien im österreichischen Amstetten. Die Politik bemühte sich, ... ... den Imageschaden für Österreich zu minimieren. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer: "Das können wir nicht akzeptieren. Es gibt keinen Fall Amstetten, es gibt keinen Fall Österreich, es gibt nur einen Einzelfall." Erst Knut, dann Flocke: Das Nürnberger Eisbärenbaby entzückte kurz nach seiner Geburt die Menschen. Sein Gehege ... ... belagerten bei seinem ersten öffentlichen Freigang unzählige Fotografen. Nicht jedem passte die Aufmerksamkeit für den kleinen Knuddel. Der Vorsitzende des Wal- und Delfinschutz-Forums, Jürgen Ortmüller, urteilte: "Flocke wird zum Affen gemacht." Wie das geht, fragt man sich da? Fell braun spritzen und das Klettern beibringen? Neben dem Börsengang musste sich auch die Bahn mit Tierischem auseinandersetzen. Ende April verunglückte ein ICE, als er in der Nähe von Fulda in einem Tunnel in eine Schafherde raste. Der sonst so abgebrühte Bahn-Manager Hartmut Mehdorn rang um Fassung: "So eine verrückte Idee, dass da plötzlich 60 Schafe im Tunnel stehen, das ist unmöglich." Das englische Königshaus sorgte 2008 immer wieder für Schlagzeilen. Paparazzi verfolgten vor allem die beiden Prinzen William und Harry (hier mit Freundin Chelsy) auf Schritt und Tritt. Harry musste nach Afghanistan, wurde aber aus Sicherheitsbedenken zurückbeordert. Zum Unmut Harrys: "Ich will nicht in Windsor rumsitzen. Ich mag England allgemein nicht so gerne. Und es ist schön, weit weg von all der Presse und den Zeitungen zu sein." Leider im Jahr 2008 immer wieder ein Thema: Kindstötungen, oft in ostdeutschen Bundesländern. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer provozierte dies zu einer umstrittenen Aussage: "Es kommt mir so vor, als ob Kindstötungen - die es allerdings immer schon gab - ein Mittel der Familienplanung seien. Ich erkläre mir das vor allem mit einer leichtfertigen Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern." Das Sportjahr 2008 wurde von zwei absoluten Highlights beherscht: Der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz und den Olympischen Spielen in Peking. Kraftausdrücke und andere verbale Gefühlsausbrüche gab es aber mehr. Mit dem Bild seiner verstorbenen Frau auf dem Podest sagte Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg: "Wahnsinn, Wahnsinn, ich kann das nicht erklären. Dieses Gold widme ich Susann." "Noch eine Woche warmer Reis und mir wachsen Blätter." (Degenfechterin Imke Duplitzer über das Essen im olympischen Dorf) "Man muss ehrgeizig sein wie ein Terrier, ... ... aber nicht so verbissen wie eine Bulldogge", sagte ... ... Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz über ihr Erfolgsrezept. "Das war das i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen auf dem i- Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen." (Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike zu seinem Olympia-Doppelsieg) "Essen, schlafen und schwimmen, das ist alles, was ich kann." (Der achtmalige Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps über sich) "Mit einem vierten Platz kann man nur wenige Rechnungen bezahlen." (Diskuswerfer Robert Harting nach der knapp verpassten Medaille) "Man fühlt sein Magengeschwür wachsen." (Hockey-Bundestrainer Markus Weise nach dem Siebenmeter-Krimi im olympischen Halbfinale gegen die Niederlande) "Peking war toll - wenn nur die Radrennen nicht gewesen wären." (Die Olympia-Bilanz von Radprofi Stefan Schumacher) Slaven Bilic, Fußball-Nationaltrainer Kroatiens sagte zum Europameisterschaftsspiel seiner Elf gegen Deutschland: "Robert Kovac weiß alles über Miroslav Klose, aber Klose weiß auch alles über Kovac. Es ist also ein Vorteil und ein Nachteil gleichermaßen." "Hoffentlich hat die Frau Merkel demnächst nicht so viel Arbeit, die diplomatischen Beziehungen wieder zu verbessern." (Bayern-Manager Uli Hoeneß im April zum Engagement von Lothar Matthäus als Coach des israelischen Clubs Maccabi Netanya) "Kokosnüsse." (Fußball-Bundestrainer "Jogi" Löw sagt, was ihn auf die Palme bringt) "Ich stelle immer fest, dass die Spieler früher im Bett sind, wenn die Frauen im Hotel sind." (DFB-Teammanager Oliver Bierhoff während der Fußball-EM zum Familien-Besuch im Mannschaftshotel) (Im Bild: Bastian Schweinsteiger und Freundin Sarah Brandner) "Es ist schön, wenn die Freundinnen mal ins Hotel kommen können und man früher ins Bett gehen kann." (Nationalspieler Philipp Lahm zum selben Thema) "Immerhin bleibt die Schneefallgrenze so hoch, dass davon der EM- Spielbetrieb nicht negativ beeinflusst werden sollte. Selbst hoch geschlagene Flanken sollten ohne Vereisung des Balles im Strafraum ankommen." (Deutscher Wetterdienst vor der EM) "Nee, allein der Gedanke schreckt mich schon. In kurzen Hosen da rumzulaufen, dass kann ich keinem mehr zumuten." (Franz Beckenbauer, warum er keine Lust hat, bei der EM zu spielen) "Ein Trainer-Angebot aus Katar hatte ich schon. Aber da fehlen mir die Blumen rundherum." (Der zurückgetretene ehemalige Diskuswurf-Olympiasieger Lars Riedel im Juni zu seinen künftigen beruflichen Perspektiven) "Der Frosch ist ins Milchglas gefallen. Jetzt kann er entscheiden, ob er ertrinken will oder so lange strampelt, bis aus der Milch Butter geworden ist und er raussteigen kann. Wir werden strampeln." (Frauen-Handball-Bundestrainer Armin Emrich) "Willi hat mit Watte geworfen." (Box-Bundestrainer Adolf Angrick zum olympischen Erstrunden-Aus von Federgewichtler Wilhelm Gratschow) Man kann Watte aber auch essen! "Wenn der Ball so aufgesprungen wäre, wie ich gedacht habe, hätte ich ihn gehalten, glaube ich." (Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann im August über den ersten Gegentreffer beim 0:2 gegen Leverkusen am 2. Bundesliga-Spieltag) "Wenn es hier nach Schweiß stinkt, bin ich das. Das Spiel war so aufregend." (BVB-Trainer Jürgen Klopp im September zu seinem Schalker Kollegen Fred Rutten auf dem Weg zur Pressekonferenz nach dem 3:3 im Derby) "Ich beneide dich nicht, trink ein paar Wiesn-Maß heute Abend." (Rat von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an Trainer Jürgen Klinsmann im September nach dem 2:5-Heimdebakel gegen Bremen) ... ... "Ich nehme immer jeden Ratschlag von Franz gerne an, aber diesem werde ich nicht nachkommen." (Klinsmanns Antwort auf die Idee des Vereins-Präsidenten) "Bitte nicht so schnell sprechen wie Hoffenheim gespielt hat." (Medienchef Andreas Kuhnt von Hannover 96 zu den Fragestellern in der Pressekonferenz nach dem 2:5 im Oktober gegen Hoffenheim) "Wenn wir am Ende vor den Bayern stehen, steigen wir zu 100 Prozent nicht ab." (Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nach dem 5:2 in Hannover) "Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken." (Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimovic vom 1. FC Nürnberg im Februar nach dem mageren 1:1 gegen Hansa Rostock) "Bis zum 1:0 haben wir gut gespielt. Leider fiel das Tor schon in der 6. Minute." (Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zum 2:0-Sieg in Frankfurt) "Ich war sehr aufgeregt und musste vorher zweimal mehr pinkeln als sonst." (Trainer Hans Meyer zu seinem Comeback bei Borussia Mönchengladbach) "Stell Dir vor, der zieht wirklich mal richtige Fußball-Schuhe an." (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer über das rosafarbene Schuhwerk von Franck Ribéry und mögliche Leistungssteigerungen) Österreichs Ski-Star Hermann Maier sagte über das bald vielleicht auf der Dopingliste stehende ... ... Potenzmittel Viagra: "Das betrifft unseren Sport nicht, weil bei uns nur keusch gelebt wird." "Wir sind momentan gefühlter 19." (Trainer Armin Veh vom VfB Stuttgart drei Tage vor seiner Entlassung im November) "Es ist eine Freude für mich, neben Uli (Hoeneß) auf der Bank zu sitzen - ... ... obwohl wir nicht immer einer Meinung sind." (Trainer Jürgen Klinsmann in einem dpa-Interview im Dezember über den Manager des FC Bayern München, der bei Spielen des deutschen Fußball- Meisters sein Bank-Nachbar ist) Es geht natürlich auch anders ...
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Ein politisches Jahr in Zitaten? Da fällt die Suche nach dem prägendsten Ausspruch nicht schwer: "Yes, we can." Einfach, aber eingänglich, der Wahlkampfslogan des Demokraten Barack Obama. Obama machte das Rennen und verkündete am Wahlabend: "Es hat lange gedauert, aber heute Nacht, durch das, was wir heute bei dieser Wahl getan haben, in diesem entscheidenden Moment, ist der Wandel nach Amerika gekommen." Zuvor hatte Obama bereits Unterstützung vom politischen Gegner erhalten. Ex-Außenminister unter Bush, Colin Powell, sagte im Oktober: "Der neue Präsident muss das Ansehen wiederherstellen, das wir in der Welt hatten" - und meinte damit Obama. Nach erfolgreicher Wahl gratulierte die Welt dem frisch gebackenen Präsidenten. Silvio Berlusconi tat das in gewohnter Manier: "Obama ist jung, schön und auch braun gebrannt." Ein anderer Staatsmann räumte schon zu Beginn des Jahres das Feld, mancher munkelt, nur vorrübergehend. Wladimir Putin ganz unkritisch zu seiner Amtszeit: "Die ganzen acht Jahre habe ich wie ein Sklave von morgens bis abends geschuftet." Schon etwas länger an der Macht, aber dennoch ein Frischling: Nicolas Sarkozy. Er zeigte sich erstaunt über seinen Job: "Regieren ist einfacher als ich dachte." Und mit seiner Kollegin aus Deutschland versteht er sich ohnehin prächtig: "Ich liebe Angela Merkel." "Wir sind ein harmonisches Paar." Doch nicht alle sind der Kanzlerin so wohlgesonnen. Venezuelas Präsident Hugo Chavez, bekannt für markige Worte, sagte: "Sie gehört der deutschen Rechten an, derselben, die Hitler unterstützt hat, die den Faschismus unterstützt hat. Das ist die Kanzlerin des heutigen Deutschlands." Der Spruch löste eine ernste diplomatische Krise aus. Als sich die beiden dann wenige Tage bei einem Gipfel trafen, war aber alles wieder in Butter. Jubel dagegen im Kosovo. Am 17. Januar erklärte sich die Region von Serbien unabhängig und Ministerpräsident Hashim Thaci sagte: "Von heute an ist das Kosovo stolz, unabhängig und frei." Robert Mugabe, hartnäckiger Diktator Simbabwes, sah seine Macht im Juni nicht gefährdet: "Nur Gott, der mich ernannt hat, wird mich abwählen." Royales Geburtstagskind des Jahres war Prinz Charles, er wurde im November 60 Jahre alt. Mama Elizabeth leitete das Fest etwas reserviert ein: "Während der 60. Geburtstag des Prinzen von Wales, unserem Sohn, näher rückt, möchte ich sagen, dass wir beide ungeheuer stolz auf seinen persönlichen Beitrag sind." Was sie meinte, weiß kein Mensch. Auch in Deutschland sagten die Politiker so manches, von dem sie mitunter später nichts mehr wissen wollten. Andrea Ypsilanti zum Beispiel: "Bei meinem Nein zu Rot-Rot bleibt es auch nach dem Wahlabend. Garantiert." (2. Januar 2008) Auch kurz nach der Wahl, am 3. Februar, war Ypsilanti sicher: "Ich bleibe dabei, dass es kein Bündnis mit den Linken geben wird." Der damalige SPD-Chef Kurt Beck sprang ihr wenige Tage später zur Seite: "Es wird keinerlei Absprachen oder sonstige Vereinbarungen irgendwelcher Art, auch nicht über Tolerierung, mit der Linken geben." Anfang März gab Ypsilanti kleinlaut zu: "Und es wird vielleicht so ausgehen, dass ich ein Versprechen nicht halten kann, nämlich nicht mit den Linken zu sprechen und mich nicht von den Linken wählen zu lassen." Die Union stürzte sich genüsslich auf die Hessin. Ronald Pofalla kommentierte: "Der Wortbruch hat jetzt einen Namen, und der heißt Ypsilanti." Der erste Anlauf einer Tolerierung durch die Linke in Hessen scheiterte und Kurt Beck schlussfolgerte: "Es ist klar, dass die hessische SPD nicht zwei Mal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen wird." Wie Unrecht er hatte. Denn Ypsilanti nahm erneut Anlauf in Richtung Wand. Doch vier Parteigenossen spielten nicht mehr mit. Unter ihnen Jürgen Walter: "Ich kann diesen Weg meiner Partei in Hessen nicht mitgehen." Ypsilanti war am Ende, ihr Vertrauter ... ... Thorsten Schäfer-Gümbel übernahm. Der versucht sich nun, von seiner Vorgängerin abzusetzen: "Der Fehler war, nach der Wahl etwas anderes zu machen, als wir vorher gesagt haben." Mal sehen, ob er es besser macht. Das Hessen-Debakel der SPD lässt Roland Koch schmunzeln - und macht seine Wahlkampf-Fauxpas vergessen. Zum Vorwurf, er betreibe ausländerfeindlichen Wahlkampf sagte er: "Ich lasse mir von Türkenvertretern nicht den Mund verbieten." Für einen anderen hatte der Hessen-Wahlkampf Folgen. Wolfgang Clement war mit Ypsilantis Energiepolitik nicht einverstanden und sagte: "Deshalb wäge und wähle genau, wer Verantwortung für das Land zu vergeben hat, wem er sie anvertraut - und wem nicht." Nach langem Hin und Her kostete Clement dieser Satz die Parteimitgliedschaft. Man warf ihn zwar nicht heraus, doch am Ende zog er sich freiwillig zurück. Erwin Huber, Anfang 2008 noch CSU-Vorsitzender hat eine dezidierte Meinung zu türkischen Schulen in Deutschland: "Das ist Gift für die Integration, führt zu Ghettos und zu einer Kleintürkei in Deutschland." Bei der Landtagswahl musste Hubers Partei dann herbe Verluste hinnehmen. Ein Zitat des Grünen-Landesvorsitzenden Sepp Daxenberger ordnet die Dimension ein: "46 Jahre eine Partei, die regiert, das gibt es außer in Bayern nur noch in Kuba und China." Sieger im bayerischen Nach-Wahl-Hick-Hack war Horst Seehofer. Der frisch gebackene Ministerpräsident: "Das ist der größte Moment in meinem politischen Leben." Eine persönliche Tragödie erlebte Franz Müntefering, zog sich am 1. August aus der Politik zurück: "Man kann diese beiden Aufgaben - für seine Frau wirklich da sein und ein Ministerium führen - nicht vereinbaren. Da muss man sich entscheiden." Doch der Abschied war nur auf Zeit. Franz Müntefering ist heute wieder Chef der SPD. Sein Vorgänger Kurt Beck musste weichen und kommentierte: "Aufgrund gezielter Falschinformationen haben die Medien einen völlig anderen Ablauf meiner Entscheidung dargestellt. Vor diesem Hintergrund sehe ich keine Möglichkeit mehr, das Amt des Parteivorsitzenden mit der notwendigen Autorität auszuüben." Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird. "Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige. Auch Brad Pitt und … … Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt. Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: … "Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit." Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008) … Matt Damon, … … Sarah Jessica Parker bis … … Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte. Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der … … von einem "historischen Wahlsieg" sprach. Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008) Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, … … mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden." Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein. Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und … … Sacha Baron Cohen ("Borat"). In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und … … Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten. "Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein. Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat." Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie … Mary J. Blige, … … Bruce Springsteen, … … Spike Lee, … … Susan Sarandon, … … Tim Robbins und … … Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times". Wenn Dieter Bohlen mal wieder den Mund zu voll nimmt und einen seiner fiesen Sprüche raus lässt, ist man das schon gewohnt und erwartet auch nichts anderes. Oder Kabarettistin Desiree Nick, die von einer Zuschauerin verlangt haben soll, nackt ein Rad zu schlagen. Wenn sich aber Politiker um Kopf und Kragen reden, wird es schon doppelt kritisch beäugt. Aber auch hier gibt’s mittlerweile die "üblichen Verdächtigen", wie Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der jüngste Ausrutscher passierte ihm, als er dem künftigen US-Präsidenten zu überschwänglich gratulierte. Er beschrieb ihn als "jung, gut aussehend und sogar gebräunt" und löste damit einen Sturm der Entrüstung vor allem in Italien selbst aus. Da war die CSU-Welt für Günther Beckstein noch in Ordnung: Auf dem Münchner Oktoberfest äußerte sich der damalige bayrische Ministerpräsident zum Trinkverhalten von Autofahrern. Nach zwei Litern Bier sei es vertretbar, wenn man sich ans Steuer setzt. "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich", sagte der CSU-Politiker. Mit scharfen Worten, aber einem unpassenden Vergleich griff SPD-Urgestein Helmut Schmidt Oskar Lafontaine an. In einem Zeitungsinterview verglich Schmidt die rhetorischen Fähigkeiten des früheren SPD-Chefs in einem Atemzug mit denen Adolf Hitlers. "Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch." Nachklatsch gab es prompt von Lafontaine: "Seine Worte sind ungeheuerlich. Da kann ich nur sagen: alterssenil." "Wir brauchen einen Neger, der den Rollstuhl schiebt." Das soll der Potsdamer SPD-Politiker Randolph Krüger gegenüber dem deutschen Generalkonsul in San Francisco gefordert haben. Grund war die Fußverletzung der Tübinger Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz (CDU), die während der gemeinsamen Dienstreise durch die USA im Rollstuhl saß. Auch der diesjährige US-Wahlkampf war gespickt von den einen oder anderen verbalen Entgleisungen: Im zweiten TV-Duell zwischen John McCain und Barack Obama äußerte McCain zwei Worte, die ihn ziemlich schlecht aussehen ließen. Er nannte seinen Gegner nicht beim Namen, sondern bezeichnete ihn als "that one", übersetzt "der da", und zeigte dabei mit dem Zeigefinger auf Obama, ohne ihn anzuschauen. Für verbale Pannen sorgte auch Sarah Palin im TV-Duell mit Joseph Biden: Beim Betreten der Bühne hauchte Palin Küsschen ins Publikum, ihren Gegner begrüßte sie salopp: "Hey, kann ich Sie einfach Joe nennen?" Und noch ein Pannen-Palin: Die strenggläubige Palin hielt im Juni in der Wassila Assembly Church eine Rede, in der sie sagte, dass der Irakkrieg und der Bau einer Gaspipeline - ein Milliardenprojekt der Gouverneurin - Gottes Wille seien. Vom Action-Held zum Gouverneur: Wir alle kennen Arnold Schwarzenegger in seinen großen Paraderollen. Als "Terminator" bezwang er seine Gegner mit der Panzerfaust… … in "Conan, der Barbar“ löste er die Probleme mit dem Schwert. Doch seit dem 17. November 2003 hat es der ehemalige "Mister Universum" als Gouverneur von Kalifornien mit politischen Gegnern zu tun und muss seinen Haushalt verteidigen. Ansonsten schlägt sein politisches Herz vor allem für die Umweltpolitik. "Arnie for President"? Daraus wird wohl leider nichts, denn als eingebürgerter Ausländer darf der gebürtige Österreicher nicht für das US-Präsidentenamt kandidieren. Vom Tatort ins Schloss Bellevue? Der Ex-Film-Kommissar Peter Sodann steigt jetzt für die Linkspartei in das Rennen um das Bundespräsidentenamt ein. So ganz kann er seine alte Rolle als Hauptkommissar Ehrlicher aber nicht ablegen. Als erste Amtshandlung würde er Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaften lassen. Von der Turnhalle in den Bundestag: Eberhard Gienger hat viele sportliche Erfolge vorzuweisen: Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, 1974 Weltmeister am Reck, 36-facher Deutscher Meister im Turnen und und und. 2001 trat Gienger in die CDU ein und gehört seitdem dem Vorstand des CDU-Kreisverbandes Ludwigsburg an. Seit 2002 ist Gienger Mitglied des Deutschen Bundestages. Vom Boxring nach Kiew und wieder zurück: Wenn der neue alte Box-Weltmeister Vitali Klitschko nicht die Fäuste schwingt, engagiert er sich als Politiker in der Ukraine. Im politischen Ring fehlen aber noch die Erfolge. Am 26. März 2006 trat Klitschko erstmals bei der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Kiew an und verlor. Bei den vorgezogenen Neuwahlen zum Bürgermeisteramt im März 2008 musste er wieder eine Niederlage einstecken. Vom Fußball-Manager zum UN-Sonderberater: Von 1981 bis 1999 war Willi Lemke Manager bei Werder Bremen und prägte gemeinsam mit Otto Rehhagel die "Goldenen" 1980er und 1990er. 1999 wechselte Willi Lemke vom Weser-Stadion in den Bremer Senat und startete seine politische Karriere. Nach seinen Stationen als Bremer Bildungs- und Innensenator ist Willi Lemke 2008 zum UN-Sonderbeauftragten für Sport ernannt worden. Vom Fußball-Star zum Sportminister: Pele wurde dreimal Weltmeister mit der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft. In 93 Länderspielen schoss er 97 Tore. Da liegt es doch auch nahe, dass er von 1994 bis 1998 Sportminister in Brasilien war. Vom B-Movie-Schauspieler zum US-Präsidenten: Ronald Reagan spielte in Hollywood den Held vieler Kinofilme der B-Garnitur. 1966 kandidierte Reagan trotz geringer Chancen für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien - und gewann. 1980 verdrängte Ronald Reagan Jimmy Carter aus dem Weißen Haus und blieb bis 1988 US-Präsident. Von "Dirty Harry" zum Bürgermeister: Der Westernheld Clint Eastwood brachte es 1996 zum Bürgermeister des kalifornischen Küstenstädtchens Carmel. Sein Wahlkampf lockte damals tausende Fans und Journalisten in den Ort. Trotz des großen Rummels wurde Clint Eastwood bescheinigt, dass er seinen Posten zwei Jahre lang gewissenhaft ausgefüllt habe. Vom Rock-Star zum Umweltminister: Nach einer erfolgreichen Karriere als Sänger der australischen Rockband "Midnight Oil" hing Peter Garret das Mikro an den Nagel. 2007 wechselte er in das Amt des australischen Ministers für Umwelt, Kulturerbe und Kunst. Vom Popsänger zum Bürgermeister: Nach der "Sonny & Cher"-Ära zog es Sonny Bono in die Politik. Erst war er Bürgermeister von Palm Springs, dann wechselte er 1998 ins US-Repräsentantenhaus. Mal schauen, welcher Promi diesen Beispielen noch so folgt. "Was auch immer geschieht, die Party ... ... ist vorbei." Der Chef des Münchener Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, ... ... Hans-Werner Sinn, sagte das in einem Bericht zur Wirtschaftslage am 18. März 2008. "Wir müssen damit rechnen, dass das kommende Jahr, zumindest in den ersten Monaten, ein Jahr schlechter Nachrichten wird." (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Interview der "Welt am Sonntag" vom 23. November.) "Wir nähern uns einem Abgrund, von dem wir nicht wissen, wie tief er ist." (Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am 26. November über die wirtschaftliche Entwicklung.) "Entweder wir schwimmen gemeinsam oder wir gehen gemeinsam unter." (EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns gegen die Finanzkrise am 29. Oktober.) "Wenn Sie alle Risiken vermeiden wollen, haben Sie bald keine Risiken mehr zu vermeiden, weil Sie nicht mehr im Geschäft sind." (Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann) "Ich glaube, keine andere Phase der Weltwirtschaft war ähnlich gefährlich wie das, was wir hier erleben." (ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über die internationale Finanzkrise am 9. September.) (Archivbild aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929) "Die Welt wird nicht mehr so sein wie vor der Krise." (Finanzminister Peer Steinbrück am 25. September.) "Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss." (Bundespräsident Horst Köhler am 14. Mai) "An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins - und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten." (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am 28. Januar zu den Turbulenzen an den Aktienmärkten.) "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind." (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Oktober.) "Ja, die Bundesrepublik Deutschland ist in einer Rezession." (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) im Bundestag am 25. November.) "Einen deutschen Fall Lehman darf und wird es nicht geben." (Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, am 17. November.) "Wenn einer am Ertrinken ist, können Sie auch nicht lange diskutieren, ob sie ihn mit dem Schlauch- oder dem Motorboot retten." (Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm im Rundfunksender hr- iNFO über staatliche Hilfe für den Autobauer Opel am 17. "Der Kurs ist klar, Daimler gibt Gas." (Daimler-Chef Dieter Zetsche am 14. Februar zur Entwicklung des Autobauers.) ... ... "Es fällt derzeit schwer, Prognosen für den Rest der Woche, des Monats oder des Jahres abzugeben. Unsere Branche steht am Scheideweg." (Daimler-Chef Dieter Zetsche am 20. November zur Entwicklung des Autobauers.) "Wir fahren klar auf Sicht." (Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf dem Autosalon in Paris am 2. Oktober.) "In meinen 27 Jahren im Geschäft habe ich so etwas noch nie erlebt. Es war, als hätte jemand das Licht ausgeknipst." (Der US-Vertriebschef von General Motors, Mark LaNeve, zum Autoabsatz in Amerika im Oktober am 3. November.) "Bereinigt um den Anstieg der Einwohnerzahl war es der schlimmste Monat seit dem Zweiten Weltkrieg." (Der Absatz-Analyst von General Motors, Michael DiGiovanni, zur Entwicklung des US-Automarktes im Oktober am 3. November.) "Ich bin hier vom Saulus zum Paulus geworden", sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Mitte November angesichte der Übertreibungen an den Börsen über das Eingreifen von Aufsichtsbehörden in die Märkte. "Schwarze Montage waren einmal ein Jahrzehnt-Ereignis - jetzt kommen sie regelmäßiger als die Busse in London." (Ein Londoner Börsenhändler zum Kurseinbruch am Aktienmarkt am 6. Oktober, einem Montag.) "Aber bis heute von einer Kreditklemme in Deutschland zu sprechen, ist absolut falsch und führt auch zu einer ganz gefährlichen Diskussion." (Josef Ackermann, Deutsche-Bank-Chef, im Dezember) Was waren die Nation, Boris "Bobbele" Becker und Sandy Meyer-Wölden glücklich. Ein Traumpaar! Und verlobt hatten sie sich auch schon. Doch aus der Hochzeit wurde nichts. Nur wenige Wochen nach der Verlobung trennten sich die beiden wieder. Seither herrscht Rosenkrieg. Wer hat Schuld an dem Drama? Für Boris steht fest: "Auf meiner Seele ist herumgetrampelt worden." Bei einem anderen Überraschungs-Promi-Pärchen läuft alles glatt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy angelte sich Model und Sängerin Carla Bruni, am 2. Februar heirateten die beiden. Er hat die Macht, sie die Schönheit. Der Bürgermeister des 8. Pariser Arrondissements, Francois Lebel, urteilte folgerichtig: "Die Braut war in Weiß, sie war wunderschön, wie immer. Der Gatte war auch nicht schlecht." Weniger glanzvoll war der Auftritt des Herrn rechts im Bild. Moderator Thomas Gottschalk schaute ganz schön belämmert drein, als der designierte Träger des Deutschen Fernsehpreises, Marcel Reich-Ranicki, verkündete: "Ganz offen gesagt, ich nehme den Preis nicht an. Es ist schlimm, dass ich das erleben musste." Sein Auftritt löste ein weitreichende Debatte über die Qualität des deutschen Fernsehens aus. Mal sehen, ob sich 2009 etwas ändert. Er hier trägt wahrscheinlich nicht dazu bei. Zur Reich-Ranicki-Posse sagte Pop-Titan Dieter Bohlen: "Wenn Reich-Ranicki alle als Dreck bezeichnet, dann ist das OK, weil er ja Euer Kulturpapst ist." Er selbst ist nämlich ähnlich schonungslos, wenn er ... ... in Casting-Shows die Kandidaten rund macht. Für sein Dafürhalten kann er sich das auch leisten: "Ich würde sogar ... ... ein Kilo Hackfleisch in die Charts kriegen." Traurig, aber wahr: Der Mann hat Recht. Zu ernsthafteren Themen: Harald zur Hausen erfuhr im Oktober, dass er den Medizin-Nobelpreis erhalten würde. Vor Glückwünschen konnte sich der Forscher kaum retten. Zur Hausen freute sich sicherlich drüber. Schwer aber, ... ... da nicht die Bodenhaftung zu verlieren: "Mir wächst langsam ein Heiligenschein am Kopf." Glückwunsch nochmal, Herr zur Hausen! Vorsicht, Hochkultur! Einmal im Jahr Jahr schaut die Welt auf Bayreuth, wenn dort die Wagner-Festspiele stattfinden. Bei solch einer Medienpräsenz ist es kein Wunder, dass sich dort auch allerlei Prominenz tummelt. Auch die Kanzlerin und ihr Gatte gaben sich die Ehre. Doch manch einem geht das gegen den Strich. Der Berliner Theaterintendant Claus Peymann sagte: "Bayreuth, das ist ein Tummelplatz für Deppen." Er meinte aber die Nachfolgeregelung bei den Festspielen. Dieser Mann schockte die Welt: Inzest-Vater Josef Fritzl hat unter seinem Haus ein weitreichendes Tunnelsystem errichtet, in dem ... ... er seine Familie jahrelang eingesperrt hatte. Als der Fall bekannt wurde, drängelten sich die Medien im österreichischen Amstetten. Die Politik bemühte sich, ... ... den Imageschaden für Österreich zu minimieren. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer: "Das können wir nicht akzeptieren. Es gibt keinen Fall Amstetten, es gibt keinen Fall Österreich, es gibt nur einen Einzelfall." Erst Knut, dann Flocke: Das Nürnberger Eisbärenbaby entzückte kurz nach seiner Geburt die Menschen. Sein Gehege ... ... belagerten bei seinem ersten öffentlichen Freigang unzählige Fotografen. Nicht jedem passte die Aufmerksamkeit für den kleinen Knuddel. Der Vorsitzende des Wal- und Delfinschutz-Forums, Jürgen Ortmüller, urteilte: "Flocke wird zum Affen gemacht." Wie das geht, fragt man sich da? Fell braun spritzen und das Klettern beibringen? Neben dem Börsengang musste sich auch die Bahn mit Tierischem auseinandersetzen. Ende April verunglückte ein ICE, als er in der Nähe von Fulda in einem Tunnel in eine Schafherde raste. Der sonst so abgebrühte Bahn-Manager Hartmut Mehdorn rang um Fassung: "So eine verrückte Idee, dass da plötzlich 60 Schafe im Tunnel stehen, das ist unmöglich." Das englische Königshaus sorgte 2008 immer wieder für Schlagzeilen. Paparazzi verfolgten vor allem die beiden Prinzen William und Harry (hier mit Freundin Chelsy) auf Schritt und Tritt. Harry musste nach Afghanistan, wurde aber aus Sicherheitsbedenken zurückbeordert. Zum Unmut Harrys: "Ich will nicht in Windsor rumsitzen. Ich mag England allgemein nicht so gerne. Und es ist schön, weit weg von all der Presse und den Zeitungen zu sein." Leider im Jahr 2008 immer wieder ein Thema: Kindstötungen, oft in ostdeutschen Bundesländern. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer provozierte dies zu einer umstrittenen Aussage: "Es kommt mir so vor, als ob Kindstötungen - die es allerdings immer schon gab - ein Mittel der Familienplanung seien. Ich erkläre mir das vor allem mit einer leichtfertigen Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern." Das Sportjahr 2008 wurde von zwei absoluten Highlights beherscht: Der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz und den Olympischen Spielen in Peking. Kraftausdrücke und andere verbale Gefühlsausbrüche gab es aber mehr. Mit dem Bild seiner verstorbenen Frau auf dem Podest sagte Gewichtheber Matthias Steiner nach seinem Olympiasieg: "Wahnsinn, Wahnsinn, ich kann das nicht erklären. Dieses Gold widme ich Susann." "Noch eine Woche warmer Reis und mir wachsen Blätter." (Degenfechterin Imke Duplitzer über das Essen im olympischen Dorf) "Man muss ehrgeizig sein wie ein Terrier, ... ... aber nicht so verbissen wie eine Bulldogge", sagte ... ... Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz über ihr Erfolgsrezept. "Das war das i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen auf dem i- Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen." (Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike zu seinem Olympia-Doppelsieg) "Essen, schlafen und schwimmen, das ist alles, was ich kann." (Der achtmalige Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps über sich) "Mit einem vierten Platz kann man nur wenige Rechnungen bezahlen." (Diskuswerfer Robert Harting nach der knapp verpassten Medaille) "Man fühlt sein Magengeschwür wachsen." (Hockey-Bundestrainer Markus Weise nach dem Siebenmeter-Krimi im olympischen Halbfinale gegen die Niederlande) "Peking war toll - wenn nur die Radrennen nicht gewesen wären." (Die Olympia-Bilanz von Radprofi Stefan Schumacher) Slaven Bilic, Fußball-Nationaltrainer Kroatiens sagte zum Europameisterschaftsspiel seiner Elf gegen Deutschland: "Robert Kovac weiß alles über Miroslav Klose, aber Klose weiß auch alles über Kovac. Es ist also ein Vorteil und ein Nachteil gleichermaßen." "Hoffentlich hat die Frau Merkel demnächst nicht so viel Arbeit, die diplomatischen Beziehungen wieder zu verbessern." (Bayern-Manager Uli Hoeneß im April zum Engagement von Lothar Matthäus als Coach des israelischen Clubs Maccabi Netanya) "Kokosnüsse." (Fußball-Bundestrainer "Jogi" Löw sagt, was ihn auf die Palme bringt) "Ich stelle immer fest, dass die Spieler früher im Bett sind, wenn die Frauen im Hotel sind." (DFB-Teammanager Oliver Bierhoff während der Fußball-EM zum Familien-Besuch im Mannschaftshotel) (Im Bild: Bastian Schweinsteiger und Freundin Sarah Brandner) "Es ist schön, wenn die Freundinnen mal ins Hotel kommen können und man früher ins Bett gehen kann." (Nationalspieler Philipp Lahm zum selben Thema) "Immerhin bleibt die Schneefallgrenze so hoch, dass davon der EM- Spielbetrieb nicht negativ beeinflusst werden sollte. Selbst hoch geschlagene Flanken sollten ohne Vereisung des Balles im Strafraum ankommen." (Deutscher Wetterdienst vor der EM) "Nee, allein der Gedanke schreckt mich schon. In kurzen Hosen da rumzulaufen, dass kann ich keinem mehr zumuten." (Franz Beckenbauer, warum er keine Lust hat, bei der EM zu spielen) "Ein Trainer-Angebot aus Katar hatte ich schon. Aber da fehlen mir die Blumen rundherum." (Der zurückgetretene ehemalige Diskuswurf-Olympiasieger Lars Riedel im Juni zu seinen künftigen beruflichen Perspektiven) "Der Frosch ist ins Milchglas gefallen. Jetzt kann er entscheiden, ob er ertrinken will oder so lange strampelt, bis aus der Milch Butter geworden ist und er raussteigen kann. Wir werden strampeln." (Frauen-Handball-Bundestrainer Armin Emrich) "Willi hat mit Watte geworfen." (Box-Bundestrainer Adolf Angrick zum olympischen Erstrunden-Aus von Federgewichtler Wilhelm Gratschow) Man kann Watte aber auch essen! "Wenn der Ball so aufgesprungen wäre, wie ich gedacht habe, hätte ich ihn gehalten, glaube ich." (Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann im August über den ersten Gegentreffer beim 0:2 gegen Leverkusen am 2. Bundesliga-Spieltag) "Wenn es hier nach Schweiß stinkt, bin ich das. Das Spiel war so aufregend." (BVB-Trainer Jürgen Klopp im September zu seinem Schalker Kollegen Fred Rutten auf dem Weg zur Pressekonferenz nach dem 3:3 im Derby) "Ich beneide dich nicht, trink ein paar Wiesn-Maß heute Abend." (Rat von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an Trainer Jürgen Klinsmann im September nach dem 2:5-Heimdebakel gegen Bremen) ... ... "Ich nehme immer jeden Ratschlag von Franz gerne an, aber diesem werde ich nicht nachkommen." (Klinsmanns Antwort auf die Idee des Vereins-Präsidenten) "Bitte nicht so schnell sprechen wie Hoffenheim gespielt hat." (Medienchef Andreas Kuhnt von Hannover 96 zu den Fragestellern in der Pressekonferenz nach dem 2:5 im Oktober gegen Hoffenheim) "Wenn wir am Ende vor den Bayern stehen, steigen wir zu 100 Prozent nicht ab." (Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nach dem 5:2 in Hannover) "Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken." (Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimovic vom 1. FC Nürnberg im Februar nach dem mageren 1:1 gegen Hansa Rostock) "Bis zum 1:0 haben wir gut gespielt. Leider fiel das Tor schon in der 6. Minute." (Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zum 2:0-Sieg in Frankfurt) "Ich war sehr aufgeregt und musste vorher zweimal mehr pinkeln als sonst." (Trainer Hans Meyer zu seinem Comeback bei Borussia Mönchengladbach) "Stell Dir vor, der zieht wirklich mal richtige Fußball-Schuhe an." (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer über das rosafarbene Schuhwerk von Franck Ribéry und mögliche Leistungssteigerungen) Österreichs Ski-Star Hermann Maier sagte über das bald vielleicht auf der Dopingliste stehende ... ... Potenzmittel Viagra: "Das betrifft unseren Sport nicht, weil bei uns nur keusch gelebt wird." "Wir sind momentan gefühlter 19." (Trainer Armin Veh vom VfB Stuttgart drei Tage vor seiner Entlassung im November) "Es ist eine Freude für mich, neben Uli (Hoeneß) auf der Bank zu sitzen - ... ... obwohl wir nicht immer einer Meinung sind." (Trainer Jürgen Klinsmann in einem dpa-Interview im Dezember über den Manager des FC Bayern München, der bei Spielen des deutschen Fußball- Meisters sein Bank-Nachbar ist) Es geht natürlich auch anders ...
(N24)
04.12.2008 17:08 Uhr
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