VW Financial Services und die VW Bank wollen staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Für beide VW-Töchter wurden entsprechende Anträge gestellt. Kundeneinlagen sind laut Experten nicht in Gefahr.
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Der VW-Konzern hat als erster deutscher Autobauer für seine hauseigene Bank staatliche Hilfen aus dem Rettungspaket der Bundesregierung beantragt. VW habe für die VW Bank und deren Muttergesellschaft VW Financial Services Garantien zur Finanzierung von Krediten beantragt, teilte der Autobauer am Dienstag mit. BMW prüft eigenen Angaben zufolge weiter staatliche Hilfen für seine Bank, Daimler sieht vorerst keinen Finanzbedarf.
VW habe "in den vergangen Tagen" jeweils einen Antrag für die VW Bank und VW Financial Services beim Rettungsfonds Soffin eingereicht, sagte ein Sprecher der VW-Bank. Eine konkrete Summe zum Finanzbedarf wollte er jedoch nicht nennen.
Darlehen von Banken zu teuer
In den vergangenen Wochen war vielfach spekuliert worden, ob auch die Autobanken möglicherweise den Rettungsschirm der Bundesregierung in Anspruch nehmen müssen. Durch staatliche Hilfen können sich die Konzerne günstiger mit Krediten versorgen. Wegen der ungewissen Zukunft der Autobranche sind Darlehen für die Autohersteller derzeit besonders teuer. Deswegen zahlen die Autobanken Anlegern derzeit besonders hohe Zinsen für Tages- und Festgeld. Dies kommt sie günstiger als teure Kredite aus der Bankenwirtschaft.
Der Bankenrettungsfonds bestätigte den Erhalt der beiden Anträge aus dem Hause Volkswagen. "Wir prüfen die Anträge, sobald alle erforderlichen Unterlagen bei uns eingegangen sind", sagte ein Soffin-Sprecherin. Bislang lägen beim Soffin 15 Anträge aus der Finanzwirtschaft vor, vier davon seien bereits bewilligt.
Auch BMW erwägt Inanspruchnahme
Auch der bayerische Autobauer BMW prüft die Inanspruchnahme des Rettungspakets der Bundesregierung für seine Finanztochter, sagte ein BMW-Sprecher. Die Prüfungen liefen schon seit mehreren Wochen. Ob noch vor Jahresende mit einer Entscheidung zu rechnen sei, können derzeit nicht gesagt werden.
Der BMW-Konkurrent Daimler beabsichtige für seine Bank-Tochter derzeit nicht, das 500 Milliarden Euro schwere Rettungspaket der Bundesregierung anzuzapfen, sagte ein Daimler-Sprecher. "Jedoch halten wir uns alle Optionen offen, um Nachteile gegenüber Wettbewerbern zu vermeiden." Entstünden etwa für VW große Vorteile, weil sich der Wolfsburger Konzern günstiger mit Kapital versorgen könne, müsse die Lage neu bewertet werden.
Kundeneinlagen sicher
Anleger müssen sich nach dem Antrag auf Hilfen für die VW Bank nach Angaben der Frankfurter Finanzberatung FMH keine Sorgen um ihr Geld machen. Die Einlagen seien bis zu einer Höhe von über 1,1 Milliarden Euro pro Kunde durch die Einlagensicherung des Bankenverbandes abgesichert, sagte FMH-Chef Max Herbst. Erhalte VW jetzt noch Garantien aus dem Bankenrettungsfonds, erhöhe dies die Sicherheit zusätzlich.
Allerdings müssten sich die VW-Bank-Kunden in den kommenden Monaten auf sinkende Zinsen für Tages- und Festgeld einstellen. Die Autobank werde die derzeit hohen Zinsen von fünf Prozent senken, weil sie durch staatliche Garantien künftig günstiger mit Geld versorgen könne.