Schweiz nun Schengenraum

Keine Pass- und Ausweiskontrollen mehr

Ab dem 12. Dezember ist die Schweiz Teil des Schengenraums. Damit fallen systematische Ausweiskontrollen weg. Was sich sonst noch ändert? N24.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Die Einreise in die Schweiz wird für Bundesbürger künftig einfacher.

Ab dem 12. Dezember wird die Einreise in die Schweiz einfacher. Dann fallen Pass- und Ausweiskontrollen weg. Denn die Schweiz ist am 27. November in die Schengenzone aufgenommen worden. Und damit werden die Ein- und Ausreisekontrollen an den Grenzen der Schweiz zu Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich eingestellt. Fragen und Antworten:

Was ändert sich konkret bei der Einreise von Deutschland in die Schweiz - fallen tatsächlich alle Kontrollen weg?

Nein, nur die systematischen Personenkontrollen wird es nicht mehr geben. Bei Verdachtsmomenten sind sie aber weiterhin möglich. Auch können bei Großereignissen - wie etwa bei einer Fußball- Europameisterschaft - befristet systematische Kontrollen wieder eingeführt werden. Was sich nicht ändert sind die Zollkontrollen. Die Frage "Haben Sie etwas anzumelden?" wird also weiter gestellt werden.

Ist die Schweiz jetzt EU-Mitglied - oder warum gibt es die neuen Erleichterungen an der Grenze?

Die Schweiz ist nicht der Europäischen Union (EU) beigetreten. Die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen haben die Bürger der Alpenrepublik 2001 in einer zuletzt Volksabstimmung abgelehnt. Allerdings bemühen sich die Schweiz und die EU dennoch um eine möglichst enge Zusammenarbeit, die ja auch wirtschaftlich sehr wichtig für die Schweiz ist. Dafür traten 2002 ("Bilaterale I") und 2004 ("Bilaterale II") Abkommen in Kraft; dort wird die inzwischen große Freizügigkeit beim Leben und Arbeiten in der Schweiz für EU- Bürger und umgekehrt für Schweizer in EU-Ländern geregelt.

Wird durch die Freizügigkeit unsere Sicherheit bedroht?

Nein, betonen die Schweizer und Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) unisono. Eher im Gegenteil. Die Grenzwächter freuen sich, dass sie nun Zugriff zu dem Schengener Informationssystem (SIS) Zugriff haben und die internationale Zusammenarbeit verstärkt wird. Die Schweiz kann eine Fahndung jetzt in kürzester Zeit in der ganzen EU abrufen. Rech sagt, dass die ohnehin sehr enge Zusammenarbeit an der deutsch-schweizerischen Grenze nochmals intensiviert wird.

Was wird für Flugreisende anders? Und ändern sich die Freimengen beispielsweise bei Mitbringseln aus der Schweiz?

Die vielleicht am deutlichsten spürbaren Veränderungen wird es an den Schweizer Flughäfen in Zürich, Basel und Genf geben - aber erst mit dem Flugplanwechsel am 29. März 2009. Dann werden Passagiere, die aus dem Schengenraum kommen, nicht mehr kontrolliert - bislang muss jeder seinen Ausweis zeigen. Die Flughäfen werden bis dahin mit Millionenaufwand umgebaut, um Schengen- und Nicht-Schengen-Fluggäste trennen zu können. Unverändert bleiben die Freimengen, denn die Schweiz ist ja weiter nicht Mitglied der EU. Wer mit dem Auto oder Zug von der Schweiz nach Deutschland reist, darf seit dem 1. Dezember Waren im Wert von 300 Euro mitbringen - früher waren es nur 175 Euro. Wer von Zürich etwa nach Stuttgart fliegt, darf sogar Mitbringsel für 430 Euro zollfrei einführen. Weiterhin muss Bargeld von mehr als 10.000 Euro unbedingt angegeben werden.

(dpa, N24)

12.12.2008 07:55 Uhr

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