Sturmflut in Hamburg
Mindestens vier Tote durch Orkan "Emma"
Während des Orkans sind am Samstag mindestens vier Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Überall waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz.
Wütende "Emma" über Deutschland: Während des Orkans sind am Samstag mindestens vier Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Überall waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz. Viele Gebäude und Autos wurden von umstürzenden Bäumen beschädigt, mehrere Bahnstrecken gesperrt. Auch Dutzende Flüge wurden abgesagt. In Hamburg gab es am Abend eine schwere Sturmflut, die aber zunächst wenig Schaden anrichtete. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor weiteren Stürmen.
Rollerfahrer im Gegenverkehr
In Bayern im Landkreis Starnberg starb ein Rollerfahrer als er von einer Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde. Mindestens sieben Menschen wurden nach einer vorläufigen Sturmbilanz der bayerischen Polizei verletzt. In den höheren Lagen verschärften starke Schneefälle die Lage. Der Bahnverkehr in Nordbayern und südlich von München kam fast vollständig zum Erliegen. Auch am Münchner Flughafen gab es wegen des Sturmtiefs Verspätungen. Einen weiteren Toten gab es bei Wissen im Westerwald: Ein 58-Jähriger wurde dort von einem umstürzenden Baum im Auto erschlagen. Der Mann saß auf der Rückbank, als die mehr als 30 Meter hohe Fichte auf das Auto krachte. Er starb noch an der Unfallstelle.
In Esslingen bei Stuttgart prallte beim Überholen auf eisglatter Fahrbahn ein 19-Jähriger auf einen entgegenkommenden Transporter. In Sachsen stießen zwei Autos bei Schneematsch zusammen, eine 68-jährige Frau starb, drei Menschen wurden schwer und ein weiterer leicht verletzt.
Stromleitungen tot
Am Samstagabend noch 1870 Haushalte in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt ohne Elektrizität. Grund für den Stromausfall seien auf Stromleitungen gestürzte Bäume und Äste, teilte die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) Chemnitz mit. In Brandenburg betreffe es 200 Kunden, in Sachsen 930 und in Sachsen-Anhalt 740. In Thüringen waren am Abend demnach alle Störungen behoben. An der Reparatur der noch beschädigten Anlagen und Leitungen werde weiter mit Hochdruck gearbeitet, hieß es.
Umgestürzte Bäume, beschädigte Fahrzeuge
Während von den Küsten zunächst keine Schäden gemeldet wurden, berichteten die Polizei in Bochum von einem Wohnwagen, einem Anhänger und zwei umgestürzten Bäumen, die im Stadtgebiet kurzzeitig Straßen blockierten. In Dorsten im Kreis Recklinghausen sowie im hessischen Idstein und bei Trier behinderten ebenfalls umgestürzte und umgeknickte Bäume den Verkehr.
Beeinträchtigungen im Bahnverkehr
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Das Orkantief hat in den frühen Morgenstunden desn Samstags Schäden am Gleisnetz der Deutschen Bahn verursacht. Nachdem es in der Nacht keine Störungen gegeben habe, sei es seit 5:20 Uhr durch den Sturm zu mehreren Streckensperrungen gekommen, sagte ein Bahnsprecher. In Brühl bei Bonn sind mehrere Menschen beim Aufprall eines ICE-Zuges auf einen umgestürzten Baum verletzt worden. Zu ihnen zählte nach Angaben eines Bahnsprechers auch der Lokführer. Es habe aber niemand schwere Verletzungen erlitten. Der Zug sei nicht entgleist.
Die Bahnstrecken zwischen Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh sowie zwischen Münster und Osnabrück mussten dauerhaft gesperrt werden. Entwurzelte Bäume hatten die Oberleitungen beschädigt. Dadurch werde es auch im Fernverkehr in den Norden und nach Berlin zu erheblichen Verspätungen kommen. Die Bahnstrecke Duisburg-Düsseldorf wurde ebenfalls zunächst gesperrt.
"Wetten, dass..?" vorsorglich umgezogen
Aus Sorge vor einem zweiten Orkan "Kyrill" waren bereits am Freitag zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Das für Samstag geplante Bundesligaspiel des FC Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart wurde nach einer Platzbesichtigung abgesagt, Thomas Gottschalks Samstagabendshow "Wetten, dass..?" in Halle an der Saale wurde wegen der Sturmwarnungen von der Innenstadt auf das Messegelände verlegt, die Bahn versetzte ihre Mitarbeiter in Alarmbereitschaft.
Der Orkan "Krill" hatte im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. Er erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 202 Kilometern pro Stunde. 47 Menschen starben, 11 davon in Deutschland. Versicherer schätzen die entstandenen Schäden auf 3,5 Milliarden Euro.
(dpa, N24, AP)
01.03.2008 07:24 Uhr







