Autobranche in der Krise
"Schwerstes Jahr seit Zweitem Weltkrieg"
Deutschlands Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer malt ein schwarzes Bild. Verschlafene Trends, die Finanzkrise und die Rezession werden die Autobranche brutal treffen.
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Autoverkäufe Fehlanzeige: Im kommenden Jahr wird sich dieser Trend wohl noch verstärken.
Subaru sagt dem Rallye-Sport "sayonara!". Der Autohersteller, bekannt für seine Allrad-Traditionen, zieht sein Werksteam aus der Rallye-WM zurück.
Subaru war seit 19 Jahren auf Straßen und Schotterpisten dabei.
In dieser Zeit holten die Autos mit den sechs Sternen im Logo drei Marken- und drei Fahrertitel. Zuletzt ...
... triumphierte der Norweger Petter Solberg 2003 mit einem Subaru.
Auch Suzuki hat seinen Ausstieg aus der Rennserie bekanntgegeben.
Suzuki war mit dem SX4 und dem Schweden Per-Gunnar Andersson unterwegs. Als Gründe für den Ausstieg nannten beide Autohersteller die "Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise".
Damit bestreiten im kommenden Jahr mit dem derzeitigen Titelträger Citroen und ...
... Ford nur noch zwei Werksteams die Rallye-WM. Die Saison, die im Feburar in Irland beginnt, steht deshalb auf der Kippe. Grund: Für ein WM-Prädikat setzt der Internationale Automobilverband (FIA) die Teilnahme von drei Herstellern voraus.
Subaru und Suzuki sind aber nicht die ersten Autohersteller, die ihr Sportengagement einschränken. Die VW-Tochter Audi beispielsweise ...
... gab jüngst ihren Rückzug aus der American LeMans-Serie (ALMS) bekannt. Die Sportwagen mit den vier markanten Ringen hatten der ...
... "stärksten Sportwagen-Serie der Welt" seit mehreren Jahren ihren Stempel aufgedrückt.
Audi wolle sich in "wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Schauplätze in Europa" konzentrieren, begründete Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich die Entscheidung.
Die Teilnahme beispielsweise am weltberühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans, bei der Audi zum Seriensieger avancierte, steht deshalb nicht zur Debatte. Auch das Engagement in der ...
... DTM, der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, ist weiter gesichert. In dieser Rennserie gewann 2008 der Audi-Pilot Timo Scheider den Titel.
Dagegen muss Segel-Olympiasieger Jochen Schümann seinen Traum von einem starken deutschen America's Cup-Team begraben. Audi zog sich aus dem Sponsoring des Teams zurück.
Auch Golf-Profi Tiger Woods bekommt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren.
General Motors wird den Sponsorenvertrag mit dem Golf-Superstar zum 31. Dezember kündigen. Allein für das Logo auf seiner Golftasche sowie Promotion für den Mutter-Konzern hat der Amerikaner rund sieben Millionen Dollar pro Jahr kassiert.
Auch in der "Königsklasse des Motorsports", der Formel 1, könnte sich einiges ändern. Die Einführung eines Einheitsmotors soll beispielsweise Geld sparen. Der japanische Autobauer Honda steigt dennoch aus.
Japans zweitgrößter Autobauer befürchtet Umsatz- und Gewinneinbrüche in Milliarden-Höhe. Die Formel 1 hat Honda jedes Jahr schätzungsweise 425 Millionen Euro gekostet.
Honda hatte zunächst von 1964 bis 1968 ein Formel-1-Team betrieben. Nach der Rückkehr in die Formel 1 1983 als Motorenzulieferer, formte der Konzern 2006 erneut ein eigenes Team, das aber nicht sonderlich glänzte. Nun ist wieder Schluss.
Sollte sich für das Honda Racing Team kein neuer Sponsor finden, wären der Brite Jenson Button (l.) und der Brasilianer Rubens Barrichello (r.) ohne Arbeitgeber.
Auch Ferrari hat bereits Einsparungen bei seinem Formel-1-Team angekündigt.
Einen Rückzug des amtierenden Markenweltmeisters, der zum italienischen Fiat-Konzern gehört, wird es aber vorerst nicht geben.
Vize-Weltmeister Felipe Massa und ...
... Ex-Champion Kimi Raikkönen können daher beruhigt in die Tests für die neue Saison gehen. Sie scheinen ...
... vorerst die Kurve gekriegt zu haben.
Die US-Autoindustrie befindet sich in einer gefährlichen Schieflage. Zwei der "Big Three", General Motors und Chrysler, haben nun Insolvenz angemeldet. Doch noch besteht Chance auf einen Fortbestand der Konzerne. Wenn ...
... da nicht die strukturelle Krise der gesamten US-Autobranche wäre.
In den vergangenen Jahrzehnten hieß es bei GM, Ford und Chrysler: Hauptsache groß. Dabei kamen Autos wie der F-450 von Ford ...
... oder der F-150 ebenfalls von Ford, ...
... der Hummer H2, ...
... der Chevrolet Colorado oder der ...
... Dodge Ram, hier als Megacab-Version, heraus. Und damit für jeden etwas dabei ist, setzten die US-Autoriesen zudem auf eine breitgefächerte Markenpalette.
Zu Ford beispielsweise zählen neben der Hauptmarke, ...
... die immerhin die Fließband-Produktion erfunden hat (Modell T), ...
... und mit dem F1 (1948) auch einen der ersten Pickups baute, ...
... die Luxusmarke Lincoln mit den Modellen Lincoln Mark LT, ...
... oder Lincoln MKX.
Darüberhinaus ist Ford auch an dem japanischen Autobauer Mazda beteiligt, will seinen Anteil aber abstoßen. (Im Bild: Mazda RX-8).
Zum Markenportfolio von Ford zählten auch Landrover (im Bild ein Defender Baujahr 1948) und ...
... Jaguar. Die zeitlos schönen Raubkatzen mit Modellen wie dem E-Type von 1961, dem ...
... F-Type oder dem ...
... XK gehören aber bald zum indischen ...
... Tata-Konzern. Auch ...
... die Marke Landrover wird sich Tata einverleiben. Zum Verkauf steht zudem ...
... die schwedische Traditionsmarke Volvo. (Im Bild: Volvo XC 90)
Ford will sich auf sein Hauptgeschäft und ... (Im Bild: Ford Explore)
... auf seine eigene Marke konzentrieren. (Im Bild: Ford Explorer)
Mit dem Ford Fusion Hybrid hat das Unternehmen auch bereits ein umweltfreundliches Modell am Start.
"Kleinwagen" wie den Ford Ka sucht man allerdings auf dem US-Markt vergeblich.
Für die US-Autokäufer putzte Ford jüngst den Sportwagen Mustang neu heraus.
Das Modell war bereits in den 60ern ein Verkaufsschlager. Angepriesen wurde es damals als "Niedrigpreisiger Sportwagen für vier Passagiere".
Der Ford Shelby GR1 ist da das genaue Gegenteil.
Auch Chrysler wollte mit großen Modellen, zum Teil im Retro-Look wie beim PT Cruiser, hoch hinaus. Geschafft hat es der Konzern aber nicht.
Modelle wie der Chrysler 300 oder der ...
... Chrysler Aspen stehen derzeit wie festgewachsen in den US-Autohäusern.
Auch beim Chrysler Voyager, einem früheren Verkaufsschlager, liefen die Geschäfte schlecht.
Neben der Hausmarke vereint die ehemalige Daimler-Tochter noch weitere Marken unter ihrem Dach. Dabei wird nicht nur die Tradition groß geschrieben. Kleine, umweltfreundliche Autos von Dodge? Fehlanzeige! Die Viper ist das Gegenteil dieser Attribute.
Auch der Dodge Nitro schlägt nicht in diese Kerbe.
Der Dodge Challenger aus dem Jahr 2006 spielt zwar mit den Wurzeln einer großen Vergangenheit wie ...
... beim gleichnamigen Modell aus dem Jahr 1959 zu sehen ist.
Sparsam beim Spritverbrauch waren die Dodge-Modelle aber noch nie. (Im Bild: Dodge Charger aus dem Jahr 1970)
Da machte auch ein 60er Dodge Dart keine Ausnahme.
Auch Jeep zählt zum Chrysler-Konzern. (Im Bild: Jeep Wrangler)
Einer der bekanntesten Vertreter dieser Chrysler-Marke dürfte der Jeep Grand Cherokee sein.
Aber auch diese Marke hat eine Vergangenheit. Mit Jeeps kämpfte die US-Armee schon im Zweiten Weltkrieg.
Einige Marken hat Chrysler bereits aus seinem Portfolio gestrichen. Einen Plymouth (Prowler) sucht man seit Anfang des Jahrtausends vergeblich.
Und auch die Marke DeSoto (im Bild) wurde eingestampft - allerdings bereits Anfang der 60er Jahre. Die Marke Eagle gab es bis 1998.
Auch der US-Branchenprimus General Motors hat bereits einige Marken eingestellt. Seit 1. Januar 2005 gibt es beispielsweise keine Oldsmobile-Modelle mehr. Der Alero (im Bild war das letzte Oldsmobile.
Oldsmobile war vor allem in den 40er bis 60er Jahren den Autofahrern in den USA ein Begriff wie die Modelle Sedan aus dem Jahr 1941und ...
... F88 aus dem Jahr 1956 zeigen.
In Deutschland ist General Motors (GM) vor allem dank seiner Tochter Opel ein Begriff. Der Insgnia ist noch neu auf dem Markt.
Unter dem Namen Vauxhall wird Opel unter anderem in England verkauft. Auch Vauxhall zählt zu den Traditions-Automarken. Der 14DX stammt aus dem Jahr 1937. In Australien heißen die Opel/Vauxhall-Modelle Holden.
Zu GM gehört auch die Marke Saturn. (Im Bild: Saturn Sky)
Wesentlich bekannter und von GM: Hummer. In der US-Armee nennt man die Modelle schlicht Humvees.
Der Hummer ist vor allem bei den Reichen und Schönen beliebt. Eine extralange Limo-Version ist da ein Muss. Gedanken über den Benzinverbrauch sind reine Nebensache.
Ebenfalls zu den "Großkopferten" ist der Chevrolet Silverado zu zählen. Auch Chevy ist eine GM-Marke.
Auch wenn Chevrolet draufsteht, könnte Daewoo noch drin stecken. GM kaufte den südkoreanischen Hersteller. Lediglich in Südkorea selbst ließ der Konzern die Marke Daewoo unangetastet. (Im Bild: GM-Daewoo Sedan)
Chevrolet selbst hat eine breitgefächerte Modellpalette. Diese reicht vom HHR ...
... über den Colorado ...
... bis zum Malibu.
Auch der Coballt und der ...
... Aveo sind Chevrolets. An die Klasse und Eleganz einstiger Chevy-Modelle wie ...
... der Impala von 1958 oder die ...
... Corvette aus dem Jahr 1953 kommen die heutigen Chevys aber bei weitem nicht heran.
Die Corvette selbst ist da die einzige Ausnahme. Die Beweise: Modell Baujahr 77 und das Modell ...
... ZR1.
Elegant trat einstmals auch die GM-Marke Buick auf, wie am Modell LeSabre von 1959 zu sehen ist.
Heute fahren dafür Buick-Autos mit Namen Lacrosse oder ...
... Enclave auf den US-Highways.
Bei der GM-Marke Pontiac erinnert nicht mehr allzuviel an die einstigen Sportwagen wie den legendären Firebird.
Pontiac baut heute beispielsweise den Vibe.
Eine der Hauptmarken des GM-Konzerns ist Cadillac. (Im Bild: Cadillac Escalade
Die Marke tritt für GM im Luxussegment an und soll der Ford-Marke Lincoln Konkurrenz machen. Der DTS mit seinem 4,6-Liter-V8-Motor kostet mehr als 100.000 Dollar.
Schon Al Capone fuhr einen Cadillac.
Der Cadillac Osceola stammt sogar aus dem Jahr 1905.
Einen Namen machte sich die Marke aber mit Modellen wie dem Eldorado (1958) oder ...
... dem Deville aus dem Jahr 1949.
Auch die schwedische Kultmarke Saab gehört zu GM.
Noch, denn Saab soll abgestoßen werden. (Im Bild: Saab Studie Salomon)
Ein Grund dafür vielleicht: Saab kann bisher nicht auf eventuelle Staatshilfen aus Schweden bauen. (Im Bild: Saab 9-3)
Die schwedische Regierung erteilte diesem Vorgehen eine Absage. (Im Bild: Saab 9-3X)
Bliebe bei GM noch GMC. Unter dieser Marke werden die richtig großen Modelle vertrieben.
Der GMC Denali auf der Denver Auto Show ist nur ein Beispiel der GMC-Familie.
Zu große Autos, zu viele Marken, zu lange auf das falsche Pferd gesetzt: Experten erwarten, dass mindestens einer der "Big Three" nicht überleben wird.
Video: "Es geht ums Überleben" - Ein GM-Händler über die US-Autokrise
Mehr Leistung, weniger Verbrauch: So geht Porsche bei der LA Auto Show an den Start. Verbrauchswerte unter neun Litern kündigt Porsche für...
... die auch im Design überarbeiteten Versionen des Cayman und ...
... des Boxster an.
Blick in die weitere Zukunft: Honda präsentiert seine Desginstudie ...
... für einen Brenstoffzellen-Sportwagen.
Platz im Auto gibt's offiziell übrigens für drei Personen.
Auch der neue Mini von BMW setzt auf Zukunftstechnologie.
Er flitzt mit einem Elektromotor über die Straßen und so geht's zum Auftanken ...
... nun an die Steckdose. Die Münchner Autobauer definieren den E-Mini als ihr Lernprojekt.
Überzeugende Argumente haben sie für ihr neues Modell: Die Leistung des E-Mini reicht bis etwa 250 Kilometer und die Beschleunigung hält mit einem gut motorisierten Benziner mit.
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Vorhang auf, denn das ...
... gibt's Neues im Hause Ford: Der Fusion wird neu aufgelegt.
Es handelt sich aber um die Variante des US-Autobauers für Nordamerika, die auch in der überarbeiteten Version ...
... nichts mit dem gleichnamigen Modell zu tun hat, das in Deutschland erhältlich ist.
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Ford hat zudem einen Klassiker neu aufgelegt: Der Mustang GT ...
... kommt in schickem Design daher und soll damit ...
... seine Liebhaber finden.
Lamborghini setzt neue Akzente ...
... mit dem Gallardo LP560-4 Spyder. In jedem Fall ein Hingucker und beeindruckend auch mit seiner Leistung ...
... dank eines 560 PS starken V10-Direkteinspritzers.
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... und will als Viersitzer für sportlichen Komfort sorgen.
Weitere schicke und schnelle Flitzer: Ferrari stellt den California vor ...
... und auch das Rolls Royce Phantom Drophead Coupé wird noch mal für den ersten Auftritt auf Hochglanz gebracht.
Bei Jaguar gibt's den 2009 XK zu bestaunen ...
... und Corvette gewährt tiefe Einblicke in den ZR1.
Nissan lässt es richtig qualmen und präsentiert ...
... den 370Z. Mit edler Karosse legen die Japaner ...
... die nächste Generation des Sportcoupés auf.
Der Dreitürer wird 2009 zunächst in den USA auf den Markt kommen. Ins Auge stechen ...
... die pfeilförmigen Scheinwerfer und ...
... eine neu designte Heckklappe. Im Vergleich zum Vorgänger 350Z ...
... wirkt er deutlich stämmiger.
Gegensätzlicher geht's kaum, denn Nissan präsentiert auch den Würfel auf Rädern.
Der Nissan Cube ist in Japan bereits ein Kultauto und mit seinen 3,73 Metern Länge und 1,64 Metern Höhe am ehesten mit dem Nissan Micra vergleichbar.
Trotz minimalistischen Designs ist er geräumigen gebaut und soll nun auch Europa erobern.
Kia legt in punkto Kastendesign noch eins drauf: Der Kia Soul soll Anfang 2009 auf den Markt kommen.
Die Nobelmarke Lexus hat indes die Hybrid-Technologie entdeckt: Mit dem RX450h Hybrid …
… und dem Geländewagen RX 350 …
… sollen neue Kunden angelockt werden.
Der arg gebeutelte General Motors-Konzern hielt sich mit Neuvorstellungen auf der Auto Shoew stark zurück. Einzig Tochter Saab stellte mit dem Concept Car 9-X Air Bio Hybrid einen Neuling vor, …
... mit dem man auf eine rosigere Zukunft hofft.
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Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer äußerte sich zu den Aussichten für die kriselnde Automobilbranche im kommenden Jahr gegenüber der Presseagentur dpa.
Was erwartet die Autoindustrie 2009? Das schwerste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg, weltweit. Die Märkte sind auf Talfahrt, wir müssen den Abschwung mit Konjunkturprogrammen aufhalten. Das haben weltweit alle Politiker verstanden außer der Frau Merkel und dem Herrn Steinbrück.
Wo werden die Autobauer sparen? Die Investitionen werden radikal gesenkt. Beschäftigte werden in Kurzarbeit geschickt. Nächstes Jahr ist überall Sparen hoch drei angesagt bei den Automobilherstellern. Und das ist eigentlich sehr schade, denn unsere Wirtschaftspolitik hat auch dazu geführt, dass dieses Sparen so knallhart durchgesetzt wird. Denn dadurch, dass man die Klimaziele so wachsweich gemacht und auf 2015 geschoben hat, geht man das große Risiko ein, dass viele Investitionsprogramme für spritsparende Autos aufgeschoben werden.
Werden wir durch die Sparmaßnahmen schlechtere Autos bekommen? Nein, die Autos bleiben gleich. Die Qualität ändert sich nicht. Wir werden aber zum Teil längere Lieferzeiten bei speziellen Ausführungen haben.
Woran liegt das? Wenn es Produktionsstopps und Kurzarbeit bei den Zulieferern gibt, können bestimmte Ausstattungen wie Leder schlechter disponiert werden. Sie müssen erst warten, bis sich mehrere gleiche Bestellungen ansammeln.
Wird es jetzt mehr einfachere Autos geben, statt immer mehr Elektronik? Es hat sich gezeigt, dass Billigautos ganz ganz wichtig sind für die neuen Märkte, für die Zukunft der Autoindustrie. Auch bei uns werden sie ihre Marktanteile holen, man kann sich durchaus zehn Prozent in fünf Jahren vorstellen.
Die Autos, deren Entwicklung jetzt von der Krise geprägt wird, kommen erst in einigen Jahren auf die Straße. Ist die Krise dann schon vorbei? Ja, wir gehen davon aus, dass wir in der zweiten Hälfte 2010 Stück für Stück aus der Krise herauskommen und es langsam wieder aufwärts geht. Und es kommt darauf an, was dann verkauft wird. Nach heutiger Einschätzung wird der Trend zum Hybrid-Antrieb, zur Spritspartechnik sehr stark sein. Wenn allerdings die Treibstoffpreise so niedrig bleiben wie jetzt, dann würden viele von diesen Investitionen in den Sand gesetzt. Was wir frühen schon einmal hatten - der Flop des Drei-Liter-Autos Lupo - das könnte sich wiederholen. Wir hätten es vermeiden können, wenn wir die Klimaziele beim Jahr 2012 gelassen hätten. Dann hätten die Autobauer mit Hochdruck an Hybrid- und Elektroantrieben arbeiten müssen.
Werden wir Insolvenzen sehen im kommenden Jahr? Ja. 25 Prozent der Händler in Deutschland werden 2009 und 2010 in große Schwierigkeiten kommen. Und wir müssen aufpassen, dass uns die Zulieferer-Unternehmen nicht wegbrechen. Für die Zulieferer muss ein Hilfsfonds eingerichtet werden, der ertragreiche Unternehmen, die in Liquiditäts-Schwierigkeiten kommen, zum Beispiel mit Bürgschaften unterstützt. Wir meinen, fünf Milliarden Euro wären ein angemessener Rahmen.
Ist die US-Autoindustrie überhaupt zu retten? Bei den US-Autobauern ist es nach meiner Einschätzung so, dass General Motors und Chrysler in so großen Problemen sind, dass man sich nicht vorstellen kann, dass sie ohne staatliche Hilfe an einer Insolvenz mit Gläubigerschutz vorbeikommen. Bei Ford würde ich das anders sehen. Ford ist deutlich besser aufgestellt. Erstens sind sie in Europa ertragreich. Und zweitens haben sie in Amerika eine bessere Liquiditätsposition, weil sie schon viele Hausaufgaben gemacht haben und zum Beispiel Land Rover und Jaguar verkauften.
(dpa, N24)
17.12.2008 08:40 Uhr