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Biden redet Tacheles

US-Wirtschaft muss umgekrempelt werden

Deutliche Worte: Der künftige US-Vizepräsident hat in einem Interview enorme Anstrengungen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. Er warnte vor einem Totalabsturz.

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Kurzfristig gehe es darum, "die Wirtschaft davor zu bewahren, dass sie total baden geht", sagte Biden.
Joseph Biden wurde am 20. Januar 1942 in Scranton (US-Bundesstaat Pennsylvania) mit dem undankbaren zweiten Vornamen "Robinette" geboren.
Biden ist demokratischer Senator für den US-Bundesstaat Delaware und seit August 2008 Vizepräsidenten-Kandidat an der Seite Barack Obamas.
Nach seinem Studium an den Universitäten Newark (Delaware) und Syracuse (New York) arbeitete Biden seit 1969 als Anwalt in Delaware.
Am 27. August 1966 heiratete Biden seine Highschool-Freundin Neilia Hunter. Das Paar bekam zwei Söhne (Joseph 1969, Robert 1970) und eine Tochter (Naomi 1971).
Ein tragisches Unglück zerstörte das Familienglück. Im Dezember 1972 starben Neilia und Naomi Biden nach einem schweren Verkehrsunfall. Die beiden Söhne überlebten.
1977 heiratete Biden erneut. Aus der Ehe mit Jill Tracy Jacobs ging 1981 Töchterchen Ashley Blazer Biden hervor.
Seit 1973 vertritt Biden den Bundesstaat Delaware im US-Senat und wurde in dieser Funktion insgesamt fünfmal durch die Wähler bestätigt.
Biden ist Mitglied des Justizausschusses und des außenpolitischen Ausschusses des US-Senats. Er war maßgeblich an zahlreichen Gesetzen zur Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung beteiligt.
In der Außenpolitik tritt Biden für eine weltweit aktive Rolle der USA ein. Dazu gehören seiner Meinung nach auch Militäreinsätze, wo diese nötig sind. Dem Irakkrieg hatte der Demokrat im Jahr 2003 zugestimmt.
Biden trat zweimal selbst als potentieller Präsidentschaftskandidat an. 1988 schied er aus dem Rennen aus, als bekannt wurde, dass er Teile einer Rede von einem britischen Politiker kopiert hatte.
Im Wahlkampf 2008 gab er auf, als er bei der Vorwahl in Iowa (3. Januar) nur ein Prozent der Stimmen bekam.
Im August 2008 legte sich der Vorwahl-Gewinner und Präsidentschaftskandidat Barack Obama auf Joseph Biden als Vize-Kandidaten fest.
Bei der globalen Finanzkrise haben sich Dutzende Banken gnadenlos verzockt. Hier die größten "Milliardengräber":
Zwar wurden für die Münchner Hypo Real Estate ein Milliarden-Hilfspaket geschnürt, abschreiben musste der im DAX gelistete Hypothekenfinanzierer bisher aber lediglich 1,2 Milliarden Dollar.
Die Commerzbank verbuchte bisher Abschreibungen von 2,3 Milliarden Dollar.
Die Landesbank Sachsen, ehemals Sachsen LB, musste aufgrund der Finanzkrise und der Verwicklung ihrer irischen Zweckgesellschaften in diese 2,6 Milliarden Dollar abschreiben.
Bei der DZ Bank sind es bisher 2,7 Milliarden Dollar.
Bei der HSH Nordbank, einer Landesbank und Namensgeber der Hamburger Fußball-Arena, summieren sich die Abschreibungen auf 3,6 Milliarden Dollar.
Die von der Commerzbank übernommene Dresdner Bank ist mit Abschreibungen von 4,0 Milliarden Dollar in die globale Finanzkrise verwickelt.
Die Düsseldorfer WestLB ist derzeit auf Partnersuche, weil sie allein die finanzielle Krise wohl nicht überwinden kann. Einer der Auslöser der kostenintensiven Turbulenzen: Abschreibungen von 4,6 Milliarden Dollar.
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) "verbrannte" aufgrund der Finanzkrise 4,8 Milliarden Dollar.
Lediglich bei der BayernLB schlagen unter den deutschen Landesbanken mit bisher 7,0 Milliarden Dollar noch höhere Abschreibungen ins Kontor.
Bei der belgisch-niederländischen Fortis sind die Gläser längst leer: Das Finanzinstitut kam auf Abschreibungen von 7,2 Milliarden Dollar und wurde mittlerweile verstaatlicht bzw. zu Teilen verkauft..
Das britische Finanzinstitut Barclays, das Teile der insolventen Investmentbank Lehman Brothers geschluckt hat, kommt bisher auf Abschreibungen von 7,8 Milliarden Dollar.
9,0 Milliarden Dollar an Abschreibungen stehen bei der französischen Großbank Credit Agricole zu Buche.
Die US-Bank Wells Fargo kämpft derzeit mit der Citigroup um den Konkurrenten Wachovia. 60 Milliarden Dollar sind als Übernahmepreis im Gespräch. Abschreibungen wegen der Finanzkrise von 10,0 Milliarden Dollar sind da fast "Peanuts".
Credit Suisse: 10,5 Milliarden Dollar
Deutschlands Branchenprimus Deutsche Bank, mittlerweile bei der Postbank eingestiegen, schrieb bisher in der seit mehr als einem Jahr dauernden Finanzkrise ebenfalls 10,5 Milliarden Dollar ab.
158 Jahre Banken-Tradition für die Katz: Das US-Investmenthaus Lehman gehört zu den Instituten, die nicht gerettet wurden. 18,8 Milliarden Dollar an Abschreibungen muten bei einem angeblichen Schuldenstand von rund 700 Milliarden Dollar recht niedrig an.
Großbritannien hat mittlerweile die Staatsschatulle aufgemacht und greift den größten Banken des Landes mit Milliarden-Krediten unter die Arme. Die Royal Bank of Scotland ist auch darunter. Ihre Abschreibungen belaufen sich auf 13,8 Milliarden Dollar.
Und nun in die Top Ten: Die Düsseldorfer IKB erwischte die Finanzkrise als eine der ersten deutschen Banken. Bis heute schrieb die Mittelstandsbank 15 Milliarden Dollar ab - soviel wie kein anderes deutsches Institut.
Auf immerhin 15,7 Milliarden Dollar bringt es die US-Investmentbank Morgan Stanley.
Trotz Abschreibungen von 18,8 Milliarden Dollar ist das US-Institut J.P. Morgan Chase einer der wenigen Gewinner der Finanzkrise: Gekauft wurden zu Schnäppchenpreisen unter anderem Bear Stearns und weite Teile der größten US-Sparkasse Washington Mutual.
Ähnliches hat auch die Bank of America gemacht - trotz abgeschriebenen, also wertberichtigten 21,2 Milliarden Dollar. BoA ist Eigentümer der Investmentbank Merrill Lynch. Der Kaufpreis: geschätzte 50 Milliarden Dollar.
Zu den Verlierern zählt Wachovia. Die US-Bank wird ihre Selbstständigkeit einbüßen und entweder bald zur Citigroup oder zu Wells Fargo gehören. Abschreibungen: 22,7 Milliarden Dollar.
Großbritanniens größtes Finanzinstitut HSBC - eine der größten Banken weltweit - meldete bisher Abschreibungen von 27,4 Milliarden Dollar.
Mit Abschreibungen von 44,2 Milliarden Dollar hat die Schweizer UBS zu kämpfen.
Und nun zu den drei größten Miliarden-Verzockern in der Finanzkrise: Rang drei belegt Washington Mutual (USA) mit 45,6 Milliarden Dollar.
Platz zwei geht an Merrill Lynch mit 52,2 Milliarden Dollar, und ...
... die höchsten Wertberichtigungen weist bisher die US-Bank Citigroup mit 55,1 Milliarden Dollar auf.
Was für eine Nacht: In den USA wurde ein neuer Präsident gewählt und die Welt fieberte mit.
Ob verliebte Japaner ...
... mitteilungsbedürftige Italiener ...
... fotogene Chinesen ...
... schöne Spanier ...
... revolutionäre Deutsche oder ...
... stolze Kongolesen: In der ganzen Welt wurden vor allem ...
... für den neuen Präsidenten der USA die Daumen gedrückt. Obama selbst ...
... gab am Wahltag ganz entspannt im ...
... Kreis seiner Familie seine ...
... Stimme ab. Der unterlegene McCain ...
... ließ sich beim Gang zur Wahlurne schon mal vorsorglich von der Gattin tätscheln.
Ob der Republikaner zu diesem Zeitpunkt schon ahnte, dass er gegen seinen Herausforderer ...
... keine Chance haben sollte? Nachmittags wurde zumindest in Phoenix ...
... an der Feier für die Republikaner gebastelt. Allerdings war die Stimmung im McCain-Lager im Gegensatz zum ...
... Massenauflauf in Chicago, wo ...
... Obama-Anhänger sich den Tag mit Hoffen und Bangen vertrieben, eher mau. Das Warten ...
... hat sich für die jubelnden Massen gelohnt. Um fünf Uhr morgens (MEZ) stand fest:
Das Tauziehen um die Nachfolge von George W. Bush hat ein Ende.
Nicht nur für viele afroamerikanische US-Bürger ging mit der historischen Wahl ...
... ein Traum in Erfüllung. Die Personalfrage im ...
... Weißen Haus hatte so viele Menschen wie nie zuvor ...
... mobilisiert. Doch die Wahllokale waren dem Massenansturm ...
... teilweise nicht wirklich gewachsen. Vor allem die bereits im Vorfeld vielkritisierten ...
... Wahlcomputer sorgten immer wieder für Probleme. Mal konnten die Stimmzettel nicht eingelesen werden, mal gaben sie einfach komplett den Geist auf. Offenbar ...
... macht die Not aber erfinderisch. Wer sich nicht entscheiden konnte der konnte sich entweder telefonisch Rat suchen ...
... oder auf eine Eingebung von Oben warten. Mancherorts versuchte man sogar ...
... den Machtwechsel durch gemeinschaftliches ...
... Sturmsingen herbeizuzaubern.
Vize-Kandidatin Sarah Palin, hier bei der Stimmabgabe mit Gatten Todd, ist jedenfalls ...
... erstmal weg vom großen Politparkett. Allerdings wird sie uns sicher ....
... noch eine Weile als Werbeträgerin wider Willen begegnen - Schließlich hat sie uns die heiße Phase des Wahlkampfs mit zahlreichen gestürmten Fettnäpfchen versüßt.
Nach einer Nacht voller Hoffen und Bangen steht fest: McCain-Anhänger können sich endlich warm anziehen.
Während John McCain in Phoenix seine Niederlage eingesteht ...
... feiert nicht nur Chicago ...
... und der Rest der Vereinigten Staaten den neuen ...
... Präsidenten und den Anbruch einer neuen politischen Epoche: Barack Obama.

Der designierte US-Vizepräsident Joe Biden hat enorme Anstrengungen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. "Die Wirtschaft ist in einem viel schlechteren Zustand, als wir gedacht haben", sagte er laut vorab veröffentlichten Auszügen aus seinem ersten Interview seit den Präsidentschaftswahlen am 4. November, das der Fernsehsender ABC am Sonntag ausstrahlen wollte. Mittlerweile bestehe Einigkeit, dass die Wirtschaft mit umfangreichen Investitionen angekurbelt werden müsse. Ob es nun 600 Milliarden oder 700 Milliarden Dollar (430 bzw. 500 Milliarden Euro) seien - "die klare Meinung ist, dass es eine Summe sein muss, an die vor einem Jahr keiner gedacht hätte", führte Biden aus.

Kurzfristig gehe es darum, "die Wirtschaft davor zu bewahren, dass sie total baden geht", sagte Biden in dem ABC-Interview. Langfristig werde die künftige Regierung von Präsident Barack Obama sich aber darum bemühen, die US-Wirtschaft völlig umzukrempeln. Darauf werde die Innen- und Außenpolitik gerichtet sein, kündigte Biden an. Der Stellenabbau in den USA solle gestoppt werden. Obama hatte am Freitag ein wagemutiges Konjunkturprogramm angekündigt. Bis das Land die Krise überwinde, werde es allerdings Jahre dauern und die Lage werde sich erst noch weiter verschlechtern, bevor es bergauf gehe, warnte der künftige Präsident.

(AFP, N24)

20.12.2008 12:54 Uhr

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