Sportler des Jahres 2008

Steiner, Steffen und Herren-Hockeyteam gekürt

Die Sportler des Jahres sind gewählt: Matthias Steiner siegte als erster Gewichtheber in der Geschichte der Abstimmung. Auch Schwimmerin Britta Steffen und das Hockeyteam der Herren wurden gekürt.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Video: Sportler des Jahres - Baden-Baden: Festliche Preisverleihung
Oh, wie ist das schön! Am vierten Wettkampftag der Olympischen Spiele holten die deutschen Sportler gleich vier Gold-Medaillen. Hier präsentieren Judoka Ole Bischof (r) und Kanute Alexander Grimm ihre Plaketten.
Den Anfang machte der 21-jährige Grimm: Überraschend setzte er sich im Finale im Einer-Kajak durch.
Die Freude im deutschen Kanuten-Lager war riesengroß.
Und auch der Herr Papa ist stolz auf seinen Sohnemann.
Wenige Stunden später der zweite deutsche Olympiasieger des Tages: Judoka Ole Bischof.
Gegen den Südkoreaner Kim Jaebum setzte er sich im Finale durch.
Nach dem Kampf war Bischof verständlicherweise gelöst. Er wolle erst einmal richtig feiern - und dann die deutschen Teamkollegen bei ihren Kämpfen anfeuern. Ein echter Sportsmann eben.
Was nach den ersten beiden Medaillen geschah, war schier unfassbar (Bild: Hinrich Romeike).
Die Vielseitigkeitsreiter setzten sich in der Mannschaftswertung durch.
Gold für Peter Thomsen, Andreas Dibowski, Hinrich Romeike, Ingrid Klimke und Frank Ostholt!
Doch das war noch nicht alles. Der Zahnarzt Hinrich Romeike sprang mit "Marius" noch um den Einzelsieg.
Mit Erfolg: Bester Vielseitigkeitsreiter ist Hinrich Romeike.
So sehen Doppel-Olympiasieger aus.
Und so reihen sich die Gold-Medaillisten in die bisherigen Olympia-Erfolge deutscher Sportler ein. Sie gesellen sich etwa zu den Silber-Gewinnern Sascha Klein (l) und Patrick Hausding im Synchron-Springen.
Und natürlich nicht zu vergessen: Die Bronze-Mädels Heike Fischer (l) und Ditte Kotzian.
Am 08.08.08 um 08.08 Uhr Ortszeit in China begann in Peking die Eröffnungsfeier für die XXIX. Olympischen Sommerspiele.
Auf der ganzen Welt schauten Menschen gebannt auf die Bildschirme, um das Spektakel mitzuverfolgen. Fast fünf Stunden dauerte die Eröffnungsfeier, eine Zeremonie aus Licht und Schatten.
Die aufstrebende Macht China entführte dabei auf eine Reise in die Vergangenheit des Landes.
Es sind die ersten Olympischen Sommerspiele in China, aber die insgesamt dritten auf dem asiatischen Kontinent nach 1964 in Tokio und Seoul 1988.
Tausende Freiwillige hatten für die Eröffnungsfeier ein Programm einstudiert ...
... bestehend aus Akrobatik, ...
... Lichteffekten, ...
... Choreografien, ...
... die farbenfroh...
... und beeindruckend zugleich waren.
Unter den Sportlern und rund 91.000 Zuschauern auf den Rängen im Stadion, das die Chinesen liebevoll "Vogelnest" nennen, machte das Wort "atemberaubend" die Runde.
Perfektion...
... ist eine Stärke der Chinesen.
Das bewiesen sie mit diversen...
... Menschenformationen ...
... unterschiedlichster Art ...
... bei der Eröffnungsfeier.
Eine selbstbewusste Selbstdarstellung des Reichs der Mitte.
Mit einer gigantischen Papierrolle wurden Chinas Beiträge zur Entwicklung der Weltkultur dargestellt - wie die Erfindung des Papiers.
Die symbolische Darstellung einer Reise ins All darf da natürlich auch nicht fehlen. China ist schließlich wer.
"Das war spektakulär", schwärmte etwa IOC-Präsident Jacques Rogge ...
... von dem glitzernden Spektakel.
Der Belgier sprach von einer "unvergesslichen und bewegenden Feier, die die Ausdruckskraft, Originalität und Kraft der Spiele von Peking zelebriert hat".
Um 23.36 Uhr Ortszeit (17.36 Uhr MESZ) gab Chinas Staatspräsident Hu Jintao am Freitag mit den Worten: "Ich erkläre die Spiele von Peking zur Feier der XXIX. Olympiade für eröffnet."
Was folgte war der "Einmarsch" der Olympischen Flagge.
Und der Einlauf der Olympischen Fackel. Die nach mehreren Zwischenstationen letzten Endes bei Li Ning, dem dreimaligen Turn-Olympiasieger von 1984, landete. Der dann in einem wahren Drahtseilakt ...
... die Fackel zum Bestimmungsort hoch oben am Standionrand brachte: Dort entzündete er dann das Olympische Feuer.
Das nun bis zum 24. August den Sportlern aus 204 Nationen leuchten wird. "Stärkste" Nation ist dabei...
... China. Der Gastgeber schickt rund 600 Teilnehmer ins Rennen um die in 302 Wettbewerben zu vergebenden Gold-, Silber-, oder Bronzemedaillen.
Deutschland ist mit 435 Aktiven in Peking vertreten. Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier war Basketball-Superstar Dirk Nowitzki.
Nachdem das Olympische Feuer entfacht worden war, sorgte ein gigantisches Feuerwerk ...
... für Gänsehaut-Stimmung sowohl außerhalb des Stadions ...
... wie im "Vogelnest" selbst.
Das Stadionrund war kurz nach 23.30 Uhr Ortszeit hell erleuchtet ...
... in dieser denkwürdigen Nacht.
Das Farbspektrum reichte dabei von Feuerrot ...
... bis hin zu gleißendem ...
... Weiß.
Verzweigt wie ein "Vogelnest": Die eigenwillige Form gab dem Nationalstadion in Peking den ungewöhnlichen Namen.
Es wurde vom US-Magazin "Time" in diesem Jahr zu einem der zehn herausragenden architektonischen Meisterwerke der Welt gekürt.
Das "Vogelnest" wird einmal "ein Symbol dieser Stadt, wie das Opernhaus in Sydney", glaubt Hein Verbruggen, Chef der Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees.
Die 91.000 Zuschauer fassende Arena ist der einzige Olympia-Bau, der im April mit vier Monaten Verspätung fertig wurde.
Als Grund für die Verzögerung wurde der Einbau elektronischer Anlagen für die Eröffnung und Schlussfeier genannt.
Die Organisatoren planen zum Auftakt der XXIX. Olympischen Spiele eine einzigartige Show, von der im Vorfeld nichts bekannt werden durfte.
Das Nationalstadion ist der markanteste Bau auf dem "Olympic Green" genannten Olympia-Park, dem Herzstück der Sommerspiele in Peking.
Entworfen wurde das "Vogelnest" von den Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre des Meuron. Von ihnen stammt auch die Münchner "Allianz Arena".
Außergewöhnlich auch die Architektur der Bibliothek der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus. Herzog und des Meuron haben sie rundherum verglast.
Als künstlerischer Berater beim "Vogelnest"-Projekt war der renommierte chinesische Künstler, Architekt und Regisseur Ai Weiwei beteiligt.
Der 51-Jährige machte im vergangenen Sommer in Deutschland Schlagzeilen, als er in einer Kunstaktion 1001 Chinesen zur Documenta nach Kassel holte.
Ein Unwetter ließ seinen zwölf Meter hohen Turm aus Holztüren und Fenstern einstürzen. Danach gefiel ihm sein Kunstwerk sogar noch besser.
Inzwischen will Ai Weiwei nichts mehr mit dem „Vogelnest“ zu tun haben. Er ist enttäuscht, dass die einmal mit Olympia verbundene Hoffnung auf eine Liberalisierung in China nicht erfüllt worden ist.
So hat sich der Künstler von seinem Beitrag distanziert: Die kommunistische Führung missbrauche die Spiele doch nur für ihre "Propagandashow", sagt Ai Weiwei heute.
Zwölf der 39 Wettkampfstätten wurden für die Spiele neu errichtet. Daneben bietet Peking noch rund 60 Trainingsstätten an.
Im Olympia-Park, einem 1135 Hektar großen Gelände rund 13 Kilometer nördlich vom zentralen Platz des Himmlischen Friedens, stehen neben dem "Vogelnest" weitere wichtige Arenen.
Zum Beispiel das "Wasserwürfel" genannte Nationale Schwimm-Zentrum für Schwimmen, Springen und Synchronschwimmen.
Das Schwimmstadion besticht durch seine außergewöhnliche Außenhaut – eine Membrankonstruktion aus hellblau leuchtenden Kunststofffolien.
Diese Konstruktion garantiert hohe Lichtdurchlässigkeit und wird von ihren Architekten als "international größtes Gebäude" dieser Art angepriesen.
Der "Wasserwürfel" bietet 17.000 Zuschauern Platz; 11.000 Plätze werden nach den Spielen wieder entfernt. Sie weichen dann dem geplanten, teilweisen Ausbau zu einem Spaßbad.
Zu den bemerkenswerten Neubauten zählt auch das Radstadion in Laoshan, das wie ein gerade gelandetes UFO vor der eindrucksvollen Kulisse der Westberge liegt.
Auch die Schießanlage ist etwas Besonderes. Sie wirkt durch die gelungene Kombination aus Glas und Holz. Chefdesigner Zhuang Weimin: "Der Stil der Anlage soll auf den Ursprung des Sports hinweisen: Jagen im Wald."
Die Segler starten ihre Regatten vom modernisierten Yachthafen in Qingdao aus. Die früher Tsingtau genannte Hafenstadt und die umliegende Kiautschou-Bucht waren von 1897 bis 1914 deutsches Pachtgebiet.
Die Reiter müssen - nach offizieller Lesart wegen Quarantänebestimmungen - im 2100 Kilometer südlich liegenden Hongkong kämpfen.
In der früheren britischen Kronkolonie werden sie zu Olympia beste Einrichtungen des Hongkong Jockey Clubs vorfinden.
Dressur und Springreiten finden in einem neuen Stadion nahe der berühmten Galopprennbahn von Sha Tin statt, ...
... die Geländeprüfung der Vielseitigkeitsreiter im Beas River Country Club.
Die Verlegung nach Hongkong hat heftige Kritik ausgelöst, da dort im August große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Das wird den Pferden stark zusetzen.
Alle Wettkampfstätten in Peking liegen nicht mehr als 35 Kilometer oder "höchstens ein halbe Stunde", so heißt es offiziell, vom Olympischen Dorf entfernt.
Im Olympischen Dorf werden Sportler und Journalisten übernachten.
Von dort aus haben Ruderer und Kanuten den weitesten Weg zurückzulegen. Sie ermitteln ihre Besten in "ländlicher Idylle" in Shunyi. In der Nähe des Dorfes Beixiaoying ist ein Wassersport-Park entstanden.
Da haben es die Judoka besser. Sie kämpfen in der Halle der Universität für Wissenschaft und Technik in Peking.
Auch die Gewichtheber fighten auf einem Uni-Gelände – in der Halle der Luft- und Raumfahrt-Universität.
Geboxt wird allerdings in der Arbeiter-Sporthalle, in der 13.000 Zuschauer Platz finden.
Hockey wird ganz einfach in Stadion A und B in Peking gespielt.
Die BMX-Fahrer rasen über das Feld in Laoshan.
Bei den Volleyballern kommt keine Langeweile auf: Sie schmettern ihre Bälle mal durch das Städtische Hallenstadion, mal durch die Halle des Technologischen Instituts.
Die Ringer sind in der Halle der Landwirtschafts-Universität untergebracht.
Und schließlich die Wasserballer: Sie haben es auch nicht weit zum Olympischen Dorf, weil sie in der Yung Tung Schwimmhalle um Medaillen kämpfen.

Bei Olympia in Peking eroberte Matthias Steiner die Herzen der Sportfans, als er nach dem Goldtriumph wie ein Kind weinte und immer wieder das Bild seiner 2007 tödlich verunglückten Frau Susann küsste. Am Sonntag wurde der Chemnitzer in Baden-Baden als erster Gewichtheber zu Deutschlands "Sportler des Jahres" gekürt.

Britta Steffen dominiert bei den Frauen

Bei der seit 1947 stattfindenden Wahl dominierte bei den Frauen Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen (Berlin) als 19. Schwimmerin. Mannschaft des Jahres wurde ebenfalls nach Gold in Peking das Hockey-Nationalteam der Männer. "Dieser Preis macht mich wahnsinnig stolz", meinte ein ergriffener Matthias Steiner, den die meisten der 1350 Sportjournalisten bei der 62. Umfrage der Internationalen Sportkorrespondenz (isk) auf Platz eins gesetzt hatten. Im Kurhaus von Baden-Baden erntete der gebürtige Österreicher, der nach Ärger mit seinem Verband im Januar 2008 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, den verdienten Applaus von 750 geladenen Gästen.

Steiner will auch 2012 bei Olympia punkten

Steiner versprach auch im Hinblick auf Olympia 2012 in London, er wolle jetzt "wie ein Idiot" trainieren. Mit 3665 Punkten lag der Chemnitzer Superschwergewichtler klar vor Tischtennis-Ass Timo Boll (Gönnern/2383), Peking-Zweiter mit dem Team, und Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno (Saarbrücken/1647). Vierter wurde - wie in der Teamwertung mit den Vielseitigkeitsreitern - Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike (Nübbel/Schleswig-Holstein), nur Achter Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen (Niedergirmes), der im Vorjahr gesiegt hatte und bei Olympia Bronze gewann.

Auszeichnung ist "große Ehre"

"Eine solche Auszeichnung ist eine große Ehre, aber es gibt nichts, was mich jetzt über andere stellt", meinte Britta Steffen angesichts der vielen anderen Olympiasieger, die auf hinteren Plätzen landeten. Die Berlinerin dominierte vier Monate nach ihrem Doppeltriumph über 50 und 100 m Freistil noch klarer als Steiner. Mit 3683 Punkten lag die 25-Jährige vor Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann (Leverkusen/2076) und Biathletin Magdalena Neuner (Wallgau/1545), Siegerin des Vorjahrs. Vierte wurde Lena Schöneborn (ebenfalls Berlin) nach ihrem Peking-Gold im Modernen Fünfkampf.

Hockey-Männer gewinnen die Mannschaftswertung

Nach 16 Jahren gewannen die Hockey-Männer als Nachfolger der Handball-Weltmeister wieder die Teamwertung, lagen dabei mit 3381 Punkten eindrucksvoll vor den Fußballern von 1899 Hoffenheim (2467), die als Bundesliga-Aufsteiger gleich Herbstmeister geworden waren, und dem Tischtennis-Nationalteam der Männer mit Boll (1494). Nur Siebter wurde die Fußball-Nationalmannschaft der Männer (819) trotz ihres zweiten Platzes bei der Europameisterschaft, nur Zwölfter die Frauen (378), die als Weltmeister Olympiadritter geworden waren. In der Einzelwertung war Renate Lingor (Frankfurt) als einzige Fußballerin platziert, bei den Männern fand sich niemand aus dem Team von Bundestrainer Joachim Löw unter den ersten 20.

(sid, N24)

21.12.2008 23:00 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Sport