Urlaub auf Hawaii

Wirbel um Obamas "Oben-Ohne-Foto"

Der künftige US-Präsident mit durchtrainiertem Oberkörper am Strand: Was die einen erfreut, beunruhigt Sicherheitsexperten.

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Mr. President ist auch im Urlaub ein Paparazzi-Magnet.
Ein relaxter Strandspaziergang im letzten Urlaub vor dem Umzug ins Weiße Haus.
Barack Obama beim Body-Surfen auf Hawaii.
"Es war ein fantastischer Sieg", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana.
"Dies ist ein Wendepunkt für die Vereinigten Staaten. Es könnte auch ein Wendepunkt für die Welt sein", formulierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso begeistert.
"Ich hoffe sehr, dass unter der Führung von Präsident Obama die USA und die EU gemeinsam einen neuen Deal zum Wohle der gesamten Welt zustande bringen."
"Eine neue Vereinbarung über finanzielle Stabilität, weltweiten Wohlstand und Handel, das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele, den Kampf gegen den Klimawandel und die Stärkung der Menschenrechte."
Der amtierende EU-Ratspräsident, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy: "In einem Augenblick, in dem immense Herausforderungen vor uns stehen, …
… weckt Ihre (Obamas) Wahl in Frankreich, in Europa und in der ganzen Welt eine große Hoffnung."
Der scheidende US-Präsident George W. Bush: "Sie (Obama) stehen vor einer großartigsten Reisen des Lebens. Glückwunsch und viel Spaß dabei!"
Der Iran freut sich derweil über das Ende der Ära Bush. Ex-Parlamentspräsident Gholam-Ali Hadad-Adel: "Der nächste US-Präsident sollte den von Bush eingeschlagenen Kurs ändern, um …
… den Sumpf, den er geschaffen hat, auszutrocknen."
Der Irak wiederum hätte Bush lieber behalten. Und so ringt sich Regierungssprecher Ali al-Dabbagh nur einen dürren Glückwunsch für Obama ab.
Und Iraks Außenminister Hoschiar Sebari betont, es werde auch mit Obama als Präsidenten keinen Kurswechsel in der amerikanischen Irak-Politik geben.
In Saudi-Arabien glaubt man allerdings, dass es letztlich egal ist, wer im Weißen Haus sitzt. Und das, obwohl das Königshaus (im Bild König Abdullah) schon lange enge Beziehungen zur Familie Bush pflegt.
Denn, so schrieb kürzlich ein saudischer Kommentator, "alle US-Präsidenten sind mit dem Ziel angetreten, sich von unserem Öl unabhängig zu machen, und keiner von ihnen hat es geschafft".
Solche Gedanken sind dem britischen Premier Gordon Brown fremd. Für ihn ist Obama ein "wahrer Freund Großbritanniens". Brown: "Das ist ein Moment, der in unserer Geschichte …
… lebendig sein wird, solange Geschichtsbücher geschrieben werden". Obama habe die Politik mit "seinen fortschrittlichen Werten und seiner Zukunftsvision" in neue Spannung versetzt.
Viele Staatsoberhäupter verbinden mit der Wahl Obamas die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit, zum Beispiel der chinesische Präsident Hu Jintao, …
… der japanische Ministerpräsident Taro Aso, …
… Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier und ...
… der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi. Er ist sich "absolut sicher, dass die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter wachsen und sich verstärken wird".
Auch der russische Präsident Dmitri Medwedew hofft, "dass die neue US-Führung als Partner sich für eine vollwertige Zusammenarbeit mit Russland entscheidet".
Kanzlerin Angela Merkel ist "überzeugt, dass wir in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen Gefahren und Risiken entschlossen begegnen."
Gewerkschaftschef Michael Sommer spricht von einem guten Zeichen für die Arbeitnehmer, "die nun auf mehr soziale Rechte setzen können".
Sommer erwartet, dass Obama an einer Regulierung des Weltfinanzsystems zum Wohle der Menschen und der Wirtschaft beitragen werde.
Auch Schauspieler gratulieren Obama, beispielsweise Armin Mueller-Stahl. Er hofft auf einen neuen "Nelson Mandela".
Der in Hollywood lebende Müller-Stahl sagte, jetzt gingen die "Aufräumarbeiten" los. Obama werde alles angehen, was in Amerika angegangen werden müsse.
Apropos Nelson Mandela. Südafrikas Ex-Präsident sagte zu Obama: "Ihr Sieg hat gezeigt, dass es niemandem auf der Welt verwehrt sein sollte davon zu träumen, …
… die Welt in einen besseren Platz zu verwandeln."
Zuvor hatte bereits Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe ein Glückwunsch-Telegramm geschickt. "Ihr (Obamas) Sieg in dieses hohe Amt bringt Hoffnung für Millionen Ihrer Landsleute sowie …
… für Millionen Menschen afrikanischer Abstammung sowohl in Afrika wie in der Diaspora mit sich."
Kabarettist Dieter Hildebrandt: "Wir hatten eine schöne Nacht, meine Frau und ich, wir haben gejubelt."
"Ich frage mich aber, wie lange überlebt Obama das?" Damit äußert er die Sorge, dass der erste schwarze Präsident der USA eines Tages einem Attentat zum Opfer fallen könnte - wie Hoffnungsträger John F. Kennedy 1963.
Obama bekommt auch den Segen der Kirche. Vatikansprecher Federico Lombardi (hier mit Papst Benedikt XVI.): Der erste Schwarze an der Spitze der Vereinigten Staaten werde sich hoffentlich "für Recht und Gerechtigkeit engagieren, …
… geeignete Wege finden, um Frieden in der Welt zu fördern, die Entwicklung und Würde der Menschen zu unterstützen, und dabei die grundlegenden menschlichen und spirituellen Werte achten".
Für die Evangelische Kirche in Deutschland sagte Auslandsbischof Martin Schindehütte: "Wenn ein Schwarzer gewählt wird, der ein offenes und liberales Christentum vertritt, dann ist das ein Indiz dafür, …
… dass sich der Zusammenhang von Politik und Religion in den USA verschiebt.“ Bush sei oft Gefahr gelaufen, Politik und Religion direkt miteinander zu verbinden und seine Politik als Verteidigung der Religion zu verstehen.

Ein "Oben-Ohne-Foto" des gewählten US- Präsidenten Barack Obama hat für Wirbel gesorgt. Während der 47-Jährige mit Frau Michelle und seinen beiden Töchterchen Malia (10) und Sasha (7) streng abgeschirmt auf Hawaii Urlaub macht, gelang es einem besonders findigen Paparazzo, ein Foto des angehenden Staatsmannes mit nacktem Oberkörper zu schießen. Unklar war, wie es der Fotograf einer privaten Agentur aus Kalifornien schaffte, alle Bodyguards zu überlisten. Schon werden in Washington bange Fragen gestellt. "Ist die Sicherheit Obamas gewährt?", meinte der TV-Sender CNN am Dienstag.

Wie die Zeitung "Washington Post" berichtete, hatten die Sicherheitsexperten der diversen Geheimdienste jeglichen Zugang zum exklusiven Ferienort der Obamas am Kailua-Strand auf der Insel Oahu gesperrt. Doch der Fotograf habe sich bis auf lediglich 60 Meter an den künftigen Präsidenten heranpirschen können, als dieser nur mit Bermuda-Shorts bekleidet über den weißen Strand schlenderte, sagte ein Sprecher der Agentur. "Es gab eine stillschweigende Erlaubnis, das aufzunehmen", schloss der Sprecher daraus.

Obama vs. Putin

Auch ansonsten machten die Bilder von dem durchtrainierten Oberkörper des schwarzen Politikers Furore. Die konservative Polit-Webseite "Drugde Report" stellte am Dienstag "Oben-Ohne-Bilder" von Obama sowie Aufnahmen des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin (56) ins Internet und rief die Leser zur Abstimmung auf, wen man sexier findet. Nach 47.000 abgegeben Stimmen lag Putin den Angaben zufolge vorn.

Der Urlaub auf der pazifischen Tropeninsel Hawaii ist Obamas letztes Atemholen vor dem Amtsantritt am 20. Januar. Wie es heißt, will die künftige "First Family" bereits am 1. Januar nach Chicago zurückkehren und mit dem Kofferpacken für die Übersiedlung ins Weiße Haus beginnen. Schon vor dem Amtsbeginn des Vaters beginnt für die Töchter Malia und Sasha ein neuer Lebensabschnitt: Sie müssen in Washington auf die Schule gehen.

Während des Urlaubs unter Palmen nimmt Barack Obama auch von seiner Großmutter Madelyn Payne Dunham Abschied. Die Frau hatte gemeinsam mit ihrem Mann den jungen Obama über viele Jahre auf Hawaii großgezogen. Den Triumph des Wahlsieges Obamas hatte die alte Dame allerdings nicht mehr erleben dürfen. Sie war am Vorabend des Wahltags am 4. November im Alter von 86 Jahren an einem Krebsleiden gestorben. Zur Beisetzung hatte Obama nicht kommen können. Es heißt, die nachträgliche Trauerfeier auf Hawaii soll streng abgeschirmt von den Medien stattfinden.

(dpa, N24)

25.12.2008 10:36 Uhr

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