Schlag gegen Hamas

Israel bereitet Angriffe vor

Eskalation in Nahost: Mehr als 60 Kassam- Raketen und Mörsergranaten hatten militante Palästinenser am Mittwoch auf Israel gefeuert. Als Reaktion sollen Militäroperationen folgen.

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Militante Palästinenser der Al Nasser Salah al Din Brigaden bereiten in Gaza Stadt auf Israel gerichtete Raketen vor (Bild vom 24.12.2008).
Die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden in Nazi-Deutschland lassen den Ruf nach einem eigenen Staat für die Überlebenden lauter werden.
Tausende Holocaust-Überlebende flüchten nach Israel.
Am 14. Mai 1948 wird Israel auf einem Teil des britischen Mandatsgebietes in Palästina gegründet.
Einen Tag später beginnt der israelisch-arabische Krieg, aus dem Israel 1949 als Sieger hervorgeht. Etwa 700.000 Palästinenser müssen in arabische Länder flüchten.
Nach der Verstaatlichung des Suez-Kanals durch Ägypten beginnt 1956 der Suez-Krieg, in dem Israel von Frankreich und Großbritannien unterstützt wird. Die Angreifer müssen sich aber unter dem Druck Washingtons und Moskaus zurückziehen.
Der israelische Geheimdienst spürt 1960 in Argentinien Adolf Eichmann auf, einen der Hauptverantwortlichen des Judenmordes in Europa. Er wird in Israel zum Tode verurteilt und gehenkt.
1969 beginnt der dritte israelisch-arabische Krieg, genannt der Sechs-Tage-Krieg. Israel besetzt die Sinai-Halbinsel, den Gazastreifen, das Westjordanland, Ost-Jerusalem und die Golan-Höhen.
Ariel Scharon (l.) kommandierte im Sechs-Tage-Krieg die mächtigste Panzerdivision an der Sinaifront. Für seine Erfolge wurde er befördert.
Aussöhnung: Israels Regierungschef Begin (r.) und Ägyptens Staatschef Sadat unterzeichnen 1978 in Washington die Camp-David-Verträge, sechs Monate später ist der israelische-ägyptische Friedensvertrag (1979) perfekt.
Wegen der Aussöhnung mit Israel wird Ägyptens Staatschef Sadat am 6. Oktober 1981 während einer Militärparade in Kairo erschossen.
1982 marschiert die israelische Armee in den Libanon ein. Sie vertreibt die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) von Jassir Arafat aus Beirut. Die israelischen Truppen besetzen den Süden des Landes. Rückzug im Jahr 2000.
Arafat (l.) muss 1982 nach Tunesien fliehen. Er richtet einen neuen PLO-Sitz im Exil in Tunis ein. Im Bild ist er mit dem damaligen tunesischen Außenminister Ben Yahia zu sehen.
Der ehemalige israelische Nukleartechniker Mordechai Vanunu erklärt 1986, dass sein Land Atomwaffen besitzt. Dies wird von Israel nie bestätigt oder dementiert. Allgemein wird angenommen, dass Vanunus die Wahrheit sagt.
1987: Die Palästinenser in den besetzten Gebieten erheben sich, die erste Intifada beginnt.
Israel und die PLO unterzeichnen 1993 eine Grundsatzerklärung zur palästinensischen Autonomiebehörde. Es kommt zum historischen Händedruck zwischen Regierungschef Jizchak Rabin und Jassir Arafat.
Jizchak Rabin wird am Abend des 4. November 1995 während einer großen Friedenskundgebung ermordet. Ein jüdischer Fundamentalist schoss auf ihn.
Im September 2000 beginnt die zweite Intifada.
Der angekündigte Besuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem auch für Moslems heiligen Tempelberg wurde von Palästinensern zum Anlass genommen, einen Aufstand zu beginnen.
Drei Jahre später (2005) zieht sich Israel aus dem Gazastreifen zurück.
Im vergangenen Jahr übernimmt die radikale Palästinenserorganisation Hamas die Kontrolle im Gazastreifen. US-Präsident George W. Bush verkündet das Ziel eines israelisch-palästinensischen Vertrages bis Ende dieses Jahres.
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Zipi Liwni sollte die zweite Frau in der Geschichte Israels werden, die das Land führt. Doch knapp vor ihrem Ziel ...
.. scheitert sie. Dabei gilt Liwni als die neue starke Frau und wird gerne mit der viel bewunderten Golda Meir verglichen: Auch Meir war zunächst Außenministerin und übernahm 1969 bis 1974 das höchste Regierungsamt.
Anders als Golda Meir wächst Zipora, wie der biblische Vorname Liwnis vollständig lautet, allerdings in einer sehr bekannten rechtsgerichteten und zionistischen Familie auf.
Von Kindheitstagen an hat sie mit Politik zu tun: Ihr aus Polen stammender Vater Eitan war führender Vertreter der nationalistischen zionistischen Irgun-Miliz und später Abgeordneter der israelischen rechts-konservativen Likud-Partei.
Bevor Liwni für den Likud in die Politik einsteigt, ist sie als Studentin in Paris für den israelischen Geheimdienst Mossad tätig. Details über ihre Missionen hat sie nie preisgegeben. Später arbeitet die Mutter zweier Kinder als Anwältin.
1999 wird sie das erste Mal in das israelische Parlament, die Knesset, gewählt. Sechs Jahre später kommt es zum Bruch der Likud-Partei. Auslöser ist...
... der Plan des damaligen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zum einseitigen Abzug aus dem Gazastreifen. Als er damit auf Widerstand stößt, verlässt er 2005 den Likud. Liwni ...
... steht ihm zur Seite. Sie gehört im November 2005 zu den Gründungsmitgliedern der neuen Partei Kadima (Vorwärts).
Die Kadima ist politisch zwischen dem rechts-konservativen Likud und der sozialdemokratischen Arbeitspartei angesiedelt. Sie sieht sich als eine liberale Partei in der Mitte des israelischen Parteienspektrums.
Nachdem Scharon Anfang Januar 2006 einen Schlaganfall erleidet, wird der damals amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert neuer Kadima-Vorsitzender und ...
… der "Shooting Star" neue Außenministerin.
Ihre größte Herausforderung ist es, als Chefunterhändlerin die Friedensgespräche mit den Palästinensern zu führen.
Im Lauf der Verhandlungen ändert sie ihre Meinung. Damit entfernt sie sich von Olmert: Beide hatten lange daran geglaubt, dass die besetzten palästinensischen Gebiete aus historischen und religiösen Gründen dem Judenstaat gehören.
Später befürwortet Liwni die Räumung der besetzten Gebiete sowie die Errichtung eines Palästinenserstaats, der friedlich und Seite an Seite mit dem jüdischen Staat existieren soll.
Nicht nur deshalb distanziert sich die Juristin vom Kadima-Vorsitzenden.
Auslöser ist vor allem Olmerts Korruptionsaffäre. Er soll innerhalb von 15 Jahren rund 150.000 Dollar vom US-Unternehmer und Spendensammler Morris Mosche Talansky angenommen haben.
Dazu kommt Spesenbetrug. Er soll mehrfach Anträge auf Auslandsreisen gestellt und danach die Spesen mehrfach abgerechnet haben. Summe: rund 110.000 Dollar. Olmert beteuert zwar seine Unschuld ...
… doch sein Image ist ruiniert. Seine Tage als Kadima-Chef sind gezählt. Nun schlägt die Stunde der "Sauberfrau".
Am 17. September jubeln ihre Anhänger: Liwni gewinnt die parteiinterne Vorwahl zur Kadima-Chefin. Sie schlägt mit einem knappen Vorsprung von 1,1 Prozentpunkten Verkehrsminister Schaul Mofas.
Daraufhin zieht sich der Hardliner aus der Regierung zurück. Israelische Medien spekulieren, ob er sich nur eine Auszeit gönnt. Mofas genießt starken Rückhalt innerhalb der Kadima.
Er hat deshalb Chancen, künftiger Premierminister zu werden. (im Bild: Mofas (l.) mit Olmert)
Wenige Tage nach seiner Abwahl reicht Olmert (21. September 2008) bei Präsident Schimon Peres (Kadima) offiziell seinen Rücktritt ein.
Daraufhin beauftragt Peres die Zipi Liwni mit der Bildung einer neuen Regierung. Sie hat 42 Tage Zeit, eine Koalition zu bilden.
Zuerst liebäugelt Liwni mit der Oppositionspartei Likud.
Doch Parteichef Benjamin Netanjahu lehnt ab. Er wittert seine Chance. Sollte Liwni es nicht schaffen eine stabile Koalition zu bilden, käme es zu Neuwahlen. Aus denen würde er laut Umfragen als Sieger hervorgehen.
Und so weist er das Koalitionsangebot laut Onlinemedien mit folgenden Worten zurück: "Liwni versucht, staatsmännisch aufzutreten, wirkt dabei jedoch erbärmlich."
Danach konzentriert sich die Kadima auf eine Koalition aus mehreren Parteien. Doch Liwni scheitert. Am 26. Oktober erklärte sie die Regierungsbildung für gescheitert.
Peres ruft Neuwahlen aus, die am 10. Februar 2009 stattfinden. Die Kadima schlägt den Likud mit nur einem Mandat (28 zu 27 Mandate).
Und wieder schafft es Liwni nicht, eine Regierungsmehrheit zu bilden.
Die Mehrheit der Parteien entscheidet sich für ihren Gegner, Benjamin "Bibi" Netanjahu. Die zweite Niederlage für Zipi Liwni. An einer Regierungsarbeit mit "Bibi" ist sie ...
... nun nicht mehr interessiert. Am 31. März 2009 wird sie als Außenministerin abgelöst.
Video: Obama-Besuch in Israel - Gespräche mit Abbas und Olmert

Angesichts der andauernden Raketenangriffe militanter Palästinenser auf das israelische Grenzgebiet bereitet Israel nach Medienangaben Militäreinsätze gegen die radikal- islamische Hamas vor. Die Armee habe knapp eine Woche nach Ende einer sechsmonatigen Waffenruhe grünes Licht für eine Serie von Operationen im Gazastreifen erhalten, berichteten israelische Medien am Donnerstag. Darunter seien schwere Luftangriffe auf Ziele der Hamas und des Islamischen Dschihad sowie punktuelle Bodeneinsätze.

Eine Wiederbesetzung des Gazastreifens sei jedoch nicht vorgesehen, berichteten die Medien unter Berufung auf Militärs. Man wolle schrittweise den Druck erhöhen, um Hamas zum Stopp der Raketenangriffe zu zwingen. Die Einsätze sollten beginnen, sobald das Wetter dies erlaube. In Israel und den Palästinensergebieten herrscht in diesen Tagen stürmisches und regnerisches Wetter.

"Hamas soll Preis bezahlen"

Verteidigungsminister Ehud Barak sagte am Mittwochabend im israelischen Fernsehen, er habe die Streitkräfte angewiesen, sich auf eine Antwort auf die Raketenangriffe vorzubereiten. Die Hamas sei verantwortlich und werde den Preis bezahlen.

Militante Palästinenser hatten am Mittwoch mehr als 60 Kassam- Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Es gab keine Verletzten, zahlreiche Menschen erlitten jedoch einen Schock. Hamas erklärte, die Angriffe seien eine Antwort auf den Tod dreier seiner Kämpfer am Dienstagabend bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten am Nordrand des Gazastreifens.

(dpa, N24)

25.12.2008 11:01 Uhr

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