Vorschusslorbeeren

Obamas erfolgreiche "Flitterwochen"

Aktuelle Umfragewerte zeigen die kollektive Obama-Euphorie in den USA. Kein anderer Präsident konnte bisher vor seinem Amtsantritt so viel Zustimmung gewinnen.

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"Neues Kapitel für unser großartiges Land": 82 Prozent der US-Bürger sind laut einer aktuellen CNN-Umfrage zufrieden mit ihrem zukünftigen Präsidenten.
"Unsere Feinde sind erfindungsreich und gut ausgerüstet – so wie wir. Sie denken ständig darüber nach, wie sie unserem Land schaden können – so wie wir."
"Ich freue mich, dass mein Freund, Senator Bill Frist, heute Abend hier ist. Er hat ein Mädchen aus Texas geheiratet, Karyn. Sie ist auch hier. Ein west-texanisches Mädchen, genau wie ich."
"Die Familie ist da, wo unsere Nation Hoffnung findet, wo den Flügeln Träume wachsen."
"Ich glaube an die friedliche Koexistenz von Mensch und Fisch."
"Es ist nicht die Verschmutzung, welche die Erde ruiniert, sondern es ist die Unreinheit von Luft und Wasser."
"Zu viele Gynäkologen sind nicht in der Lage, ihre Liebe zu Frauen zu praktizieren."
"Ich bin stolz, die Hand eines tapferen irakischen Bürgers zu schütteln, dem Saddam Hussein die Hand abgehackt hat."
"In meiner Lage, meiner Lage der Nation, oder Lage – in meiner Rede an die Nation, egal wie das heißt, die Rede an die Nation, habe ich die Amerikaner gebeten, 4000 Jahre zu geben, 4000 Stunden für den Rest ihres Lebens, als Dienst an Amerika."
"Ich bin nicht sehr analytisch. Wissen Sie, ich verwende nicht viel Zeit darauf, über mich nachzudenken, und darüber, warum ich etwas mache."
"Ich hatte keine Gelegenheit, den Fragenden die Fragen zu stellen, die sie fragten."
"Meine Aufgabe ist es, irgendwie, über das Unmittelbare hinauszudenken."
"Ich denke, wir sind uns einig darüber, dass die Vergangenheit vorbei ist."
"Ich glaube, Krieg ist ein gefährlicher Ort."
"Ich weiß, was ich glaube. Ich werde fortfahren zu sagen, was ich glaube, und was ich glaube – ich glaube, was ich glaube, ist richtig."
"Ich verspreche, ich werde darauf hören, was hier gesagt wurde, sogar wenn ich nicht hier war."
"Wenn Dad und ich nicht über Politik reden, sprechen wir über Tussies und Pussies."
"Ich glaube, es gibt eine gewisse Methodik in meinen (Dienst-)Reisen."
"Wir werden die am besten ausgebildeten Amerikaner auf der Welt haben."
"Gesunde Kinder brauchen keine Krankenversicherung."
"Nun, ich glaube, wenn du sagst, du machst etwas und machst es nicht, das ist Glaubwürdigkeit."
"Es ist Zeit, dass die Menschheit ins Sonnensystem vordringt."
"Ich habe keinen Kalender auf dem Schreibtisch, dem wunderbaren Schreibtisch, der sagt, an dem Tag und an dem Tag, bist du fertig. Das ist nicht, wie ich denke."
"Auf jeden tödlichen Schuss kommen rund drei nicht tödliche. Dies ist in Amerika unakzeptabel. Und es ist einfach unakzeptabel. Wir werden uns darum kümmern."
"Es ist nicht die wichtigste Aufgabe, Gouverneur zu sein, oder First Lady in meinem Fall."
"Wir sind der NATO fest verpflichtet. Wir sind ein Teil der NATO. Wir sind Europa fest verpflichtet. Wir sind ein Teil Europas."
"Meine Mutter hat immer gesagt: Wenn du eine Brezel isst, musst du gut kauen, bevor du sie schluckst. Man soll immer auf seine Mutter hören."
"Ein niedrigeres Wahlergebnis ist ein Zeichen, dass weniger Leute zur Wahl gehen."
"Wir sind bereit für jedes unvorhergesehene Ereignis, das eintritt oder auch nicht."
"Das ist eindeutig ein Haushaltsplan – da sind eine ganze Menge Zahlen drin."
"Ich verstehe etwas vom Wachstum kleiner Betriebe. Ich war selber einer."
"Reden führt zu unklaren, undeutlichen Dingen."
"Afrika ist eine Nation, die unter unglaublichen Krankheiten leidet."
"Mein Standpunkt für das Leben ist, dass ich glaube, es gibt Leben."
"Kein Präsident hat jemals so viel für die Menschenrechte getan wie ich."
"Was an Büchern mit am besten ist: Manchmal sind da ganz phantastische Bilder drin."
"Eine Diktatur wäre viel einfacher, solange ich der Diktator bin."
"Lassen Sie mich zunächst einmal klarstellen: Arme Menschen müssen nicht unbedingt Mörder sein."
"Ich denke, wenn man weiß, was man glaubt, ist es viel einfacher, Fragen zu beantworten. Ich kann ihre Frage nicht beantworten."
"Die große Mehrzahl unserer Importe kommt von außerhalb des Landes."
"Ich stehe zu allen Falschaussagen, die ich gemacht habe."
Video: Obamas Amtseinführung - Vier Millionen Zuschauer erwartet

Barack Obama wird vor seinem Amtsantritt mit Vorschusslorbeeren bedacht wie seit Jahrzehnten kein gewählter US-Präsident vor ihm. 82 Prozent der US-Bürger sagten in einer zu Weihnachten veröffentlichten Umfrage des Senders CNN, sie seien mit Obamas Vorbereitungen der Amtsübernahme am 20. Januar zufrieden. Auch seine Pläne für den Kampf gegen die Wirtschaftskrise stoßen demnach auf breite Akzeptanz im Land.

Obamas Umfragewerte sind besser als die des scheidenden Amtsinhabers George W. Bush, bevor dieser Anfang 2001 sein Amt antrat. Nach der umstrittenen Wahl Ende 2000 hatten 65 Prozent der US-Bürger Bush ihr Vertrauen bekundet, Bill Clinton erhielt nach seiner Wahl 1992 einen Zustimmungswert von 67 Prozent. Die Umfrage zu Obama wurde am Mittwoch veröffentlicht. Befragt wurden die Teilnehmer zwischen Freitag und Sonntag vergangener Woche, nachdem der Demokrat sein Kabinett endgültig zusammengestellt hatte.

"Barack Obama hat bessere Flitterwochen mit der amerikanischen Öffentlichkeit als jeder künftige US-Präsident vor ihm in den vergangenen drei Jahrzehnten", erklärte der Umfragechef von CNN, Keating Holland, auf der Website des Senders. Dies gelte für jeden abgefragten Themenbereich. Nach der CNN-Umfrage unterstützen 56 Prozent der US-Bürger Obamas Pläne für ein Konjunkturprogramm, das die gebeutelte Wirtschaft ankurbeln soll. 42 Prozent lehnen die Pläne ab.

"Neues Kapitel für unser großartiges Land"

In einer Weihnachtsansprache rief Obama am Donnerstag die US-Bürger zu Einigkeit und Tatkraft auf. Es müssten Ideen und Neuerungen her, um ein "neues Kapitel für unser großartiges Land zu schaffen", sagte er in der Radio- und Videoansprache. Dies sei der "Geist", der seine Regierung im neuen Jahr leiten werde. Wenn die US-Bürger zusammenkämen und sich in Zeug legten, dann sei er sich sicher, dass wieder Jobs geschaffen würden und das Land einen neuen Kurs einschlage.

Obama verbrachte mit seiner Familie den Weihnachtsurlaub auf Hawaii. Dort besuchte er eine Trauerfeier für seine im vergangenen Monat verstorbene Großmutter. Am Donnerstag besuchte er Soldaten eines Stützpunkts der Marine-Infanterie auf Hawaii zu einem Weihnachtsessen.

Wie die Umfragewerte zeigen, hat der Skandal um den unter Korruptionsverdacht stehenden Gouverneur Rod Blagojevich aus Obamas Heimatstaat Illinois der Beliebtheit des künftigen Präsidenten keinen Abbruch getan. Am Dienstag sprach ein interner Untersuchungsbericht Obama und seine engsten Mitarbeiter vom Verdacht frei, heikle Gespräche mit Blagojevich über die Besetzung von Obamas freiwerdendem Senatssitz geführt zu haben. Blagojevich wird vorgeworfen, er habe den Sitz meistbietend verkaufen wollen.

Korruptionsverdacht gegen Blagojevich

Seine Auswertung von Kontakten zwischen dem Übergangsteam und dem Büro von Blagojevich habe ergeben, dass Obamas künftiger Stabschef Rahm Emanuel ein- oder zweimal mit Blagojevich und mehrmals mit dem Stabschef des Gouverneurs gesprochen habe, sagte Obamas künftiger Rechtsberater Greg Craig. Doch habe Emanuel dabei nur die Namen geeigneter Kandidaten für den Senatsposten genannt. Niemals sei es in den Gesprächen um mögliche Vorteile für den Gouverneur gegangen.

Blagojevich war Anfang Dezember wegen Betrugs- und Korruptionsverdachts festgenommen worden, kam aber kurz darauf gegen Kaution wieder frei. Blagojevich beteuert seine Unschuld und lehnt einen Rücktritt ab. Das Parlament von Illinois fordert die Amtsenthebung des demokratischen Gouverneurs.

(AFP, N24)

26.12.2008 14:06 Uhr

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