Zur Amtseinführung

Hollywood spendet für Obama

Nachdem Hollywood-Stars bereits den Wahlkampf von Barack Obama unterstützt haben, wird für die Amtseinführung tief in die Tasche gegriffen. Zu den Spendern gehören Steven Spielberg und Halle Berry.

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Am 20. Januar 2009 ist es endlich so weit. Dann wird Barack Obamaals 44. Präsident der USA vereidigt.
Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird.
"Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige.
Auch Brad Pitt und …
… Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt.
Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: …
"Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit."
Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008)
… Matt Damon, …
… Sarah Jessica Parker bis …
… Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte.
Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der …
… von einem "historischen Wahlsieg" sprach.
Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008)
Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, …
… mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden."
Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein.
Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und …
… Sacha Baron Cohen ("Borat").
In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und …
… Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten.
"Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein.
Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat."
Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie
… Mary J. Blige, …
… Bruce Springsteen, …
… Spike Lee, …
… Susan Sarandon, …
… Tim Robbins und …
… Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times".
Als Barack Obama am 4. November zum 44. US-Präsidenten gewählt wurde, stand die Welt Kopf.
Nicht nur in den USA wurde gejubelt, …
… in der ganzen Welt feierte man den Sieg des ersten afroamerikanischen Präsidenten. In Kenia, wo Obamas Familie väterlicherseits lebt, tanzte seine Großmutter Sarah auf der Straße vor Freude.
Am 20. Januar 2009 wird Barack Obama in Washington vereidigt.
Die Aufbauarbeiten sind schon in vollem Gange: An dem Bühnenpodest für die Amtseinführungs-Parade wird schon fleißig geschraubt und gehämmert.
Die Souvenirläden, wie hier in Washington, haben alles, um sich für den Tag der Vereidigung richtig auszustatten.
Obama-Poster, Obama T-Shirts, Obama Basecaps…egal was, Hauptsache Obama ist drauf zu sehen.
Die japanische Stadt Obama City in der Nähe von Tokyo macht sich ihren Namen auch zu Nutzen.
Auch Kenia bereitet sich auf den 20. Januar vor. So werden z.B. verbilligte Flugtickets nach Washington angeboten.
Mit dem Sieg hofft das Land aber auch, mehr Touristen anzulocken. Obamas Wurzeln liegen im kenianischen Kogelo, wo seine Großmutter lebt und sein Vater begraben ist.
Und wie vertreibt sich der künftige Präsident die Zeit?
In den letzte Wochen war er vor allem damit beschäftigt, sein Kabinett zu nominieren.
Was lange spekuliert wurde, hat sich bestätigt: Seine frühere Widersacherin Hillary Clinton wird das Außenministerium übernehmen.
Privat versucht Obama noch ein "normales" Leben zu führen.
Man sieht ihn bei der Mittagspause im Coffe Shop in Chicago, …
… auf dem Weg zum Basketball-Spiel …
… oder ins Fitness-Studio.
Seine Hemden bringt er noch in seine Reinigung in Chicago.
Wo Obama auch auftritt, ist er sofort von Menschen umgeben, die ihn anfassen wollen.
Immer mit dabei sind die Sicherheitsbeamten, die auf Schritt und Tritt Barack Obama überall hin begleiten.
Auch das Leben seiner beiden Töchter ändert sich: Der Weg zur Schule findet unter Begleitung von Sicherheitspersonal statt.
Wenn Obama der "mächtigste Mann der Welt" sein wird, darf er vieles, nur wird er, natürlich aus Sicherheitsgründen, sein heiß geliebtes Blackberry abgeben müssen. Der kleine "Tastenfreund" war in den letzten Jahren sein ständiger Begleiter.
Ab 20. Januar wohnt Familie Obama dann im Weißen Haus. Barack Obama unternahm bereits mit seiner Frau Michelle eine Vorabbesichtigung.
Begrüßt wurden die beiden von den derzeitigen Bewohnern George und Laura Bush.
Während sich Laura Bush und Michelle Obama zu einem Gespräch unter First Ladies zurückzogen, …
… machten George Bush und sein Nachfolger eine Rundumbesichtigung …
… mit Abstecher in den Rosengarten, …
…um sich dann in Obamas künftigen Büro auszutauschen.
"Es war ein fantastischer Sieg", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana.
"Dies ist ein Wendepunkt für die Vereinigten Staaten. Es könnte auch ein Wendepunkt für die Welt sein", formulierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso begeistert.
"Ich hoffe sehr, dass unter der Führung von Präsident Obama die USA und die EU gemeinsam einen neuen Deal zum Wohle der gesamten Welt zustande bringen."
"Eine neue Vereinbarung über finanzielle Stabilität, weltweiten Wohlstand und Handel, das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele, den Kampf gegen den Klimawandel und die Stärkung der Menschenrechte."
Der amtierende EU-Ratspräsident, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy: "In einem Augenblick, in dem immense Herausforderungen vor uns stehen, …
… weckt Ihre (Obamas) Wahl in Frankreich, in Europa und in der ganzen Welt eine große Hoffnung."
Der scheidende US-Präsident George W. Bush: "Sie (Obama) stehen vor einer großartigsten Reisen des Lebens. Glückwunsch und viel Spaß dabei!"
Der Iran freut sich derweil über das Ende der Ära Bush. Ex-Parlamentspräsident Gholam-Ali Hadad-Adel: "Der nächste US-Präsident sollte den von Bush eingeschlagenen Kurs ändern, um …
… den Sumpf, den er geschaffen hat, auszutrocknen."
Der Irak wiederum hätte Bush lieber behalten. Und so ringt sich Regierungssprecher Ali al-Dabbagh nur einen dürren Glückwunsch für Obama ab.
Und Iraks Außenminister Hoschiar Sebari betont, es werde auch mit Obama als Präsidenten keinen Kurswechsel in der amerikanischen Irak-Politik geben.
In Saudi-Arabien glaubt man allerdings, dass es letztlich egal ist, wer im Weißen Haus sitzt. Und das, obwohl das Königshaus (im Bild König Abdullah) schon lange enge Beziehungen zur Familie Bush pflegt.
Denn, so schrieb kürzlich ein saudischer Kommentator, "alle US-Präsidenten sind mit dem Ziel angetreten, sich von unserem Öl unabhängig zu machen, und keiner von ihnen hat es geschafft".
Solche Gedanken sind dem britischen Premier Gordon Brown fremd. Für ihn ist Obama ein "wahrer Freund Großbritanniens". Brown: "Das ist ein Moment, der in unserer Geschichte …
… lebendig sein wird, solange Geschichtsbücher geschrieben werden". Obama habe die Politik mit "seinen fortschrittlichen Werten und seiner Zukunftsvision" in neue Spannung versetzt.
Viele Staatsoberhäupter verbinden mit der Wahl Obamas die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit, zum Beispiel der chinesische Präsident Hu Jintao, …
… der japanische Ministerpräsident Taro Aso, …
… Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier und ...
… der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi. Er ist sich "absolut sicher, dass die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter wachsen und sich verstärken wird".
Auch der russische Präsident Dmitri Medwedew hofft, "dass die neue US-Führung als Partner sich für eine vollwertige Zusammenarbeit mit Russland entscheidet".
Kanzlerin Angela Merkel ist "überzeugt, dass wir in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen Gefahren und Risiken entschlossen begegnen."
Gewerkschaftschef Michael Sommer spricht von einem guten Zeichen für die Arbeitnehmer, "die nun auf mehr soziale Rechte setzen können".
Sommer erwartet, dass Obama an einer Regulierung des Weltfinanzsystems zum Wohle der Menschen und der Wirtschaft beitragen werde.
Auch Schauspieler gratulieren Obama, beispielsweise Armin Mueller-Stahl. Er hofft auf einen neuen "Nelson Mandela".
Der in Hollywood lebende Müller-Stahl sagte, jetzt gingen die "Aufräumarbeiten" los. Obama werde alles angehen, was in Amerika angegangen werden müsse.
Apropos Nelson Mandela. Südafrikas Ex-Präsident sagte zu Obama: "Ihr Sieg hat gezeigt, dass es niemandem auf der Welt verwehrt sein sollte davon zu träumen, …
… die Welt in einen besseren Platz zu verwandeln."
Zuvor hatte bereits Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe ein Glückwunsch-Telegramm geschickt. "Ihr (Obamas) Sieg in dieses hohe Amt bringt Hoffnung für Millionen Ihrer Landsleute sowie …
… für Millionen Menschen afrikanischer Abstammung sowohl in Afrika wie in der Diaspora mit sich."
Kabarettist Dieter Hildebrandt: "Wir hatten eine schöne Nacht, meine Frau und ich, wir haben gejubelt."
"Ich frage mich aber, wie lange überlebt Obama das?" Damit äußert er die Sorge, dass der erste schwarze Präsident der USA eines Tages einem Attentat zum Opfer fallen könnte - wie Hoffnungsträger John F. Kennedy 1963.
Obama bekommt auch den Segen der Kirche. Vatikansprecher Federico Lombardi (hier mit Papst Benedikt XVI.): Der erste Schwarze an der Spitze der Vereinigten Staaten werde sich hoffentlich "für Recht und Gerechtigkeit engagieren, …
… geeignete Wege finden, um Frieden in der Welt zu fördern, die Entwicklung und Würde der Menschen zu unterstützen, und dabei die grundlegenden menschlichen und spirituellen Werte achten".
Für die Evangelische Kirche in Deutschland sagte Auslandsbischof Martin Schindehütte: "Wenn ein Schwarzer gewählt wird, der ein offenes und liberales Christentum vertritt, dann ist das ein Indiz dafür, …
… dass sich der Zusammenhang von Politik und Religion in den USA verschiebt.“ Bush sei oft Gefahr gelaufen, Politik und Religion direkt miteinander zu verbinden und seine Politik als Verteidigung der Religion zu verstehen.
Was für eine Nacht: In den USA wurde ein neuer Präsident gewählt und die Welt fieberte mit.
Ob verliebte Japaner ...
... mitteilungsbedürftige Italiener ...
... fotogene Chinesen ...
... schöne Spanier ...
... revolutionäre Deutsche oder ...
... stolze Kongolesen: In der ganzen Welt wurden vor allem ...
... für den neuen Präsidenten der USA die Daumen gedrückt. Obama selbst ...
... gab am Wahltag ganz entspannt im ...
... Kreis seiner Familie seine ...
... Stimme ab. Der unterlegene McCain ...
... ließ sich beim Gang zur Wahlurne schon mal vorsorglich von der Gattin tätscheln.
Ob der Republikaner zu diesem Zeitpunkt schon ahnte, dass er gegen seinen Herausforderer ...
... keine Chance haben sollte? Nachmittags wurde zumindest in Phoenix ...
... an der Feier für die Republikaner gebastelt. Allerdings war die Stimmung im McCain-Lager im Gegensatz zum ...
... Massenauflauf in Chicago, wo ...
... Obama-Anhänger sich den Tag mit Hoffen und Bangen vertrieben, eher mau. Das Warten ...
... hat sich für die jubelnden Massen gelohnt. Um fünf Uhr morgens (MEZ) stand fest:
Das Tauziehen um die Nachfolge von George W. Bush hat ein Ende.
Nicht nur für viele afroamerikanische US-Bürger ging mit der historischen Wahl ...
... ein Traum in Erfüllung. Die Personalfrage im ...
... Weißen Haus hatte so viele Menschen wie nie zuvor ...
... mobilisiert. Doch die Wahllokale waren dem Massenansturm ...
... teilweise nicht wirklich gewachsen. Vor allem die bereits im Vorfeld vielkritisierten ...
... Wahlcomputer sorgten immer wieder für Probleme. Mal konnten die Stimmzettel nicht eingelesen werden, mal gaben sie einfach komplett den Geist auf. Offenbar ...
... macht die Not aber erfinderisch. Wer sich nicht entscheiden konnte der konnte sich entweder telefonisch Rat suchen ...
... oder auf eine Eingebung von Oben warten. Mancherorts versuchte man sogar ...
... den Machtwechsel durch gemeinschaftliches ...
... Sturmsingen herbeizuzaubern.
Vize-Kandidatin Sarah Palin, hier bei der Stimmabgabe mit Gatten Todd, ist jedenfalls ...
... erstmal weg vom großen Politparkett. Allerdings wird sie uns sicher ....
... noch eine Weile als Werbeträgerin wider Willen begegnen - Schließlich hat sie uns die heiße Phase des Wahlkampfs mit zahlreichen gestürmten Fettnäpfchen versüßt.
Nach einer Nacht voller Hoffen und Bangen steht fest: McCain-Anhänger können sich endlich warm anziehen.
Während John McCain in Phoenix seine Niederlage eingesteht ...
... feiert nicht nur Chicago ...
... und der Rest der Vereinigten Staaten den neuen ...
... Präsidenten und den Anbruch einer neuen politischen Epoche: Barack Obama.

Hollywood-Stars und Chefs von großen US-Unternehmen wie Google oder Microsoft greifen für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Barack Obama tief in die Tasche. Der Regisseur Steven Spielberg und seine Frau Kate spendeten jeweils die Höchstsumme von 50.000 Dollar (35.650 Euro), wie das Organisationskomitee auf der Internetseite www.pic2009.org/donors mitteilte. Auch die Schauspielerinnen Halle Barry und Sharon Stone sowie ihr Kollege Jamie Foxx ließen für das Großereignis am 20. Januar je 50.000 Dollar springen. Frühere US-Präsidenten hatten die Spender für ihre Amtseinführung in der Regel geheim gehalten.

Google-Chef Eric Schmidt spendete nach Angaben der Organisatoren 25.000 Dollar, genauso wie Google-Gründer Larry Page und die Vize-Präsidentin des Internetkonzerns, Marissa Mayer. Microsoft-Chef Steve Ballmer und seine Frau Connie spendeten demnach jeweils 50.000 Dollar, der frühere Basketballstar Earvin "Magic" Johnson ließ 25.000 Dollar springen. Fünf Familienangehörige des US-Milliardärs George Soros spendierten zusammen sogar 250.000 Dollar. Die Spender sollen unter anderem mit VIP-Karten für die Feier belohnt werden.

Obama war bereits im Wahlkampf von vielen Hollywood-Größen unterstützt worden. Schauspielstars wie George Clooney, Halle Berry und Ben Affleck, die Diva Barbara Streisand, Talkshow-Königin Oprah Winfrey und der Rocker Bruce Springsteen nutzen ihre Prominenz, um Geld für Obamas Wahlkampf zu sammeln und Wähler an die Urne zu locken. Bei der Vereidigungszeremonie treten unter anderem die Soullegende Aretha Franklin und der Geiger Izhak Perlman auf.

(AFP, N24)

26.12.2008 23:49 Uhr

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