Die israelische Armee hat Ziele im Gazastreifen bombardiert und dabei mehr als 200 Palästinenser getötet. Als Reaktion darauf rief die Hamas zu einer neuen Intifada und zu Selbstmordanschlägen auf.
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Als Reaktion auf die anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen hat Israel eine der blutigsten Militäraktionen in der Geschichte des Nahost-Konflikts gestartet. Kampfflugzeuge bombardierten Dutzende Standorte der Hamas im Gazastreifen, mindestens 225 Menschen wurden getötet, überwiegend Polizisten der Hamas. Hamas-Chef Chaled Maschaal rief die Palästinenser zu einer neuen Intifada auf und kündigte Selbstmordanschläge an.
Die israelischen Luftangriffe galten laut Armee vor allem Trainingslagern der Hamas, dem Polizeihauptquartier in Gaza und Raketenwerfern. Die Angriffe dauerten am Abend weiter an. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die Angriffe könnten noch verstärkt werden. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sagte im Fernsehen, die Armee bekämpfe nicht das palästinensische Volk, sondern die Hamas. Israel werde alles tun, um zivile Opfer und eine humanitäre Krise im Gazastreifen zu verhindern.
Ägypten nimmt Verletzte auf
Durch die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Krankenhausangaben mindestens 225 Menschen getötet und 700 weitere verletzt, 140 von ihnen schwer. Ägypten öffnete den Grenzübergang Rafah, um die Behandlung verletzter Palästinenser in ägyptischen Krankenhäusern zu ermöglichen.
Nach Angaben der israelischen Armee feuerten radikale Palästinenser mehr als 50 Raketen und Mörsergranaten auf den Süden Israels ab. Ein Israeli wurde getötet, als ein Geschoss in einem Haus in der Ortschaft Netivot einschlug.
Hamas kündigt neue Intifada an
Der im Exil lebende Hamas-Chef Maschaal sagte im Fernsehsender El Dschasira: "Wir rufen zu einer militärischen Intifada gegen unseren Feind auf. Der Widerstand wird sich mit Selbstmordaktionen fortsetzen." Zuvor hatte der Chef der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Hanijah, gesagt, seine Bewegung werde sich nicht geschlagen geben, selbst wenn der Gazastreifen "vernichtet" werde.
Die Hamas hatte vor anderthalb Jahren die Macht im Gazastreifen gewaltsam übernommen. Am 19. Dezember hatte sie den im Juni unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelten Waffenstillstand mit Israel offiziell für beendet erklärt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die "Massaker im Gazastreifen" und forderte das Ende der israelischen Luftangriffe. Die Arabische Liga kündigte für Sonntag eine Dringlichkeitssitzung an.
Steinmeier fordert Ende der Gewalt
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte die Hamas auf, den "unerträglichen Raketenbeschuss" auf Israel sofort und dauerhaft einzustellen. Die Bundesregierung respektiere das legitime Recht Israels, sich selbst zu verteidigen. Gleichzeitig müsse Israel alles tun, um zivile Opfer zu vermeiden.
Der französische Staatschef und EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy verlangte ein unverzügliches Ende der Raketenangriffe auf Israel sowie der israelischen Bombardements. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana forderte einen "sofortigen Waffenstillstand" im Gazastreifen. Das Weiße Haus erklärte, die Hamas habe "die Karten in der Hand" und könne den israelischen Angriffen ein Ende machen, indem sie den Raketenbeschuss vom Gazastreifen aus beende. Russland forderte beide Seiten zum Gewaltverzicht auf. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein "sofortiges Ende aller Gewalt".