Angriffe auf Gazastreifen
Weltweit Besorgnis und Verurteilung
Die Vereinten Nationen und die Europäische Union verurteilen die israelischen Angriffe scharf. Es handele sich um einen "unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt", so UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.
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Die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen mit mehr als 200 Toten haben am Samstag international Besorgnis ausgelöst und den Ruf nach einem sofortigen Stopp der Kämpfe laut werden lassen.
Vielfach wurde Israel ein unverhältnismäßiger Einsatz militärischer Gewalt vorgeworfen. Scharfer Protest und die Forderung nach einem internationalen Einschreiten kam aus den arabischen Ländern. Regierungen und internationale Organisationen appellierten an Israelis und die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas, zivile Opfer zu vermeiden.
UN und EU verurteilen Raketenangriffe
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt, der zu toten und verletzten Zivilisten geführt habe. Wie ein Sprecher Bans am Samstag in New York mitteilte, verurteilte der UN-Chef zugleich die anhaltenden Raketenangriffe militanter Palästinenser auf den Süden Israels. Ähnlich lautete die Reaktion der Europäischen Union: Man verurteile sowohl die israelischen Bombenangriffe als auch den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen, teilte die französische EU-Ratspräsidentschaft in Paris mit. EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner forderte beide Konfliktparteien auf, sich unverzüglich wieder an den Waffenstillstand zu halten.
EU-Chefdiplomat Javier Solana verurteilte die israelischen Luftangriffe scharf. "Die derzeitigen israelischen Luftangriffe führen zu einem nicht hinnehmbaren Leid für palästinensische Zivilisten und werden die humanitäre Lage nur verschlechtern und die Suche nach einer friedlichen Lösung des Problems nur erschweren", erklärte Solana am Samstagabend in Brüssel. "Es gibt im Gazastreifen keine militärische Lösung", heißt es in einer Stellungnahme des EU-Außenbeauftragten. Er verurteilte auch die Raketenangriffe gegen Israel.
USA und Russland fordern sofortigen Waffenstillstand
US-Außenministerin Condoleezza Rice hat vor dem Hintergrund des israelischen Offensive in Gaza die radikalislamische Hamas-Bewegung scharf kritisiert. Hamas trage die Schuld am jüngsten Bruch des Waffenstillstands. "Die Vereinigten Staaten verurteilen streng die wiederholten Raketen- und Mörserangriffe auf Israel und halten Hamas für den Bruch des Waffenstillstands und die erneute Gewalt in Gaza verantwortlich", meinte sie in einer am Samstag in Washington verbreiteten Erklärung. Der Waffenstillstand sollte sofort wiederhergestellt werden. Zugleich rief die alle Beteiligten auf, "dem unschuldigen Volk von Gaza" humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.
Moskaus Außenamtssprecher Andrej Nesterenko forderte unterdessen Israel auf, "die Kampfhandlungen, die bereits zu großen Verlusten und viel Leid unter der friedlichen palästinensischen Bevölkerung geführt haben, zu beenden".
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy warf Israel ebenfalls unverhältnismäßigen Gewalteinsatz vor. Die Bombardierung müsse sofort ein Ende haben, ließ er in Paris mitteilen. Auch der britische Premierminister Gordon Brown rief zu einem Ende der Gewalt auf. Er sei "zutiefst besorgt" über die Angriffe aus dem Gazastreifen auf Israel und die Antwort der Israelis darauf, sagte Brown in London. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte in der "Bild am Sonntag" die Befürchtung, dass der Gazastreifen "erneut in einer Spirale der Gewalt" versinken könnte.
Schärfste Reaktionen aus dem Iran
In der arabischen Welt wurde das israelische Vorgehen verurteilt. Ägypten machte die Regierung in Jerusalem "als Besatzungsmacht" verantwortlich für Tote und Verletzte. Zugleich bot Kairo an, wie schon mehrfach in der Vergangenheit zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu vermitteln. Jordanien verlangte eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga. In Amman demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen das israelische Vorgehen. Der Jemen forderte einen Krisengipfel der arabischen Staaten.
Die schärfste Reaktion kamen aus Teheran, dessen Führung als erbittertster Gegner Israels in der Region gilt. «Dieser brutale und unmenschliche Akt des zionistischen Regimes fügt dessen finsterem kriminellem und terroristischem Strafregister ein weiteres Kapitel hinzu», zitierte die Nachrichtenagentur ISNA einen iranischen Außenministeriumssprecher. Teheran forderte den Weltsicherheitsrat und die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) auf, unverzüglich einzuschreiten, um die Gewalt zu stoppen.
Hilfsorganisationen sehe eine Zuspitzung der humanitären Lage
Der Vatikan verurteilte die israelischen Luftangriffe und beklagte die "zahlreichen unschuldigen Opfer". Hilfsorganisation äußerten die Befürchtung, dass sich die durch die monatelange israelische Blockade ohnehin angespannte humanitäre Lage im Gazastreifen weiter zuspitzen werde. Die in dem Palästinensergebiet tätigen Organisationen warnten zudem vor einem "großangelegten militärischen Eindringen" der Israelis in den Gazastreifen, das "verhängnisvolle Folgen für die Bevölkerung hätte".
(dpa, N24)
28.12.2008 07:15 Uhr









