Tod in der Kliniktoilette
Polizei prüft Medikamenten-Einfluss
Nach dem tagelang unbemerkten Tod einer Frau in einer Kliniktoilette in Weimar prüfen Ermittler, ob auch Medikamente eine Rolle gespielt haben. Grund: Mehrere Packungen in ihrem Rucksack.
Im Rucksack der 20-jährigen Frau seien mehrere Packungen gefunden worden, darunter eine leere, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt. Die vorläufige Obduktion nahm Alkoholvergiftung als Todesursache an.
Genaue medizinische Ergebnisse lägen in etwa zwei Wochen vor. Die Patientin der Weimarer Psychiatrie war am 22. Dezember von einem abgesprochenen kurzen Ausgang nicht zurückgekommen. In der Nacht zum Dienstag war sie tot auf der Toilette entdeckt worden.
Ein Wachmann hatte bei einem Kontrollgang drei Tage zuvor zwar bemerkt, dass die Tür verschlossen war, sie aber nicht geöffnet. Wiederum zwei Tage zuvor sei die Tür nicht verschlossen gewesen. Die Toilette liegt in einem Übergang zwischen Notaufnahme und Psychiatrie, wo die Frau in einer Wohngruppe lebte.
Da diese Behindertentoilette für Männer nach Klinik-Angaben in einem nicht so stark frequentierten Bereich liege, werde sie auch nicht so häufig gereinigt. Ein Kliniksprecher sagte, dass derzeit mit dem Wachdienst über die Abläufe gesprochen werde. Mit weiteren Informationen sei nicht vor Anfang kommender Woche zu rechnen.
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Die aus Erfurt stammende Schülerin sei seit Oktober stationär in der Klinik gewesen, sagte der Kliniksprecher. Zuvor habe sie die Klinik bereits einmal aufgesucht, sagte er ohne nähere Angaben zur Erkrankung. Der Polizei sei die 20-Jährige bisher nicht bekannt gewesen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Die Obduktion hatte ein Gewaltverbrechen und einen natürlichen Tod durch eine Erkrankung ausgeschlossen. Der genaue Todeszeitpunkt lasse sich nicht mehr feststellen, da die Frau mehrere Tage lang tot in der Toilette gelegen habe. Zu den Medikamenten konnte die Staatsanwaltschaft zunächst keine weiteren Angaben machen.
(dpa, N24)
31.12.2008 15:14 Uhr








