Russland dreht der Ukraine das Gas ab

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Russland dreht den Gashahn zu

Im Gasstreit mit der Ukraine hat Russland seine Lieferungen an das Nachbarland gestoppt und damit in Europa neue Sorgen über die Verlässlichkeit seiner Energielieferungen geweckt. Ungeachtet des Lieferstopps werde Westeuropa weiter über Pipelines durch die Ukraine mit Gas beliefert, versicherte der russische Energieriese Gazprom. Laut ukrainischem Staatschef Viktor Juschtschenko zeichnete sich ein Kompromiss ab. Gazprom schraubte unterdessen den Preis in die Höhe.

Die Gaslieferungen an den ukrainischen Gasversorger Naftogaz seien am Morgen vollständig eingestellt worden, teilte Gazprom mit. Der Konzern hatte einen Lieferstopp angedroht, nachdem die beiden Staatsunternehmen ihren Streit über Schuldenrückzahlungen der Ukraine und die künftige Preisgestaltung nicht beilegen konnten. Juschtschenko erklärte indes, die Verhandlungen könnten noch ein oder zwei Tage dauern. Sie sollten aber noch vor dem orthodoxen Weihnachtsfest am Mittwoch zu Ende sein.

Da die Ukraine das Angebot über 250 Dollar (rund 180 Euro) pro tausend Kubikmeter abgelehnt habe, solle Kiew nun 418 Dollar bezahlen, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller im Fernsehsender Westi-24. Kiew hält einen Preis von 201 Dollar pro tausend Kubikmeter für angemessen und fordert eine Erhöhung der Transitgebühren für durch die Ukraine nach Europa geliefertes Gas auf zwei Dollar pro tausend Kubikmeter je hundert Kilometer. Derzeit erhält die Ukraine 1,70 Dollar.

Rund ein Viertel des in der EU verbrauchten Gases kommt aus Russland, 80 Prozent davon wird durch Pipelines durch die Ukraine geliefert. 2006 waren nach einem Streit zwischen Russland und der Ukraine die Gaslieferungen nach Europa zeitweise unterbrochen worden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich besorgt über den Gas-Streit. Er habe in Telefonaten mit seinen Kollegen in Moskau und Kiew beide Seiten aufgefordert, "intensiv und konstruktiv nach einer Einigung zu suchen", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin.

Unionsfraktionsvize Katherina Reiche (CDU) forderte mit Blick auf den Gas-Streit laut Online-Dienst des "Handelsblatts" eine Abkehr der SPD vom Atomausstieg. Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU) forderte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft im "Handelsblatt" auf, eine europäische Energie-Außenpolitik gegenüber Russland zu erarbeiten. Der Grünen-Energiepolitiker Hans-Josef Fell verlangte "eine konsequente Biogasstrategie" für Europa.

(AFP)

01.01.2009 19:55 Uhr

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