Neue Runde im Gasstreit

Gazprom stellt der Ukraine ein Ultimatum

Der Gasstreit geht weiter: Russlands Gasmonopolist Gazprom droht der Ukraine erneut mit einem Lieferstopp. Wenn bis Mitternacht keine neuen Verträge geschlossen wurden, wird der Hahn zugedreht.

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Von einem Lieferstopp wäre auch Westeuropa betroffen, das etwa ein Viertel seines Erdgasbedarfs aus Russland bezieht, zumeist über Pipelines auf ukrainischem Gebiet.

Im Gasstreit mit der Ukraine hat Gazprom für diesen Donnerstag, 8 Uhr (MEZ), einen Lieferstopp angedroht. Wenn bis Mitternacht mit der Ukraine keine neuen Verträge geschlossen würden, werde der Gashahn zu diesem Zeitpunkt zugedreht, sagte Konzern-Chef Alexej Miller nach Angaben der Agentur Interfax. Miller warf der Ukraine eine "Politisierung des Konflikts" vor. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sagte ihre für den Abend geplante Moskau-Reise ab.

Das ukrainische Unternehmen Naftogas drohte laut Gazprom in einem Brief an Moskau, das für den Transit nach Deutschland und in andere EU-Länder bestimmte Gas zu "beschlagnahmen", sollten sich beide Seiten nicht auf neue Verträge einigen.

Die finanziell extrem angeschlagene Ukraine will angesichts der gesunkenen Energiekosten den zuletzt von Russland vorgeschlagenen Preis von 250 Dollar (177 Euro) nicht akzeptieren. In Moskau verhandelten am Mittwoch Naftogas-Vertreter mit Gazprom.

Gazprom hatte allerdings betont, dass das Angebot "supergünstig" sei. Bisher zahlte Kiew nur 179,5 Dollar je 1.000 Kubikmeter Gas. Die zwischen Timoschenko und Russlands Regierungschef Wladimir Putin bereits im Oktober ausgehandelten neuen Verträge sind laut Gazprom unterschriftsreif. Die Ukraine hatte zuvor den Großteil ihrer Schulden von etwa 2,1 Milliarden US-Dollar beglichen. Gazprom hatte die Vertragsunterzeichnung von der Schuldentilgung abhängig gemacht.

(dpa, N24)

31.12.2008 15:39 Uhr

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