Die Lage wird ernst
Gasstreit führt zu Druckabfall in EU-Ländern
Nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen an die Ukraine bekommen die ersten EU-Länder die Folgen zu spüren. Polen und Ungarn klagen über einen deutlichen Druckabfall und damit geringere Mengen.
Nach dem Lieferstopp für russisches Gas in die Ukraine ist es in Ungarn und Polen zu einem Druckabfall in den Pipelines gekommen. Ungarn beziehe derzeit nur noch 32 Millionen Kubikmeter, 10 Millionen weniger als vertraglich vereinbart, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die EU kritisierte den Vorfall scharf und forderte Russland und die Ukraine auf, ihren Gasstreit zu beenden. Endkunden sind den Angaben zufolge derzeit nicht betroffen.
Der Energiehandel zwischen der EU und ihren Nachbarn müsse auf den Prinzipien von Verlässlichkeit und Planbarkeit beruhen, erklärte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft. "Bestehende Vereinbarungen für Versorgung und Transit müssen unter allen Umständen eingehalten werden." Die EU bedaure, dass die Zusicherungen nicht eingehalten worden seien.
Auch Polen beziehe nach eigenen Angaben derzeit sechs Prozent weniger Gas über die Ukraine, teilte die EU-Kommission mit. Dafür habe Russland allerdings das über Weißrussland nach Polen transportierte Volumen erhöht. "Ich werde mit allen Parteien in Kontakt bleiben, um die Ursachen für die Unregelmäßigkeiten zu klären, und verlange die umgehende Wiederaufnahme der vollen Gaslieferungen", sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs.
Die Ukraine will in diesem Jahr für das Gas aus Russland höchstens 150 Euro je 1000 Kubikmeter bezahlen und zudem mehr Gebühren für den Transit verlangen. Russland fordert mehr, wenngleich deutlich weniger als Westeuropa bezahlt. Vor drei Jahren kam es in Westeuropa wegen des kalten Winters zu Problemen mit der Gaslieferung, weil die Ukraine Gas gestohlen haben soll.
(dpa, N24)
02.01.2009 22:44 Uhr





