Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat im Gazakonflikt noch einmal Öl ins Feuer gegossen. Für die derzeitige Eskalation der Gewalt sei einzig die "Terrorgruppe" Hamas verantwortlich.
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US-Präsident George W. Bush hat die Hamas für die Gewalt im Gazastreifen verantwortlich gemacht. Die Hamas sei eine von Iran und Syrien unterstützte "Terrorgruppe" und habe die jüngste Eskalation der Gewalt "angestiftet", sagte Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache. Hamas-Chef Chaled Maschaal drohte Israel im Falle einer Bodenoffensive mit erbittertem Widerstand.
Bush forderte mehr Druck auf die im Gazastreifen regierende Hamas. "Ich rufe alle dazu auf, Druck auf die Hamas auszuüben, damit diese sich vom Terror abwendet", sagte der scheidende US-Präsident in seiner ersten persönlichen Stellungnahme seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember.
Zugleich sprach sich Bush für einen Waffenstillstand aus, "der etwas bedeutet und vollständig respektiert wird". US-Regierungssprecher Gordon Johndroe sagte, allein Israel entscheide darüber, ob es im Konflikt mit der radikalislamischen Hamas auch eine Bodenoffensive starte.
Mehr als 400 Tote bei rund 750 Luftangriffen
Die israelische Luftwaffe griff nach Armee-Angaben auch weiter Ziele der Hamas im Gazastreifen an. Seit Beginn der Militäroffensive flog die israelische Armee demnach rund 750 Luftangriffe. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurden dabei mindestens 437 Menschen getötet, darunter 75 Kinder sowie 21 Frauen, und knapp 2.300 weitere Menschen verletzt.
Militante Palästinenser feuerten in der vergangenen Woche nach israelischen Angaben rund 500 Geschosse aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet ab. Dabei wurden drei israelische Zivilisten sowie ein Soldat getötet und mehrere Dutzend Menschen verletzt.
Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurde ein Kommandeur der Essedin-el-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas, durch einen israelischen Luftangriff getötet. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte, der 40-jährige Mohammed el Dschammal sei für den Abschuss von Raketen aus Gaza-Stadt auf israelisches Gebiet verantwortlich gewesen.
Bodentruppen schon im Einsatz?
Die Essedin-el-Kassam-Brigaden verhinderten nach Angaben eines Sprechers kurz nach Mitternacht das Eindringen einer israelische Bodeneinheit in den Gazastreifen. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, er habe keine Kenntnis von dem Vorfall. Israelische Bodentruppen sind nach Armeeangaben seit mehreren Tagen zu einem möglichen Einsatz bereit. Ein Einmarsch blieb bisher aus.
Der im syrischen Exil lebende Hamas-Chef Maschaal drohte, im Fall eines israelischen Bodenangriffs erwarte den Feind eine "düstere Zukunft". "Ihr habt uns den Krieg aufgezwungen. Wir sagen Euch, dass wir bereit sind, dass die Hamas nichts von ihren militärischen Fähigkeiten eingebüßt hat und dass wir siegen werden", sagte er dem arabischen Fernsehsender El Dschasira. "Unser Volk in Gaza wird in jedem Haus und in jeder Straße kämpfen", fügte er hinzu.
Demonstrationen gegen Angriffe
In der nordisraelischen Stadt Sachnin protestierten tausende israelische Araber gegen die Luftangriffe. Die Demonstranten forderten einen Waffenstillstand und bekundeten ihre Solidarität mit der Bevölkerung im Gazastreifen, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Rund 1,2 Millionen Menschen der israelischen Staatsbürger sind arabisch-stämmig.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) auf, sich für ein Ende der Raketenangriffe der Hamas auf israelisches Gebiet einzusetzen. In einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Ali Babacan bat Steinmeier "nachdrücklich" darum, allen Einfluss der OIC für ein Ende des Beschusses durch die Hamas geltend zu machen, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Die OIC wollte im saudiarabischen Dschidda zu einem Ministertreffen zusammenkommen.