Gaza-Konflikt

Bush greift "Terrorgruppe" Hamas an

Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat im Gazakonflikt noch einmal Öl ins Feuer gegossen. Für die derzeitige Eskalation der Gewalt sei einzig die "Terrorgruppe" Hamas verantwortlich.

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George W. Bush: Die Hamas sei eine von Iran und Syrien unterstützte "Terrorgruppe" und habe die jüngste Eskalation der Gewalt "angestiftet". (Archivbild)
Prosteste gegen Israels Offensive in Hebron: Sympathisanten der palästinensischen Hamas bewerfen Sicherheitskräfte mit Steinen.
Muslime protestieren in mehreren Städten gegen die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen. Im Bild: Proteste in Istanbul.
Video: Kämpfe im Gazastreifen - Gewalt und Leid dauern an
Video: Ausländer evakuiert - Israel fliegt neue Angriffe auf Gaza
Seit dem 27. Dezember fallen im Gazastreifen die Bomben.
Israel setzt seine Militäraktion gegen die Hamas mit neuen ...
Bombardierungen in Gaza-Stadt und entlang der ägyptischen Grenze fort.
Die Ziele sind überwiegend Stellungen und Gebäude der Hamas, die Israel für Raketenangriffe auf israelische Siedlungen in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich macht.
Bei den Angriffen wurden bisher bereits über 300 Palästinenser getötet.
Mehr als 1000 Menschen wurden mitunter schwer verletzt.
Mit bloßen Händen suchen die Menschen in den Trümmern ...
nach Überlebenden. Doch die Versorgung der Verletzten ist schlecht. Die Krankenhäuser sind überlastet.
Auch die Feuerwehren sind mit den zahlreichen ...
Explosionen und Bränden völlig überfordert.
Oftmals resignieren die Helfer angesichts des Ausmaßes der Zerstörung.
Viele Bewohner Gazas ergreifen die Flucht. Doch wo sie sicher sind, wissen sie nicht.
Die israelischen Bomben und Raketen haben Teile von ...
Gaza-Stadt und anderen Städten in Trümmerfelder verwandelt.
In den Ruinen und unter den Schutthaufen suchen die Bewohner ...
nach Opfern und nach den wenigen Dingen, ...
die unversehrt geblieben sind.
Viele haben durch die Luftangriffe beinahe alles verloren.
Mit wenigen Habseligkeiten versuchen sie, zumindest sich selbst zu retten.
In der gesamten arabischen Welt ist die Empörung ...
über den Militäreinsatz groß. Proteste gab es unter anderem in ...
der Türkei, im Libanon und in Ägypten.
Auch Politiker zahlreicher westlicher Staaten sowie die ...
Vereinten Nationen forderten ein Ende der Kämpfe.
In Jerusalem und im Westjordanland protestierten ...
Palästinenser gewaltsam gegen Israel und ...
die Luftangriffe im Gazastreifen.
Die israelische Polizei und Armee ging hier mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das israelische Vorgehen, machte aber gelichzeitig die Hamas mitverantwortlich für die Gewalteskalation.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni kündigten an, die Militäroperation zunächst unbefristet fortzusetzen.
Entlang der Grenze zum Gazastreifen hat Israel inzwischen ...
auch Bodentruppen und schweres Kampfgerät versammelt.
Tausende israelische Reservisten wurden einberufen. Nach den Luftangriffen steht ...
der Gazastreifen nun womöglich vor einer umfassenden Bodenoffensive.
Es war angekündigt und kam dennoch überraschend: Israel hat sich im Gazastreifen mit voller Härte gegen den andauernden Raketenbeschuss der Hamas gewehrt.
Am Samstagvormittag begannen die israelischen Bombardements in Gaza-Stadt, Rafah und in anderen Städten und Siedlungen im Gazastreifen.
Das Ziel der Angriffe waren Stellungen der radikalislamischen Hamas und ihrer Milizen.
Getroffen wurden wie stets jedoch auch viele unbeteiligte Zivilisten.
Fast 200 Menschen sollen nach Informationen von Rettungskräften bei den Luftangriffen getötet worden sein.
Hunderte weitere wurden teilweise schwer verletzt. Ganze Häuserkomplexe wurden in Schutt und Asche gelegt.
Verzweifelt und mit einfachsten Mitteln werden Opfer aus den Trümmern geborgen.
Die Rettungskräfte sind völlig überfordert. Sie können teilweise nicht erreicht werden, da das Handynetz ausgefallen ist.
Anwohner flüchten. Wo sie vor dem Bombenhagel sicher sind, wissen die meisten jedoch nicht.
Wo die israelischen Bomben fallen, hinterlassen sie nur noch ein Trümmerfeld.
Am Platz eines früheren Hamas-Gebäudes steht jetzt kaum noch ein Stein auf dem Anderen.
Die Feuerwehrleute und Rettungskräfte können kaum noch etwas retten. Opfer werden mit Decken und Tüchern abtransportiert.
Die Detonation einer israelischen Missile-Rakete im nördlichen Gazastreifen. In Gaza-Stadt und Rafah explodierten Dutzende der Geschosse.
Vor dem Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt werden die Toten auf dem Boden abgelegt.
Es sind zu viele um sie im Inneren des Gebäudes unterzubringen.
Zudem wird der Platz für die große Zahl der Verletzten gebraucht.
Dicht an dicht drängen sich die Männer, Frauen und Kinder, warten darauf, medizinisch versorgt zu werden.
Und die Zahl der Neuankömmlinge im Krankenhaus reißt nicht ab.
Immer neue Verletzte werden in das schon überfüllte Krankenhaus in Gaza-Stadt gebracht.
Große Teile von Gaza-Stadt und Rafah gleichen nach den Angriffen einem Trümmerfeld.
Überall lodern Flammen, quillt beißender Rauch empor.
Verzweifelt und wütend machen sich die Menschen ein Bild von der Zerstörung oder ...
suchen in den Trümmern nach Opfern und dem wenigen Unzerstörten.
Die israelische Regierung begründet ihr Vorgehen mit dem Beschuss israelischer Siedlungen durch Raketen der Hamas.
Die Hamas hatte den Waffenstillstand mit Israel rund eine Woche vor der derzeitigen Gewalteskalation einseitig aufgekündigt.
Die israelischen Bombardements dürften die antiisraelische Stimmung in den Palästinensergebieten wieder voll entfacht haben.
Schon protestieren auch im Westjordanland Palästinenser gegen die israelischen Militärübergriffe.
Hier ist es bisher noch zu keiner Eskalation der Gewalt gekommen.
Die Polizei begnügt sich mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Die weitere Zuspitzung der Situation, insbesondere im Gazastreifen, dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein.
Video: Nahost-Konflikt - Hamas-Führer stirbt bei Luftangriff

US-Präsident George W. Bush hat die Hamas für die Gewalt im Gazastreifen verantwortlich gemacht. Die Hamas sei eine von Iran und Syrien unterstützte "Terrorgruppe" und habe die jüngste Eskalation der Gewalt "angestiftet", sagte Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache. Hamas-Chef Chaled Maschaal drohte Israel im Falle einer Bodenoffensive mit erbittertem Widerstand.

Bush forderte mehr Druck auf die im Gazastreifen regierende Hamas. "Ich rufe alle dazu auf, Druck auf die Hamas auszuüben, damit diese sich vom Terror abwendet", sagte der scheidende US-Präsident in seiner ersten persönlichen Stellungnahme seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember.

Zugleich sprach sich Bush für einen Waffenstillstand aus, "der etwas bedeutet und vollständig respektiert wird". US-Regierungssprecher Gordon Johndroe sagte, allein Israel entscheide darüber, ob es im Konflikt mit der radikalislamischen Hamas auch eine Bodenoffensive starte.

Mehr als 400 Tote bei rund 750 Luftangriffen

Die israelische Luftwaffe griff nach Armee-Angaben auch weiter Ziele der Hamas im Gazastreifen an. Seit Beginn der Militäroffensive flog die israelische Armee demnach rund 750 Luftangriffe. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurden dabei mindestens 437 Menschen getötet, darunter 75 Kinder sowie 21 Frauen, und knapp 2.300 weitere Menschen verletzt.

Militante Palästinenser feuerten in der vergangenen Woche nach israelischen Angaben rund 500 Geschosse aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet ab. Dabei wurden drei israelische Zivilisten sowie ein Soldat getötet und mehrere Dutzend Menschen verletzt.

Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurde ein Kommandeur der Essedin-el-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas, durch einen israelischen Luftangriff getötet. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte, der 40-jährige Mohammed el Dschammal sei für den Abschuss von Raketen aus Gaza-Stadt auf israelisches Gebiet verantwortlich gewesen.

Bodentruppen schon im Einsatz?

Die Essedin-el-Kassam-Brigaden verhinderten nach Angaben eines Sprechers kurz nach Mitternacht das Eindringen einer israelische Bodeneinheit in den Gazastreifen. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, er habe keine Kenntnis von dem Vorfall. Israelische Bodentruppen sind nach Armeeangaben seit mehreren Tagen zu einem möglichen Einsatz bereit. Ein Einmarsch blieb bisher aus.

Der im syrischen Exil lebende Hamas-Chef Maschaal drohte, im Fall eines israelischen Bodenangriffs erwarte den Feind eine "düstere Zukunft". "Ihr habt uns den Krieg aufgezwungen. Wir sagen Euch, dass wir bereit sind, dass die Hamas nichts von ihren militärischen Fähigkeiten eingebüßt hat und dass wir siegen werden", sagte er dem arabischen Fernsehsender El Dschasira. "Unser Volk in Gaza wird in jedem Haus und in jeder Straße kämpfen", fügte er hinzu.

Demonstrationen gegen Angriffe

In der nordisraelischen Stadt Sachnin protestierten tausende israelische Araber gegen die Luftangriffe. Die Demonstranten forderten einen Waffenstillstand und bekundeten ihre Solidarität mit der Bevölkerung im Gazastreifen, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Rund 1,2 Millionen Menschen der israelischen Staatsbürger sind arabisch-stämmig.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) auf, sich für ein Ende der Raketenangriffe der Hamas auf israelisches Gebiet einzusetzen. In einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Ali Babacan bat Steinmeier "nachdrücklich" darum, allen Einfluss der OIC für ein Ende des Beschusses durch die Hamas geltend zu machen, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Die OIC wollte im saudiarabischen Dschidda zu einem Ministertreffen zusammenkommen.

(AFP, N24)

03.01.2009 14:28 Uhr

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