Opfer auf beiden Seiten

Israelische Bodentruppen kreisen Gaza ein

Zehntausende Streitkräfte haben die Stadt umzingelt und die Gebiete rund um Gaza eingenommen. Wegen der schweren Kampfhandlungen können palästinensische Rettungskräfte nicht mehr alle Toten bergen.

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Die humanitäre Lage in den palästinensischen Krankenhäusern spitzt sich immer weiter zu. In ganz Gaza gibt es nur 2.500 Krankenhaus-Betten.
Video: Krieg im Nahen Osten - Keine Rückzugspläne in Tel Aviv
Video: Die Hamas-Organisation - Eine islamistische Widerstandsbewegung
Seit dem 27. Dezember fallen im Gazastreifen die Bomben.
Israel setzt seine Militäraktion gegen die Hamas mit neuen ...
Bombardierungen in Gaza-Stadt und entlang der ägyptischen Grenze fort.
Die Ziele sind überwiegend Stellungen und Gebäude der Hamas, die Israel für Raketenangriffe auf israelische Siedlungen in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich macht.
Bei den Angriffen wurden bisher bereits über 300 Palästinenser getötet.
Mehr als 1000 Menschen wurden mitunter schwer verletzt.
Mit bloßen Händen suchen die Menschen in den Trümmern ...
nach Überlebenden. Doch die Versorgung der Verletzten ist schlecht. Die Krankenhäuser sind überlastet.
Auch die Feuerwehren sind mit den zahlreichen ...
Explosionen und Bränden völlig überfordert.
Oftmals resignieren die Helfer angesichts des Ausmaßes der Zerstörung.
Viele Bewohner Gazas ergreifen die Flucht. Doch wo sie sicher sind, wissen sie nicht.
Die israelischen Bomben und Raketen haben Teile von ...
Gaza-Stadt und anderen Städten in Trümmerfelder verwandelt.
In den Ruinen und unter den Schutthaufen suchen die Bewohner ...
nach Opfern und nach den wenigen Dingen, ...
die unversehrt geblieben sind.
Viele haben durch die Luftangriffe beinahe alles verloren.
Mit wenigen Habseligkeiten versuchen sie, zumindest sich selbst zu retten.
In der gesamten arabischen Welt ist die Empörung ...
über den Militäreinsatz groß. Proteste gab es unter anderem in ...
der Türkei, im Libanon und in Ägypten.
Auch Politiker zahlreicher westlicher Staaten sowie die ...
Vereinten Nationen forderten ein Ende der Kämpfe.
In Jerusalem und im Westjordanland protestierten ...
Palästinenser gewaltsam gegen Israel und ...
die Luftangriffe im Gazastreifen.
Die israelische Polizei und Armee ging hier mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das israelische Vorgehen, machte aber gelichzeitig die Hamas mitverantwortlich für die Gewalteskalation.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni kündigten an, die Militäroperation zunächst unbefristet fortzusetzen.
Entlang der Grenze zum Gazastreifen hat Israel inzwischen ...
auch Bodentruppen und schweres Kampfgerät versammelt.
Tausende israelische Reservisten wurden einberufen. Nach den Luftangriffen steht ...
der Gazastreifen nun womöglich vor einer umfassenden Bodenoffensive.
Es war angekündigt und kam dennoch überraschend: Israel hat sich im Gazastreifen mit voller Härte gegen den andauernden Raketenbeschuss der Hamas gewehrt.
Am Samstagvormittag begannen die israelischen Bombardements in Gaza-Stadt, Rafah und in anderen Städten und Siedlungen im Gazastreifen.
Das Ziel der Angriffe waren Stellungen der radikalislamischen Hamas und ihrer Milizen.
Getroffen wurden wie stets jedoch auch viele unbeteiligte Zivilisten.
Fast 200 Menschen sollen nach Informationen von Rettungskräften bei den Luftangriffen getötet worden sein.
Hunderte weitere wurden teilweise schwer verletzt. Ganze Häuserkomplexe wurden in Schutt und Asche gelegt.
Verzweifelt und mit einfachsten Mitteln werden Opfer aus den Trümmern geborgen.
Die Rettungskräfte sind völlig überfordert. Sie können teilweise nicht erreicht werden, da das Handynetz ausgefallen ist.
Anwohner flüchten. Wo sie vor dem Bombenhagel sicher sind, wissen die meisten jedoch nicht.
Wo die israelischen Bomben fallen, hinterlassen sie nur noch ein Trümmerfeld.
Am Platz eines früheren Hamas-Gebäudes steht jetzt kaum noch ein Stein auf dem Anderen.
Die Feuerwehrleute und Rettungskräfte können kaum noch etwas retten. Opfer werden mit Decken und Tüchern abtransportiert.
Die Detonation einer israelischen Missile-Rakete im nördlichen Gazastreifen. In Gaza-Stadt und Rafah explodierten Dutzende der Geschosse.
Vor dem Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt werden die Toten auf dem Boden abgelegt.
Es sind zu viele um sie im Inneren des Gebäudes unterzubringen.
Zudem wird der Platz für die große Zahl der Verletzten gebraucht.
Dicht an dicht drängen sich die Männer, Frauen und Kinder, warten darauf, medizinisch versorgt zu werden.
Und die Zahl der Neuankömmlinge im Krankenhaus reißt nicht ab.
Immer neue Verletzte werden in das schon überfüllte Krankenhaus in Gaza-Stadt gebracht.
Große Teile von Gaza-Stadt und Rafah gleichen nach den Angriffen einem Trümmerfeld.
Überall lodern Flammen, quillt beißender Rauch empor.
Verzweifelt und wütend machen sich die Menschen ein Bild von der Zerstörung oder ...
suchen in den Trümmern nach Opfern und dem wenigen Unzerstörten.
Die israelische Regierung begründet ihr Vorgehen mit dem Beschuss israelischer Siedlungen durch Raketen der Hamas.
Die Hamas hatte den Waffenstillstand mit Israel rund eine Woche vor der derzeitigen Gewalteskalation einseitig aufgekündigt.
Die israelischen Bombardements dürften die antiisraelische Stimmung in den Palästinensergebieten wieder voll entfacht haben.
Schon protestieren auch im Westjordanland Palästinenser gegen die israelischen Militärübergriffe.
Hier ist es bisher noch zu keiner Eskalation der Gewalt gekommen.
Die Polizei begnügt sich mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Die weitere Zuspitzung der Situation, insbesondere im Gazastreifen, dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein.
Video: Krieg im Nahen Osten - Im Studio: Michael Lüders, Nahost-Experte

Angesichts der schweren Kampfhandlungen im Gazastreifen können die palästinensischen Rettungskräfte nicht mehr alle Toten bergen. Mehr als 50 Menschen seien seit Beginn der israelischen Bodenoffensive getötet worden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Sonntag in Gaza. "Viele Leichen können wir wegen des intensiven Beschusses überhaupt nicht mehr bergen. Wenn es einmal ruhig ist, dann werden wir viele Leichen unter Trümmerbergen finden", sagte der Sprecher. Seinen Angaben zufolge sind seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember mindestens 520 Palästinenser getötet und weitere 2500 verletzt worden. Nach Angaben des Sprechers wurden am Sonntag auch vier palästinensische Sanitäter getötet, die Verletzte aus Häusern bergen wollten.

Wie die Hilfsorganisation Oxfam mitteilte, starb einer ihrer Mitarbeiter, als ein Granatsplitter in einem Krankenwagen einschlug. Ein weiterer Sanitäter habe einen Fuß verloren. Die Krankenhäuser im Gazastreifen würden mit Toten und Verletzten überflutet, heißt es in einer Oxfam-Erklärung. Zugleich gebe es einen ernsthaften Mangel an wichtigen Medikamenten und Ersatzteilen. Mitarbeiter würden zu Hause bleiben, weil sie um ihr Leben fürchteten. Eine Waffenruhe sei dringend notwendig, um humanitäre Hilfsgüter zu den Bedürftigen zu bringen.

Bodenoffensive geht weiter

Nach ihrem Einmarsch im Gazastreifen haben israelische Bodentruppen am Sonntag die Stadt Gaza umzingelt. Zehntausende Streitkräfte umstellten, unterstützt von schwerer Artillerie und Kampfflugzeugen, die Stadt und nahmen die Gebiete rund um Gaza ein.

Die Bodentruppen drangen nach ihrem Einmarsch am Samstagabend immer tiefer in das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Palästinensergebiet vor. Heftige Kämpfe wurden aus El Seitun im Osten Gazas gemeldet, aber auch aus den nördlichen Städten Beit Lahija, Beit Hanun und Dschabalija. Dutzende Panzer bezogen Stellung in der früheren jüdischen Siedlung Netzarim südlich von Gaza. Bewohner der umkämpften Gebiete versuchten in Kleinbussen und Autos zu fliehen.

Israel bestätigt Tod eines Soldaten

Allein am Sonntag starben mindestens 47 Palästinenser, darunter fünf Mitglieder einer Familie. Ihr Wagen wurde von einer Panzergranate getroffen. Die Gesamtzahl der getöteten Palästinenser stieg nach Angaben des Chefs des palästinensischen Rettungsdienstes, Muawija Hassanein, auf mindestens 500, unter ihnen 87 Kinder. Die israelische Armee bestätigte den Tod eines Soldaten nahe Beit Lahija. Er war der erste Soldat, der seit Beginn des Einmarschs ums Leben kam. 30 Soldaten seien verletzt worden.

Israelische Infanterie-Einheiten kontrollierten Augenzeugen zufolge die Hauptverkehrsader des Küstenstreifens, die Salaheddin Road, die von Norden nach Süden führt. Demnach gab es Feuergefechte zwischen den Soldaten und Hamas-Anhängern sowie Explosionen entlang der Straße. Auch Maschinengewehrfeuer war zu hören.

Hamas: "Krieg ist kein Picknick"

Mit der Bodenoffensive sollten Gebiete eingenommen werden, von denen aus Raketen auf Israel abgeschossen würden, erklärte das Büro von Israels Regierungschef Ehud Olmert. Verteidigungsminister Ehud Barak drohte mit einer Ausweitung und Intensivierung der Offensive "wenn nötig" und erklärte, diese werde nicht schnell zu Ende sein: "Krieg ist kein Picknick", sagte er. Die Hamas reagierte mit Drohungen auf den Einmarsch. "Mit Gottes Hilfe wird Gaza für euch zum Friedhof werden", erklärte ein Hamas-Sprecher.

Die israelischen Streitkräfte hätten nicht vor, den Gazastreifen zu besetzen, sagte ein ranghoher Armeevertreter, der ungenannt bleiben wollte. Allerdings sei es möglich, dass jene Sektoren des Gebiets, von denen aus Israel mit Raketen beschossen werde, für einige Zeit von Israel kontrolliert werden müssten.

Sarkozy tritt am Montag Nahost-Reise an

Weltweit wurden erneut Forderungen nach einem Ende der Gewalt im Gazastreifen laut - etwa von der auf Nahost-Mission befindlichen EU-Delegation unter Leitung des tschechischen Außenministers Karel Schwarzenberg und Papst Benedikt XVI. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte in einem Telefonat mit Olmert eine "möglichst baldige" Waffenruhe. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) drang in Telefonaten mit seinen Kolleginnen aus Israel und den USA, Zipi Livni und Condoleezza Rice, darauf, "mit Hochdruck" an den Voraussetzungen für eine Waffenruhe zu arbeiten. Am Montag wurde der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu einer Vermittlungsmission in Nahost erwartet.

Weltweit protestierten am Wochenende Zehntausende Menschen gegen die israelische Offensive, unter anderem auch in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf. In Paris gingen am Sonntag Tausende Menschen aus Solidarität mit Israel auf die Straße.

(AFP, dpa, N24)

04.01.2009 21:35 Uhr

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