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Kämpfe im Gazastreifen

Israelische Panzer rollen in Chan Junis ein

Israelische Panzer sind in die Stadt Chan Junis eingerückt. Die Kämpfe in dem Palästinensergebiet gehen unvermindert weiter. Unter "Friendly Fire" starben dabei drei israelische Soldaten.

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Mobile israelische Artillerie-Einheiten feuern auf feindliche Ziele im Gazastreifen. Auch nach 10 Tagen ruhen die Waffen in dem Palästinensergebiet nicht.
Weltweit gehen Hunderttausende auf die Straßen, um gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen zu protestieren.
Mit lauten Sprechchören, Flaggen und Transparenten …
… zeigt man Solidarität mit den Palästinensern.
In den meisten Fällen rufen islamische Organisationen zu den Aktionen auf.
In vielen deutschen Städten, wie Berlin, Düsseldorf, …
… Frankfurt am Main und Bremen …
… protestieren die Menschen gegen den israelischen Militäreinsatz. Neben den brennenden israelischen Fahnen greifen die Demonstranten …
… zu drastischen Symbolen, um ihre Wut zum Ausdruck zu bringen.
Das Konterfei des amtierenden US-Präsidenten George W. Bush darf natürlich nicht fehlen. Die USA werden als Feinde angesehen, weil sie im Nahost-Konflikt auf Seiten Israels stehen.
Die muslimischstämmigen Indonesier bringen klar und deutlich ihre Meinung zur israelischen Bodenoffensive zum Ausdruck. Der Schuhwurf auf George W. Bush wird gern aufgegriffen.
Auch bei syrischen Protestaktionen gegen Israel dient Bush als beliebter Sündenbock.
Kinder gehen verkleidet als Hamas-Kämpfer auf die Straßen, wie hier bei Demonstrationen im Libanon.
In Beirut geht die Polizei mit Wasserwerfern gegen die aufgebrachte Menge vor.
Mit welchen Mitteln man gegen Israel kämpfen will, machen die Demonstranten deutlich: Entweder mit Raketen oder …
… mit Selbstmordanschlägen, wozu die Hamas bereits aufgerufen hat.
Muslimische Filipinos verurteilen die Israelis als Terroristen und Schlächter.
In Thailand macht sich die Verzweiflung auch …
… unter der muslimischstämmigen Bevölkerung breit, die mit lauten Sprechchören zum Ausdruck gebracht wird.
Ein leiser, aber auch wirkungsvoller Protest in der Schweiz und …
… in den Niederlanden.
Pro-Palästinensische Demonstrationen gibt es auch in Warschau.
In Istanbul rufen Zehntausende Türken am Sonntag in Sprechchören "Tod für Israel" und "Wir sind alle Palästinenser".
Demonstranten auf dem Istanbuler Caglayan-Platz verfolgten auf einem Bildschirm Live-Bilder des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira aus dem Gazastreifen.
In Paris kommt es nach einer Kundgebung zu Krawallen. Hunderte Randalierer setzen in der Innenstadt Autos in Brand.
In Griechenland brennen Flaggen und Plakate.
Auch in Italien werden israelische Transparente verbrannt.
Auf den Straßen kommt es zu Massentumulten.
In Großbritannien versammeln sich in rund 20 Städten mehr als 10.000 Menschen zu Protestaktionen. Prominente Demonstranten: Menschenrechts-Aktivistin Bianca Jagger (r.) und Sängerin Annie Lennox (l.).
In London bewerfen Demonstranten das Eisentor, das den Regierungssitz Downing Street Nummer 10 abschirmt, mit Hunderten von Schuhen.
Im australischen Melbourne gingen neben 3000 anti-israelischen Demonstranten auch mehrere hundert Menschen auf die Straße, die Israel unterstützten.
Seit dem 27. Dezember fallen im Gazastreifen die Bomben.
Israel setzt seine Militäraktion gegen die Hamas mit neuen ...
Bombardierungen in Gaza-Stadt und entlang der ägyptischen Grenze fort.
Die Ziele sind überwiegend Stellungen und Gebäude der Hamas, die Israel für Raketenangriffe auf israelische Siedlungen in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich macht.
Bei den Angriffen wurden bisher bereits über 300 Palästinenser getötet.
Mehr als 1000 Menschen wurden mitunter schwer verletzt.
Mit bloßen Händen suchen die Menschen in den Trümmern ...
nach Überlebenden. Doch die Versorgung der Verletzten ist schlecht. Die Krankenhäuser sind überlastet.
Auch die Feuerwehren sind mit den zahlreichen ...
Explosionen und Bränden völlig überfordert.
Oftmals resignieren die Helfer angesichts des Ausmaßes der Zerstörung.
Viele Bewohner Gazas ergreifen die Flucht. Doch wo sie sicher sind, wissen sie nicht.
Die israelischen Bomben und Raketen haben Teile von ...
Gaza-Stadt und anderen Städten in Trümmerfelder verwandelt.
In den Ruinen und unter den Schutthaufen suchen die Bewohner ...
nach Opfern und nach den wenigen Dingen, ...
die unversehrt geblieben sind.
Viele haben durch die Luftangriffe beinahe alles verloren.
Mit wenigen Habseligkeiten versuchen sie, zumindest sich selbst zu retten.
In der gesamten arabischen Welt ist die Empörung ...
über den Militäreinsatz groß. Proteste gab es unter anderem in ...
der Türkei, im Libanon und in Ägypten.
Auch Politiker zahlreicher westlicher Staaten sowie die ...
Vereinten Nationen forderten ein Ende der Kämpfe.
In Jerusalem und im Westjordanland protestierten ...
Palästinenser gewaltsam gegen Israel und ...
die Luftangriffe im Gazastreifen.
Die israelische Polizei und Armee ging hier mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das israelische Vorgehen, machte aber gelichzeitig die Hamas mitverantwortlich für die Gewalteskalation.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni kündigten an, die Militäroperation zunächst unbefristet fortzusetzen.
Entlang der Grenze zum Gazastreifen hat Israel inzwischen ...
auch Bodentruppen und schweres Kampfgerät versammelt.
Tausende israelische Reservisten wurden einberufen. Nach den Luftangriffen steht ...
der Gazastreifen nun womöglich vor einer umfassenden Bodenoffensive.
Video: Krieg in Nahost - Das Leid der Zivilisten in Gaza und Israel
Video: Israelische Reaktion - Im Studio: Peter Ramsauer, CSU
Video: Krieg im Gazastreifen - Im Studio: Carsten Hädler, N24-Redakteur

Israelische Panzer sind am frühen Dienstagmorgen in die größte Stadt des südlichen Gazastreifens eingerückt. Mehrere Panzer rollten mit Unterstützung durch Kampfhubschrauber nach Chan Junis ein, wie Augenzeugen berichteten. Sie lieferten sich heftige Feuergefechte mit Kämpfern der radikalislamischen Hamas-Bewegung und anderer Gruppen.

Drei Tote durch "Friendly Fire"

Mit Einbruch der Nacht hatten die Kämpfe im Norden des Gazastreifens zugenommen, berichteten israelische Medien. Wie die Zeitung "Haaretz" berichtete, kamen drei Soldaten durch Beschuss eigener Truppen ums Leben, ein weiterer sei schwer verletzt worden. Nach Informationen der Zeitung "Jerusalem Post" rückte die Armee erstmals in dicht besiedelte Wohngebiete nördlich von Gaza vor. Dabei kam es zu schweren Kämpfen mit militanten Palästinensern. Unterdessen gingen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Kämpfe und die Versorgung der notleidenden Bevölkerung des Gazastreifens weiter.

Die drei Soldaten starben, als ein israelischer Panzer ein leerstehendes Gebäude in Dschabalia, in dem die Männer Deckung gesucht hatten, unter Beschuss nahm. 24 weitere Soldaten wurden den Berichten des israelischen Onlinedienstes Y-Net zufolge durch das sogenannte "Friendly Fire" verletzt, vier von ihnen schwer. Einer befand sich den Angaben zufolge am Morgen noch in kritischem Zustand. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Beginn der Militäroperation im Gazastreifen getöteten israelischen Soldaten auf vier.

Ringen um Erklärung im Weltsicherheitsrat

Israelische Medien berichteten unter Berufung auf Armeeangaben, dass bei den Kämpfen zwischen israelischen Soldaten und der in Gaza herrschenden radikal-islamischen Hamas allein am Montag schätzungsweise 100 Palästinenser getötet worden seien. 80 Palästinenser seien festgenommen worden. Die Armee habe Gaza praktisch eingekreist. Kämpfer der Hamas hätten die vorrückenden Truppen mit Mörser-Granaten beschossen. Auch am Montag feuerten militante Palästinenser nach israelischen Angaben wieder mehr als 40 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel ab. Seit Beginn der Militäroperation am 27. Dezember wurden vier Isarelis durch Raketen getötet. Die Gesundheitsbehörde in Gaza hatte die Zahl der am Montag getöteten Palästinenser am Abend mit mindestens 50 angegeben. Weitere 150 Bewohner des Gazastreifens seien verletzt worden. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten, hieß es.

Die arabischen Länder versuchten unterdessen in New York, den Weltsicherheitsrat zu einer Erklärung zu bewegen, in der eine sofortige und nachhaltige Waffenruhe im Gazastreifen und deren Überwachung durch internationale Kräfte gefordert wird. In Einzelgesprächen unterbreitete die Arabische Liga UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Vertretern des höchsten UN-Gremium entsprechende Vorschläge. Am Dienstag wurden Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sowie die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens, Bernard Kouchner und David Miliband, zu weiteren Gesprächen am UN-Hauptsitz erwartet.

Israel lehnt Waffenruhe vorerst ab

Die Vorlage der Araber ruft nach Angaben des Liga-Generalsekretärs Amre Mussa auch nach dem Rückzug aller israelischen Truppen aus dem Gazastreifen, der Öffnung der Grenzübergänge, humanitärer Hilfe für die Bevölkerung und neuen Verhandlungen über einen Nahost-Frieden. Ban wollte die Vorschläge am Dienstag bei einem Mittagessen mit US- Präsident George W. Bush im Weißen Haus erörtern.

Israel lehnt eine Waffenruhe bislang ab. Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte dazu am Montag, die Offensive werde fortgesetzt. Die Ziele seien noch nicht erreicht. Hamas habe jedoch schweren Schaden erlitten. Auch Israels Außenministerin Zipi Livni sagte nach einem Treffen mit Vermittlern der Europäischen Union in Jerusalem, der Kampf gegen die Hamas werde weitergehen.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der sich ebenfalls zu einer Vermittlungsmission in der Region aufhält, rief erneut zu einer raschen Waffenruhe auf. "Die Gewalt muss aufhören, und die humanitäre Hilfe sollte erleichtert werden. Wir können nicht verstehen, wie eine Demokratie wie Israel erlauben kann, dass die humanitäre Situation in Gaza immer schlechter wird", sagte Sarkozy nach Gesprächen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah.

(dpa, AFP, N24)

06.01.2009 05:53 Uhr

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