Folge des Gasstreits

RWE: "Wir haben Lage im Griff"

Nach der sich in Teilen Europas zuspitzenden Versorgungslage mit Gas versichert der Energiekonzern RWE die Versorgung deutscher Verbraucher. In Ost- und Mitteleuropa gab es erhebliche Lieferausfälle.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Gas-Pipeline in der Nähe von Kiew: Bald könnte auch Europa die Auswirkungen des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine zu spüren bekommen.

Der Energiekonzern RWE hat trotz der sich in Teilen Europas zuspitzenden Versorgungslage in Folge des Gas-Streits zwischen Russland und der Ukraine bisher keine Auswirkungen für Deutschland zu verzeichnen. "Wir haben die Lage im Griff", sagte ein Sprecher der Vertriebsgesellschaft RWE Energy am Dienstag in Dortmund. "Selbst ein zeitlich befristeter Lieferstopp ließe sich ausgleichen", fügte er an. Der Sprecher räumte aber ein, dass die RWE-Tochter Transgas in Tschechien seit dem Morgen mit erheblichen Einschränkungen konfrontiert sei.

Das Unternehmen betonte, RWE könne auf andere Lieferanten und andere Transportrouten ausweichen. Zudem deckten gespeicherte Vorräte fast ein Viertel des deutschen Jahresbedarfs. RWE Energy bezieht 37 Prozent seiner Erdgaslieferungen aus Russland, 26 Prozent kommen aus Norwegen und 18 Prozent aus den Niederlanden. Außerdem erhält das Unternehmen 15 Prozent seiner Lieferungen aus eigenen deutschen Quellen, der Rest kommt aus Dänemark und Großbritannien. RWE Energy gehört mit dem Marktführer E.ON Ruhrgas, sowie mit Wingas und Verbundnetzgas (VNG) zu den größten Vier im Gasgeschäft. Das Unternehmen beliefert Endkunden in Westdeutschland, Schwerpunkt ist Nordrhein-Westfalen.

Russland stoppt Gaslieferung für Teile Südosteuropas

Die Lieferungen von russischem Gas für große Teile Südosteuropas sind komplett gestoppt. Das bulgarische Wirtschaftsministerium teilte mit, die Lieferungen an die Gasgesellschaft Bulgargaz seien eingestellt worden. Das Gas sei für den heimischen Markt und zur Weiterleitung nach Griechenland, in die Türkei und nach Mazedonien bestimmt gewesen.

Türkei und Österreich betroffen

Die Türkei erhält wegen des Gasstreits zwischen Kiew und Moskau seit der vergangenen Nacht kein russisches Gas mehr aus ukrainischen Transitpipelines. Die Lieferungen seien gestoppt, sagte der türkische Energieminister Hilmi Güler am Dienstag vor Journalisten.

Auch in Österreich kommen nur noch zehn Prozent der üblichen Menge an russischem Gas an. Zunächst habe der russische Energieriese Gazprom in der Nacht zum Dienstag angekündigt, die Lieferungen um 30 bis 40 Prozent verringern zu wollen, teilte der österreichische Energiekonzern OMV mit. Am Morgen seien allerdings 90 Prozent der vereinbarten Menge nicht geliefert worden. OMV müsse deshalb seine Gasreserven anzapfen.

Die Versorgung des Landes sei aber bei der derzeitigen Wetterlage und der aktuellen Nachfrage gesichert, teilte OMV mit. Der österreichische Konzern betreibt zusammen mit Gazprom eines der größten Gasverteilungszentren in Europa. Von dort aus wird auch Gas nach Deutschland geliefert.

Russland will Preise für Ukraine anheben

Zuvor hatte die ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz mitgeteilt, Russland pumpe wie angekündigt deutlich weniger Gas über die Ukraine nach Westen. Damit werde es "in wenigen Stunden" zu Störungen bei den Lieferungen nach Europa kommen, hatte ein Sprecher der staatlichen ukrainischen Gasgesellschaft Naftogaz angekündigt. Russland hatte die neue Lieferdrosselung am Montag angekündigt und zugleich verkündet, das Gas über Alternativ-Routen nach Westen zu pumpen.

Der Umfang der Lieferungen ist nach Angaben von Naftogaz von täglich 221 Millionen Kubikmeter auf 92 Millionen Kubikmeter gesenkt worden. Russland wirft der Ukraine vor, für EU-Länder bestimmtes Gas zu "stehlen". In der Auseinandersetzung geht es um die Bezahlung bereits gelieferten Erdgases und den Preis für 2009. Russland will die bislang relativ niedrigen Preise für die Ukraine langsam auf Marktniveau anheben.

(AFP, dpa, N24)

06.01.2009 11:28 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse