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Ratiopharm-Gründer tot

Adolf Merckle begeht Selbstmord

Der Ratiopharm-Günder Adolf Merckle ist tot. Der Milliardär wurde in der Nähe seines Wohnortes von einem Zug erfasst. Seine Familie teilte mit, Merckle habe "sein Leben beendet".

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Der Milliardär und Ratiopharm-Gründer Adolf Merckle ist tot.
Video: Ratiopharm-Gründer - Industrieller Merckle begeht Selbstmord
Am 11. Januar verstarb Sir Edmund Hillary im Alter von 88 Jahren.
Dem Neuseeländer (im Bild rechts mit dem Sherpa Tensing Norgay) gelang am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des Mount Everests.
Der plötzliche Tod von Heath Ledger am 22. Januar löste weltweit unter Fans und Schauspielkollegen große Trauer aus.
Der 28-jährige Ledger, der in seinem letzten Film "Dark Knight" als Joker einen der besten Bösewichte spielte, starb an einer Überdosis Medikamente.
Am 27. Januar starb der Sänger Ivan Rebroff im Alter von 76 Jahren. Obwohl als Deutscher geboren, verkörperte auf der Bühne mit Rauschebart und russischer Fellmütze den "waschechten Russen".
Unter den DDR-Schauspieler gehörte er zu den Wichtigsten: Erwin Geschonnek starb am 12. März im stattlichen Alter von 101 Jahren.
Im Alter von nur 54 Jahren starb am 18. März der britische Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent Anthony Minghella.
Zu seinen größten Erfolgen zählen u.a. "Der englische Patient" (1996), "Der talentierte Mr. Ripley" (1999) oder "Unterwegs nach Cold Mountain" (2003). (Foto: Kinowelt)
Unter den Science-Fiction-Autoren zählte Arthur C. Clarke zu den technischen Visionären. Durch Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum", der auf einer Kurzgeschichte Clarkes beruhte, wurde er weltberühmt. Am 19. März starb Clarke mit 90 Jahren.
In seinen Rollen verkörperte Richard Widmark meistens den Bösewicht und Schurken. Der Westernheld und Charakterdarsteller ("Warlock", "Cheyenne", "Mord im Orientexpress") starb am 24. März im Alter von 93 Jahren.
Am 5. April verstarb der US-amerikanische Schauspieler, Bürgerrechtler und Waffenlobbyist Charlton Heston mit 84 Jahren. Seinen Fans wird er wohl immer als "Ben Hur" in Erinnerung bleiben.
Im Alter von 102 Jahren starb der Entdecker des LSD, Albert Hofmann. 1943 stieß er auf die halluzinogene Wirkung von LSD, das er bereits fünf Jahre zuvor entdeckt hatte.
Der US-amerikanische Maler, Grafiker und Fotograf Robert Rauschenberg verstarb am 12. Mai mit 82 Jahren. Er galt als Wegbereiter der Pop-Art im 20. Jahrhundert. In seinen Werken kombinierte er etwa Tennisbälle, Autoreifen, und ausgestopfte Ziegen.
Am 26. Mai starb der US-amerikanische Filmregisseur, -produzent und Schauspieler Sydney Pollack an Magenkrebs, der erst neun Monate zuvor diagnostiziert worden war.
Über 40 Jahre bestimmte Yves Saint Laurent mit seinen Kreationen die Modewelt. Im Alter von 71 Jahren starb der Modeschöpfer am 1. Juni an den Folgen eines Hirntumors.
"Ich weiß, dass ich die Mode vorangebracht habe und den Frauen ein bisher verbotenes Universum geöffnet habe." (Yves Saint Laurent, 2002)
Alexander Solschenizyn wurde im Ausland als großer russischer Autor gefeiert. In Russland gehörte er zu den wichtigsten Oppositionellen. Er kritisierte Stalin, überlebte Lagerhaft und anschließende Verbannung. Am 3. August starb Solschenizyn mit 89.
Seine Werke machten die Menschenrechts-Verletzungen in der Sowjetunion der Weltöffentlichkeit publik. 1970 verlieh ihm die Schwedische Akademie den Nobelpreis für Literatur, den er erst 1974 entgegen nehmen konnte.
Sein Markenzeichen war seine unverkennbare Bassbariton-Stimme, mit der er dem Titelsong zu "Shaft" Kult-Status verlieh. Am 10. August verstarb Hayes mit 65 Jahren.
Klaus J. Jacobs, Unternehmer und Mäzen, starb am 11. September im Alter von 71 Jahren. Von 1973 bis 1990 prägte er den Schweizer Kaffee- und Schokoladenkonzern Jacobs Suchard als Vorsitzenden der Geschäftsleitung.
Eigentlich war Thomas Dörflein ein ganz normaler Tierpfleger im Zoologischen Garten Berlin. Mit der Geburt des Eisbären Knut Anfang 2007 war er nur noch „Knuts Ziehvater“. Am 22. September verstarb Dörflein überraschend an einem Herzinfarkt.
Knut-Fans auf der ganzen Welt trauerten und verwandelten den Zoo in ein Blumenmeer.
Paul Newman galt als einer der größten Schauspieler Hollywoods. Ein Multitalent, das den unterschiedlichen Figuren Charakter verlieh. Im Alter von 83 Jahren erlag er am 26. September einem Krebsleiden.
Rechtspopulist, knallharter Taktiker und umstrittener Politiker: Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (58) verunglückte bei einem Autounfall am 11. Oktober tödlich.
Politiker und Landsleute reagierten auf den Tod Haiders mit großer Betroffenheit. Zehntausende Menschen nahmen bei der Trauerfeier Abschied.
Der Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard starb am 1. November im Alter von 86 Jahren. Piccard war 1960 über 10 Kilometer tief ins Meer bis auf den Grund des Marianengrabens getaucht.
Der amerikanische Autor Michael Crichton, der Bestseller wie "Jurassic Park", "Enthüllung" und "Die Wiege der Sonne" schrieb, erlag am 4. November mit 66 Jahren einem Krebsleiden.
Nach einem Konzert in Italien verstarb Miriam Mekeba mit 76 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes. "Mama Afrika" brachte seit den 1960er Jahren als eine der ersten die Musik ihres Kontinents in den Westen.
Bei der globalen Finanzkrise haben sich Dutzende Banken gnadenlos verzockt. Hier die größten "Milliardengräber":
Zwar wurden für die Münchner Hypo Real Estate ein Milliarden-Hilfspaket geschnürt, abschreiben musste der im DAX gelistete Hypothekenfinanzierer bisher aber lediglich 1,2 Milliarden Dollar.
Die Commerzbank verbuchte bisher Abschreibungen von 2,3 Milliarden Dollar.
Die Landesbank Sachsen, ehemals Sachsen LB, musste aufgrund der Finanzkrise und der Verwicklung ihrer irischen Zweckgesellschaften in diese 2,6 Milliarden Dollar abschreiben.
Bei der DZ Bank sind es bisher 2,7 Milliarden Dollar.
Bei der HSH Nordbank, einer Landesbank und Namensgeber der Hamburger Fußball-Arena, summieren sich die Abschreibungen auf 3,6 Milliarden Dollar.
Die von der Commerzbank übernommene Dresdner Bank ist mit Abschreibungen von 4,0 Milliarden Dollar in die globale Finanzkrise verwickelt.
Die Düsseldorfer WestLB ist derzeit auf Partnersuche, weil sie allein die finanzielle Krise wohl nicht überwinden kann. Einer der Auslöser der kostenintensiven Turbulenzen: Abschreibungen von 4,6 Milliarden Dollar.
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) "verbrannte" aufgrund der Finanzkrise 4,8 Milliarden Dollar.
Lediglich bei der BayernLB schlagen unter den deutschen Landesbanken mit bisher 7,0 Milliarden Dollar noch höhere Abschreibungen ins Kontor.
Bei der belgisch-niederländischen Fortis sind die Gläser längst leer: Das Finanzinstitut kam auf Abschreibungen von 7,2 Milliarden Dollar und wurde mittlerweile verstaatlicht bzw. zu Teilen verkauft..
Das britische Finanzinstitut Barclays, das Teile der insolventen Investmentbank Lehman Brothers geschluckt hat, kommt bisher auf Abschreibungen von 7,8 Milliarden Dollar.
9,0 Milliarden Dollar an Abschreibungen stehen bei der französischen Großbank Credit Agricole zu Buche.
Die US-Bank Wells Fargo kämpft derzeit mit der Citigroup um den Konkurrenten Wachovia. 60 Milliarden Dollar sind als Übernahmepreis im Gespräch. Abschreibungen wegen der Finanzkrise von 10,0 Milliarden Dollar sind da fast "Peanuts".
Credit Suisse: 10,5 Milliarden Dollar
Deutschlands Branchenprimus Deutsche Bank, mittlerweile bei der Postbank eingestiegen, schrieb bisher in der seit mehr als einem Jahr dauernden Finanzkrise ebenfalls 10,5 Milliarden Dollar ab.
158 Jahre Banken-Tradition für die Katz: Das US-Investmenthaus Lehman gehört zu den Instituten, die nicht gerettet wurden. 18,8 Milliarden Dollar an Abschreibungen muten bei einem angeblichen Schuldenstand von rund 700 Milliarden Dollar recht niedrig an.
Großbritannien hat mittlerweile die Staatsschatulle aufgemacht und greift den größten Banken des Landes mit Milliarden-Krediten unter die Arme. Die Royal Bank of Scotland ist auch darunter. Ihre Abschreibungen belaufen sich auf 13,8 Milliarden Dollar.
Und nun in die Top Ten: Die Düsseldorfer IKB erwischte die Finanzkrise als eine der ersten deutschen Banken. Bis heute schrieb die Mittelstandsbank 15 Milliarden Dollar ab - soviel wie kein anderes deutsches Institut.
Auf immerhin 15,7 Milliarden Dollar bringt es die US-Investmentbank Morgan Stanley.
Trotz Abschreibungen von 18,8 Milliarden Dollar ist das US-Institut J.P. Morgan Chase einer der wenigen Gewinner der Finanzkrise: Gekauft wurden zu Schnäppchenpreisen unter anderem Bear Stearns und weite Teile der größten US-Sparkasse Washington Mutual.
Ähnliches hat auch die Bank of America gemacht - trotz abgeschriebenen, also wertberichtigten 21,2 Milliarden Dollar. BoA ist Eigentümer der Investmentbank Merrill Lynch. Der Kaufpreis: geschätzte 50 Milliarden Dollar.
Zu den Verlierern zählt Wachovia. Die US-Bank wird ihre Selbstständigkeit einbüßen und entweder bald zur Citigroup oder zu Wells Fargo gehören. Abschreibungen: 22,7 Milliarden Dollar.
Großbritanniens größtes Finanzinstitut HSBC - eine der größten Banken weltweit - meldete bisher Abschreibungen von 27,4 Milliarden Dollar.
Mit Abschreibungen von 44,2 Milliarden Dollar hat die Schweizer UBS zu kämpfen.
Und nun zu den drei größten Miliarden-Verzockern in der Finanzkrise: Rang drei belegt Washington Mutual (USA) mit 45,6 Milliarden Dollar.
Platz zwei geht an Merrill Lynch mit 52,2 Milliarden Dollar, und ...
... die höchsten Wertberichtigungen weist bisher die US-Bank Citigroup mit 55,1 Milliarden Dollar auf.

Er war einer der reichsten Männer Deutschlands - bis er sich an der Börse verzockte und sein Imperium mit 100.000 Mitarbeitern an den Rand des Zusammenbruchs führte. Am Montag hat sich der Ulmer Milliardär Adolf Merckle unweit seines Wohnorts Blaubeuren südwestlich von Ulm von einem Zug überfahren lassen. Der 74-Jährige hinterließ einen Abschiedsbrief. Die Finanzkrise und die daraus folgende wirtschaftliche Notlage seiner Unternehmen hätten Adolf Merckle gebrochen, hieß es in einer kurzen Erklärung seiner Familie. "Er hat sein Leben beendet."

Medienberichten zufolge hatte sich Merckle am Montagabend vor einen Zug geworfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ulm gibt es "keine Hinweise auf ein Fremdverschulden". Der tödliche Bahnunfall habe sich auf der Bahnstrecke Ulm-Sigmaringen bei Blaubeuren-Weiler ereignet. Die Bahnstrecke war bis gegen 22.30 Uhr gesperrt. Bahnreisende wurden mit Bussen weiterbefördert.

Seit Montagabend vermisst

Den Angaben zufolge entdeckte am Montagabend gegen 19.30 Uhr ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn beim Blaubeurer Teilort Weiler im Gleisbereich einen männlichen Leichnam. Deshalb informierte er die Polizei und ließ die Strecke sperren. Polizeibeamte und Rettungskräfte seien zum Fundort geeilt.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei hätten klare Hinweise darauf ergeben, "dass es sich bei dem getöteten Fußgänger um den 74-jährigen Unternehmer handelt", betonte die Staatsanwaltschaft. Seine Angehörigen hätten ihn am Montagabend bei der Polizei als vermisst gemeldet. Er war am Montagnachmittag aus dem Haus gegangen und nicht wie gewohnt zurückgekehrt. Eine DNA-Analyse, die am Dienstagnachmittag erfolgte, solle "ergänzend Sicherheit zur Identität des Toten bringen", so die Staatsanwaltschaft. Mit dem Ergebnis sei im Verlauf der Woche zu rechnen.

"Mir ist fremd, etwas aufzugeben"

Merckle wurde 1934 in Dresden geboren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges baute sein Vater in Blaubeuren den Arzneimittelbetrieb Merckle GmbH auf, den Adolf Merckle später übernahm und zu einem weit verzweigten Konzern ausbaute.

Merckle war ein Kämpfertyp. "Mir ist fremd, etwas aufzugeben", lautete sein Lebensmotto. Wenn die Wirtschaft um ihn herum in der Krise steckte, nutzte Merckle die Gunst der Stunde und baute sein Imperium durch günstige Zukäufe weiter aus. 30 Milliarden Euro Umsatz macht seine Gruppe, zu der unter anderem der Pharmaproduzent ratiopharm, Deutschlands größter Baustoffhersteller HeidelbergCement und der Pharmagroßhändler Phoenix gehören.

Gutes Nase für lohnende Geschäfte

In der Öffentlichkeit gab sich der verschwiegene schwäbische Clan-Chef eher bescheiden. Er machte nicht gern viel Aufhebens um seine Person - geschweige denn um sein Privatvermögen. Die Bewohner seiner Heimatgemeinde Blaubeuren sahen den Selfmade-Milliardär hin und wieder auf dem Fahrrad statt in einer Luxuslimousine durch den Ort fahren.

Doch im Hintergrund hielt Merckle alle Fäden in der Hand, setzte Vertrauensleute an entscheidende Stellen, kontrollierte alles genau - und setzte sich immer durch. Dem Juristen wurde stets ein gutes Näschen für Geschäfte nachgesagt. Laut "Forbes" war Merckle mit einem geschätzten Vermögen von 9,2 Milliarden Dollar der fünftreichste Mann Deutschlands.

Mit VW-Aktien verzockt

Doch dann verzockte sich der gewiefte Taktiker: Mit VW-Aktien verlor er bis zu einer Milliarde Euro. Fast zeitgleich vermieste die Finanz- und Börsenkrise Merckle die Geschäfte. Die Banken forderten zusätzliche Sicherheiten für hohe Kredite - und Merckle steckte plötzlich in finanziellen Schwierigkeiten. Nach früheren Informationen aus Finanzkreisen beläuft sich der Finanzierungsbedarf auf 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Weitere Quellen sprechen davon, dass auf Merckles Holding VEM mindestens Schulden in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro lasten.

Eigentlich war Merckle jedoch nach einem monatelangen Ringen mit den Gläubigerbanken auf der Zielgerade angelangt. Alle beteiligten gut 30 Banken unterzeichneten kurz vor dem Jahreswechsel eine Kreditstundung für die nächsten Monate. Merckle sollte dadurch mehr Zeit bekommen um, um sein Imperium zu sanieren.

Banken wollten Unternehmensgruppe zerpflücken

Aber der Preis wäre hoch gewesen: Merckle sollte sich von den Filetstücken seines Imperiums trennen, so die Forderung der Banken. Seinen Ulmer Generikahersteller ratiopharm hätte Merckle auf lange Sicht verkaufen müssen. Auch sollte er seine Anteile an HeidelbergCement verlieren. Sein Lebenswerk hätte tiefe Kerben davongetragen. Der Druck der zähen Verhandlungen und die Aussicht, diesmal nicht als strahlender Sieger aus einem Streit hervorzugehen, haben ihn gebrochen, berichtete seine Familie. Adolf Merckle hatte mit seiner Frau drei Söhne und eine Tochter.

(dpa, ddp, N24, Marc Herwig, Berit Schmidt)

06.01.2009 16:46 Uhr

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