Bei der Winterklausur in Wildbad Kreuth forderte die CSU erneut umfangreiche Steuersenkungen. Mit ihren Forderungen sucht die Partei auch einen Ausweg aus ihrem anhaltenden Umfragetief.
Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.
Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:
Trotz weiter schwacher Umfragewerte will die CSU im Superwahljahr 2009 mit Forderungen nach massiven Steuersenkungen den Takt vorgeben. Neben der Erhöhung des Grundfreibetrags auf 8000 Euro für alle - Kinder wie Erwachsene - wollen die Christsozialen auch eine Senkung des Eingangssteuersatzes und eine Abflachung der Steuerprogression fordern.
Die CSU-Landesgruppe will bei ihrer Winterklausur in Wildbad Kreuth ein entsprechendes Papier verabschieden, "das Grundlage für das Bundestagswahlprogramm nicht nur der CSU, sondern der Unionsparteien insgesamt sein soll", wie Landesgruppenchef Peter Ramsauer zu Beginn des Treffens sagte. Mit den Steuer-Zugeständnissen in den laufenden Verhandlungen um das zweite Konjunkturpaket zeigte sich Parteichef Horst Seehofer noch nicht zufrieden. Er schlug Ramsauer als CSU-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl vor.
Seehofer für Abschaffung der Steuerprogression
In der ersten größeren Umfrage seit dem CSU-Debakel bei der bayerischen Landtagswahl liegt die Partei aber weit unter den einst üblichen 50 Prozent. Bei einer bayerischen Landtagswahl würde die CSU derzeit auf 45 Prozent kommen, bei einer Bundestagswahl auf 48 Prozent, wie eine vom Fernsehsender Sat.1 veröffentlichte Umfrage des Instituts GMS ergab. "Das ist zum Auftakt des Wahljahres 2009 ein leichter Fortschritt, aber kein Anlass zur Selbstzufriedenheit", sagte Seehofer.
Im Bundestagswahlkampf will die CSU das Steuerkonzept wiederaufleben lassen, das Seehofers Vorgänger Erwin Huber im vergangenen Jahr nicht gegen den Widerstand von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchsetzen konnte. Seehofer brachte eine völlige Abschaffung der Steuerprogression ins Gespräch: "Am besten, dass Progression im Steuertarif nicht mehr stattfindet."
Ramsauer soll Spitzenkandidat werden
Zum Auftakt des 33. CSU-Treffens im Tegernseer Tal zeigten sich führende Christsoziale außerdem unzufrieden mit den Signalen aus der SPD für das geplante Konjunkturpaket II. Die CSU wolle der SPD "Anreize und Motivation" für Steuersenkungen geben, sagte Landesgruppenchef Ramsauer. Die Vorbereitung auf die Europa- und Bundestagswahlkämpfe im Superwahljahr 2009 ist Hauptthema des dreitägigen Treffens. Prominentester Gast ist in diesem Jahr EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Er wird zum Abschluss des Treffens am Freitag erwartet.
Mit dem Vorschlag, Ramsauer zum Spitzenkandidaten zu machen, beendete Seehofer eine wochenlange Personaldiskussion, die er selbst angezettelt hatte. Der CSU-Chef hatte in den vergangenen Wochen mehrfach die Frage der Bundestags-Spitzenkandidatur offen gelassen. Das hatte CSU-Bundestagsabgeordnete verärgert. Nicht beigelegt ist jedoch der parteiinterne Konflikt um die von Seehofer arrangierte Europakandidatur der Strauß-Tochter Monika Hohlmeier. Der CSU- Europaabgeordnete und Chef der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, erwägt bei der Nominierungsversammlung am 17. Januar eine Kampfkandidatur gegen Hohlmeier, wie aus Parteikreisen zu erfahren war.