Ungeachtet aller Versuche um eine Waffenruhe verstärkt Israel seine Bemühungen, die Stadt einzukesseln. Palästinensische Kämpfer haben mit Raketen zurückgefeuert.
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Zweieinhalb Wochen nach Beginn der Offensive im Gazastreifen hat die israelische Armee ihre Angriffe auf die Stadt Gaza konzentriert. In der Nacht zum Dienstag drangen Panzerfahrzeuge unterstützt von der Luftwaffe in die Bezirke Tal el Hawa, Eidschlin und Seitun vor, wie Augenzeugen nach Angaben eines AFP-Korrespondenten berichteten. Der UN-Sicherheitsrat wollte am Dienstag erneut über den Konflikt beraten.
Israelische Panzer seien nach Mitternacht (23.00 Uhr MEZ) weiter in die drei Außenbezirke vorgedrungen, berichteten die Augenzeugen. Währenddessen bombardierte die Luftwaffe die Region. Palästinensische Kämpfer hätten mit Raketen zurückgefeuert. "Es ist die längste Nacht seit Beginn des Kriegs", berichtete der AFP-Korrespondent, von dessen Haus sich die israelischen Panzer nur 400 Meter entfernt befanden.
Israel bestätigt Kämpfe in mehreren Bezirken Gazas
Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurde in Seitun mindestens ein Mensch getötet. In dem Außenbezirk Raduan wurden mindestens drei Menschen verletzt, als ein Haus bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Ein israelischer Armeesprecher bestätigte Kämpfe in mehreren Bezirken Gazas, ohne nähere Angaben zu machen.
Die israelische Luftwaffe flog nach Armeeangaben auch mehrere nächtliche Angriffe auf Rafah an der Grenze nach Ägypten. Ziel war den Angaben zufolge die Zerstörung von Tunnels zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Nach Armeeangaben wurden am Montag 60 Ziele getroffen, darunter 20 Schmuggler-Tunnels und neun Raketenabschuss-Rampen. Auch in Beit Lahija und Dschabalija nördlich von Gaza gab es heftige Kämpfe.
Der bewaffnete Arm der Hamas, die Essedin-el-Kassam-Brigaden, zerstörten nach eigenen Angaben in Seitun israelische Panzerfahrzeuge. In dem Dorf Chusa wurde demnach eine unbestimmte Zahl israelischer Soldaten getötet. Diese Angaben wurden von der israelischen Armee zurückgewiesen.
Israel hatte am Montag seine militärische Strategie auf Gaza konzentriert. Die Anstrengungen, die Stadt einzukesseln, würden verstärkt, sagte General Ejal Eisenberg vor Journalisten. Israels Regierungschef Ehud Olmert hatte am Montag seinen Willen bekundet, die Offensive zu beenden. Allerdings müssten dafür zwei Bedingungen erfüllt sein, schränkte Olmert bei einem Besuch im südisraelischen Aschkelon ein: "Das Ende des Raketenbeschusses und das Ende der Waffenlieferungen an die Hamas".
Hamas-Regierungschef meldet sich im Fernsehen
Hamas-Regierungschef Ismail Hanija hielt in einer im Fernsehen übertragenen Rede dagegen, die Zeichen für die Hamas stünden auf Sieg: "Das Blut, das geströmt ist, wird nicht umsonst geströmt sein, denn es wird uns den Sieg bringen." Hanija soll sich an einem unbekannten Ort im Gazastreifen aufhalten.
Vor der geplanten Vermittlungsmission von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Nahen Osten wollte der UN-Sicherheitsrat am Dienstag erneut zu Beratungen zusammenkommen. Das Gremium werde am Vormittag (Ortszeit, 16.00 Uhr MEZ) hinter geschlossenen Türen beraten, sagte der Sprecher der libyschen UN-Mission, Ahmed Gebreel, in New York. Ban werde bei dieser Gelegenheit den Sicherheitsrat über seine Reise in die Region informieren.
Der UN-Generalsekretär hatte zuvor bei seiner ersten Pressekonferenz in diesem Jahr die Konfliktparteien im Gazastreifen zu einem sofortigen Stopp der Kämpfe aufgefordert. Ban kündigte zudem an, noch am Dienstag zu einer einwöchigen Reise in die Region aufbrechen. Er will demnach Ägypten, Israel, das Westjordanland, Jordanien, die Türkei, Syrien, den Libanon und Kuwait besuchen. Dort soll er am kommenden Montag an einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga teilnehmen.
Die israelische Offensive im Gazastreifen dauert seit dem 27. Dezember an. Bei dem Militäreinsatz wurden nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte mehr als 900 Palästinenser getötet, etwa 4100 wurden verletzt.