UN verärgert

Israel sieht Ziel noch nicht erreicht

Israel setzt seine Angriffe gegen Gaza fort. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigt sich unterdessen enttäuscht und fordert Barack Obama auf, die Nahost-Politik zu einem Schwerpunkt zu machen.

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Vor seiner Abreise in den Nahen Osten findet UN-Generalsekretär Ban Ki Moon deutliche Worte: "Zu beiden Seiten sage ich: Hört auf, jetzt". Bis jetzt treffen seine Worte auf Seiten Israels und der Hamas auf taube Ohren.
Ein traumhaft schöner Blick gen Himmel, an dem ein Flugzeug seine Runden zieht. Doch der Schein trügt - es ist der Himmel über dem Gazastreifen. Ein israelisches Kampfflugzeug bereitet den Raketenabschuss vor.
Isreal begann kurz vor dem Jahreswechsel mit seiner Militäroffensive in Gaza. Vor Ort in Sderot, im südlichen Israel: N24-Reporter Robert Annetzberger, der über die aktuelle Entwicklung berichtet.
Für die N24.de-User hat er diese Aufnahmen gemacht. Mit eigenen Augen kann der Reporter täglich sehen, wie der Rauch über dem Gazastreifen aufsteigt, ...
... wenn die israelische Armee ihre Luftangriffe über dem feindlichen Gebiet der Palästinenser startet.
Hier ein Haus in Sderot, kurz nach dem Einschlag einer Kassam-Rakete. Niemand wurde verletzt, ...
... die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Viele trifft es allerdings wesentlich härter, UN-Vertreter sprechen von mehr als 900 Toten seit Beginn des Krieges.
Drei Kassam-Geschosse werden im Gazastreifen abgefeuert. Die Hamas schlägt zurück - auch in Sderot ertönt der Raketenalarm. Die Bewohner haben dann maximal 15 Sekunden Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen.
Eine Mutter wartet mit ihren Kindern in Sderot in einem Keller darauf, dass die Raketenanschläge vorübergehen.
Angriff eines Apache-Kampfhubschraubers, ...
... eine Serie von Raketenabwürfen auf den Gazastreifen folgt.
Mehrmals täglich wird Reporter Robert Annetzberger in die Nachrichtensendungen von N24 zugeschaltet. Hier bereitet er sich auf das nächste Gespräch vor, um von ...
... den Detonationen in Gaza nach israelischen Luftangriffen zu berichten.
Medienvertreter aus aller Welt haben ihr Lager in Israel in Grenznähe zum Gazastreifen aufgeschlagen, um die Lage zu beobachten und ...
... die aktuellen Ereignisse zu vermelden, ...
... so weit sie aus dieser Entfernung zu beurteilen sind. Denn auch für sie ist am Polizei-Checkpoint am Rand der "closed military zone" Schluss, ...
... bis hierher und nicht weiter kommt man.
Schaulustigen ganz anderer Art kann man in Israel aber auch begegnen: "Wo sind die Panzer?", fragen sie. Es sind ...
... israelische Kriegstouristen, die Action sehen wollen.
Bislang schlugen alle politischen Bemühungen um einen Waffenstillstand fehl. Ein Ende der Angriffe über dem Gazastreifen und damit ein Ende dieser Bilder ist derzeit noch nicht absehbar.
Video: Krieg in Nahost - Israelische Truppen in Gaza-Stadt
Weltweit gehen Hunderttausende auf die Straßen, um gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen zu protestieren.
Mit lauten Sprechchören, Flaggen und Transparenten …
… zeigt man Solidarität mit den Palästinensern.
In den meisten Fällen rufen islamische Organisationen zu den Aktionen auf.
In vielen deutschen Städten, wie Berlin, Düsseldorf, …
… Frankfurt am Main und Bremen …
… protestieren die Menschen gegen den israelischen Militäreinsatz. Neben den brennenden israelischen Fahnen greifen die Demonstranten …
… zu drastischen Symbolen, um ihre Wut zum Ausdruck zu bringen.
Das Konterfei des amtierenden US-Präsidenten George W. Bush darf natürlich nicht fehlen. Die USA werden als Feinde angesehen, weil sie im Nahost-Konflikt auf Seiten Israels stehen.
Die muslimischstämmigen Indonesier bringen klar und deutlich ihre Meinung zur israelischen Bodenoffensive zum Ausdruck. Der Schuhwurf auf George W. Bush wird gern aufgegriffen.
Auch bei syrischen Protestaktionen gegen Israel dient Bush als beliebter Sündenbock.
Kinder gehen verkleidet als Hamas-Kämpfer auf die Straßen, wie hier bei Demonstrationen im Libanon.
In Beirut geht die Polizei mit Wasserwerfern gegen die aufgebrachte Menge vor.
Mit welchen Mitteln man gegen Israel kämpfen will, machen die Demonstranten deutlich: Entweder mit Raketen oder …
… mit Selbstmordanschlägen, wozu die Hamas bereits aufgerufen hat.
Muslimische Filipinos verurteilen die Israelis als Terroristen und Schlächter.
In Thailand macht sich die Verzweiflung auch …
… unter der muslimischstämmigen Bevölkerung breit, die mit lauten Sprechchören zum Ausdruck gebracht wird.
Ein leiser, aber auch wirkungsvoller Protest in der Schweiz und …
… in den Niederlanden.
Pro-Palästinensische Demonstrationen gibt es auch in Warschau.
In Istanbul rufen Zehntausende Türken am Sonntag in Sprechchören "Tod für Israel" und "Wir sind alle Palästinenser".
Demonstranten auf dem Istanbuler Caglayan-Platz verfolgten auf einem Bildschirm Live-Bilder des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira aus dem Gazastreifen.
In Paris kommt es nach einer Kundgebung zu Krawallen. Hunderte Randalierer setzen in der Innenstadt Autos in Brand.
In Griechenland brennen Flaggen und Plakate.
Auch in Italien werden israelische Transparente verbrannt.
Auf den Straßen kommt es zu Massentumulten.
In Großbritannien versammeln sich in rund 20 Städten mehr als 10.000 Menschen zu Protestaktionen. Prominente Demonstranten: Menschenrechts-Aktivistin Bianca Jagger (r.) und Sängerin Annie Lennox (l.).
In London bewerfen Demonstranten das Eisentor, das den Regierungssitz Downing Street Nummer 10 abschirmt, mit Hunderten von Schuhen.
Im australischen Melbourne gingen neben 3000 anti-israelischen Demonstranten auch mehrere hundert Menschen auf die Straße, die Israel unterstützten.
Seit dem 27. Dezember fallen im Gazastreifen die Bomben.
Israel setzt seine Militäraktion gegen die Hamas mit neuen ...
Bombardierungen in Gaza-Stadt und entlang der ägyptischen Grenze fort.
Die Ziele sind überwiegend Stellungen und Gebäude der Hamas, die Israel für Raketenangriffe auf israelische Siedlungen in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich macht.
Bei den Angriffen wurden bisher bereits über 300 Palästinenser getötet.
Mehr als 1000 Menschen wurden mitunter schwer verletzt.
Mit bloßen Händen suchen die Menschen in den Trümmern ...
nach Überlebenden. Doch die Versorgung der Verletzten ist schlecht. Die Krankenhäuser sind überlastet.
Auch die Feuerwehren sind mit den zahlreichen ...
Explosionen und Bränden völlig überfordert.
Oftmals resignieren die Helfer angesichts des Ausmaßes der Zerstörung.
Viele Bewohner Gazas ergreifen die Flucht. Doch wo sie sicher sind, wissen sie nicht.
Die israelischen Bomben und Raketen haben Teile von ...
Gaza-Stadt und anderen Städten in Trümmerfelder verwandelt.
In den Ruinen und unter den Schutthaufen suchen die Bewohner ...
nach Opfern und nach den wenigen Dingen, ...
die unversehrt geblieben sind.
Viele haben durch die Luftangriffe beinahe alles verloren.
Mit wenigen Habseligkeiten versuchen sie, zumindest sich selbst zu retten.
In der gesamten arabischen Welt ist die Empörung ...
über den Militäreinsatz groß. Proteste gab es unter anderem in ...
der Türkei, im Libanon und in Ägypten.
Auch Politiker zahlreicher westlicher Staaten sowie die ...
Vereinten Nationen forderten ein Ende der Kämpfe.
In Jerusalem und im Westjordanland protestierten ...
Palästinenser gewaltsam gegen Israel und ...
die Luftangriffe im Gazastreifen.
Die israelische Polizei und Armee ging hier mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das israelische Vorgehen, machte aber gelichzeitig die Hamas mitverantwortlich für die Gewalteskalation.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni kündigten an, die Militäroperation zunächst unbefristet fortzusetzen.
Entlang der Grenze zum Gazastreifen hat Israel inzwischen ...
auch Bodentruppen und schweres Kampfgerät versammelt.
Tausende israelische Reservisten wurden einberufen. Nach den Luftangriffen steht ...
der Gazastreifen nun womöglich vor einer umfassenden Bodenoffensive.

Die israelische Armee setzt ihre Angriffe auf die radikalislamische Hamas im Gazastreifen ungeachtet der Friedensappelle aus aller Welt fort. Generalstabschef Gabi Aschkenasi erklärte am Dienstag, seine Soldaten hätten der Hamas und ihrer Infrastruktur schon schwere Schäden zugefügt, die Ziele seien aber noch nicht erreicht. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich unterdessen verärgert und enttäuscht, dass bislang beide Seiten die Appelle zu einer Waffenruhe ignoriert haben. "Zu beiden Seiten sage ich: Hört auf, jetzt", sagte Ban am Montag in New York.

"Zu viele Menschen sind gestorben. Zu viele Zivilisten mussten leiden. Zu viele Menschen, Israelis und Palästinenser, haben jeden Tag Angst um ihr Leben", sagte Ban vor der Abreise zu einer Mission in den Nahen Osten, wo er sich persönlich für eine Waffenruhe einsetzen wollte. Er wurde am Mittwoch in Ägypten und Jordanien erwartet und wollte dann weiter nach Israel, in das Westjordanland, die Türkei, in den Libanon, nach Syrien und Kuwait reisen.

Verhandlungen mit Hamas fortgesetzt

Die ägyptische Regierung setzte am Dienstag ihre Verhandlungen mit der Hamas über eine Feuerpause im Gazastreifen fort. Eine dreiköpfige Hamas-Delegation traf am Montagabend aus Damaskus ein. Die radikalislamische Organisation hat erklärt, sie bestehe weiterhin auf einen Abzug der israelischen Truppen vor Beginn einer Waffenruhe.

Dies scheint aber derzeit nicht in Sicht. Generalleutnant Aschkenasi erklärte, Ziel sei es, die Raketenangriffe auf Israel einzudämmen. Trotz der heftigen israelischen Angriffe hatten Hamas-Kämpfer auch am Montag wieder 20 Raketen auf israelisches Gebiet abgeschossen.

Als Reaktion auf die Raketenangriffe hatte Israel am 27. Dezember seine Offensive gestartet. Seitdem wurden nach palästinensischen Angaben rund 900 Menschen getötet, die Hälfte davon Zivilpersonen. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben, davon zehn Soldaten. Aus Angst vor vielen Opfern wurden die israelischen Soldaten bislang nicht in bewohnten Gebieten eingesetzt.

Im Kampf gegen die Hamas drangen israelische Soldaten am frühen Dienstag erstmals in Vororte der Stadt Gaza vor. Augenzeugen zufolge wurden sie von Artillerieeinheiten, Kampfhubschraubern und der Marine unterstützt. Mehrere Gebäude gerieten in Brand. Das Gebiet wurde von dicken Rauchschwaden überzogen.

Obama soll Nahost-Politik zum Schwerpunkt machen

Der UN-Generalsekretär kehrt am 20. Januar nach New York zurück, am dem Tag der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Barack Obama. Er werde Obama auffordern, den Nahen Osten zu einem Schwerpunkt seiner Regierungsarbeit zu machen, erklärte Ban.

Die UN riefen unterdessen die ölreichen Golfstaaten zu Spenden für die notleidende Zivilbevölkerung auf. Für Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente würden schätzungsweise 100 Millionen Dollar benötigt, erklärte das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten auf einer Geberkonferenz in Dubai. Seit Beginn der israelischen Offensive spendeten laut UN-Angaben von den Golfstaaten lediglich Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Geld für die Palästinenser an Organisationen der Vereinten Nationen.

(AP, N24)

13.01.2009 12:27 Uhr

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