19. Tag der Angriffe

Gaza-Krieg forderte bisher fast 1.000 Tote

Die israelische Offensive im Gazastreifen wurde intensiviert. Die Gefechte mit militanten Palästinensern werden immer blutiger. Bisher wurden fast 1.000 Palästinenser getötet, etwa 4.300 verletzt.

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Ein bei einem israelischen Angriff verletzter Palästinenser wird in ein Hospital eines Flüchtlingslagers im Norden des Gazastreifens gebracht.
Video: Tunnel nach Gaza - Versorgung mit Essen und Raketen
Ein traumhaft schöner Blick gen Himmel, an dem ein Flugzeug seine Runden zieht. Doch der Schein trügt - es ist der Himmel über dem Gazastreifen. Ein israelisches Kampfflugzeug bereitet den Raketenabschuss vor.
Isreal begann kurz vor dem Jahreswechsel mit seiner Militäroffensive in Gaza. Vor Ort in Sderot, im südlichen Israel: N24-Reporter Robert Annetzberger, der über die aktuelle Entwicklung berichtet.
Für die N24.de-User hat er diese Aufnahmen gemacht. Mit eigenen Augen kann der Reporter täglich sehen, wie der Rauch über dem Gazastreifen aufsteigt, ...
... wenn die israelische Armee ihre Luftangriffe über dem feindlichen Gebiet der Palästinenser startet.
Hier ein Haus in Sderot, kurz nach dem Einschlag einer Kassam-Rakete. Niemand wurde verletzt, ...
... die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Viele trifft es allerdings wesentlich härter, UN-Vertreter sprechen von mehr als 900 Toten seit Beginn des Krieges.
Drei Kassam-Geschosse werden im Gazastreifen abgefeuert. Die Hamas schlägt zurück - auch in Sderot ertönt der Raketenalarm. Die Bewohner haben dann maximal 15 Sekunden Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen.
Eine Mutter wartet mit ihren Kindern in Sderot in einem Keller darauf, dass die Raketenanschläge vorübergehen.
Angriff eines Apache-Kampfhubschraubers, ...
... eine Serie von Raketenabwürfen auf den Gazastreifen folgt.
Mehrmals täglich wird Reporter Robert Annetzberger in die Nachrichtensendungen von N24 zugeschaltet. Hier bereitet er sich auf das nächste Gespräch vor, um von ...
... den Detonationen in Gaza nach israelischen Luftangriffen zu berichten.
Medienvertreter aus aller Welt haben ihr Lager in Israel in Grenznähe zum Gazastreifen aufgeschlagen, um die Lage zu beobachten und ...
... die aktuellen Ereignisse zu vermelden, ...
... so weit sie aus dieser Entfernung zu beurteilen sind. Denn auch für sie ist am Polizei-Checkpoint am Rand der "closed military zone" Schluss, ...
... bis hierher und nicht weiter kommt man.
Schaulustigen ganz anderer Art kann man in Israel aber auch begegnen: "Wo sind die Panzer?", fragen sie. Es sind ...
... israelische Kriegstouristen, die Action sehen wollen.
Bislang schlugen alle politischen Bemühungen um einen Waffenstillstand fehl. Ein Ende der Angriffe über dem Gazastreifen und damit ein Ende dieser Bilder ist derzeit noch nicht absehbar.
Video: Krieg in Nahost - Israelische Truppen in Gaza-Stadt
Seit dem 27. Dezember fallen im Gazastreifen die Bomben.
Israel setzt seine Militäraktion gegen die Hamas mit neuen ...
Bombardierungen in Gaza-Stadt und entlang der ägyptischen Grenze fort.
Die Ziele sind überwiegend Stellungen und Gebäude der Hamas, die Israel für Raketenangriffe auf israelische Siedlungen in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich macht.
Bei den Angriffen wurden bisher bereits über 300 Palästinenser getötet.
Mehr als 1000 Menschen wurden mitunter schwer verletzt.
Mit bloßen Händen suchen die Menschen in den Trümmern ...
nach Überlebenden. Doch die Versorgung der Verletzten ist schlecht. Die Krankenhäuser sind überlastet.
Auch die Feuerwehren sind mit den zahlreichen ...
Explosionen und Bränden völlig überfordert.
Oftmals resignieren die Helfer angesichts des Ausmaßes der Zerstörung.
Viele Bewohner Gazas ergreifen die Flucht. Doch wo sie sicher sind, wissen sie nicht.
Die israelischen Bomben und Raketen haben Teile von ...
Gaza-Stadt und anderen Städten in Trümmerfelder verwandelt.
In den Ruinen und unter den Schutthaufen suchen die Bewohner ...
nach Opfern und nach den wenigen Dingen, ...
die unversehrt geblieben sind.
Viele haben durch die Luftangriffe beinahe alles verloren.
Mit wenigen Habseligkeiten versuchen sie, zumindest sich selbst zu retten.
In der gesamten arabischen Welt ist die Empörung ...
über den Militäreinsatz groß. Proteste gab es unter anderem in ...
der Türkei, im Libanon und in Ägypten.
Auch Politiker zahlreicher westlicher Staaten sowie die ...
Vereinten Nationen forderten ein Ende der Kämpfe.
In Jerusalem und im Westjordanland protestierten ...
Palästinenser gewaltsam gegen Israel und ...
die Luftangriffe im Gazastreifen.
Die israelische Polizei und Armee ging hier mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das israelische Vorgehen, machte aber gelichzeitig die Hamas mitverantwortlich für die Gewalteskalation.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni kündigten an, die Militäroperation zunächst unbefristet fortzusetzen.
Entlang der Grenze zum Gazastreifen hat Israel inzwischen ...
auch Bodentruppen und schweres Kampfgerät versammelt.
Tausende israelische Reservisten wurden einberufen. Nach den Luftangriffen steht ...
der Gazastreifen nun womöglich vor einer umfassenden Bodenoffensive.
Es war angekündigt und kam dennoch überraschend: Israel hat sich im Gazastreifen mit voller Härte gegen den andauernden Raketenbeschuss der Hamas gewehrt.
Am Samstagvormittag begannen die israelischen Bombardements in Gaza-Stadt, Rafah und in anderen Städten und Siedlungen im Gazastreifen.
Das Ziel der Angriffe waren Stellungen der radikalislamischen Hamas und ihrer Milizen.
Getroffen wurden wie stets jedoch auch viele unbeteiligte Zivilisten.
Fast 200 Menschen sollen nach Informationen von Rettungskräften bei den Luftangriffen getötet worden sein.
Hunderte weitere wurden teilweise schwer verletzt. Ganze Häuserkomplexe wurden in Schutt und Asche gelegt.
Verzweifelt und mit einfachsten Mitteln werden Opfer aus den Trümmern geborgen.
Die Rettungskräfte sind völlig überfordert. Sie können teilweise nicht erreicht werden, da das Handynetz ausgefallen ist.
Anwohner flüchten. Wo sie vor dem Bombenhagel sicher sind, wissen die meisten jedoch nicht.
Wo die israelischen Bomben fallen, hinterlassen sie nur noch ein Trümmerfeld.
Am Platz eines früheren Hamas-Gebäudes steht jetzt kaum noch ein Stein auf dem Anderen.
Die Feuerwehrleute und Rettungskräfte können kaum noch etwas retten. Opfer werden mit Decken und Tüchern abtransportiert.
Die Detonation einer israelischen Missile-Rakete im nördlichen Gazastreifen. In Gaza-Stadt und Rafah explodierten Dutzende der Geschosse.
Vor dem Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt werden die Toten auf dem Boden abgelegt.
Es sind zu viele um sie im Inneren des Gebäudes unterzubringen.
Zudem wird der Platz für die große Zahl der Verletzten gebraucht.
Dicht an dicht drängen sich die Männer, Frauen und Kinder, warten darauf, medizinisch versorgt zu werden.
Und die Zahl der Neuankömmlinge im Krankenhaus reißt nicht ab.
Immer neue Verletzte werden in das schon überfüllte Krankenhaus in Gaza-Stadt gebracht.
Große Teile von Gaza-Stadt und Rafah gleichen nach den Angriffen einem Trümmerfeld.
Überall lodern Flammen, quillt beißender Rauch empor.
Verzweifelt und wütend machen sich die Menschen ein Bild von der Zerstörung oder ...
suchen in den Trümmern nach Opfern und dem wenigen Unzerstörten.
Die israelische Regierung begründet ihr Vorgehen mit dem Beschuss israelischer Siedlungen durch Raketen der Hamas.
Die Hamas hatte den Waffenstillstand mit Israel rund eine Woche vor der derzeitigen Gewalteskalation einseitig aufgekündigt.
Die israelischen Bombardements dürften die antiisraelische Stimmung in den Palästinensergebieten wieder voll entfacht haben.
Schon protestieren auch im Westjordanland Palästinenser gegen die israelischen Militärübergriffe.
Hier ist es bisher noch zu keiner Eskalation der Gewalt gekommen.
Die Polizei begnügt sich mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Die weitere Zuspitzung der Situation, insbesondere im Gazastreifen, dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein.

Israel hat seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen in der Nacht fortgesetzt. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, kam es im Zentrum des Gazastreifens zu schweren Explosionen. Auch im Norden des Palästinensergebiets habe es Luftangriffe und andauernden Beschuss gegeben, berichtete eine Al-Dschasira-Korrespondentin am frühen Morgen von der israelischen Grenze zum Gazastreifen. Im Vergleich zur vorangegangenen Nacht sei die Intensität der Angriffe aber geringer.

Am Dienstag, dem 18. Tag des Militäreinsatzes, hatte die israelische Armee ihre Angriffe gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas deutlich ausgeweitet. Erstmals seit Beginn der Offensive drangen Soldaten tief in die Vororte der Stadt Gaza vor und lieferten sich nach Augenzeugenberichten stundenlange schwere Gefechte mit bewaffneten Palästinensern. Erneut waren am Abend auch Schmugglertunnel im Süden des Gazastreifens Ziel heftiger Luftangriffe. Die Zahl der seit dem 27. Dezember getöteten Palästinenser stieg auf 975. Mindestens 4.300 Menschen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza verletzt.

Kein Ende der Kämpfe in Sicht

Ungeachtet der hohen Opferzahlen und der großen Zerstörung im Gazastreifen ist ein Ende der Kämpfe vorerst nicht abzusehen. Zwar führen beide Seiten mit Ägypten Gespräche über eine mögliche Waffenruhe. Jedoch kündigten sowohl die israelische Regierung als auch die Hamas an, weiterkämpfen zu wollen, solange die jeweils andere Seite ihren Forderungen für eine Feuerpause nicht zustimmt. Während Israel in erster Linie den Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser und die Unterbindung des Waffenschmuggels in den Gazastreifen zur Bedingung macht, fordert die Hamas den Abzug der israelischen Soldaten aus dem Palästinensergebiet und die Öffnung aller Grenzübergänge nach Israel und Ägypten.

Differenzen in israelischer Regierung

Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, gibt es innerhalb der Regierung in Jerusalem Differenzen über den Zeitpunkt für den Beginn einer Waffenruhe. Ministerpräsidenten Ehud Olmert lehne eine rasche Feuerpause ab und stelle sich damit gegen Verteidigungsminister Ehud Barak und Außenministerin Zipi Livni, berichtet das Blatt in seiner Onlineausgabe. Barak strebe eine einwöchige «humanitäre Waffenruhe» zur Versorgung der Menschen im Gazastreifen an. Dagegen sehe Olmert die militärischen Ziele noch nicht erreicht und verhindere deshalb eine entsprechende Abstimmung im Kabinett. Auch Livni befürworte eine Waffenruhe, hieß es weiter.

Am Mittwoch wollte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sich in der Region in die Verhandlungen um ein Ende der Gewalt einschalten. Der UN-Chef wurde zunächst in Kairo erwartet, wo er sich über Einzelheiten der ägyptischen Initiative zur Beilegung des Gazakonflikts unterrichten lassen wollte. Weitere Stationen seiner Reise sind Jordanien, Israel, das Westjordanland, der Libanon, Syrien und Kuwait. Ban will in allen Hauptstädten auf eine sofortige Waffenruhe und Hilfe für die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen dringen. Der Sicherheitsrat hatte Israel und die Hamas am Freitag in einer Resolution aufgerufen, sofort alle Gewalt zu stoppen.

(dpa, N24)

14.01.2009 05:37 Uhr

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