Die israelische Offensive im Gazastreifen wurde intensiviert. Die Gefechte mit militanten Palästinensern werden immer blutiger. Bisher wurden fast 1.000 Palästinenser getötet, etwa 4.300 verletzt.
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Israel hat seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen in der Nacht fortgesetzt. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, kam es im Zentrum des Gazastreifens zu schweren Explosionen. Auch im Norden des Palästinensergebiets habe es Luftangriffe und andauernden Beschuss gegeben, berichtete eine Al-Dschasira-Korrespondentin am frühen Morgen von der israelischen Grenze zum Gazastreifen. Im Vergleich zur vorangegangenen Nacht sei die Intensität der Angriffe aber geringer.
Am Dienstag, dem 18. Tag des Militäreinsatzes, hatte die israelische Armee ihre Angriffe gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas deutlich ausgeweitet. Erstmals seit Beginn der Offensive drangen Soldaten tief in die Vororte der Stadt Gaza vor und lieferten sich nach Augenzeugenberichten stundenlange schwere Gefechte mit bewaffneten Palästinensern. Erneut waren am Abend auch Schmugglertunnel im Süden des Gazastreifens Ziel heftiger Luftangriffe. Die Zahl der seit dem 27. Dezember getöteten Palästinenser stieg auf 975. Mindestens 4.300 Menschen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza verletzt.
Kein Ende der Kämpfe in Sicht
Ungeachtet der hohen Opferzahlen und der großen Zerstörung im Gazastreifen ist ein Ende der Kämpfe vorerst nicht abzusehen. Zwar führen beide Seiten mit Ägypten Gespräche über eine mögliche Waffenruhe. Jedoch kündigten sowohl die israelische Regierung als auch die Hamas an, weiterkämpfen zu wollen, solange die jeweils andere Seite ihren Forderungen für eine Feuerpause nicht zustimmt. Während Israel in erster Linie den Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser und die Unterbindung des Waffenschmuggels in den Gazastreifen zur Bedingung macht, fordert die Hamas den Abzug der israelischen Soldaten aus dem Palästinensergebiet und die Öffnung aller Grenzübergänge nach Israel und Ägypten.
Differenzen in israelischer Regierung
Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, gibt es innerhalb der Regierung in Jerusalem Differenzen über den Zeitpunkt für den Beginn einer Waffenruhe. Ministerpräsidenten Ehud Olmert lehne eine rasche Feuerpause ab und stelle sich damit gegen Verteidigungsminister Ehud Barak und Außenministerin Zipi Livni, berichtet das Blatt in seiner Onlineausgabe. Barak strebe eine einwöchige «humanitäre Waffenruhe» zur Versorgung der Menschen im Gazastreifen an. Dagegen sehe Olmert die militärischen Ziele noch nicht erreicht und verhindere deshalb eine entsprechende Abstimmung im Kabinett. Auch Livni befürworte eine Waffenruhe, hieß es weiter.
Am Mittwoch wollte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sich in der Region in die Verhandlungen um ein Ende der Gewalt einschalten. Der UN-Chef wurde zunächst in Kairo erwartet, wo er sich über Einzelheiten der ägyptischen Initiative zur Beilegung des Gazakonflikts unterrichten lassen wollte. Weitere Stationen seiner Reise sind Jordanien, Israel, das Westjordanland, der Libanon, Syrien und Kuwait. Ban will in allen Hauptstädten auf eine sofortige Waffenruhe und Hilfe für die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen dringen. Der Sicherheitsrat hatte Israel und die Hamas am Freitag in einer Resolution aufgerufen, sofort alle Gewalt zu stoppen.