Martin Luther King Jr.
Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung
Am 15. Januar 2009 wäre Martin Luther King 80 Jahre alt geworden. Der 1968 ermordete Baptistenpastor und Bürgerrechtler gilt als Leitfigur des Freiheitskampfs der Afroamerikaner in den USA.
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Am 15. Januar 2009 wäre Dr. Martin Luther King Jr. 80 Jahre alt geworden. Vater Martin Luther King Sen. (1899-1984) ist Baptistenprediger und Vorsitzender der Bürgerrechtsorganisation “National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP) in Atlanta (Foto: 1969 mit Tochter Christine). Martin Luthers Mutter, Alberta King (1904-1974), mit ihrem Sohn Martin Luther Jr. und Ehefrau Coretta 1958 in einem Krankenhaus in New York (v.l.-r.). Mutter Albertas Vater wird vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1863 als Sohn afroamerikanischer Sklaven geboren (Foto: Historische Illustration der Sklaverei in den Südstaaten). Der Name „Martin Luther“ ist Ausdruck des tiefen religiösen Empfindens der King-Familie. Martin Luther King Jr. wird am 15. Januar 1929 in diesem Haus in der Auburn Avenue 501 in Atlanta geboren. Die Familie lebt bis 1941 in der Straße, in der vor allem wohlhabende Schwarze wohnen. King wächst in einem Umfeld der strikten Segregation auf, der Trennung zwischen schwarzer und weißer Rasse. Sie betrifft damals alle Bereiche des öffentlichen Lebens (vor einem Warteraum im Bahnhof von Illinois, 1956). Die Rassentrennung in den Südstaaten der USA macht auch keinen Halt vor öffentlichen Toiletten, Schulen, Kirchen und dem öffentlichen Transportwesen (Foto: 1956 in Atlanta). Im Alter von 17 Jahren wird King Hilfsprediger seines Vaters an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, Georgia (Foto: 1968). Das Morehouse College ist damals die einzige Hochschule für Schwarze in den Südstaaten (Foto: 2006 mit Martin Luther King-Statue). Hier schreibt sich King 1944 ein … … und macht 1948 seinen Abschluss mit einem Bachelor of Arts in Soziologie (Foto: King, dritter von links, 1948 im Morehouse College). King schließt ein Studium der Theologie in Pennsylvania an. In dieser Zeit wird er stark von Mahatma Gandhi beeinflusst, der in Indien einen gewaltlosen Aufstand gegen die Kolonialmacht England organisiert. King: „Durch diese Konzentration Gandhis auf Liebe und Gewaltlosigkeit entdeckte ich die Methode für soziale Reformen, nach der ich suchte.“ Nach dem Ende seines Studiums 1951 geht King nach Boston um seine Doktorarbeit zu schreiben (Foto: Martin Luther King Jr. Gedenkstatue an der Universität Boston). Am 18. Juni 1953 heiraten Martin Luther King Jr. und Coretta Scott in Alabama. Gemeinsam haben sie vier Kinder (Martin Luther King III, Vater King mit Frau Coretta, Dexter Scott und Yolanda Denise, v.l.-r., 1963). King nimmt seine erste Pfarrstelle in der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama, an. 1. Dezember 1955: Die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks weigert sich, in einem Stadtbus in Montgomery, einem weißen Mann Platz zu machen, so wie es das Gesetz vorschreibt. Parks wird verhaftet, daraufhin formiert sich ein beispielloser Protest und eine Boykottbewegung in der Südstaaten-Kleinstadt. King koordiniert und leitet den „Montgomery Bus Boycott“: Die schwarze Bevölkerung boykottiert die städtischen Busse und organisiert eigene Fahrzeuge, die die Menschen zur Arbeit bringen. Die Aktion findet große Aufmerksamkeit im In- und Ausland. King wird 1956 für die Anführerschaft der Proteste zu einer hohen Geldstrafe verurteilt (Foto: Nach der Urteilsverkündung vor dem Gericht). Nach 381 Tagen Boykott entscheidet der Oberste Gerichtshof der USA, dass Rassentrennung in den Bussen der Stadt Montgomery verboten ist (Montomery, 1956). Die Aktion in Montgomery ist ein großer Erfolg für King und bestärkt den Baptisten-Pastor in seinem Vorhaben, sich im ganzen Süden der USA für die Bürgerrechte der schwarzen Minderheit einzusetzen (Foto: King mit Anwalt). King wird mehrfach festgenommen und zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt (Foto: Montgomery, 1956). 1961 setzt sich der demokratische Präsidentschaftskandidat John F. Kennedy für seine Freilassung ein, … …was diesem, nach Coretta Kings Aussage, Tage später die notwendigen Stimmen für den hauchdünnen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen beschert (Foto: Die Kennedys am Tag der Inauguration, 1961). Nach einigen Rückschlägen entwerfen King und sein Team in Birmingham einen Plan, wie die rechtliche Gleichstellung von Schwarzen und Weißen in den USA erzwungen werden kann (Foto: Demonstration in Birmingham, 1963). King organisiert Sitzblockaden vor beliebten Imbissecken, die nur von Weißen aufgesucht werden dürfen. Harry Belafonte, Musiker und Schauspieler aus New York, unterstützt die Aktion durch Sammlung von Geld (Foto: 1968 mit Coretta). King wird abermals verhaftet und erneut nach einer Intervention Kennedys aus dem Gefängnis entlassen. Der Bürgerrechtler ist nun entschlossen, den Druck der Proteste zu erhöhen. Im Mai 1963 kommt es zu schweren Ausschreitungen und Gewaltexzessen von Seiten der Polizei und schwarzen Demonstranten. Es gibt Tote und Verletzte, tausende Menschen werden verhaftet. Unbekannte verüben einen Bombenanschlag auf das Haus von Kings Bruder Alfred Daniel (l.), bei dem aber niemand verletzt wird. Es gibt Hinweise, nach denen der rassistische Ku-Klux-Klan hinter dem Anschlag steckt. Kennedy schickt Soldaten in die Unruhegebiete, was zu einer Beruhigung der Situation führt. Dennoch kommt es zu zahlreichen Anschlägen gegen Bürgerrechtler: In Mississippi wird im Juni 1963 Medgar Evers, ein hoher Funktionär der NAACP, erschossen. Eine Bombe tötet im September 1963 vier kleine Mädchen in einer Baptistengemeinde in Birmingham … … und im Frühjahr 1964 werden drei junge Bürgerrechtler in Mississippi entführt und ermordet. Auch hier deutet vieles auf eine Beteiligung des Ku-Klux-Klans hin. Präsident Kennedy legte als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen im Juni 1963 dem Kongress eine Gesetzesvorlage zur weitgehenden landesweiten Gleichberechtigung vor. Im Sommer 1963 erreichen die Proteste ihren Höhepunkt: In vier Monaten wird in fast 200 Städten über 800 Mal demonstriert. Am 22. August folgen mehr als 200.000 Menschen Martin Luther King bei seinem „Marsch auf Washington“. Sechs Tage später erreichten die Massen die Hauptstadt, um Kennedys Pläne zu Bürgerrechten zu unterstützen und gegen Rassismus und Segregation zu demonstrieren. Vor einer Viertelmillion Zuhörern hält King seine bekannte Rede: „I have a dream“ Memorial. „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.“ Nach dem Marsch auf Washington beginnt FBI-Chef Edgar Hoover intensiv, King und andere Bürgerrechtler ins Visier zu nehmen und zu bespitzeln. Vier Wochen später wird Präsident Kennedy in Dallas erschossen. King verliert einen wichtigen Verbündeten unter den Mächtigen der USA (Foto: Kennedy bei seiner Ankunft in Dallas, Stunden vor dem Attentat). 1964 geht der Friedensnobelpreis an Martin Luther King (Foto: Preisverleihung in Oslo am 10. Dezember) … … und das „Time Magazine“ erklärt King zum „Mann des Jahres 1964“. Aus der landesweiten Bürgerrechtsbewegung um den Christen King spaltete sich eine radikaler, gewaltbereiter Flügel ab: die Black Muslims unter der Führung von Malcolm X. Am 21. Februar 1965 stirbt Malcolm X, von siebzehn Kugeln getroffen, während eines Vortrags im New Yorker Audubon Ballroom. Ab 1966 engagiert sich Martin Luther King auch gegen den Vietnamkrieg, der seit 1965 tausenden, und vor allem schwarzen Soldaten, das Leben kostet. 1968 plant King einen „Marsch armer Menschen“ nach Washington. Diese Pläne sind Ausdruck seines vermehrt sozialen Engagements und Eintretens auch für andere Minderheiten im Land. In Memphis will King die Stimmung für seine Kampagne testen. Er mietet sich in Lorraines Motel ein (Foto: Der spätere Tatort am 3. April 1968, mit Jesse Jackson, 2.v.li.). In seiner letzten Rede (Foto: 3. April 1968) berichtet King, dass er „das gelobte Land gesehen“ habe. Dieser Satz wird ihm von vielen Menschen als Todesahnung ausgelegt. Martin Luther King mit Jesse Jackson am 4. April 1968 in Memphis Tennessee. Es ist das letzte Foto des Bürgerrechtlers. Um 18:01 fallen auf dem Balkon des Lorraines Motel die tödlichen Schüsse auf Martin Luther King Jr. (Foto: Trauerschmuck am 6. April 1968). Landesweit kommt es nach dem Mord an King zu Krawallen mit vielen Toten und Verletzten. Besonders Washington DC ist von den Ausschreitungen betroffen. Ganze Straßenzüge gehen in Washington DC in Flammen auf. Zunächst gesteht der vorbestrafte Rassist James Earl Ray (Polizeifoto von 1954), die Schüsse auf King abgegeben zu haben. Später widerruft er und behauptet, King sei Opfer einer Verschwörung geworden (Foto: 1988 im State Prison, Tennessee). Kurz vor seinem Tod 1998 erreicht Ray eine Wiederaufnahme seines Verfahrens. Martin Luther King liegt am 5. April aufgebahrt in einer Kirche in Memphis Tennessee. In Atlanta nehmen Coretta Scott King (3.v.re.) und die Kinder Yolanda, Bernice, Martin III und Dexter (v.l.-r.) Abschied vom Ehemann und Vater. Am 9. April 1968 wird Dr. Martin Luther King Jr. in Atlanta unter großer Anteilnahme in einem Trauerzug zur Beerdigung geleitet. Nach dem Tod von James Earl Ray wird ein Restaurantbesitzer aus Memphis der Teilnahme an einer Verschwörung gegen King schuldig gesprochen. Martin Luther King gilt als die Ikone der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und hat mit seinem Eintreten für gewaltlosen Protest die formal rechtliche Gleichstellung der Schwarzen in den USA erzwungen. George Washington: 1789 bis 1797 John Adams: 1797 bis 1801 Thomas Jefferson: 1801 bis 1809 James Madison: 1809 bis 1817 James Monroe: 1817 bis 1825 John Quincy Adams: 1825 - 1829 Andrew Jackson: 1829 bis 1837 Martin van Buren: 1837 bis 1841 William H. Harrison: 1841 - 1841. Harrison verstirbt während der Amtszeit. Der amtierende Vizepräsident, John Tyler, führt die Amtsgeschäfte fort. John Tyler: 1841 bis 1845 James K. Polk: 1845 bis 1849 Zachary Taylor: 1849 bis 1850. Auch Taylor verstirbt während seiner Amtszeit. Vizepräsident ... ... Millard Fillmore führt die Amtsgeschäfte von 1850 bis 1853 fort. Franklin Pierce: 1853 bis 1857 James Buchanan: 1857 bis 1861 Abraham Lincoln: 1861 bis 1865 Andrew Johnson: 1865 bis 1869 Ulysses S. Grant: 1869 bis 1877 Rutherford B. Hayes: 1877 bis 1881 James A. Garfield: 1881 bis 1881. Garfield will die staatliche Korruption beenden. Das wird ihm zum Verhängnis. Er wird bei einem Attentat verletzt und stirbt zweieinhalb Monate später. Chester A. Arthur: 1881 bis 1885 Groover Cleveland: 1885 bis 1889. In seiner ersten Amtszeit wird die Freiheitsstatue eingeweiht. Benjamin Harrison: 1889 bis 1893. Benjamin Harrison ist der Enkel des 9. Präsidenten der USA, William H. Harrison. Groover Cleveland ist der einzige Präsident, der nach einer Unterbrechung erneut in das Amt gewählt wird. Seine zweite Amtsperiode geht von 1893 bis 1897. William McKinley: 1897 bis 1901, Republikaner Theodore Roosevelt: 1901 bis 1909, Republikaner William H. Taft, 1909 bis 1913, Republikaner Woodrow Wilson: 1913 bis 1921, Demokrat Warren G. Harding: 1921 bis 1923. Während einer Reise durch den amerikanischen Westen stirbt Harding, nach 27-monatiger Amtszeit, an einem Schlaganfall. Calvin Coolidge: 1923 bis 1929, Republikaner Herbert C. Hoover: 1929 bis 1933, Republikaner Franklin D. Roosevelt: 1933 bis 1945, Demokrat Harry S. Truman: 1945 bis 1953, Demokrat Dwight D. Eisenhower: 1953 bis 1961, Republikaner John F. Kennedy: 1961 bis 1963, Demokrat. Am 22. Februar 1963 wird John F. Kennedy in Dallas erschossen. Lyndon B. Johnson: 1963 bis 1969, Demokrat Richard M. Nixon: 1969 bis 1974, Republikaner. In Nixons Amtszeit fällt der Friedensschluss mit Vietnam. Sein Name wird jedoch immer mit der Watergate-Affäre verbunden bleiben, die ihn 1974 zum Rücktritt zwingt. Sein Nachfolger wird ... ... Gerald Ford: 1974 bis 1977, Republikaner. Jimmy Carter: 1977 bis 1981, Demokrat Ronald W. Reagan: 1981 bis 1989, Republikaner George H. W. Bush: 1989 bis 1993, Republikaner Bill Clinton: 1993 bis 2001, Demokrat George W. Bush: 2001 bis Januar 2009, Republikaner Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird. "Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige. Auch Brad Pitt und … … Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt. Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: … "Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit." Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008) … Matt Damon, … … Sarah Jessica Parker bis … … Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte. Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der … … von einem "historischen Wahlsieg" sprach. Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008) Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, … … mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden." Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein. Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und … … Sacha Baron Cohen ("Borat"). In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und … … Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten. "Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein. Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat." Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie … Mary J. Blige, … … Bruce Springsteen, … … Spike Lee, … … Susan Sarandon, … … Tim Robbins und … … Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times".
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Am 15. Januar 2009 wäre Dr. Martin Luther King Jr. 80 Jahre alt geworden. Vater Martin Luther King Sen. (1899-1984) ist Baptistenprediger und Vorsitzender der Bürgerrechtsorganisation “National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP) in Atlanta (Foto: 1969 mit Tochter Christine). Martin Luthers Mutter, Alberta King (1904-1974), mit ihrem Sohn Martin Luther Jr. und Ehefrau Coretta 1958 in einem Krankenhaus in New York (v.l.-r.). Mutter Albertas Vater wird vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1863 als Sohn afroamerikanischer Sklaven geboren (Foto: Historische Illustration der Sklaverei in den Südstaaten). Der Name „Martin Luther“ ist Ausdruck des tiefen religiösen Empfindens der King-Familie. Martin Luther King Jr. wird am 15. Januar 1929 in diesem Haus in der Auburn Avenue 501 in Atlanta geboren. Die Familie lebt bis 1941 in der Straße, in der vor allem wohlhabende Schwarze wohnen. King wächst in einem Umfeld der strikten Segregation auf, der Trennung zwischen schwarzer und weißer Rasse. Sie betrifft damals alle Bereiche des öffentlichen Lebens (vor einem Warteraum im Bahnhof von Illinois, 1956). Die Rassentrennung in den Südstaaten der USA macht auch keinen Halt vor öffentlichen Toiletten, Schulen, Kirchen und dem öffentlichen Transportwesen (Foto: 1956 in Atlanta). Im Alter von 17 Jahren wird King Hilfsprediger seines Vaters an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, Georgia (Foto: 1968). Das Morehouse College ist damals die einzige Hochschule für Schwarze in den Südstaaten (Foto: 2006 mit Martin Luther King-Statue). Hier schreibt sich King 1944 ein … … und macht 1948 seinen Abschluss mit einem Bachelor of Arts in Soziologie (Foto: King, dritter von links, 1948 im Morehouse College). King schließt ein Studium der Theologie in Pennsylvania an. In dieser Zeit wird er stark von Mahatma Gandhi beeinflusst, der in Indien einen gewaltlosen Aufstand gegen die Kolonialmacht England organisiert. King: „Durch diese Konzentration Gandhis auf Liebe und Gewaltlosigkeit entdeckte ich die Methode für soziale Reformen, nach der ich suchte.“ Nach dem Ende seines Studiums 1951 geht King nach Boston um seine Doktorarbeit zu schreiben (Foto: Martin Luther King Jr. Gedenkstatue an der Universität Boston). Am 18. Juni 1953 heiraten Martin Luther King Jr. und Coretta Scott in Alabama. Gemeinsam haben sie vier Kinder (Martin Luther King III, Vater King mit Frau Coretta, Dexter Scott und Yolanda Denise, v.l.-r., 1963). King nimmt seine erste Pfarrstelle in der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama, an. 1. Dezember 1955: Die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks weigert sich, in einem Stadtbus in Montgomery, einem weißen Mann Platz zu machen, so wie es das Gesetz vorschreibt. Parks wird verhaftet, daraufhin formiert sich ein beispielloser Protest und eine Boykottbewegung in der Südstaaten-Kleinstadt. King koordiniert und leitet den „Montgomery Bus Boycott“: Die schwarze Bevölkerung boykottiert die städtischen Busse und organisiert eigene Fahrzeuge, die die Menschen zur Arbeit bringen. Die Aktion findet große Aufmerksamkeit im In- und Ausland. King wird 1956 für die Anführerschaft der Proteste zu einer hohen Geldstrafe verurteilt (Foto: Nach der Urteilsverkündung vor dem Gericht). Nach 381 Tagen Boykott entscheidet der Oberste Gerichtshof der USA, dass Rassentrennung in den Bussen der Stadt Montgomery verboten ist (Montomery, 1956). Die Aktion in Montgomery ist ein großer Erfolg für King und bestärkt den Baptisten-Pastor in seinem Vorhaben, sich im ganzen Süden der USA für die Bürgerrechte der schwarzen Minderheit einzusetzen (Foto: King mit Anwalt). King wird mehrfach festgenommen und zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt (Foto: Montgomery, 1956). 1961 setzt sich der demokratische Präsidentschaftskandidat John F. Kennedy für seine Freilassung ein, … …was diesem, nach Coretta Kings Aussage, Tage später die notwendigen Stimmen für den hauchdünnen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen beschert (Foto: Die Kennedys am Tag der Inauguration, 1961). Nach einigen Rückschlägen entwerfen King und sein Team in Birmingham einen Plan, wie die rechtliche Gleichstellung von Schwarzen und Weißen in den USA erzwungen werden kann (Foto: Demonstration in Birmingham, 1963). King organisiert Sitzblockaden vor beliebten Imbissecken, die nur von Weißen aufgesucht werden dürfen. Harry Belafonte, Musiker und Schauspieler aus New York, unterstützt die Aktion durch Sammlung von Geld (Foto: 1968 mit Coretta). King wird abermals verhaftet und erneut nach einer Intervention Kennedys aus dem Gefängnis entlassen. Der Bürgerrechtler ist nun entschlossen, den Druck der Proteste zu erhöhen. Im Mai 1963 kommt es zu schweren Ausschreitungen und Gewaltexzessen von Seiten der Polizei und schwarzen Demonstranten. Es gibt Tote und Verletzte, tausende Menschen werden verhaftet. Unbekannte verüben einen Bombenanschlag auf das Haus von Kings Bruder Alfred Daniel (l.), bei dem aber niemand verletzt wird. Es gibt Hinweise, nach denen der rassistische Ku-Klux-Klan hinter dem Anschlag steckt. Kennedy schickt Soldaten in die Unruhegebiete, was zu einer Beruhigung der Situation führt. Dennoch kommt es zu zahlreichen Anschlägen gegen Bürgerrechtler: In Mississippi wird im Juni 1963 Medgar Evers, ein hoher Funktionär der NAACP, erschossen. Eine Bombe tötet im September 1963 vier kleine Mädchen in einer Baptistengemeinde in Birmingham … … und im Frühjahr 1964 werden drei junge Bürgerrechtler in Mississippi entführt und ermordet. Auch hier deutet vieles auf eine Beteiligung des Ku-Klux-Klans hin. Präsident Kennedy legte als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen im Juni 1963 dem Kongress eine Gesetzesvorlage zur weitgehenden landesweiten Gleichberechtigung vor. Im Sommer 1963 erreichen die Proteste ihren Höhepunkt: In vier Monaten wird in fast 200 Städten über 800 Mal demonstriert. Am 22. August folgen mehr als 200.000 Menschen Martin Luther King bei seinem „Marsch auf Washington“. Sechs Tage später erreichten die Massen die Hauptstadt, um Kennedys Pläne zu Bürgerrechten zu unterstützen und gegen Rassismus und Segregation zu demonstrieren. Vor einer Viertelmillion Zuhörern hält King seine bekannte Rede: „I have a dream“ Memorial. „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.“ Nach dem Marsch auf Washington beginnt FBI-Chef Edgar Hoover intensiv, King und andere Bürgerrechtler ins Visier zu nehmen und zu bespitzeln. Vier Wochen später wird Präsident Kennedy in Dallas erschossen. King verliert einen wichtigen Verbündeten unter den Mächtigen der USA (Foto: Kennedy bei seiner Ankunft in Dallas, Stunden vor dem Attentat). 1964 geht der Friedensnobelpreis an Martin Luther King (Foto: Preisverleihung in Oslo am 10. Dezember) … … und das „Time Magazine“ erklärt King zum „Mann des Jahres 1964“. Aus der landesweiten Bürgerrechtsbewegung um den Christen King spaltete sich eine radikaler, gewaltbereiter Flügel ab: die Black Muslims unter der Führung von Malcolm X. Am 21. Februar 1965 stirbt Malcolm X, von siebzehn Kugeln getroffen, während eines Vortrags im New Yorker Audubon Ballroom. Ab 1966 engagiert sich Martin Luther King auch gegen den Vietnamkrieg, der seit 1965 tausenden, und vor allem schwarzen Soldaten, das Leben kostet. 1968 plant King einen „Marsch armer Menschen“ nach Washington. Diese Pläne sind Ausdruck seines vermehrt sozialen Engagements und Eintretens auch für andere Minderheiten im Land. In Memphis will King die Stimmung für seine Kampagne testen. Er mietet sich in Lorraines Motel ein (Foto: Der spätere Tatort am 3. April 1968, mit Jesse Jackson, 2.v.li.). In seiner letzten Rede (Foto: 3. April 1968) berichtet King, dass er „das gelobte Land gesehen“ habe. Dieser Satz wird ihm von vielen Menschen als Todesahnung ausgelegt. Martin Luther King mit Jesse Jackson am 4. April 1968 in Memphis Tennessee. Es ist das letzte Foto des Bürgerrechtlers. Um 18:01 fallen auf dem Balkon des Lorraines Motel die tödlichen Schüsse auf Martin Luther King Jr. (Foto: Trauerschmuck am 6. April 1968). Landesweit kommt es nach dem Mord an King zu Krawallen mit vielen Toten und Verletzten. Besonders Washington DC ist von den Ausschreitungen betroffen. Ganze Straßenzüge gehen in Washington DC in Flammen auf. Zunächst gesteht der vorbestrafte Rassist James Earl Ray (Polizeifoto von 1954), die Schüsse auf King abgegeben zu haben. Später widerruft er und behauptet, King sei Opfer einer Verschwörung geworden (Foto: 1988 im State Prison, Tennessee). Kurz vor seinem Tod 1998 erreicht Ray eine Wiederaufnahme seines Verfahrens. Martin Luther King liegt am 5. April aufgebahrt in einer Kirche in Memphis Tennessee. In Atlanta nehmen Coretta Scott King (3.v.re.) und die Kinder Yolanda, Bernice, Martin III und Dexter (v.l.-r.) Abschied vom Ehemann und Vater. Am 9. April 1968 wird Dr. Martin Luther King Jr. in Atlanta unter großer Anteilnahme in einem Trauerzug zur Beerdigung geleitet. Nach dem Tod von James Earl Ray wird ein Restaurantbesitzer aus Memphis der Teilnahme an einer Verschwörung gegen King schuldig gesprochen. Martin Luther King gilt als die Ikone der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und hat mit seinem Eintreten für gewaltlosen Protest die formal rechtliche Gleichstellung der Schwarzen in den USA erzwungen. George Washington: 1789 bis 1797 John Adams: 1797 bis 1801 Thomas Jefferson: 1801 bis 1809 James Madison: 1809 bis 1817 James Monroe: 1817 bis 1825 John Quincy Adams: 1825 - 1829 Andrew Jackson: 1829 bis 1837 Martin van Buren: 1837 bis 1841 William H. Harrison: 1841 - 1841. Harrison verstirbt während der Amtszeit. Der amtierende Vizepräsident, John Tyler, führt die Amtsgeschäfte fort. John Tyler: 1841 bis 1845 James K. Polk: 1845 bis 1849 Zachary Taylor: 1849 bis 1850. Auch Taylor verstirbt während seiner Amtszeit. Vizepräsident ... ... Millard Fillmore führt die Amtsgeschäfte von 1850 bis 1853 fort. Franklin Pierce: 1853 bis 1857 James Buchanan: 1857 bis 1861 Abraham Lincoln: 1861 bis 1865 Andrew Johnson: 1865 bis 1869 Ulysses S. Grant: 1869 bis 1877 Rutherford B. Hayes: 1877 bis 1881 James A. Garfield: 1881 bis 1881. Garfield will die staatliche Korruption beenden. Das wird ihm zum Verhängnis. Er wird bei einem Attentat verletzt und stirbt zweieinhalb Monate später. Chester A. Arthur: 1881 bis 1885 Groover Cleveland: 1885 bis 1889. In seiner ersten Amtszeit wird die Freiheitsstatue eingeweiht. Benjamin Harrison: 1889 bis 1893. Benjamin Harrison ist der Enkel des 9. Präsidenten der USA, William H. Harrison. Groover Cleveland ist der einzige Präsident, der nach einer Unterbrechung erneut in das Amt gewählt wird. Seine zweite Amtsperiode geht von 1893 bis 1897. William McKinley: 1897 bis 1901, Republikaner Theodore Roosevelt: 1901 bis 1909, Republikaner William H. Taft, 1909 bis 1913, Republikaner Woodrow Wilson: 1913 bis 1921, Demokrat Warren G. Harding: 1921 bis 1923. Während einer Reise durch den amerikanischen Westen stirbt Harding, nach 27-monatiger Amtszeit, an einem Schlaganfall. Calvin Coolidge: 1923 bis 1929, Republikaner Herbert C. Hoover: 1929 bis 1933, Republikaner Franklin D. Roosevelt: 1933 bis 1945, Demokrat Harry S. Truman: 1945 bis 1953, Demokrat Dwight D. Eisenhower: 1953 bis 1961, Republikaner John F. Kennedy: 1961 bis 1963, Demokrat. Am 22. Februar 1963 wird John F. Kennedy in Dallas erschossen. Lyndon B. Johnson: 1963 bis 1969, Demokrat Richard M. Nixon: 1969 bis 1974, Republikaner. In Nixons Amtszeit fällt der Friedensschluss mit Vietnam. Sein Name wird jedoch immer mit der Watergate-Affäre verbunden bleiben, die ihn 1974 zum Rücktritt zwingt. Sein Nachfolger wird ... ... Gerald Ford: 1974 bis 1977, Republikaner. Jimmy Carter: 1977 bis 1981, Demokrat Ronald W. Reagan: 1981 bis 1989, Republikaner George H. W. Bush: 1989 bis 1993, Republikaner Bill Clinton: 1993 bis 2001, Demokrat George W. Bush: 2001 bis Januar 2009, Republikaner Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird. "Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige. Auch Brad Pitt und … … Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt. Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: … "Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit." Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008) … Matt Damon, … … Sarah Jessica Parker bis … … Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte. Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der … … von einem "historischen Wahlsieg" sprach. Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008) Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, … … mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden." Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein. Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und … … Sacha Baron Cohen ("Borat"). In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und … … Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten. "Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein. Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat." Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie … Mary J. Blige, … … Bruce Springsteen, … … Spike Lee, … … Susan Sarandon, … … Tim Robbins und … … Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times".
(N24)
14.01.2009 12:23 Uhr
Martin Luther King Jr.
Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung








