Klein aber oho!

Mini-Notebooks liegen auf der CeBIT im Trend

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Das Mini-Notebook "Eee-PC" wird auf der CeBIT in Hannover vorgestellt.

Wie ein Frühlingssturm hat der neue Eee-PC, ein Mininotebook für 299 Euro, die gesamte Notebook-Branche durcheinandergewirbelt. Zwar haben nur wenige das kleine Gerät in der Hand gehabt, weil das knappe Angebot sofort ausverkauft war. Aber alle reden davon. Dabei wächst die Sorge, dass der Eee-PC einen Preisverfall bei Notebooks auslösen könnte. Denn der Hersteller Asus will rund um den Eee-PC nun eine größere Modellfamilie entwickeln. Auf der Cebit wird erstmals ein Eee-PC mit Windows vorgestellt. Bislang läuft der Winzling mit einem angepassten Linux-Betriebssystem.

"Wir liefern wöchentlich nach, aber es gibt eine hohe Zahl von Vorbestellungen", antwortet der Marketing-Leiter von Asus in Deutschland, Holger Schmidt, auf die Frage nach der Verfügbarkeit des Eee-PCs. "Im März sollte sich die Verfügbarkeit aber entspannen." Bei der Einführung in Deutschland und Österreich seien innerhalb einer Woche 20.000 Geräte verkauft worden.

Der mit einem 7-Zoll-Monitor ausgestattete Eee-PC hat zwar nicht die volle Leistungsfähigkeit eines Notebooks, wie Asus-Manager Schmidt einräumt. Für die meisten Zwecke wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail und Web-Verbindung reicht das Sub-Notebook aber aus. Neben dem niedrigen Preis bietet es weitere Vorteile wie den geringen Stromverbrauch bei einer Leistungsaufnahme von 19 Watt und den schnellen Flash-Speicher: Statt einer herkömmlichen Festplatte verfügt das Eee-Book über eine "Solid State Disk" (SSD) mit einer Kapazität von vier Gigabyte; weitere Datenträger lassen sich über USB anbinden.

"Wir betrachten diesen Markt sehr genau, aber auch mit einer gewissen Skepsis", antwortet Michael Melzig auf die Frage, wie Fujitsu-Siemens auf den Eee-PC reagiert. "Unsere Kunden erwarten aber von einem Notebook eine hohe Leistung." Ähnlich wird die neue Herausforderung bei Samsung eingeschätzt. "Wir sind allerdings auch besorgt, dass dadurch die Marktpreise nach unten gezogen werden", sagt Samsung-Manager Keith Wrampling. Auch der koreanische Hersteller bietet ein Mini-Notebook mit 7-Zoll-Monitor an: Der Q1 ist ein "Ultra Mobile PC" (UMPC) mit Windows, wie er erstmals auf der Cebit 2006 vorgestellt wurde. Mit einem Preis von etwa 1.200 Euro konnten diese Geräte den Massenmarkt aber nicht überzeugen. Samsung bietet seinen Q1 nun als Nischenprodukt für Zielgruppen wie Ärzte oder Architekten an.

Mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Branchenverbands Bitkom mit rund fünf Millionen Geräten erstmals mehr Notebooks in Deutschland verkauft als Desktop-Computer für den Schreibtisch. Um alle Bedürfnisse zu bedienen, wird die Produktpalette immer breiter.

Samsung sieht einen wachsenden Trend zu großen Notebooks mit 17-Zoll-Bildschirmen, die den Desktop-PC ersetzen sollen. Mit einem Anteil von rund 70 Prozent ist bislang noch das Notebook mit 15-Zoll-Bildschirm Standard bei den Geräten für Privatanwender. Die 17-Zöller haben einen Anteil von bislang 20 Prozent.

Beim Monitor geht der Trend zum kontrastreichen, aber leicht spiegelnden "Glare-Type-Display", das von den Herstellern mit Bezeichnungen wie "Clear" oder "Bright" versehen wird. Während Samsung nur die Notebooks für Privatanwender mit solchen LCD-Displays ausstattet, spendiert Fujitsu-Siemens ein solches "Clear Display" auch seinem auf der Cebit erstmals vorgestellten Lifebook P8010, das für Unternehmenskunden gedacht ist und im Mai zu einem Preis von 2.660 Euro eingeführt werden soll.

Dieses Notebook bietet auch einen Zugang zum UMTS-Mobilfunknetz mit dem Datenturbo HSDPA und HSUPA: Beim Download werden bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde erreicht, beim Upload bis zu 3,6 Megabit.

Der deutsch-japanische Hersteller hat an einem möglichst effizienten Energieverbrauch gearbeitet. "Das Thema Green IT nimmt konkrete Formen an", sagt Fujitsu-Siemens-Manager Melzig. Bei der ausschließlichen E-Mail-Nutzung mit reinen Lesezugriffen sei die Akku-Laufzeit auf 11,2 Stunden gesteigert worden.

Die Notebook-Schwachstelle Festplatte will Fujitsu-Siemens vorerst nicht mit der noch relativ teuren SSD-Lösung stärken, sondern mit einer Software-Lösung. Ein kleines Programm misst nach Angaben Melzigs beim Einschalten die Zeit, wie schnell die Maximaldrehzeit der Festplatte erreicht wird. Sobald sich ein Problem abzeichnet, schlägt die Software Alarm. Im Wettbewerb der Branche wird auch immer wieder das leichteste und dünnste Notebook gesucht. Nach der Vorstellung des MacBooks Air von Apple hat jetzt Lenovo das "dünnste und leichteste Notebook mit vollem Funktionsumfang" angekündigt: Während das MacBook auf ein optisches Laufwerk verzichtet, verfügt das ThinkPad X300 bei einem Gewicht von 1,33 Kilogramm über ein besonders flaches DVD-Laufwerk mit Brenner. Der Monitor ist 13,3 Zoll groß, statt einer Festplatte gibt es eine 64-GB-SSD, und die Preise beginnen je nach weiterer Ausstattung bei 2.500 Euro.

Entscheidung für Blu-ray

Bei den optischen Laufwerken für hochauflösende Filme hat Blu-ray den Wettbewerb mit HD DVD nach sieben Jahren gewonnen. "Wir haben abgewartet, um zu sehen, was sich durchsetzt", erklärt Samsung-Manager Wrampling. Bislang habe Samsung für seine im Juli geplanten neuen Notebooks ein Kombi-Laufwerk für beide Techniken vorgesehen. Jetzt aber werde ein Blu-ray-Laufwerk (BD) in ein neues 17-Zoll-Notebook für Liebhaber von Computerspielen und Multimedia eingebaut. Da das Anschauen von Blu-ray-Filmen kaum zur täglichen Nutzung eines Notebooks gehören wird, kann man alternativ auch ein externes BD-Laufwerk anschließen, wie es etwa von Philips/Lite-On angekündigt ist.

Die Hersteller haben sich für dieses Jahr viel vorgenommen. "Wir erwarten ein Marktwachstum von 40 Prozent und wir wollen schneller wachsen als der Markt", sagt Samsung-Manager Wrampling. Das Notebook soll nach den Vorstellungen der Branche bald für jeden zu einem täglichen Begleiter werden. Notebooks seien "erschwinglicher, platzsparender und schöner" als der herkömmliche PC, erklärt der Geschäftsführer von Acer Deutschland, Stefan Engel. "Der Trend geht weg vom gemeinsam genutzten Familien-PC zum Zweit- oder Dritt-Notebook."

(AP, N24)

03.03.2008 14:51 Uhr

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