Marathon-Feier gestartet

Obama im Zug auf Lincolns Spuren

Der viertägige Party-Marathon zur Amtseinführung Barack Obamas hat begonnen. In einem historischen Zug auf Abraham Lincolns Spuren ist der neue US-Präsident dazu in Washington eingerollt.

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Video: Auf historischen Spuren - Obama fährt im Zug nach Washington
Washington probt den Ernstfall: Noch war alles nur Spiel, doch am 20. Januar steigt sie, die wohl größte …
Politshow, in der US-Hauptstadt seit vielen Jahren – die Amtseinführung von Barack Obama als 44. US-Präsident.
Damit vor den Augen der erwarteten drei Millionen Zuschauer vor Ort und vieler mehr an der Fernsehern nichts schief geht, wurde jetzt schon einmal ordentlich geprobt.
Bereits am frühen Sonntagmorgen strömten tausende Regierungsbeamte, Polizisten, Soldaten, Journalisten und Schaulustige zu den Schauplätzen rund um das Kapitol.
Nach anfänglichen Unstimmigkeiten bei der Auswahl des Präsidentendoubles, fiel die Wahl schließlich doch noch auf …
einen geeigneten Kandidaten in Form des Irakkriegsveteranen Derrick Brooks (l) und der Soldatin La Sean McCray (r) als First-Lady-Ersatz.
Zur Erinnerung: So sehen Barack und Michelle Obama im Original aus.
Eine Polizeieskorte brachte die Beiden zur Vereidigungszeremonie am Kapitol.
Ebenso wie Barack und Michelle Obama dies bei zahlreichen Gelegenheiten schon taten, …
gaben sich auch deren Darsteller volksnah und legten einen Teil der Strecke zu Fuß und dem Volk zuwinkend zurück. Klar, dass sich die Schaulustigen mit ihrem Jubel noch zurückhielten.
Natürlich wurde auch die traditionelle Militärparade geprobt. 3000 Soldaten marschierten auf und zogen durch Washingtons Innenstadt.
Am 20. Januar werden es sogar rund 10.000 Soldaten sein, die dann zu Ehren des neuen Präsidenten Barack Obama …
die mehr als einen Kilometer lange Parade bilden, an deren Spitze der Präsident selbst laufen wird.
Die eigentliche Vereidigung findet vor dem Kapitol statt. Auch die Kinder der Obamas werden dann dabei sein. In der Probe wurden sie von Dominique Sewell (Malia Obama) und Gianna Justice Samora-Nixon (Sasha Obama) gespielt.
Dabei gab es offenbar auch noch einigen Regelungsbedarf. Ein Regisseur sorgt dafür, dass in einer Woche auch in diesem historischen Moment jeder am richtigen Fleck steht und ...
alles genau nach Plan abläuft. Denn wie beim Film sorgt auch bei der Amtseinführung ein Script für Ordnung und eine perfekte Show.
So konnten der Ersatz-Obama und das Double seines Stellvertreters Joe Biden (Nicholas Rupple ) …
schließlich doch noch ihren Amtseid leisten und auf die Bibel schwören.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten wird schließlich noch der …
bisherige Präsident George W. Bush nach acht Jahren Regierungszeit ...
mit allen Ehren in den Ruhestand verabschiedet. Ein Helikopter wird ihn aus Washington ausfliegen.
Das Ziel ist unbekannt. Möglicherweise lässt er sich ja direkt auf seine Ranch in Texas fliegen, auf der er auch als Präsident viel Zeit verbrachte.
Zu den mehr als drei Millionen Gästen der Amtseinführung am 20 Januar …
werden neben den Familienmitgliedern von Obama und Biden auch zahlreiche Prominente gehören.
Neben George Clooney und …
Tom Hanks wird es sich auch …
Tim Robbins nicht nehmen lassen, diesem historischen Moment beizuwohnen.
Erwartet werden weiterhin Chris Rock …
Ed Harris …
Susan Sarandon …
Anne Hathaway und …
Patricia Arquette.
Auch die Hollywood-Regisseure Ron Howard und …
Spike Lee wollen ebenso wie …
die Kult-Talkerin Oprah Winfrey dabei sein, wenn Barack Obama zum Präsidenten ernannt wird.
Von den Musikern werden unter anderem die Soul-Legende Aretha Franklin …
der britische Rockmusiker Sting …
und die R&B-Sängerin Beyonce in Washington dabei sein.
Barack Obama wird die prominente Unterstützung freuen und bei seiner Amtseinführung dürfte angesichts einer so aufwändigen Vorbereitung wohl auch nichts mehr schief gehen.
Spidey meets the president! Der Marvel-Verlag hat Barack Obama einen großen Gefallen getan.
Er lässt ihn im Spiderman # 583 auftreten. Dazu muss man wissen: Obama ist ein Riesen-Fan des Comichelden.
Die Story: Ein Feind von Spiderman versucht, die Amtseinführung Obamas zu verhindern.
Klar, dass Spiderman einschreitet. Er fasst den Bösewicht und übergibt ihn den Behörden.
So werden die beiden Freunde. Nun kann Obama ...
... beruhigt zur Amtseinführung schreiten.
Beruhigt ist auch Spiderman. Denn Washington liegt nun in guten Händen. Der Comic erscheint Mitte Januar in den USA.
Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird.
"Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige.
Auch Brad Pitt und …
… Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt.
Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: …
"Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit."
Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008)
… Matt Damon, …
… Sarah Jessica Parker bis …
… Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte.
Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der …
… von einem "historischen Wahlsieg" sprach.
Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008)
Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, …
… mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden."
Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein.
Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und …
… Sacha Baron Cohen ("Borat").
In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und …
… Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten.
"Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein.
Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat."
Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie
… Mary J. Blige, …
… Bruce Springsteen, …
… Spike Lee, …
… Susan Sarandon, …
… Tim Robbins und …
… Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times".
Video: Michelle Obama - Die neue First Lady wird zur Stilikone
Video: Obamas Amtsübernahme - Die Vorbereitungen der Geheimdienste

Mit einer geschichtsträchtigen Zugfahrt des künftigen US-Präsidenten Barack Obama haben am Samstag die viertägigen Marathon-Feiern zu dessen Vereidigung begonnen. Vor seinem historischen Amtsantritt schwor Obama seine Landsleute auf einen umfassenden Neuanfang ein. Zugleich versprach der 47-Jährige ein beispielloses Volksfest, wenn er an diesem Dienstag auf den Stufen des Kapitols in Washington vor bis zu zwei Millionen Zuschauern als erster Schwarzer den Präsidenten-Eid ablegt. "Lasst uns alle unseren Teil beitragen, dieses Land zu erneuern", sagte Obama. "Lasst uns sicherstellen, dass diese Wahl nicht das Ende des Wandels in Amerika bedeutet, sondern der Anfang ist."

Mit der Zugfahrt von Philadelphia (Pennsylvania) in die Hauptstadt stellte Obama die Fahrt von Abraham Lincoln nach Washington zu dessen Amtsantritt im Jahr 1861 nach. Am Samstagabend (Ortszeit) traf der designierte Präsident nach rund siebenstündiger Fahrt ein. Bei klirrender Kälte hatten entlang der 216 Kilometer langen Strecke Schätzungen zufolge Zehntausende ausgeharrt, um dem designierten Präsidenten zuzujubeln. Seine Familie, der künftige Vizepräsident Joe Biden, ausgewählte Bürger und enge Mitarbeitern begleiteten ihn. Obamas Frau Michelle feierte am Samstag ihren 45. Geburtstag.

Konzert mit Springsteen, Beyoncé und U2

Für die breite Öffentlichkeit gehen die Feiern am Sonntag richtig los - mit einem kostenlosen Konzert am Lincoln Memorial in der Bundeshauptstadt. Angesagt haben sich hochkarätige Stars wie Bruce Springsteen, Beyoncé, U2 und Stevie Wonder. Das Motto der Veranstaltung, zu der mindestens 500 000 Menschen erwartet werden: "We are one" (zu deutsch etwa: Wir gehören zusammen).

Obama rief zu einer "neuen Unabhängigkeitserklärung" auf, mit der die Amerikaner sich von "Ideologie, Kleingeistigkeit, Vorurteilen und Engstirnigkeit" lösen sollen. In Philadelphia wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet und elf Jahre später, nach dem Sieg über die Kolonialmacht England, die Verfassung beschlossen.

Vereidigung soll Fest für ganzes Volk werden

"Wir werden die offenste und zugänglichste Vereidigungsfeier in der Geschichte haben", sagte Obama am Samstag in seiner Rundfunkansprache. "Es wird ein Fest des amerikanischen Volkes", betonte der designierte Präsident. "Wir werden die Stimme der Durchschnittsamerikaner nach Washington tragen."

Zugleich werden die Feierlichkeiten vom größten Sicherheitsaufgebot bewacht, das die US-Hauptstadt je erlebte. Medienberichten zufolge sollen mehr als 40 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, darunter 7500 Soldaten, 10 000 Mitglieder der Nationalgarde und 25 000 Polizisten.

Der Amtsantritt der neuen US-Regierung wird von großen Hoffnungen der Amerikaner begleitet. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Magazins "Newsweek" sind 66 Prozent der US-Bürger optimistisch, dass sich die Dinge mit Präsident Obama zum besseren wenden werden. 71 Prozent zeigten sich zuversichtlich, dass seine Regierung der Wirtschaft zum Aufschwung verhilft.

(dpa, N24)

18.01.2009 09:13 Uhr

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