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Straffes Programm

Obamas stressiger erster Arbeitstag

Guantánamo, Truppenabzug im Irak, Nahost-Konflikt und heimische Wirtschaft: US-Präsident Obama hat an seinem ersten Arbeitstag ein Mammutprogramm absolviert. Und er will weiter aufs Tempo drücken.

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Abklatschen im Weißen Haus: US-Präsident Barack Obama und Vize Joe Biden haben den ersten Tag mit Anstand zu Ende gebracht.
Video: Obamas Versprechen - "Transparenz und Rechtsstaatlichkeit"
Video: Bush geht - Obama kommt - Reaktionen der Politiker aus aller Welt
Die erste Bewährprobe einer neuen Ära in den USA bestand das neue "First Couple" mit Bravour. Auf ganzen ...
... zehn Ballveranstaltungen tanzten ...
... strahlten und ...
... glänzten Michelle und Barack Obama. Gleich zum Auftakt des Partymarathons durften das konditionsstarke Paar ...
... auf dem Neighbourhood Ball zu Beyoncés Schmusesong "At Last" den Tanz eröffnen. Hier hatten sich auch ...
... Alicia Keys ...
... Ashton Kucher mit Demi Moore ...
... Mariah Carey ...
... Mary J. Blige ...
... Shakira und ...
... Will.I.Am für eine musikalische Verbeugung vor dem neuen Präsidenten eingefunden.
Auch das neue Vizepräsidentenpaar Joe und Jill Biden standen Michelle und Barack ...
... in Sachen Nahtanz in Nichts nach.
Während sich der ehemalige Präsident George W. Bush nach Obamas Vereidigung längst per Hubschrauber ...
... nach Texas bringen ließ, um sich dort ...
... als Privatmann feiern zu lassen ...
... ging die Partynacht für die Obamas erst richtig los: Auf dem von MTV mitorganisierten Youth Inaugural Ball wurden die beiden frenetisch empfangen.
Auch hier wartete ein Staraufgebot mit musikalischen Glückwünschen: Kid Rock ...
... Usher ...
... und Kanye West.
"Sieht meine Frau nicht gut aus?". Die Ansicht von Präsident Obama teilten auch die Gäste ...
... des Commander In Chief Balls, den die Obamas ...
... zur Abwechslung nicht gemeinsam ...
... sondern mit hohen Vertretern der US-Armee eröffneten. Zur Präsidentengala ...
... waren Soldaten aus dem Irak zugeschaltet, die Barack Obama über eine Großbildleinwand ihre Glückwünsche überbrachten.
Für die Bidens ging es weiter zum Biden Home State Ball ...
... die Obamas beendeten ihr "Ball-Hopping" erschöpft gegen Mitternacht.
Die Premiere im kraftraubenden Gesellschaftsleben haben die Obamas mit scheinbar ungeheurer Leichtigkeit bewältigt. Willkommen im Rampenlicht!
Spidey meets the president! Der Marvel-Verlag hat Barack Obama einen großen Gefallen getan.
Er lässt ihn im Spiderman # 583 auftreten. Dazu muss man wissen: Obama ist ein Riesen-Fan des Comichelden.
Die Story: Ein Feind von Spiderman versucht, die Amtseinführung Obamas zu verhindern.
Klar, dass Spiderman einschreitet. Er fasst den Bösewicht und übergibt ihn den Behörden.
So werden die beiden Freunde. Nun kann Obama ...
... beruhigt zur Amtseinführung schreiten.
Beruhigt ist auch Spiderman. Denn Washington liegt nun in guten Händen. Der Comic erscheint Mitte Januar in den USA.
Oprah Winfrey, die schwarze Königin der US-Talkshows, bricht in Tränen aus, als der Wahlsieg von Barack Obama verkündet wird.
"Das ist einer der größten Momente, den ich mir je vorstellen konnte. Das ist einfach so großartig", schluchzt die 54-Jährige.
Auch Brad Pitt und …
… Bürgerrechtler Jesse Jackson sind sichtlich gerührt, als der Jubel der Menge sie hinwegträgt.
Filmemacher Michael Moore ("Fahrenheit 9/11") schreibt später an seine millionengroße Fangemeinde via E-Mail: …
"Die Tränen laufen uns runter. Tränen der Freude. Tränen der Erleichterung. Es ist ein umwerfender, riesiger Sieg der Hoffnung in einer Zeit tiefer Hoffnungslosigkeit."
Hollywoodstars von Steven Spielberg über … (hier auf einer Obama-Wahlparty im Januar 2008)
… Matt Damon, …
… Sarah Jessica Parker bis …
… Barbra Streisand legten sich im Wahlkampf für den schwarzen Senator ins Zeug, wie es das in den früheren Jahren kaum gegeben hatte.
Zu den ersten Gratulanten noch in der Wahlnacht gehörte dann Oscarpreisträger und Friedensaktivist George Clooney, der …
… von einem "historischen Wahlsieg" sprach.
Er fügte jedoch gleich hinzu: "Jetzt ist es Zeit, dieses Land zu einen, damit wir die außergewöhnlichen Herausforderungen angehen können, die auf diese Generation zukommen." (hier mit Obama, April 2008)
Der schwarze Rapper Will.i.am von den Black Eyed Peas (r., mit Sängerin Fergie und Nelson Mandela), der mit seinem Wahlkampfvideo "Yes We Can" für Aufsehen gesorgt hatte, …
… mahnte zu Wachsamkeit: "Bisher sind alles Versprechen. Die Bürger müssen weiter engagiert bleiben, damit diese Versprechen auch Wirklichkeit werden."
Vielen anderen war zunächst nur nach Feiern zumute. US- Schauspielerin Courteney Cox lud zu einer Obama-Party in ihrem Haus in Beverly Hills ein.
Mit von der Partie waren dem Internetdienst E!Online zufolge unter anderem Jennifer Aniston und …
… Sacha Baron Cohen ("Borat").
In New York richtete Filmproduzent Harvey Weinstein (vorn, hier mit Moore) eine Fete aus, bei der Schriftsteller Salman Rushdie, TV-Moderator Matt Blanc und …
… Schauspielerin Jessica Alba zu den Gästen gehörten.
"Es ist eine große Nacht für unser Land. Obama wird einen guten Einfluss auf die Wirtschaft haben", sagte Weinstein.
Jessica Alba dachte vor allem an ihre kleine Tochter, die erst im Mai zur Welt gekommen ist: "Sie wird in einer Welt leben, in der jeder gleich ist, in der jeder eine Stimme hat."
Zur großen Siegesfeier bei Obama waren nach Medienberichten nur handverlesene Stars geladen. Andere Größen wie Jay-Z (l.) und Sean "Diddy" Combs sowie
… Mary J. Blige, …
… Bruce Springsteen, …
… Spike Lee, …
… Susan Sarandon, …
… Tim Robbins und …
… Ben Affleck seien höflich, aber bestimmt gebeten worden, dem künftigen Präsidenten ein andermal die Ehre zu erweisen, schrieb die "Chicago Sun-Times".

An seinem ersten vollen Arbeitstag im Weißen Haus hat der neue US-Präsident Barack Obama ein strammes Programm mit zentralen Themen von Guantánamo über Irak und Nahost bis hin zur Finanzkrise und neuen Ansprüchen bei der Regierungsarbeit bewältigt. Um ganz sicherzugehen, legte er am Mittwoch außerdem den Amtseid ein zweites Mal ab, nachdem es bei der Vereidigungszeremonie Tags zuvor auf den Stufen des Kapitols leichte Abweichungen vom verfassungsmäßig vorgeschriebenen Text gegeben hatte.

Obama drückte vor allem beim weltweit kritisierten Gefangenenlager Guantánamo aufs Tempo und leitete seine Schließung binnen eines Jahres ein. Eine entsprechende Verordnung solle bereits an diesem Donnerstag auf den Weg gebracht werden, berichtete der US-Sender CNN. Zudem wolle die neue Regierung alle Foltermethoden per Verordnung verbieten. Obama will auch alle Prozeduren im Umgang mit inhaftierten Terrorverdächtigen auf den Prüfstand stellen. Noch am Tag der Amtsübernahme hatte er bereits dafür gesorgt, dass alle Verfahren gegen Terrorverdächtige in dem US-Lager auf Kuba zunächst eingefroren werden.

Die Militärführung wies der neue Präsident an, Pläne für einen "verantwortungsvollen" Rückzug der US-Truppen aus dem Irak auszuarbeiten. Obama hatte im Wahlkampf versprochen, alle rund 130.000 US-Truppen innerhalb von 16 Monaten aus dem Irak nach Hause zu holen. Zugleich kündigte er nach einem Treffen mit hohen Sicherheits- und Militärberatern an, eine "umfassende Politik für die gesamte Region" entwickeln zu wollen, die auch Afghanistan mit einbeziehe.

Nahost an der Leitung

Obama schaltete sich auch in den Nahost-Konflikt ein und telefonierte mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Ägyptens Präsident Husni Mubarak und König Abdullah II. von Jordanien. Der Präsident sei bemüht, die Waffenruhe im Gazastreifen zu stärken, teilte das Weiße Haus mit. Dazu müsse die Belieferung der radikal-islamischen Hamas mit Waffen unterbunden werden. Zudem wollten die USA den Wiederaufbau unterstützen. Sie würden "ihren Teil tun", um diese Bemühungen zum Erfolg zu führen.

Zugleich fiel am Mittwoch eine wichtige Personalentscheidung in Washington: Der Senat stimmte mit breiter Mehrheit der Nominierung Hillary Clintons zur Außenministerin zu. 94 Senatoren gaben der ehemaligen First Lady die Stimme, lediglich zwei votierten gegen sie. Unmittelbar danach wurde die 61-Jährige vereidigt.

Den Gürtel enger schnallen

Obama schwor die Mitarbeiter seiner Regierung auf Transparenz, hohe moralische Standards und Sparsamkeit ein. Er erwarte "eine neue Ära der Offenheit", sagte er bei der Vereidigung seiner Mitarbeiter. Ziel sei es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung wiederherzustellen. Präsident Obama verfügte, dass Gehälter von Mitarbeitern des Weißen Hauses über 100 000 Dollar (77 000 Euro) eingefroren werden. "Amerikanische Familien müssen den Gürtel enger schnallen, also muss Washington das auch", meinte er zur Begründung. Zudem legte er striktere Regeln für die Beschäftigung von früheren Lobbyisten in Regierungsämtern fest.

Nach Obamas Anweisungen sollen sämtliche Terrorismus-Verfahren vor den Militärkommissionen in Guantánamo zunächst für 120 Tage ausgesetzt werden. In der Zwischenzeit will er prüfen lassen, ob das umstrittene System der Sondergerichte vollständig abgeschafft wird. Ein Militärrichter verfügte am Mittwoch bereits den Stopp des Verfahrens gegen fünf mutmaßliche Hintermänner der Anschläge vom 11. September 2001. Darunter auch gegen den mutmaßlichen Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed, der nach CNN-Angaben vergeblich gegen die Aussetzung des Verfahrens protestierte. Auch der ursprünglich für die nächste Woche geplante Prozess gegen den als "Kindersoldaten" bekannten Kanadier Omar Khadr wurde auf Eis gelegt. Khadr soll 2002 als 15-Jähriger in Afghanistan einen US-Soldaten getötet haben.

Haushaltsloch von 1,2 Billionen Dollar wartet

Zugleich wurde Obama an der "Wirtschaftsfront" aktiv. Er traf sich am Mittwoch mit seinen ökonomischen Beratern. Obamas Hauptziel ist es, möglichst schnell ein 825 Milliarden Dollar (633 Milliarden Euro) schweres Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft auf den Weg zu bringen. Allerdings wächst unter Republikanern im Kongress die Zahl der Kritiker, die ein baldiges Treffen mit Obama verlangten.

Der künftige US-Finanzminister Timothy Geithner mahnte einen energischen Kurs im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise an. Vor allem gelte es, dass so schnell wie möglich wieder Kredite in die Wirtschaft fließen. Wenn das ausbleibe, drohe ein Verlust des bisherigen Lebensstandards und noch größerer Schaden für das Finanzsystem. Es dürfe nie wieder zu einer solchen Finanzkrise kommen. Zugleich verwies er aber auch auf das erwartete Rekord-Haushaltsloch von 1,2 Billionen Dollar (rund eine Billionen Euro). Die USA müssten baldmöglichst aufhören, über ihre Verhältnisse zu leben, sagte er.

(dpa, N24)

22.01.2009 09:03 Uhr

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