Von Oase bis Kellersauna

Wellness jetzt mit Gütesiegel

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Wellness boomt. Doch die Kellersauna im Hotel ist nicht gleich Wohlfühl-Oase.

Wellness boomt - und obwohl die Wohlfühl-Welle schon seit vielen Jahren rollt, ist kein Ende in Sicht. Zertifikate von Verbänden und anderen Anbietern sollen Kunden bei der Auswahl von Hotels und Anwendungen Orientierung im Wellness-Dickicht ermöglichen - aber auch hier gibt es eine große Vielfalt. Denn noch immer wird der Begriff "Wellness" oft großzügig auf alles angewandt, das irgendwie mit Freizeit und Entspannung zu tun hat.

"Eine hübsche Badelandschaft und ein Kosmetik-Angebot sind deshalb aber noch lange kein Wellness-Hotel", heißt es beim Deutschen Wellness Verband (DWV) in Düsseldorf. Oft sei ein selbst ernannter Wellness-Tempel "nur das typische Ferienhotel mit der Kellersauna", sagt auch Christian Werner, Herausgeber des Wellness-Führers "Relax-Guides" in Wien.

Viele Angebote fallen durch

"In Deutschland gibt es etwa 1280 Wellness-Hotels - vielleicht ein Drittel davon gehört zu den empfehlenswerten Häusern", sagt Christian Werner. Seit neun Jahren testen er und sein Team österreichische Wellness-Hotels, vor sieben Jahren kam der deutsche Markt dazu. Die Zahl der Häuser mit Wellness-Eigenwerbung hat sich seither mehr als verzehnfacht. Die Redakteure des "Relax Guides" mieten sich für ihre Tests laut Werner anonym in den Hotels ein und prüfen nach dem Motto "Wie schaut's aus, wie fühlt sich's an".

Für zu oberflächlich hält der Deutsche Wellness Verband solche Tests - hier setzt man stattdessen auf einen detaillierten Kriterienkatalog. Seit 2002 lasse der Verband Hotels, Urlaubsclubs, Thermen und Spas zertifizieren, erläutert DWV-Geschäftsführer Lutz Hertel. Dabei werden je nach Hoteltyp zwischen 200 und 750 Prüfkriterien getestet. "Unsere Prüfer sind immer Sachverständige." Gegenwärtig tragen rund 60 Hotels und rund ein Dutzend weitere Einrichtungen das geschwungene blaue "W". Seit 2002 wurden rund 200 Einrichtungen getestet - 20 Prozent fielen laut Hertel durch.

Unterschiedliche Prüfkriterien

Mit einem bunten Wellnessbaum zeichnet ein weiterer Verband seine Mitglieder aus: Die Wellness Hotels Deutschland in Düsseldorf haben dieses Gütesiegel bereits 1997 eingeführt. Seit 2006 prüft außerdem der TÜV Rheinland die inzwischen rund 50 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels der Vereinigung. Kriterien sind unter anderem eine "ruhige Lage in besonders schöner Natur", "gepflegte Spa- und Wellness-Bereiche" sowie eine "Wellness-Vitalküche auf Gourmet-Niveau".

Noch vergleichsweise neu ist der Deutsche Medical Wellness Verband (DMWV) in Berlin. Er setzt auf "gesundheitswissenschaftlich begleitete Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität" und hat bislang rund 15 Einrichtungen mit einem eigenen Zertifikat ausgezeichnet. Dabei arbeitet der DMWV ebenfalls mit dem TÜV Rheinland zusammen. Das runde Siegel, das eine blaue Welle und darüber viele Bläschen zeigt, wurde bislang allerdings vor allem an Häuser in Osteuropa vergeben.

Neben diesen Siegeln gibt es Wellness-Bewertungen von Heilbäderverbänden oder Krankenkassen. Auf rund 20 schätzt Christian Werner die Zahl der Gütezeichen. Was fehlt, ist ein einheitlicher Standard - der Kunde muss also selbst die Seriosität der Verbände beurteilen und sollte sich auf seinen eigenen Augenschein verlassen.

(dpa/tmn, N24)

05.03.2008 17:24 Uhr

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