Das Thema "Bad Bank" kocht wieder hoch. SPD-Chef Müntefering lehnte diese Rettungskonstruktion für das deutsche Finanzsystem kategorisch als "staatlich verwaltete und finanzierte Giftmüllkippen" ab.
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Die von Bankenvertretern geforderte Einrichtung einer "Bad Bank" stößt überwiegend auf Ablehnung. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering wandte sich gegen ein solches Institut, in das Banken problematische Papiere auslagern könnten. "Das wären staatlich verwaltete und finanzierte Giftmüllkippen für alles, was Banker angerichtet haben und jetzt loswerden wollen", sagte Müntefering der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Auch Wirtschaftsexperten lehnten eine "Bad Bank" ab.
Von einer 'Bad Bank' halte ich gar nichts», sagte Müntefering. Der Vorsitzende des Rats der sogenannten Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, sagte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel": "Wenn man darunter versteht, dass der Staat den Banken ihre vergifteten Papiere ohne Entschädigung abnimmt, lehne ich diese Idee ab." Die Eigentümer der Banken müssten an den Kosten beteiligt werden. "Es geht nicht, den ganzen Müll dem Staat vor die Tür zu kehren", sagte Rürup.
Weltwirtschaftsinstitut kritisiert Vorschlag
Auch der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, hält nichts von einer "Bad Bank" in Staatshand. Diejenigen, die die Krise verursacht hätten, müssten dann nicht mehr helfen, sie zu bewältigen, sagte der Wirtschaftswissenschaftler der "Frankfurt Allgemeinen Sonntagszeitung". Straubhaar fügte hinzu: "Das wäre aus ökonomischer Sicht mehr als ein Sündenfall."
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) erneuerte dagegen einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" zufolge seine Forderung nach der Einrichtung einer "Bad Bank". Dabei müsse allerdings die Haftung der Eigentümer, die die Produkte einbrächten, beibehalten werden.
Auch der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) forderte eine staatliche "Bad Bank", wie die "Welt am Sonntag" berichtete. "Der Schrott muss raus aus den Bilanzen, damit wieder das Vertrauen ins System zurückkehrt", sagte BGA-Präsident Anton Börner dem Blatt.
"Danach geht die Party womöglich von vorne los"
Der Bund der Steuerzahler kritisierte die Idee einer "Bad Bank". Offenbar versuchten die Banken, sich mit Hilfe einer solchen Bank rein zu waschen, sagte Reiner Holznagel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Dies gelte insbesondere für die Manager, "die mit ihrem Fehlverhalten und Missmanagement die Krise erst verursacht haben. Danach geht die Party womöglich von vorne los."
Bankenvertreter fordern schon seit längerem die Einrichtung einer "Bad Bank", die Bundesregierung lehnt eine Übertragung der Risiken wertloser Papiere allein auf den Steuerzahler aber strikt ab. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sprach sich dagegen aus.
Eine "Bad Bank" (wörtlich: schlechte Bank) wäre ein Institut, in das Risiken anderer Banken ausgelagert werden. Solche Risiken sind etwa problematische Wertpapiere und Kreditengagements. Der Staat oder ein Sicherungsfonds übernehmen dafür die Haftung und wickeln sie später ab. Das Konzept wurde in den USA schon in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre eingesetzt.