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Kriegsverbrechen in Gaza

Israel schützt Soldaten gegen Klagen

Nach den Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen durch Israel bei der Gaza-Offensive hat Regierungschef Olmert seinen Soldaten bei etwaigen Klagen umfassenden Rechtsschutz zugesichert.

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Der UN-Berichterstatter zur Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten, Richard Falk, hatte Israel vergangene Woche Kriegsverbrechen im Gazastreifen vorgeworfen.
Ein traumhaft schöner Blick gen Himmel, an dem ein Flugzeug seine Runden zieht. Doch der Schein trügt - es ist der Himmel über dem Gazastreifen. Ein israelisches Kampfflugzeug bereitet den Raketenabschuss vor.
Isreal begann kurz vor dem Jahreswechsel mit seiner Militäroffensive in Gaza. Vor Ort in Sderot, im südlichen Israel: N24-Reporter Robert Annetzberger, der über die aktuelle Entwicklung berichtet.
Für die N24.de-User hat er diese Aufnahmen gemacht. Mit eigenen Augen kann der Reporter täglich sehen, wie der Rauch über dem Gazastreifen aufsteigt, ...
... wenn die israelische Armee ihre Luftangriffe über dem feindlichen Gebiet der Palästinenser startet.
Hier ein Haus in Sderot, kurz nach dem Einschlag einer Kassam-Rakete. Niemand wurde verletzt, ...
... die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Viele trifft es allerdings wesentlich härter, UN-Vertreter sprechen von mehr als 900 Toten seit Beginn des Krieges.
Drei Kassam-Geschosse werden im Gazastreifen abgefeuert. Die Hamas schlägt zurück - auch in Sderot ertönt der Raketenalarm. Die Bewohner haben dann maximal 15 Sekunden Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen.
Eine Mutter wartet mit ihren Kindern in Sderot in einem Keller darauf, dass die Raketenanschläge vorübergehen.
Angriff eines Apache-Kampfhubschraubers, ...
... eine Serie von Raketenabwürfen auf den Gazastreifen folgt.
Mehrmals täglich wird Reporter Robert Annetzberger in die Nachrichtensendungen von N24 zugeschaltet. Hier bereitet er sich auf das nächste Gespräch vor, um von ...
... den Detonationen in Gaza nach israelischen Luftangriffen zu berichten.
Medienvertreter aus aller Welt haben ihr Lager in Israel in Grenznähe zum Gazastreifen aufgeschlagen, um die Lage zu beobachten und ...
... die aktuellen Ereignisse zu vermelden, ...
... so weit sie aus dieser Entfernung zu beurteilen sind. Denn auch für sie ist am Polizei-Checkpoint am Rand der "closed military zone" Schluss, ...
... bis hierher und nicht weiter kommt man.
Schaulustigen ganz anderer Art kann man in Israel aber auch begegnen: "Wo sind die Panzer?", fragen sie. Es sind ...
... israelische Kriegstouristen, die Action sehen wollen.
Bislang schlugen alle politischen Bemühungen um einen Waffenstillstand fehl. Ein Ende der Angriffe über dem Gazastreifen und damit ein Ende dieser Bilder ist derzeit noch nicht absehbar.
Seit dem 27. Dezember fallen im Gazastreifen die Bomben.
Israel setzt seine Militäraktion gegen die Hamas mit neuen ...
Bombardierungen in Gaza-Stadt und entlang der ägyptischen Grenze fort.
Die Ziele sind überwiegend Stellungen und Gebäude der Hamas, die Israel für Raketenangriffe auf israelische Siedlungen in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich macht.
Bei den Angriffen wurden bisher bereits über 300 Palästinenser getötet.
Mehr als 1000 Menschen wurden mitunter schwer verletzt.
Mit bloßen Händen suchen die Menschen in den Trümmern ...
nach Überlebenden. Doch die Versorgung der Verletzten ist schlecht. Die Krankenhäuser sind überlastet.
Auch die Feuerwehren sind mit den zahlreichen ...
Explosionen und Bränden völlig überfordert.
Oftmals resignieren die Helfer angesichts des Ausmaßes der Zerstörung.
Viele Bewohner Gazas ergreifen die Flucht. Doch wo sie sicher sind, wissen sie nicht.
Die israelischen Bomben und Raketen haben Teile von ...
Gaza-Stadt und anderen Städten in Trümmerfelder verwandelt.
In den Ruinen und unter den Schutthaufen suchen die Bewohner ...
nach Opfern und nach den wenigen Dingen, ...
die unversehrt geblieben sind.
Viele haben durch die Luftangriffe beinahe alles verloren.
Mit wenigen Habseligkeiten versuchen sie, zumindest sich selbst zu retten.
In der gesamten arabischen Welt ist die Empörung ...
über den Militäreinsatz groß. Proteste gab es unter anderem in ...
der Türkei, im Libanon und in Ägypten.
Auch Politiker zahlreicher westlicher Staaten sowie die ...
Vereinten Nationen forderten ein Ende der Kämpfe.
In Jerusalem und im Westjordanland protestierten ...
Palästinenser gewaltsam gegen Israel und ...
die Luftangriffe im Gazastreifen.
Die israelische Polizei und Armee ging hier mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das israelische Vorgehen, machte aber gelichzeitig die Hamas mitverantwortlich für die Gewalteskalation.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni kündigten an, die Militäroperation zunächst unbefristet fortzusetzen.
Entlang der Grenze zum Gazastreifen hat Israel inzwischen ...
auch Bodentruppen und schweres Kampfgerät versammelt.
Tausende israelische Reservisten wurden einberufen. Nach den Luftangriffen steht ...
der Gazastreifen nun womöglich vor einer umfassenden Bodenoffensive.
Es war angekündigt und kam dennoch überraschend: Israel hat sich im Gazastreifen mit voller Härte gegen den andauernden Raketenbeschuss der Hamas gewehrt.
Am Samstagvormittag begannen die israelischen Bombardements in Gaza-Stadt, Rafah und in anderen Städten und Siedlungen im Gazastreifen.
Das Ziel der Angriffe waren Stellungen der radikalislamischen Hamas und ihrer Milizen.
Getroffen wurden wie stets jedoch auch viele unbeteiligte Zivilisten.
Fast 200 Menschen sollen nach Informationen von Rettungskräften bei den Luftangriffen getötet worden sein.
Hunderte weitere wurden teilweise schwer verletzt. Ganze Häuserkomplexe wurden in Schutt und Asche gelegt.
Verzweifelt und mit einfachsten Mitteln werden Opfer aus den Trümmern geborgen.
Die Rettungskräfte sind völlig überfordert. Sie können teilweise nicht erreicht werden, da das Handynetz ausgefallen ist.
Anwohner flüchten. Wo sie vor dem Bombenhagel sicher sind, wissen die meisten jedoch nicht.
Wo die israelischen Bomben fallen, hinterlassen sie nur noch ein Trümmerfeld.
Am Platz eines früheren Hamas-Gebäudes steht jetzt kaum noch ein Stein auf dem Anderen.
Die Feuerwehrleute und Rettungskräfte können kaum noch etwas retten. Opfer werden mit Decken und Tüchern abtransportiert.
Die Detonation einer israelischen Missile-Rakete im nördlichen Gazastreifen. In Gaza-Stadt und Rafah explodierten Dutzende der Geschosse.
Vor dem Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt werden die Toten auf dem Boden abgelegt.
Es sind zu viele um sie im Inneren des Gebäudes unterzubringen.
Zudem wird der Platz für die große Zahl der Verletzten gebraucht.
Dicht an dicht drängen sich die Männer, Frauen und Kinder, warten darauf, medizinisch versorgt zu werden.
Und die Zahl der Neuankömmlinge im Krankenhaus reißt nicht ab.
Immer neue Verletzte werden in das schon überfüllte Krankenhaus in Gaza-Stadt gebracht.
Große Teile von Gaza-Stadt und Rafah gleichen nach den Angriffen einem Trümmerfeld.
Überall lodern Flammen, quillt beißender Rauch empor.
Verzweifelt und wütend machen sich die Menschen ein Bild von der Zerstörung oder ...
suchen in den Trümmern nach Opfern und dem wenigen Unzerstörten.
Die israelische Regierung begründet ihr Vorgehen mit dem Beschuss israelischer Siedlungen durch Raketen der Hamas.
Die Hamas hatte den Waffenstillstand mit Israel rund eine Woche vor der derzeitigen Gewalteskalation einseitig aufgekündigt.
Die israelischen Bombardements dürften die antiisraelische Stimmung in den Palästinensergebieten wieder voll entfacht haben.
Schon protestieren auch im Westjordanland Palästinenser gegen die israelischen Militärübergriffe.
Hier ist es bisher noch zu keiner Eskalation der Gewalt gekommen.
Die Polizei begnügt sich mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Die weitere Zuspitzung der Situation, insbesondere im Gazastreifen, dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein.

Angesichts des Vorwurfs von Kriegsverbrechen in der Gaza-Offensive hat Israel seinen Soldaten umfassenden Rechtsschutz zugesichert. Die Kommandeure und Soldaten könnten darauf vertrauen, dass sie vor Prozessen geschützt seien und Israel ihnen helfen werde, sagte Regierungschef Ehud Olmert am Sonntag in Jerusalem. Die USA, die EU und Ägypten bemühten sich weiter um Vermittlung im Konflikt mit den Palästinensern.

Arbeitsgruppe soll Zivilisten und Soldaten verteidigen

Olmert kündigte die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe an, die die Verteidigung von Zivilisten und Soldaten gegen etwaige Klagen koordinieren soll. Die Militärzensur hatte bereits die Veröffentlichung der Namen von Kommandeuren untersagt, die in der Offensive Einsätze befehligt hatten.

UN und Amnesty International beklagen Menschenrechtsverletzungen

Der UN-Berichterstatter zur Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten, Richard Falk, hatte Israel vergangene Woche Kriegsverbrechen im Gazastreifen vorgeworfen. Amnesty International beschuldigt Israel, Phosphorbomben abgeworfen zu haben, deren Einsatz über dicht besiedeltem Gebiet nicht erlaubt ist. Israel hatte versichert, bei den Angriffen Zivilisten so weit wie möglich geschützt zu haben. Gleichzeitig wirft die israelische Regierung der radikalislamischen Hamas vor, sich in Krankenhäusern oder Schulen verschanzt und Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht zu haben.

1330 Menschen im Gazastreifen getötet

Bei den Kämpfen waren nach palästinensischen Angaben 1330 Menschen im Gazastreifen ums Leben gekommen, darunter 437 Kinder. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte gefordert, die Verantwortlichen für die Zerstörungen von UN-Gebäuden zur Rechenschaft zu ziehen. Durch den Waffengang wurden nach UN-Angaben 53 UN-Gebäude beschädigt oder zerstört, darunter mehr als 30 Schulen. Am Samstag kehrten erstmals wieder rund 200.000 Kinder in die Schulen zurück. Obwohl die Reparaturarbeiten an den 221 UN-Schulen nicht beendet seien, sei der Betrieb wieder aufgenommen worden, um den Kindern ein "Gefühl der Normalität" zu vermitteln, sagte ein UN-Sprecher. Tausende Kinder kehren nach seinen Worten traumatisiert an ihre Schulen zurück.

Weitere Gespräche um Waffenruhe

Die EU-Außenminister wollten am Sonntagabend mit Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde über die angespannte Lage im Gazastreifen sprechen. Dabei sollte es unter anderem um eine Stabilisierung der seit einer Woche geltenden Waffenruhe gehen, aber auch um einen Ausweg aus dem innerpalästinensischen Streit zwischen Hamas und der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" soll ein Konzept von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als "EU-Aktionsplan" Grundlage der europäischen Nahost-Politik werden. Der neue US-Nahostgesandte George Mitchell will nach Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde kommenden Mittwoch ins Westjordanland reisen.

Hamas will militärische Schlagkraft ausbauen

In Kairo trafen am Sonntag Vertreter der Hamas mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman zusammen, der drei Tage zuvor bereits mit Israels Vermittler Amos Gilad gesprochen hatte. Als Bedingung für eine dauerhafte Waffenruhe verlangen die Palästinenser eine Öffnung der Grenze zum Gazastreifen. Israel verlangt, dass der Waffenschmuggel über die ägyptische Grenze beendet wird. Die Beschaffung neuer Waffen will sich die Hamas einem Vertreter im Libanon zufolge in keinem Fall verbieten lassen. Weder Flugzeugträger im Mittelmeer noch die Überwachung auf der Luft könnten die Hamas daran hindern, ihre militärische Schlagkraft auszubauen, sagte der in Libanons Hauptstadt Beirut ansässige Hamas-Vertreter Ussama Hamdan.

(AFP, N24)

25.01.2009 16:01 Uhr

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