Gekaperter Frachter
Marine verteidigt Einsatz vor Somalia
Nach der Entführung eines deutschen Frachters hat die deutsche Marine ihren Einsatz vor Somalia verteidigt. Einen hundertprozentigen Schutz könne es nie geben, so ein Fregatten-Kommandant.
Der von Piraten gekaperte deutsche Flüssiggastanker "Longchamp" befindet sich inzwischen in somalischen Gewässern. Das bestätigte ein Sprecher des internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) in Kuala Lumpur. Beim Hamburger Schiffsfinanzierers MPC hieß es, man wolle sich erst am späten Vormittag auf der Internetseite des Unternehmens, das die "Longchamps" bereedert, zu weiteren Details äußern. Ein Sprecher des Unternehmens wollte mit Verweis darauf, das Leben der Besatzungsmitglieder nicht zu gefährden, keine Details zur derzeitigen Lage nennen.
Piraten hatten den Flüssiggastanker am Donnerstag im Golf von Aden gekapert, obwohl das 3.500 Tonnen schwere Schiff im Konvoi gefahren war und die indische Marine noch versucht haben soll, einzugreifen Alle 13 Besatzungsmitglieder, 12 Filipinos und ein Indonesier, seien wohlauf, hatte der Kapitän am Donnerstag telefonisch erklärt.
Marine verteidigt Einsatz
Trotz der erneuten Schiffsentführung wertet die deutsche Marine die Mission "Atalanta" als Erfolg. "Es ist zweifelsohne eine erfolgreiche Mission, auch wenn das jetzt mit Blick auf die "Longchamp" scheinbar anders aussieht", sagte der Kommandant der deutschen Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern", Kay-Achim Schönbach, im ZDF. Nach Einschätzung von Schönbach wird die Präsenz internationaler Schiffe vor der somalischen Küste die Übergriffe durch Piraten weiter einschränken. "Einen hundertprozentigen Schutz wird es nie geben", räumte er ein.
Im Kampf gegen die Seeräuber hat die EU zur Zeit vier Schiffe und drei Aufklärungsflugzeuge im Einsatz. Zehn weitere Länder haben ebenfalls Kriegsschiffe in die Region entsandt. Sie sollen vor allem Containerschiffe und Tanker vor Angriffen im Golf von Aden schützen, der wichtigsten Handelsroute zwischen Europa, der arabischen Halbinsel und Asien. Deutschland beteiligt sich mit der Fregatte "Karlsruhe" an der Mission. Die "Mecklenburg-Vorpommern" kreuzt ebenfalls in dem Seegebiet. Sie ist im Rahmen der US-geführten Anti-Terror-Mission OEF im Einsatz.
(dpa, N24)
30.01.2009 08:10 Uhr









