Nach dem Sieg von Barack Obama bei der US-Präsidentschaftswahl haben die unterlegenen Republikaner jetzt ebenfalls einen Politiker afrikanischer Abstammung an ihre Spitze gewählt: Michael Steele.
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Die US-Republikaner haben erstmals einen Afroamerikaner zum Parteichef gewählt. Der Vorstand der sogenannten Grand Old Party (GOP) entschied sich für den als gemäßigt geltenden ehemaligen Vizegouverneur von Maryland, Michael Steele. Er soll die Republikaner aus ihrem Tief führen und besonders Minderheitengruppen anziehen, die bei der Wahl am 4. November in Scharen die Demokraten unterstützt hatten.
Vor Jahren wollte Michael Steele noch Priester werden. Dann überlegte er es sich anders und wurde Rechtsanwalt. Nach verschiedenen Höhen und Tiefen einer anschließenden politischen Karriere erreichte er jetzt den vorläufigen Gipfel: Als erster schwarzer Vorsitzender der US-Republikaner schreibt der als politisch gemäßigt geltende Steele Geschichte.
Aus demokratischem Haus
Geboren wurde der heute 50-Jährige auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington und dann adoptiert. Eine katholische Wohlfahrtseinrichtung fungierte als Vermittlerstelle. Seine Eltern - beide Demokraten - zogen ihn in Washington auf, der katholische Glauben war ein bestimmender Faktor in Steeles jungen Jahren.
So besuchte er dann auch nach seinem Grundstudium ein Priesterseminar, bekam jedoch Zweifel und stieg 1983 aus. Nach einem Jura-Studium arbeitete er zunächst in einer Rechtsanwaltskanzlei, aber auch das schien nicht das Richtige. Steele wechselte zu einer großen Maklerfirma, um dann in die Politik einzusteigen.
Sein Lächeln bezaubert
Mit Charisma, Charme und einem ansteckenden strahlenden Lächeln als Markenzeichen arbeitete sich Steele nach oben. Zunächst war er ein Bezirkschef der Republikaner in Maryland, dann stieg er an die Parteispitze des Staates auf. Ins nationale Rampenlicht rückte er erstmals 2002, als er Vizegouverneur von Maryland wurde. Der Versuch, vier Jahre später in den Senat einzuziehen, scheiterte, aber Steele erholte sich schnell von dieser Niederlage
Er leitete eine republikanische Aktivistengruppe, die US-weit Kandidaten für politische Ämter rekrutiert - und dabei Abtreibungsbefürworter innerhalb der eigenen Parteireihen unterstützt. In den meisten politischen Fragen liegt Steele jedoch klar auf der Linie der Republikaner.
Der Obama-Vergleich
Dass er wie der demokratische US-Präsident Barack Obama afroamerikanisch ist, spielt Steele herunter. Er sieht sich nach eigenen Worten als ein "Republikaner, der zufällig schwarz ist".