Vom Schah zum Ayatollah
Die "Islamische Revolution" im Iran
Im Februar 1979 kehrt Ayatollah Chomeini aus dem Exil in den Iran zurück. Der Schah ist geflohen und hat Chaos hinterlassen. Es ist der Beginn der "Islamischen Revolution" im Iran.
Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.
Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:
1979 sind die Tage der Schah-Herrschaft in Persien gezählt. Im In- und Ausland organisiert sich die Opposition um den im Exil lebenden islamischen Geistlichen Chomeini. Die "Islamischen Revolution" nimmt ihren Anfang. Schah Mohammad Reza von Persien auf Staatsbesuch in Thailand (Foto: 1968). Der Begriff "Schah" bedeutet "König" und ist der offizielle Titel der persischen Monarchen. Die Könige der "Pahlaviden" (1925-1979) betreiben zunächst eine am Westen orientierte Reformpolitik. Reza Schah Pahlavi (Foto: Mitte, mit Kemal Atatürk, 1934) industrialisiert das Land, baut die Infrastruktur aus und ein Rechts- und Bildungssystem auf. Aber er geht auch auf Konfrontation zum Islam: Männern wird untersagt, geistliche Kleidung zu tragen und ab 1937 dürfen sich Frauen nicht mehr mit Schleier zeigen; Scharia-Tribunale, islamische Gerichte, werden abgeschafft (Foto: 1941). Sein Sohn Mohammad Reza folgt ihm 1941 im Alter von 18 Jahren auf dem Thron (Foto: 1938). Zunächst gewinnt der junge Schah an Popularität im Land. Er kann den Einfluss Persiens in der Golfregion ausbauen und bemüht sich um Ausgleich mit den Mullahs. In den späten Fünfzigerjahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation des Landes und der Schah gerät wegen seines autokratischen Herrschaftsstils in die Kritik. Ein Teil der Landbevölkerung hungert und in den Vorstädten entstehen Slums. Gleichzeitig lebt der Schah, der sich mittlerweile selbst zum Kaiser gekrönt hatte, seinen verschwenderischen Lebensstil ungeniert und öffentlich aus: Mit Skifahren in der Schweiz (Foto: Die Familie in St. Moritz), … … pompösen Festen und Badeurlaub provoziert er Widerstand im In- und Ausland (Foto: Urlaub auf den Bahamas). Die Anti-Schah-Demonstrationen in Deutschland 1967 gelten als der Beginn der Studentenunruhen (Foto: Student mit Satirezeitschrift über den Schah in Frankfurt am Main, 1967). Der Geheimdienst "Organisation zur Information und zum Schutz des Landes" unterdrückt jede Form der Opposition. Er entführt, foltert und mordet. "Amnesty International" geht 1977 von bis zu 100.000 politischen Gefangenen aus (Foto: Teheran, 1953). 1978 häufen sich Demonstrationen und Unruhen im ganzen Land (Foto: Teheran). Der Schah ruft das Kriegsrecht aus und versucht, ein Demonstrationsverbot mit Hilfe des Militärs durchzusetzen. Millionen Menschen fordern den Rücktritt des Schahs und die Rückkehr ihres geistlichen Führers Chomeini aus dem französischen Exil (Foto: Massenkundgebung in Teheran). Der Ayatollah Chomeini ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der schon in den 40er Jahren die Abschaffung der Monarchie und Errichtung einer islamischen Regierung unter der Führung des Klerus fordert (Foto: 1979). In einer späteren Schrift fordert er die Anwendung der Scharia bei Rechtsstreitigkeiten, eine national ausgerichtete Politik sowie die Verstaatlichung des Erdöls und den "Heiligen Krieg" gegen die westlichen Mächte (Foto: Teheran, 1979). 1963 ruft Chomeini öffentlich zum Sturz des Schahs auf. Es folgen seine Verhaftung, Inhaftierung und Verbannung aus Persien. Im Pariser Exil gelingt es Chomeini, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der persischen Opposition zu vereinen (Foto: im Garten seiner Residenz). Darunter sind linke Gruppen, bürgerliche Kräfte und islamische Gelehrte. "Schwarzer Freitag": Am 8. September 1978 setzt der Schah Panzer und 100.000 Soldaten gegen Demonstranten ein. Das Militär feuert scheinbar wahllos in die Massen. DIE ZEIT schätzt damals, dass 2.000 Demonstranten getötet wurden. Aus dem Exil ruft Chomeini zum Generalstreik und Putsch gegen das Schah-Regime auf. Der Druck auf den „Kaiser“ wächst. Durch eine Regierungsumbildung versucht er noch einmal, beruhigend auf die Massen einzuwirken. Doch der Druck wird zu groß, am 16. Januar 1979 besteigt Schah Reza Pahlavi auf dem Teheraner Flughafen eine Maschine nach Ägypten mit den Worten: "Ich bin müde und brauche eine Pause" (Foto: Ankunft in Kairo). Zwei Wochen später ein ähnliches Bild: Am 1. Februar 1979 landet Chomeini in einer Maschine der Air France auf dem Teheraner Flughafen. Der Flugkapitän begleitet den prominenten Passagier die Treppe hinunter. Weltweit verbindet sich mit der Rückkehr von Chomeini aus dem Exil die Hoffnung nach einer besseren Zukunft für das Land, nach Freiheit und mehr Wohlstand für die Iraner. Millionen Menschen bereiten dem Ayatollah einen begeisterten Empfang. Das Militär erklärt sich für neutral und Mehdi Bazargan, Mitbegründer einer iranischen Freiheitsbewegung und ehemaliger Innenminister, wird Ministerpräsident einer Übergangsregierung. Chomeini gelingt es, sich innerhalb weniger Monate gegen alle oppositionellen Strömungen im eigenen Land durchzusetzen und baut das Land nach seinen Vorstellungen zu einem islamischen Staat um (Foto: Islamische Nationalgarde in Teheran). Am 1. April 1979 ruft Chomeini die "Islamische Republik" Iran aus und wird selbst deren oberster Rechtsgelehrter, Revolutionsführer und Staatsoberhaupt. Doch die Hoffnungen vieler Menschen, die sich mit der Rückkehr des Ayatollahs in den Iran verbinden, erfüllen sich nicht: Alle Hochschulen des Landes geschlossen (Foto: Mehdi Bazargan bei einer Rede an der Teheraner Universität 1979), … … Chomeini verbietet kritische Zeitungen, Wirtschaft, Ölindustrie und Banken werden verstaatlicht, politische Gruppen und Parteien verboten (Foto: Ölraffinerie in Abadan). Nichtmuslime, vor allem Angehörige der Bahai-Religion, werden unnachgiebig verfolgt, deren Eliten und Führer zu Tausenden hingerichtet. Viele Iraner fliehen vor Repressalien und Verfolgung aus ihrer Heimat (Foto: Chomeini-Denkmal in Teheran). Bis 1988 kommt es mehrfach zu sogenannten "Hinrichtungswellen". Bei diesen Säuberungen von Nichtmuslimen und Regimegegnern sterben Zigtausende (Foto: Exil-Iraner demonstrieren gegen Hinrichtungen im Iran, Berlin 2001). Am 4. November 1979 besetzen 400 iranische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nehmen 90 Amerikaner als Geiseln. Eine Befreiungsaktion der Amerikaner im April 1980 scheitert. Aufgrund schlechten Wetters und technischer Probleme stürzen ein US-Flugzeug und ein Helikopter in der iranischen Wüste ab. Acht Soldaten sterben bei dem Unglück. Nach 444 Tagen und der Zahlung von Lösegeld in Milliarden-Dollar-Höhe kommen die Gefangen frei. Aus Protest gegen die Geiselnahme tritt Ministerpräsident Mehdi Bazargan zurück und erklärt später: … "Nach der Revolution (…) [hat] uns der Klerus (…) völlig verdrängt und die Kontrolle über das Land übernommen. (…) Zu diesem Zeitpunkt haben alle Parteien islamischer Ausrichtung ebenso geschlafen wie die Linke, die (…) am Rand der Realität blieb." Chomeini ruft die Iraner zur Wachsamkeit gegen Regimegegnern auf und "… Nachbarn zu beobachten und zu sehen, was sich in deren Häusern abspielt (…) wer bei euren Nachbarn aus- und eingeht (…)". 1980 greift das Nachbarland Irak, unter der Führung Saddam Husseins, den Iran an. Der Erste Golfkrieg dauert acht Jahre und fordert auf iranischer Seite eine halbe Million Tote. Bis zu seinem Tod am 3. Juni 1989 bleibt Chomeini geistlicher Führer und Staatsoberhaupt des Iran. Am 4. Juni 1989 wird sein früherer Schüler, Ajatollah Chamenei, sein Nachfolger. Zum 30. Jahrestag des Beginns der "Islamischen Revolution" erklärt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Januar 2009, dass die Revolution heute noch "lebhaft und lebendig" sei. Ehemalige Geiseln aus der US-Botschaft in Teheran glauben Ahmadinedschad als einen der Geiselnehmer von 1979 identifiziert zu haben (3.v.li.). Am 15. Januar 2009 wäre Dr. Martin Luther King Jr. 80 Jahre alt geworden. Vater Martin Luther King Sen. (1899-1984) ist Baptistenprediger und Vorsitzender der Bürgerrechtsorganisation “National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP) in Atlanta (Foto: 1969 mit Tochter Christine). Martin Luthers Mutter, Alberta King (1904-1974), mit ihrem Sohn Martin Luther Jr. und Ehefrau Coretta 1958 in einem Krankenhaus in New York (v.l.-r.). Mutter Albertas Vater wird vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1863 als Sohn afroamerikanischer Sklaven geboren (Foto: Historische Illustration der Sklaverei in den Südstaaten). Der Name „Martin Luther“ ist Ausdruck des tiefen religiösen Empfindens der King-Familie. Martin Luther King Jr. wird am 15. Januar 1929 in diesem Haus in der Auburn Avenue 501 in Atlanta geboren. Die Familie lebt bis 1941 in der Straße, in der vor allem wohlhabende Schwarze wohnen. King wächst in einem Umfeld der strikten Segregation auf, der Trennung zwischen schwarzer und weißer Rasse. Sie betrifft damals alle Bereiche des öffentlichen Lebens (vor einem Warteraum im Bahnhof von Illinois, 1956). Die Rassentrennung in den Südstaaten der USA macht auch keinen Halt vor öffentlichen Toiletten, Schulen, Kirchen und dem öffentlichen Transportwesen (Foto: 1956 in Atlanta). Im Alter von 17 Jahren wird King Hilfsprediger seines Vaters an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, Georgia (Foto: 1968). Das Morehouse College ist damals die einzige Hochschule für Schwarze in den Südstaaten (Foto: 2006 mit Martin Luther King-Statue). Hier schreibt sich King 1944 ein … … und macht 1948 seinen Abschluss mit einem Bachelor of Arts in Soziologie (Foto: King, dritter von links, 1948 im Morehouse College). King schließt ein Studium der Theologie in Pennsylvania an. In dieser Zeit wird er stark von Mahatma Gandhi beeinflusst, der in Indien einen gewaltlosen Aufstand gegen die Kolonialmacht England organisiert. King: „Durch diese Konzentration Gandhis auf Liebe und Gewaltlosigkeit entdeckte ich die Methode für soziale Reformen, nach der ich suchte.“ Nach dem Ende seines Studiums 1951 geht King nach Boston um seine Doktorarbeit zu schreiben (Foto: Martin Luther King Jr. Gedenkstatue an der Universität Boston). Am 18. Juni 1953 heiraten Martin Luther King Jr. und Coretta Scott in Alabama. Gemeinsam haben sie vier Kinder (Martin Luther King III, Vater King mit Frau Coretta, Dexter Scott und Yolanda Denise, v.l.-r., 1963). King nimmt seine erste Pfarrstelle in der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama, an. 1. Dezember 1955: Die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks weigert sich, in einem Stadtbus in Montgomery, einem weißen Mann Platz zu machen, so wie es das Gesetz vorschreibt. Parks wird verhaftet, daraufhin formiert sich ein beispielloser Protest und eine Boykottbewegung in der Südstaaten-Kleinstadt. King koordiniert und leitet den „Montgomery Bus Boycott“: Die schwarze Bevölkerung boykottiert die städtischen Busse und organisiert eigene Fahrzeuge, die die Menschen zur Arbeit bringen. Die Aktion findet große Aufmerksamkeit im In- und Ausland. King wird 1956 für die Anführerschaft der Proteste zu einer hohen Geldstrafe verurteilt (Foto: Nach der Urteilsverkündung vor dem Gericht). Nach 381 Tagen Boykott entscheidet der Oberste Gerichtshof der USA, dass Rassentrennung in den Bussen der Stadt Montgomery verboten ist (Montomery, 1956). Die Aktion in Montgomery ist ein großer Erfolg für King und bestärkt den Baptisten-Pastor in seinem Vorhaben, sich im ganzen Süden der USA für die Bürgerrechte der schwarzen Minderheit einzusetzen (Foto: King mit Anwalt). King wird mehrfach festgenommen und zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt (Foto: Montgomery, 1956). 1961 setzt sich der demokratische Präsidentschaftskandidat John F. Kennedy für seine Freilassung ein, … …was diesem, nach Coretta Kings Aussage, Tage später die notwendigen Stimmen für den hauchdünnen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen beschert (Foto: Die Kennedys am Tag der Inauguration, 1961). Nach einigen Rückschlägen entwerfen King und sein Team in Birmingham einen Plan, wie die rechtliche Gleichstellung von Schwarzen und Weißen in den USA erzwungen werden kann (Foto: Demonstration in Birmingham, 1963). King organisiert Sitzblockaden vor beliebten Imbissecken, die nur von Weißen aufgesucht werden dürfen. Harry Belafonte, Musiker und Schauspieler aus New York, unterstützt die Aktion durch Sammlung von Geld (Foto: 1968 mit Coretta). King wird abermals verhaftet und erneut nach einer Intervention Kennedys aus dem Gefängnis entlassen. Der Bürgerrechtler ist nun entschlossen, den Druck der Proteste zu erhöhen. Im Mai 1963 kommt es zu schweren Ausschreitungen und Gewaltexzessen von Seiten der Polizei und schwarzen Demonstranten. Es gibt Tote und Verletzte, tausende Menschen werden verhaftet. Unbekannte verüben einen Bombenanschlag auf das Haus von Kings Bruder Alfred Daniel (l.), bei dem aber niemand verletzt wird. Es gibt Hinweise, nach denen der rassistische Ku-Klux-Klan hinter dem Anschlag steckt. Kennedy schickt Soldaten in die Unruhegebiete, was zu einer Beruhigung der Situation führt. Dennoch kommt es zu zahlreichen Anschlägen gegen Bürgerrechtler: In Mississippi wird im Juni 1963 Medgar Evers, ein hoher Funktionär der NAACP, erschossen. Eine Bombe tötet im September 1963 vier kleine Mädchen in einer Baptistengemeinde in Birmingham … … und im Frühjahr 1964 werden drei junge Bürgerrechtler in Mississippi entführt und ermordet. Auch hier deutet vieles auf eine Beteiligung des Ku-Klux-Klans hin. Präsident Kennedy legte als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen im Juni 1963 dem Kongress eine Gesetzesvorlage zur weitgehenden landesweiten Gleichberechtigung vor. Im Sommer 1963 erreichen die Proteste ihren Höhepunkt: In vier Monaten wird in fast 200 Städten über 800 Mal demonstriert. Am 22. August folgen mehr als 200.000 Menschen Martin Luther King bei seinem „Marsch auf Washington“. Sechs Tage später erreichten die Massen die Hauptstadt, um Kennedys Pläne zu Bürgerrechten zu unterstützen und gegen Rassismus und Segregation zu demonstrieren. Vor einer Viertelmillion Zuhörern hält King seine bekannte Rede: „I have a dream“ Memorial. „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.“ Nach dem Marsch auf Washington beginnt FBI-Chef Edgar Hoover intensiv, King und andere Bürgerrechtler ins Visier zu nehmen und zu bespitzeln. Vier Wochen später wird Präsident Kennedy in Dallas erschossen. King verliert einen wichtigen Verbündeten unter den Mächtigen der USA (Foto: Kennedy bei seiner Ankunft in Dallas, Stunden vor dem Attentat). 1964 geht der Friedensnobelpreis an Martin Luther King (Foto: Preisverleihung in Oslo am 10. Dezember) … … und das „Time Magazine“ erklärt King zum „Mann des Jahres 1964“. Aus der landesweiten Bürgerrechtsbewegung um den Christen King spaltete sich eine radikaler, gewaltbereiter Flügel ab: die Black Muslims unter der Führung von Malcolm X. Am 21. Februar 1965 stirbt Malcolm X, von siebzehn Kugeln getroffen, während eines Vortrags im New Yorker Audubon Ballroom. Ab 1966 engagiert sich Martin Luther King auch gegen den Vietnamkrieg, der seit 1965 tausenden, und vor allem schwarzen Soldaten, das Leben kostet. 1968 plant King einen „Marsch armer Menschen“ nach Washington. Diese Pläne sind Ausdruck seines vermehrt sozialen Engagements und Eintretens auch für andere Minderheiten im Land. In Memphis will King die Stimmung für seine Kampagne testen. Er mietet sich in Lorraines Motel ein (Foto: Der spätere Tatort am 3. April 1968, mit Jesse Jackson, 2.v.li.). In seiner letzten Rede (Foto: 3. April 1968) berichtet King, dass er „das gelobte Land gesehen“ habe. Dieser Satz wird ihm von vielen Menschen als Todesahnung ausgelegt. Martin Luther King mit Jesse Jackson am 4. April 1968 in Memphis Tennessee. Es ist das letzte Foto des Bürgerrechtlers. Um 18:01 fallen auf dem Balkon des Lorraines Motel die tödlichen Schüsse auf Martin Luther King Jr. (Foto: Trauerschmuck am 6. April 1968). Landesweit kommt es nach dem Mord an King zu Krawallen mit vielen Toten und Verletzten. Besonders Washington DC ist von den Ausschreitungen betroffen. Ganze Straßenzüge gehen in Washington DC in Flammen auf. Zunächst gesteht der vorbestrafte Rassist James Earl Ray (Polizeifoto von 1954), die Schüsse auf King abgegeben zu haben. Später widerruft er und behauptet, King sei Opfer einer Verschwörung geworden (Foto: 1988 im State Prison, Tennessee). Kurz vor seinem Tod 1998 erreicht Ray eine Wiederaufnahme seines Verfahrens. Martin Luther King liegt am 5. April aufgebahrt in einer Kirche in Memphis Tennessee. In Atlanta nehmen Coretta Scott King (3.v.re.) und die Kinder Yolanda, Bernice, Martin III und Dexter (v.l.-r.) Abschied vom Ehemann und Vater. Am 9. April 1968 wird Dr. Martin Luther King Jr. in Atlanta unter großer Anteilnahme in einem Trauerzug zur Beerdigung geleitet. Nach dem Tod von James Earl Ray wird ein Restaurantbesitzer aus Memphis der Teilnahme an einer Verschwörung gegen King schuldig gesprochen. Martin Luther King gilt als die Ikone der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und hat mit seinem Eintreten für gewaltlosen Protest die formal rechtliche Gleichstellung der Schwarzen in den USA erzwungen. Das Ende seiner Amtszeit liegt zwar schon ein Vierteljahrhundert zurück, doch gilt Helmut Schmidt unter den Deutschen als der beliebteste Bundeskanzler. Er feiert am 23. Dezember seinen 90. Geburtstag. In einem Zeitungsinterview wurde Schmidt gefragt, was er sich denn zum 90. wünsche. Der Alt-Kanzler, bekannt für klare Worte, erwiderte ganz einfach: "Zufrieden gelassen werden." Gefeiert wird im engsten Kreise in Hamburg-Langenhorn, wo er schon seit Jahrzehnten mit seiner Frau Loki lebt. Helmut Schmidt, Zeitzeuge des vergangenen und Kritiker des laufenden Jahrhunderts, vertrauten die Menschen in den größten Krisen, sei es bei der Hamburger Flutkatastrophe 1962 oder während der RAF-Hochphase. Geboren wird Helmut Heinrich Waldemar Schmidt am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterstadtteil Barmbek als Sohn des Studienrats Gustav Schmidt und dessen Frau Ludovica. 1937 macht Helmut Schmidt sein Abitur an der Lichtwark-Schule. Hier lernt er auch seine spätere Ehefrau Hannelore "Loki" Glaser kennen. Ab 1939 ist Schmidt Soldat im Zweiten Weltkrieg. Zunächst bei der Bremer Luftabwehr, von 1941 bis 1942 an der Ostfront und 1944 bis 1945 als Oberleutnant an der Westfront. Nach seiner Rückkehr von der Ostfront im Frühjahr 1942 heiratet er seine Loki. 1944 wird sein Sohn Walter geboren, der aber mit nur acht Monaten an einer Hirnhautentzündung stirbt. 1947 wird sein zweites Kind, Tochter Susanne, geboren. Bei Kriegsende gerät Schmidt in britische Kriegsgefangenschaft, kehrt aber am 31. August 1945 nach Hamburg zurück (Archivfoto vom 3.5.1945). 1945 beginnt Schmidt sein Studium der Volks- und Staatswissenschaft an der Universität Hamburg, unter anderem bei dem späteren Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD). Seine Diplomarbeit verfasst Schmidt 1949. Das Thema ist zu der Zeit hochaktuell: "Die Währungsreform in Japan und Deutschland im Vergleich" (Archivfoto vom 21.6.1948). 1946 tritt Helmut Schmidt der SPD bei. Von 1953 bis 1962 ist er erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages. Ab 1957 gehört er dem SPD-Bundesvorstand an. Schmidt ist für sein Redetalent und für seine Schlagfertigkeit bekannt und trägt den Spitznamen "Schmidt-Schnauze". 1961 übernimmt er das neu geschaffene Amt des Hamburger Innensenators und legt sein Bundestagsmandat nieder. Während der Flutkatastrophe 1962 übernimmt Schmidt das "Krisenmanagement" und macht sich bundesweit einen Namen durch sein energisches und umsichtiges Durchgreifen. 1965 schafft Schmidt wieder den Sprung in den Bundestag (bis 1987). Von 1967 bis 1969 ist er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. 1968 wird er stellvertretender Vorsitzender (bis 1983). (Archivfoto vom 11.5.1968) Zum ersten Mal bekleidet Helmut Schmidt das Amt eines Bundesministers - und zwar der Verteidigung (1969 bis 1972) im ersten sozialliberalen Kabinett der Regierung Willy Brandt. In seiner Amtszeit wird der Grundwehrdienst von 18 auf 15 Monate verkürzt. Von Juli bis November 1972 übernimmt er kurzzeitig das Amt des Bundesministers für Wirtschaft und Finanzen nach dem Rücktritt von Karl Schiller. Im Dezember wird er im zweiten Kabinett Brandts Bundesfinanzminister. Nach dem Rücktritt Willy Brandts als Regierungschef wegen der Guillaume-Affäre wählt der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum 5. Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Die größten Herausforderungen in seiner Regierungszeit waren die Ölkrisen der 1970er Jahre, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, … … und der Terrorismus der Rote Armee Fraktion im sogenannten Deutschen Herbst, der zu den schwierigsten Phasen in seinem Leben gehört. Vor allem die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer setzt Schmidt zu. Die RAF fordert die Haftentlassung von Andreas Baader und 11 weiteren Gefangenen. Schmidt weigert sich aus Gründen der Staatsräson ("Die Bundesrepublik ist nicht erpressbar") den Forderungen nachzugeben. "Ich bin verstrickt in Schuld - Schuld gegenüber Schleyer und gegenüber Frau Schleyer", gibt Schmidt später zu. Seine Entscheidungen während der Entführung hält er nach wie vor für richtig - genauso wie sein Eintreten für die umstrittene Stationierung ... ... der US-Atomraketen "Cruise Missile" und "Pershing II" in der Bundesrepublik. 1980 wird er erneut zum Kanzler einer SPD-FDP-Koalition gewählt. Für die Union unterliegt Franz Josef Strauß. 1976 war schon Helmut Kohl (CDU) als Herausforderer gescheitert. Schmidt, der Europa-Politiker: Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing verbessert Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen … … und verwirklicht entscheidende Schritte hin zur weiteren europäischen Integration: Die Einführung des Europäischen Währungssystems und der Währungseinheit zum 1. Januar 1979. Am 11. Dezember 1981 reist Schmidt zum ersten Mal in seiner Amtszeit in die Deutsche Demokratische Republik, um Staats- und Parteichef Erich Honecker zu treffen. Schmidt hält Willy Brandts Kurs in der Ostpolitik bei. 1982 wendet sich das Blatt: Am 1. Oktober wird Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt. Der Bundestag wählt Helmut Kohl (CDU) zu seinem Nachfolger. Zuvor scheitert im Spätsommer 1982, vor allem wegen Differenzen im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sozialliberale Koalition. Am 17. September 1982 treten sämtliche FDP-Bundesminister zurück. Während seiner politisch aktiven Zeit, aber auch danach, findet sein ökonomischer Sachverstand eine breite Anerkennung. Mit Valéry Giscard d'Estaing und mit dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger ist er freundschaftlich verbunden. Helmut Schmidt setzt sich nicht zur Ruhe und bleibt im Blickpunkt des öffentlichen Geschehens: Ab 1983 wird er Mitherausgeber der Wochenzeitung die "Zeit". 1986 gründet er mit Valéry Giscard d'Estaing den Ausschuss für die europäische Währungsunion und unterstützt die Einrichtung der europäischen Zentralbank. Schmidt veröffentlicht zahlreiche Bücher, … … reist, hält Vorträge weltweit … … und wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Helmut Schmidt ist bekennender Kettenraucher. Niemand kann ihm das Rauchen verbieten, sei es auf SPD-Parteitagen oder in Fernsehstudios. Einzig im Plenarsaal des Deutschen Bundestages steigt er auf Schnupftabak um. Wie lautet sein Geheimrezept? "Willen braucht man. Und Zigaretten." Herzlichen Glückwunsch!
Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:
1979 sind die Tage der Schah-Herrschaft in Persien gezählt. Im In- und Ausland organisiert sich die Opposition um den im Exil lebenden islamischen Geistlichen Chomeini. Die "Islamischen Revolution" nimmt ihren Anfang. Schah Mohammad Reza von Persien auf Staatsbesuch in Thailand (Foto: 1968). Der Begriff "Schah" bedeutet "König" und ist der offizielle Titel der persischen Monarchen. Die Könige der "Pahlaviden" (1925-1979) betreiben zunächst eine am Westen orientierte Reformpolitik. Reza Schah Pahlavi (Foto: Mitte, mit Kemal Atatürk, 1934) industrialisiert das Land, baut die Infrastruktur aus und ein Rechts- und Bildungssystem auf. Aber er geht auch auf Konfrontation zum Islam: Männern wird untersagt, geistliche Kleidung zu tragen und ab 1937 dürfen sich Frauen nicht mehr mit Schleier zeigen; Scharia-Tribunale, islamische Gerichte, werden abgeschafft (Foto: 1941). Sein Sohn Mohammad Reza folgt ihm 1941 im Alter von 18 Jahren auf dem Thron (Foto: 1938). Zunächst gewinnt der junge Schah an Popularität im Land. Er kann den Einfluss Persiens in der Golfregion ausbauen und bemüht sich um Ausgleich mit den Mullahs. In den späten Fünfzigerjahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation des Landes und der Schah gerät wegen seines autokratischen Herrschaftsstils in die Kritik. Ein Teil der Landbevölkerung hungert und in den Vorstädten entstehen Slums. Gleichzeitig lebt der Schah, der sich mittlerweile selbst zum Kaiser gekrönt hatte, seinen verschwenderischen Lebensstil ungeniert und öffentlich aus: Mit Skifahren in der Schweiz (Foto: Die Familie in St. Moritz), … … pompösen Festen und Badeurlaub provoziert er Widerstand im In- und Ausland (Foto: Urlaub auf den Bahamas). Die Anti-Schah-Demonstrationen in Deutschland 1967 gelten als der Beginn der Studentenunruhen (Foto: Student mit Satirezeitschrift über den Schah in Frankfurt am Main, 1967). Der Geheimdienst "Organisation zur Information und zum Schutz des Landes" unterdrückt jede Form der Opposition. Er entführt, foltert und mordet. "Amnesty International" geht 1977 von bis zu 100.000 politischen Gefangenen aus (Foto: Teheran, 1953). 1978 häufen sich Demonstrationen und Unruhen im ganzen Land (Foto: Teheran). Der Schah ruft das Kriegsrecht aus und versucht, ein Demonstrationsverbot mit Hilfe des Militärs durchzusetzen. Millionen Menschen fordern den Rücktritt des Schahs und die Rückkehr ihres geistlichen Führers Chomeini aus dem französischen Exil (Foto: Massenkundgebung in Teheran). Der Ayatollah Chomeini ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der schon in den 40er Jahren die Abschaffung der Monarchie und Errichtung einer islamischen Regierung unter der Führung des Klerus fordert (Foto: 1979). In einer späteren Schrift fordert er die Anwendung der Scharia bei Rechtsstreitigkeiten, eine national ausgerichtete Politik sowie die Verstaatlichung des Erdöls und den "Heiligen Krieg" gegen die westlichen Mächte (Foto: Teheran, 1979). 1963 ruft Chomeini öffentlich zum Sturz des Schahs auf. Es folgen seine Verhaftung, Inhaftierung und Verbannung aus Persien. Im Pariser Exil gelingt es Chomeini, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der persischen Opposition zu vereinen (Foto: im Garten seiner Residenz). Darunter sind linke Gruppen, bürgerliche Kräfte und islamische Gelehrte. "Schwarzer Freitag": Am 8. September 1978 setzt der Schah Panzer und 100.000 Soldaten gegen Demonstranten ein. Das Militär feuert scheinbar wahllos in die Massen. DIE ZEIT schätzt damals, dass 2.000 Demonstranten getötet wurden. Aus dem Exil ruft Chomeini zum Generalstreik und Putsch gegen das Schah-Regime auf. Der Druck auf den „Kaiser“ wächst. Durch eine Regierungsumbildung versucht er noch einmal, beruhigend auf die Massen einzuwirken. Doch der Druck wird zu groß, am 16. Januar 1979 besteigt Schah Reza Pahlavi auf dem Teheraner Flughafen eine Maschine nach Ägypten mit den Worten: "Ich bin müde und brauche eine Pause" (Foto: Ankunft in Kairo). Zwei Wochen später ein ähnliches Bild: Am 1. Februar 1979 landet Chomeini in einer Maschine der Air France auf dem Teheraner Flughafen. Der Flugkapitän begleitet den prominenten Passagier die Treppe hinunter. Weltweit verbindet sich mit der Rückkehr von Chomeini aus dem Exil die Hoffnung nach einer besseren Zukunft für das Land, nach Freiheit und mehr Wohlstand für die Iraner. Millionen Menschen bereiten dem Ayatollah einen begeisterten Empfang. Das Militär erklärt sich für neutral und Mehdi Bazargan, Mitbegründer einer iranischen Freiheitsbewegung und ehemaliger Innenminister, wird Ministerpräsident einer Übergangsregierung. Chomeini gelingt es, sich innerhalb weniger Monate gegen alle oppositionellen Strömungen im eigenen Land durchzusetzen und baut das Land nach seinen Vorstellungen zu einem islamischen Staat um (Foto: Islamische Nationalgarde in Teheran). Am 1. April 1979 ruft Chomeini die "Islamische Republik" Iran aus und wird selbst deren oberster Rechtsgelehrter, Revolutionsführer und Staatsoberhaupt. Doch die Hoffnungen vieler Menschen, die sich mit der Rückkehr des Ayatollahs in den Iran verbinden, erfüllen sich nicht: Alle Hochschulen des Landes geschlossen (Foto: Mehdi Bazargan bei einer Rede an der Teheraner Universität 1979), … … Chomeini verbietet kritische Zeitungen, Wirtschaft, Ölindustrie und Banken werden verstaatlicht, politische Gruppen und Parteien verboten (Foto: Ölraffinerie in Abadan). Nichtmuslime, vor allem Angehörige der Bahai-Religion, werden unnachgiebig verfolgt, deren Eliten und Führer zu Tausenden hingerichtet. Viele Iraner fliehen vor Repressalien und Verfolgung aus ihrer Heimat (Foto: Chomeini-Denkmal in Teheran). Bis 1988 kommt es mehrfach zu sogenannten "Hinrichtungswellen". Bei diesen Säuberungen von Nichtmuslimen und Regimegegnern sterben Zigtausende (Foto: Exil-Iraner demonstrieren gegen Hinrichtungen im Iran, Berlin 2001). Am 4. November 1979 besetzen 400 iranische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nehmen 90 Amerikaner als Geiseln. Eine Befreiungsaktion der Amerikaner im April 1980 scheitert. Aufgrund schlechten Wetters und technischer Probleme stürzen ein US-Flugzeug und ein Helikopter in der iranischen Wüste ab. Acht Soldaten sterben bei dem Unglück. Nach 444 Tagen und der Zahlung von Lösegeld in Milliarden-Dollar-Höhe kommen die Gefangen frei. Aus Protest gegen die Geiselnahme tritt Ministerpräsident Mehdi Bazargan zurück und erklärt später: … "Nach der Revolution (…) [hat] uns der Klerus (…) völlig verdrängt und die Kontrolle über das Land übernommen. (…) Zu diesem Zeitpunkt haben alle Parteien islamischer Ausrichtung ebenso geschlafen wie die Linke, die (…) am Rand der Realität blieb." Chomeini ruft die Iraner zur Wachsamkeit gegen Regimegegnern auf und "… Nachbarn zu beobachten und zu sehen, was sich in deren Häusern abspielt (…) wer bei euren Nachbarn aus- und eingeht (…)". 1980 greift das Nachbarland Irak, unter der Führung Saddam Husseins, den Iran an. Der Erste Golfkrieg dauert acht Jahre und fordert auf iranischer Seite eine halbe Million Tote. Bis zu seinem Tod am 3. Juni 1989 bleibt Chomeini geistlicher Führer und Staatsoberhaupt des Iran. Am 4. Juni 1989 wird sein früherer Schüler, Ajatollah Chamenei, sein Nachfolger. Zum 30. Jahrestag des Beginns der "Islamischen Revolution" erklärt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Januar 2009, dass die Revolution heute noch "lebhaft und lebendig" sei. Ehemalige Geiseln aus der US-Botschaft in Teheran glauben Ahmadinedschad als einen der Geiselnehmer von 1979 identifiziert zu haben (3.v.li.). Am 15. Januar 2009 wäre Dr. Martin Luther King Jr. 80 Jahre alt geworden. Vater Martin Luther King Sen. (1899-1984) ist Baptistenprediger und Vorsitzender der Bürgerrechtsorganisation “National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP) in Atlanta (Foto: 1969 mit Tochter Christine). Martin Luthers Mutter, Alberta King (1904-1974), mit ihrem Sohn Martin Luther Jr. und Ehefrau Coretta 1958 in einem Krankenhaus in New York (v.l.-r.). Mutter Albertas Vater wird vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1863 als Sohn afroamerikanischer Sklaven geboren (Foto: Historische Illustration der Sklaverei in den Südstaaten). Der Name „Martin Luther“ ist Ausdruck des tiefen religiösen Empfindens der King-Familie. Martin Luther King Jr. wird am 15. Januar 1929 in diesem Haus in der Auburn Avenue 501 in Atlanta geboren. Die Familie lebt bis 1941 in der Straße, in der vor allem wohlhabende Schwarze wohnen. King wächst in einem Umfeld der strikten Segregation auf, der Trennung zwischen schwarzer und weißer Rasse. Sie betrifft damals alle Bereiche des öffentlichen Lebens (vor einem Warteraum im Bahnhof von Illinois, 1956). Die Rassentrennung in den Südstaaten der USA macht auch keinen Halt vor öffentlichen Toiletten, Schulen, Kirchen und dem öffentlichen Transportwesen (Foto: 1956 in Atlanta). Im Alter von 17 Jahren wird King Hilfsprediger seines Vaters an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, Georgia (Foto: 1968). Das Morehouse College ist damals die einzige Hochschule für Schwarze in den Südstaaten (Foto: 2006 mit Martin Luther King-Statue). Hier schreibt sich King 1944 ein … … und macht 1948 seinen Abschluss mit einem Bachelor of Arts in Soziologie (Foto: King, dritter von links, 1948 im Morehouse College). King schließt ein Studium der Theologie in Pennsylvania an. In dieser Zeit wird er stark von Mahatma Gandhi beeinflusst, der in Indien einen gewaltlosen Aufstand gegen die Kolonialmacht England organisiert. King: „Durch diese Konzentration Gandhis auf Liebe und Gewaltlosigkeit entdeckte ich die Methode für soziale Reformen, nach der ich suchte.“ Nach dem Ende seines Studiums 1951 geht King nach Boston um seine Doktorarbeit zu schreiben (Foto: Martin Luther King Jr. Gedenkstatue an der Universität Boston). Am 18. Juni 1953 heiraten Martin Luther King Jr. und Coretta Scott in Alabama. Gemeinsam haben sie vier Kinder (Martin Luther King III, Vater King mit Frau Coretta, Dexter Scott und Yolanda Denise, v.l.-r., 1963). King nimmt seine erste Pfarrstelle in der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama, an. 1. Dezember 1955: Die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks weigert sich, in einem Stadtbus in Montgomery, einem weißen Mann Platz zu machen, so wie es das Gesetz vorschreibt. Parks wird verhaftet, daraufhin formiert sich ein beispielloser Protest und eine Boykottbewegung in der Südstaaten-Kleinstadt. King koordiniert und leitet den „Montgomery Bus Boycott“: Die schwarze Bevölkerung boykottiert die städtischen Busse und organisiert eigene Fahrzeuge, die die Menschen zur Arbeit bringen. Die Aktion findet große Aufmerksamkeit im In- und Ausland. King wird 1956 für die Anführerschaft der Proteste zu einer hohen Geldstrafe verurteilt (Foto: Nach der Urteilsverkündung vor dem Gericht). Nach 381 Tagen Boykott entscheidet der Oberste Gerichtshof der USA, dass Rassentrennung in den Bussen der Stadt Montgomery verboten ist (Montomery, 1956). Die Aktion in Montgomery ist ein großer Erfolg für King und bestärkt den Baptisten-Pastor in seinem Vorhaben, sich im ganzen Süden der USA für die Bürgerrechte der schwarzen Minderheit einzusetzen (Foto: King mit Anwalt). King wird mehrfach festgenommen und zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt (Foto: Montgomery, 1956). 1961 setzt sich der demokratische Präsidentschaftskandidat John F. Kennedy für seine Freilassung ein, … …was diesem, nach Coretta Kings Aussage, Tage später die notwendigen Stimmen für den hauchdünnen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen beschert (Foto: Die Kennedys am Tag der Inauguration, 1961). Nach einigen Rückschlägen entwerfen King und sein Team in Birmingham einen Plan, wie die rechtliche Gleichstellung von Schwarzen und Weißen in den USA erzwungen werden kann (Foto: Demonstration in Birmingham, 1963). King organisiert Sitzblockaden vor beliebten Imbissecken, die nur von Weißen aufgesucht werden dürfen. Harry Belafonte, Musiker und Schauspieler aus New York, unterstützt die Aktion durch Sammlung von Geld (Foto: 1968 mit Coretta). King wird abermals verhaftet und erneut nach einer Intervention Kennedys aus dem Gefängnis entlassen. Der Bürgerrechtler ist nun entschlossen, den Druck der Proteste zu erhöhen. Im Mai 1963 kommt es zu schweren Ausschreitungen und Gewaltexzessen von Seiten der Polizei und schwarzen Demonstranten. Es gibt Tote und Verletzte, tausende Menschen werden verhaftet. Unbekannte verüben einen Bombenanschlag auf das Haus von Kings Bruder Alfred Daniel (l.), bei dem aber niemand verletzt wird. Es gibt Hinweise, nach denen der rassistische Ku-Klux-Klan hinter dem Anschlag steckt. Kennedy schickt Soldaten in die Unruhegebiete, was zu einer Beruhigung der Situation führt. Dennoch kommt es zu zahlreichen Anschlägen gegen Bürgerrechtler: In Mississippi wird im Juni 1963 Medgar Evers, ein hoher Funktionär der NAACP, erschossen. Eine Bombe tötet im September 1963 vier kleine Mädchen in einer Baptistengemeinde in Birmingham … … und im Frühjahr 1964 werden drei junge Bürgerrechtler in Mississippi entführt und ermordet. Auch hier deutet vieles auf eine Beteiligung des Ku-Klux-Klans hin. Präsident Kennedy legte als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen im Juni 1963 dem Kongress eine Gesetzesvorlage zur weitgehenden landesweiten Gleichberechtigung vor. Im Sommer 1963 erreichen die Proteste ihren Höhepunkt: In vier Monaten wird in fast 200 Städten über 800 Mal demonstriert. Am 22. August folgen mehr als 200.000 Menschen Martin Luther King bei seinem „Marsch auf Washington“. Sechs Tage später erreichten die Massen die Hauptstadt, um Kennedys Pläne zu Bürgerrechten zu unterstützen und gegen Rassismus und Segregation zu demonstrieren. Vor einer Viertelmillion Zuhörern hält King seine bekannte Rede: „I have a dream“ Memorial. „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.“ Nach dem Marsch auf Washington beginnt FBI-Chef Edgar Hoover intensiv, King und andere Bürgerrechtler ins Visier zu nehmen und zu bespitzeln. Vier Wochen später wird Präsident Kennedy in Dallas erschossen. King verliert einen wichtigen Verbündeten unter den Mächtigen der USA (Foto: Kennedy bei seiner Ankunft in Dallas, Stunden vor dem Attentat). 1964 geht der Friedensnobelpreis an Martin Luther King (Foto: Preisverleihung in Oslo am 10. Dezember) … … und das „Time Magazine“ erklärt King zum „Mann des Jahres 1964“. Aus der landesweiten Bürgerrechtsbewegung um den Christen King spaltete sich eine radikaler, gewaltbereiter Flügel ab: die Black Muslims unter der Führung von Malcolm X. Am 21. Februar 1965 stirbt Malcolm X, von siebzehn Kugeln getroffen, während eines Vortrags im New Yorker Audubon Ballroom. Ab 1966 engagiert sich Martin Luther King auch gegen den Vietnamkrieg, der seit 1965 tausenden, und vor allem schwarzen Soldaten, das Leben kostet. 1968 plant King einen „Marsch armer Menschen“ nach Washington. Diese Pläne sind Ausdruck seines vermehrt sozialen Engagements und Eintretens auch für andere Minderheiten im Land. In Memphis will King die Stimmung für seine Kampagne testen. Er mietet sich in Lorraines Motel ein (Foto: Der spätere Tatort am 3. April 1968, mit Jesse Jackson, 2.v.li.). In seiner letzten Rede (Foto: 3. April 1968) berichtet King, dass er „das gelobte Land gesehen“ habe. Dieser Satz wird ihm von vielen Menschen als Todesahnung ausgelegt. Martin Luther King mit Jesse Jackson am 4. April 1968 in Memphis Tennessee. Es ist das letzte Foto des Bürgerrechtlers. Um 18:01 fallen auf dem Balkon des Lorraines Motel die tödlichen Schüsse auf Martin Luther King Jr. (Foto: Trauerschmuck am 6. April 1968). Landesweit kommt es nach dem Mord an King zu Krawallen mit vielen Toten und Verletzten. Besonders Washington DC ist von den Ausschreitungen betroffen. Ganze Straßenzüge gehen in Washington DC in Flammen auf. Zunächst gesteht der vorbestrafte Rassist James Earl Ray (Polizeifoto von 1954), die Schüsse auf King abgegeben zu haben. Später widerruft er und behauptet, King sei Opfer einer Verschwörung geworden (Foto: 1988 im State Prison, Tennessee). Kurz vor seinem Tod 1998 erreicht Ray eine Wiederaufnahme seines Verfahrens. Martin Luther King liegt am 5. April aufgebahrt in einer Kirche in Memphis Tennessee. In Atlanta nehmen Coretta Scott King (3.v.re.) und die Kinder Yolanda, Bernice, Martin III und Dexter (v.l.-r.) Abschied vom Ehemann und Vater. Am 9. April 1968 wird Dr. Martin Luther King Jr. in Atlanta unter großer Anteilnahme in einem Trauerzug zur Beerdigung geleitet. Nach dem Tod von James Earl Ray wird ein Restaurantbesitzer aus Memphis der Teilnahme an einer Verschwörung gegen King schuldig gesprochen. Martin Luther King gilt als die Ikone der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und hat mit seinem Eintreten für gewaltlosen Protest die formal rechtliche Gleichstellung der Schwarzen in den USA erzwungen. Das Ende seiner Amtszeit liegt zwar schon ein Vierteljahrhundert zurück, doch gilt Helmut Schmidt unter den Deutschen als der beliebteste Bundeskanzler. Er feiert am 23. Dezember seinen 90. Geburtstag. In einem Zeitungsinterview wurde Schmidt gefragt, was er sich denn zum 90. wünsche. Der Alt-Kanzler, bekannt für klare Worte, erwiderte ganz einfach: "Zufrieden gelassen werden." Gefeiert wird im engsten Kreise in Hamburg-Langenhorn, wo er schon seit Jahrzehnten mit seiner Frau Loki lebt. Helmut Schmidt, Zeitzeuge des vergangenen und Kritiker des laufenden Jahrhunderts, vertrauten die Menschen in den größten Krisen, sei es bei der Hamburger Flutkatastrophe 1962 oder während der RAF-Hochphase. Geboren wird Helmut Heinrich Waldemar Schmidt am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterstadtteil Barmbek als Sohn des Studienrats Gustav Schmidt und dessen Frau Ludovica. 1937 macht Helmut Schmidt sein Abitur an der Lichtwark-Schule. Hier lernt er auch seine spätere Ehefrau Hannelore "Loki" Glaser kennen. Ab 1939 ist Schmidt Soldat im Zweiten Weltkrieg. Zunächst bei der Bremer Luftabwehr, von 1941 bis 1942 an der Ostfront und 1944 bis 1945 als Oberleutnant an der Westfront. Nach seiner Rückkehr von der Ostfront im Frühjahr 1942 heiratet er seine Loki. 1944 wird sein Sohn Walter geboren, der aber mit nur acht Monaten an einer Hirnhautentzündung stirbt. 1947 wird sein zweites Kind, Tochter Susanne, geboren. Bei Kriegsende gerät Schmidt in britische Kriegsgefangenschaft, kehrt aber am 31. August 1945 nach Hamburg zurück (Archivfoto vom 3.5.1945). 1945 beginnt Schmidt sein Studium der Volks- und Staatswissenschaft an der Universität Hamburg, unter anderem bei dem späteren Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD). Seine Diplomarbeit verfasst Schmidt 1949. Das Thema ist zu der Zeit hochaktuell: "Die Währungsreform in Japan und Deutschland im Vergleich" (Archivfoto vom 21.6.1948). 1946 tritt Helmut Schmidt der SPD bei. Von 1953 bis 1962 ist er erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages. Ab 1957 gehört er dem SPD-Bundesvorstand an. Schmidt ist für sein Redetalent und für seine Schlagfertigkeit bekannt und trägt den Spitznamen "Schmidt-Schnauze". 1961 übernimmt er das neu geschaffene Amt des Hamburger Innensenators und legt sein Bundestagsmandat nieder. Während der Flutkatastrophe 1962 übernimmt Schmidt das "Krisenmanagement" und macht sich bundesweit einen Namen durch sein energisches und umsichtiges Durchgreifen. 1965 schafft Schmidt wieder den Sprung in den Bundestag (bis 1987). Von 1967 bis 1969 ist er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. 1968 wird er stellvertretender Vorsitzender (bis 1983). (Archivfoto vom 11.5.1968) Zum ersten Mal bekleidet Helmut Schmidt das Amt eines Bundesministers - und zwar der Verteidigung (1969 bis 1972) im ersten sozialliberalen Kabinett der Regierung Willy Brandt. In seiner Amtszeit wird der Grundwehrdienst von 18 auf 15 Monate verkürzt. Von Juli bis November 1972 übernimmt er kurzzeitig das Amt des Bundesministers für Wirtschaft und Finanzen nach dem Rücktritt von Karl Schiller. Im Dezember wird er im zweiten Kabinett Brandts Bundesfinanzminister. Nach dem Rücktritt Willy Brandts als Regierungschef wegen der Guillaume-Affäre wählt der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum 5. Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Die größten Herausforderungen in seiner Regierungszeit waren die Ölkrisen der 1970er Jahre, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, … … und der Terrorismus der Rote Armee Fraktion im sogenannten Deutschen Herbst, der zu den schwierigsten Phasen in seinem Leben gehört. Vor allem die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer setzt Schmidt zu. Die RAF fordert die Haftentlassung von Andreas Baader und 11 weiteren Gefangenen. Schmidt weigert sich aus Gründen der Staatsräson ("Die Bundesrepublik ist nicht erpressbar") den Forderungen nachzugeben. "Ich bin verstrickt in Schuld - Schuld gegenüber Schleyer und gegenüber Frau Schleyer", gibt Schmidt später zu. Seine Entscheidungen während der Entführung hält er nach wie vor für richtig - genauso wie sein Eintreten für die umstrittene Stationierung ... ... der US-Atomraketen "Cruise Missile" und "Pershing II" in der Bundesrepublik. 1980 wird er erneut zum Kanzler einer SPD-FDP-Koalition gewählt. Für die Union unterliegt Franz Josef Strauß. 1976 war schon Helmut Kohl (CDU) als Herausforderer gescheitert. Schmidt, der Europa-Politiker: Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing verbessert Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen … … und verwirklicht entscheidende Schritte hin zur weiteren europäischen Integration: Die Einführung des Europäischen Währungssystems und der Währungseinheit zum 1. Januar 1979. Am 11. Dezember 1981 reist Schmidt zum ersten Mal in seiner Amtszeit in die Deutsche Demokratische Republik, um Staats- und Parteichef Erich Honecker zu treffen. Schmidt hält Willy Brandts Kurs in der Ostpolitik bei. 1982 wendet sich das Blatt: Am 1. Oktober wird Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt. Der Bundestag wählt Helmut Kohl (CDU) zu seinem Nachfolger. Zuvor scheitert im Spätsommer 1982, vor allem wegen Differenzen im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sozialliberale Koalition. Am 17. September 1982 treten sämtliche FDP-Bundesminister zurück. Während seiner politisch aktiven Zeit, aber auch danach, findet sein ökonomischer Sachverstand eine breite Anerkennung. Mit Valéry Giscard d'Estaing und mit dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger ist er freundschaftlich verbunden. Helmut Schmidt setzt sich nicht zur Ruhe und bleibt im Blickpunkt des öffentlichen Geschehens: Ab 1983 wird er Mitherausgeber der Wochenzeitung die "Zeit". 1986 gründet er mit Valéry Giscard d'Estaing den Ausschuss für die europäische Währungsunion und unterstützt die Einrichtung der europäischen Zentralbank. Schmidt veröffentlicht zahlreiche Bücher, … … reist, hält Vorträge weltweit … … und wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Helmut Schmidt ist bekennender Kettenraucher. Niemand kann ihm das Rauchen verbieten, sei es auf SPD-Parteitagen oder in Fernsehstudios. Einzig im Plenarsaal des Deutschen Bundestages steigt er auf Schnupftabak um. Wie lautet sein Geheimrezept? "Willen braucht man. Und Zigaretten." Herzlichen Glückwunsch!
(N24)
10.02.2009 12:42 Uhr
Vom Schah zum Ayatollah
Die Islamische Revolution im Iran








