Fahndung in der Türkei
Kardelen wohl in Ali Kurs Wohnung getötet
Die Ermittler kommen immer mehr Details im Mordfall Kardelen auf die Spur. So gilt als sicher, dass der verdächtige Ali Kur das achtjährige Mädchen in seiner Wohnung getötet hat.
Die achtjährige Kardelen aus Paderborn ist mit großer Sicherheit in der Wohnung des tatverdächtigen türkischen Nachbarn missbraucht und ermordet worden. "Wir haben in der Wohnung des Beschuldigten DNA des getöteten Mädchens gefunden", sagte der Sprecher der Paderborner Staatsanwaltschaft, Horst Rürup. Der mutmaßliche Mörder Ali Kur ist auf der Flucht und wird in der Türkei vermutet. Er soll Kardelen Mitte Januar missbraucht und getötet haben. Die Leiche des türkischstämmigen Mädchens war später in einem Waldstück am Möhnesee im Sauerland, 60 Kilometer von Paderborn entfernt, gefunden worden.
Für den Fall, dass Ali Kur in der Türkei gefasst wird, rechnen die Staatsanwälte nicht mit seiner Auslieferung nach Deutschland. Die türkischen Behörden hätten dies den deutschen Ermittlern bereits signalisiert, sagte Rürup und bestätigte Informationen der Zeitung "Neue Westfälische". Im Falle einer Festnahme planten die türkischen Behörden ein eigenes Strafverfahren gegen Kur. "Wir werden das selbstverständlich respektieren", sagte der Sprecher. In der Türkei steht auf ein solches Verbrechen lebenslange Haft.
Die türkische Polizei begann unterdessen mit ihren Ermittlungen. "Der Verdächtige steht unter einem hohen Fahndungsdruck", sagte Rürup. "Er könnte in den nächsten Tagen gefasst werden." Beamte in der westtürkischen Stadt Aydin haben die Fahndung nach dem 29- Jährigen aufgenommen. Das berichteten Medien des Landes. In Aydin lebe der Vater von Kur, der mittels DNA-Spuren von der deutschen Polizei als Verdächtiger identifiziert worden war.
Ali Kur soll kurz nach der Tat vom Flughafen Köln-Bonn aus nach Izmir in die Westtürkei geflogen sein. Ein Polizeisprecher betonte, dass man noch nicht sicher wisse, ob sich Kur derzeit tatsächlich noch in der Türkei aufhalte. Das Verbrechen hatte in Deutschland und auch in der Türkei Wut, Trauer und Entrüstung ausgelöst.
(dpa, N24)
05.02.2009 09:06 Uhr








