Loki Schmidt, Ehefrau von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, ist zur Ehrenbürgerin Hamburgs ernannt worden. Mit ihrer "Loki-Art" habe sie sich dafür qualifiziert, so Bürgermeister Ole von Beust.
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Hamburg ehrt seine Loki - und schwärmt von der "Loki-Art": Bürgermeister Ole von Beust hat Loki Schmidt (89), Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt, zur 34. Ehrenbürgerin der Freien und Hansestadt ernannt. "Sie waren nie nur die "starke Frau" im Hintergrund. Sie waren stets eigenständig, prägten den gemeinsamen Lebensweg deutlich mit", sagte Beust bei einem Festakt im Rathaus. "Sie sind im besten Sinne hamburgisch: bodenständig, ehrlich, humorvoll, hanseatisch zurückhaltend", beschrieb er die "Loki-Art".
Die neue Ehrenbürgerin bedankte sich für "die größte Ehre, die einem Hamburger widerfahren kann". "Ich bin stolz eine Hamburgerin zu sein", sagte sie den Tränen nah und erheiterte die Gäste, als das Mikrofon nicht gleich funktionierte: "Ist meine kleine Piepsstimme jetzt zu verstehen?", fragte sie in unüberhörbarer Hamburger Tonfall. Mehr als 200 Gäste waren zur Feier gekommen, zu der die Geehrte mit ihrem Ehemann erschien. Helmut Schmidt (90) ist bereits seit 1983 Ehrenbürger der Hansestadt.
"Verkörperung der Hamburger Seele"
Prominente Gäste gratulierten der 89-Jährigen, die am 3. März 90 Jahre alt wird. "Loki ist die Verkörperung der Hamburger Seele. Sie hat es mehr als verdient", meinte TV-Moderator Reinhold Beckmann, Mitautor ihres Buches "Erzähl doch mal von früher". Ex-Bürgermeister Hennig Voscherau berichtete: "Ich weiß, sie ist sehr hingerissen hinsichtlich dieser Ehre." Sie sei eine "engagierte, jahrzehntelange Naturschützerin" und auch "in schwierigen Lebenslagen eine ganz große Frau". Voscherau nannte ihre Art "nüchtern, hamburgisch, ehrlich und klug", Fußball-Idol Uwe Seeler lobte ihre Bodenständigkeit.
Die Stifterin und Professorin Loki Schmidt setzt sich seit Jahrzehnten für bedrohte Pflanzenarten ein. Seit 1980 kürt sie die "Blume des Jahres". "Natur- und Umweltschutz zu einem gesellschaftlich akzeptierten Wert zu machen und damit zum Durchbruch zu verhelfen, ist ein maßgebliches Verdienst von Loki Schmidt", sagte Berndt Röder, Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft, die am Vorabend die Verleihung der Ehrenbürgerwürde einstimmig beschlossen hatte. Schon als "lütte Deern" hatten es ihr Blumen, Kräuter und Gräser angetan, wie Röder berichtete.
Vierte Frau mit Ehrentitel
Besonders bewunderte das Mädchen das Rosengewächs "Frauenmantel", erzählte er über die kleine Hannelore, die sich selbst als Kind den Namen Loki gab. "Wer kennt sie denn eigentlich unter dem wirklichen Vornamen?", fragte Röder und meinte: "Loki hingegen kennt jeder!" Bürgermeister Beust erinnerte daran, dass die Ausgezeichnete "nicht nur Siegfried Lenz für den Schutz von Pflanzen gewonnen, sondern eine ganze Nation dafür begeistert" hat. Beust: "Wir sind stolz auf Sie!"
Schriftsteller Lenz, bei dem sie "leise indirekt und in anmutig aufklärerischer Weise" für Wandlung sorgte, ist ein Freund der Familie Schmidt und selbst Hamburger Ehrenbürger. "Fast 200 Jahre nach der ersten Verleihung ist und bleibt das Ehrenbürgerrecht eine ganz besondere Auszeichnung", betonte Röder noch einmal. Loki Schmidt wurde als vierter Frau die Ehre zuteil. Von der Energie Loki Schmidts, die in der jüngsten Vergangenheit gesundheitlich angeschlagen wiederholt ins Krankenhaus musste, konnten sich die wartenden Kamerateams überzeugen. Als diese nach der Verleihung auf ein weiteres Statement warteten, rief sie ihnen nur kurz und energisch zu: "Das haben sie doch gemerkt, ich habe fast geheult!"