Forscher alarmiert

Kein Rückgang der Treibhausgas-Emissionen

Klimaforscher schlagen Alarm: Die Menschheit macht sich seit Jahren Sorgen über die Folgen des Klimawandels. Einen Rückgang der Treibhausgas-Emissionen bewirkte das aber nicht.

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Industrieanlagen in China: In keinem Teil der Welt ist der Ausstoß von Treibhausgasen zurückgegangen.

Trotz aller Sorgen über die katastrophalen Folgen eines ungebremsten Klimawandels hat die Menschheit in den Jahren von 2000 bis 2008 mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen als in den 90ern. Das jährliche Wachstum der CO2-Emissionen habe sich gegenüber den 90ern von 0,9 auf 3,5 Prozent verdreifacht, sagte der Klimaforscher Christopher Field auf der Jahreskonferenz der Amerikanischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft (AAAS).

Der größte Faktor bei der Erhöhung ist Field zufolge der weit verbreitete Einsatz von Kohle in der Energiegewinnung. Die Gesellschaften neigten dazu, zur billigsten verfügbaren Energiequelle zu greifen - und das sei die Kohle. In keinem Teil der Welt habe es von 2000 bis 2008 einen Rückgang der Schadstoffemissionen gegeben.

Eine Wissenschaftlerin des französischen Nationalen Zentrums für Weltraumstudien, Anny Cazenave, sagte, dass der Meeresspiegel schneller als erwartet steige. Verbesserte Messungen per Satellit belegten das. Im Nordatlantik, Westpazifik und dem Südlichen Ozean um die Antarktis sei der Anstieg mit rund einem Zentimeter am größten.

Probleme mit dem Anbau für Biosprit

Der Ausbau des Getreideanbaus für die Gewinnung von Biosprit ist den Forschern zufolge mit erheblichen Problemen verbunden. So sei in den USA zwar mehr Getreide angebaut worden, berichtete Michael Coe vom Forschungszentrum Woods Hole. Dies sei aber auf Kosten der Anbaufläche für Sojabohnen gegangen.

Die Nachfrage nach Soja-Produkten sei aber zugleich nicht zurückgegangen. Also habe Brasilien durch die Brandrodung von Regenwald neue Soja-Anbauflächen geschaffen. Dabei seien zusätzliche CO2-Emissionen ausgestoßen worden - und das mit Bäumen, die bis dahin Kohlendioxid absorbierten.

Eine Forscherin der Stanford-Universität, Holly Gibbs, sagte, wenn für landwirtschaftliche Anbauflächen Wald verbrannt werde, werde das durch die Produktion von Biosprit erst in 40 bis 120 Jahren wieder ausgeglichen. Bei bestimmten Nutzpflanzen wie Getreide und Maniok dauere es sogar Hunderte von Jahren. "Wenn wir unsere Autos mit Biosprit fahren, der in den Tropen produziert wurde, haben wir gute Chancen, dass wir den Regenwald in unseren Benzintanks verbrennen", sagte sie. Etwas günstiger sei die Biosprit-Bilanz, wenn die Pflanzen dafür auf minderwertigen Flächen angebaut werden, sagte sie. Dies sei aber kostenintensiver. In manchen Fällen sei die beste Lösung die, in Brachflächen einfach wieder Wald entstehen zu lassen.

(Randolph Schmid, AP, N24)

15.02.2009 13:48 Uhr

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