Banken-Rettung

Die größten staatlichen Eingriffe

In der Finanzkrise haben zahlreiche Staaten weltweit Rettungspakete für die Bankenbranche geschnürt. Hier ein Überblick über die größten staatlichen Eingriffe.

Die größten Rettungspakete für die Bankenbranche haben Großbritannien und die USA geschnürt. In Island musste der Staat die drei größten Banken des Landes übernehmen.

In Großbritannien wurden bereits mehrere Großbanken teilweise oder ganz verstaatlicht. Der erste englischer Patient war vor einem Jahr die Hypothekenbank Northern Rock. Hinzu kam vergangenen Herbst die Bank Bradford and Bingley, die der Staat mehrheitlich übernahm.

Im Oktober legte die britische Regierung ein Bankenrettungspaket von mehr als 50 Milliarden Pfund (56 Mrd Euro) auf. Daraus bedienten sich bisher die Royal Bank of Scotland, an der der Staat mittlerweile 58 Prozent hält. Zu 40 Prozent gehören ihm die zusammengeschlossenen Institute Halifax Bank of Scotland (HBOS) und Lloyds TSB. Laut Medien erwägt die Regierung neue Milliardenhilfen und womöglich sogar die komplette Verstaatlichung mancher Kreditinstitute.

Die USA beteiligten sich bisher weltweit finanziell am stärksten an den Banken. Kernstück ist das 700 Milliarden Dollar (510 Mrd Euro) schwere Rettungspaket vom Herbst. Zum Auftakt stieg der Staat bei prominenten Banken wie J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs mit jeweils bis zu 25 Milliarden Dollar ein.

Die Citigroup, eines der größten Opfer, bekam sogar über 45 Milliarden Dollar plus einen beispiellosen Rettungsschirm von 300 Milliarden Dollar. Inzwischen folgten bei einer Heerschar von Banken niedrigere Geldspritzen.

Allerdings erwarben die USA meist stimmrechtslose Vorzugsaktien und nur einige Prozent des Gesamtkapitals, bekam also nicht das Sagen in den Banken. Ganz anders beim einst weltgrößten Versicherer AIG: Zur Rettung vor dem Abgrund übernahm der Staat die Mehrheit an dem Konzern - für Geldspritzen von bislang mehr als 150 Milliarden Dollar. Auch bei den ebenfalls börsennotierten Hypotheken-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac ergriff die Regierung das Steuer.

In Island trieb das Banken-Desaster das Land fast in den Staatsbankrott. Die Regierung musste die drei größten Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir übernehmen, weil sie zusammen mit einer Handvoll Finanz-Jongleure gigantische Auslandskredite zur Finanzierung ihre Expansionsgelüste aufgenommen haben.

Nach dem Zusammenbruch dieses Kartenhauses übersteigen die Schulden der drei Banken jetzt Islands Bruttonationalprodukt um mehr als das Zehnfache, und das Land ist auf Stützung durch andere Länder und den Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen.

(dpa, N24)

18.02.2009 09:14 Uhr

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