Imperium wird zerschlagen

Merckle benennt Treuhänder für Ratiopharm-Verkauf

Nach zähem Ringen hat sich Familie Merckle auf die Zerschlagung des Firmengeflechts geeinigt. Drei Treuhänder wurden nun damit beauftragt, den Medikamentenhersteller Ratiopharm zu verkaufen.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Familie Merckle will sich unter anderem mit dem Verkauf von Ratiopharm retten.
Video: Börse am Abend - Merckle-Gruppe trennt sich von ratiopharm
Video: Trauergottesdienst - Hunderte nehmen Abschied von Merckle
Video: Nach Tod von Merckle - Die Angst der Menschen in Blaubeuren

Für den Umbau der in Finanznöte geratenen Merckle-Gruppe sind mehrere Treuhänder benannt worden. Klaus Hubert Görg und Martin Stockhausen von der Wirtschaftskanzlei Görg Partnerschaft von Rechtsanwälten sollen den Verkauf der Anteile von Merckles VEM-Vermögensverwaltung an dem Generikahersteller Ratiopharm organisieren.

Görgs Kanzlei hat sich bei Großinsolvenzen wie Babcock, Holzmann und Kirch einen Namen gemacht. Darüber hinaus soll der Berliner Wirtschaftsprüfer Harald Wiedmann als Treuhänder die Zukunft des Pharmagroßhändlers Phoenix lenken, wie die Merckle-Gruppe am Mittwoch in Ulm mitteilte.

Verkauf von HeidelbergCement?

Auch eine Veräußerung der Merckle-Anteile an dem Baustoffhersteller HeidelbergCement ist noch nicht vom Tisch. Die Gläubigerbanken rechnen laut einem Zeitungsbericht aber erst mit einer Verwertung im kommenden Jahr. Den Treuhändern gehe es vorrangig um den Verkauf von Ratiopharm, sie würden aber generell die Restrukturierung der Merckle-Gruppe begleiten, sagte eine VEM-Sprecherin.

Dazu gehöre eben auch HeidelbergCement. Derzeit sucht Firmenchef Bernd Scheifele nach einem Investor für eine Kapitalzufuhr. Er soll bereits Gespräche mit Geldgebern in Asien und wohlhabenden Familien in Südwestdeutschland geführt haben.

Lange Suche nach Treunhändern

"Mit der Benennung der Treuhänder ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Restrukturierung der Merckle-Gruppe getan", teilte der ehemalige VEM-Geschäftsführer Ludwig Merckle mit. Die Merckle-Vertreter und die Banken hatten erbittert um die Auswahl der Treuhänder gestritten.

Mehrere Kandidaten waren entweder von den Banken oder von der Merckle-Familie abgelehnt worden. Während die Banken größtenteils an einem schnellen Verkauf von Unternehmensteilen interessiert sind, um die Schulden Merckles zu decken, pochte die Familie stets auf eine Fortführung des Konzerns.

Schieflage durch Finanzkrise

Die Merckle-Gruppe war Ende vergangenen Jahres auch durch die Folgen der Finanzkrise in eine finanzielle Schieflage geraten. Die Merckle-Holdingfirmen sollen mit insgesamt fünf Milliarden Euro verschuldet sein. Firmenmogul Adolf Merckle hatte sich im Januar das Leben genommen, kurz vor seinem Tod aber noch den Kompromiss mit den Banken für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet. Dazu gehört auch der Verkauf von ratiopharm.

Zudem haben sich Interessenten für den Pistenfahrzeug-Bauer Kässbohrer gemeldet. Der Hauptaktionär, die LuMe Vermögensverwaltung, prüft derzeit strategische Optionen. Die LuMe ist eine Beteiligungsholding der Merckle-Firmengruppe. Sie hält über 90 Prozent der Anteile an Kässbohrer.

(ddp, dpa, N24)

18.02.2009 14:09 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse