Fußball: 1. Bundesliga

Kuranyis Traumtor reicht Schalke nicht

Trotz eines Traumtors von Kevin Kuranyi hat der FC Schalke 04 nur 1:1 (1:0) gegen Borussia Dortmund gespielt. Der Ex-Nationalspieler brachte Schalke mit einem sehenswerten Seitfallzieher in Führung.

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Kevin Kuranyi hatte nach seinem Traumtor allen Grund zu jubeln.
"Was Ribery an Ablöse gekostet hat und an Gehalt kostet - das würde bei uns für zwei, drei Jahre für den ganzen Kader reichen."
So lautete die lapidare Feststellung von Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick vor dem Spiel gegen Bayern München. Zudem hatte er richtig erkannt:
"Wenn sie flotte Sprüche hören wollen, dann müssen sie nach München gehen. Wenn sie flotten Fußball sehen wollen, dann sind sie bei uns genau richtig."
Auf die Frage nach der Zufriedenheit mit Kevin Kuranyis Leistungen fiel Schalkes Trainer...
... Fred Rutten nur ein: "Es macht mir Spaß, mein Leben ganz schwer zu machen. Deshalb bin ich Fußballlehrer."
Auch Arminia Bielefelds Coach Michael Frontzeck brachte die Freude an seinem Job zum Ausdruck: "Machen sie das Fenster auf. Los, machen sie schon. Hört man schon was? Die Fans fordern sicher wieder meinen Kopf. Oder hab' ich schon Halluzinationen?"
HSV-Trainer Martin Jol (l.) analysierte nach dem 0:3 bei Hoffenheim messerscharf: "Wir waren nicht existent. Vorne nicht, hinten nicht und in der Mitte nicht."
FC Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte vorsichtshalber noch mal nachgeschlagen:
"Wissen Sie, wann 1860 München hier erstmals urkundlich erwähnt wurde? Im Alten Testament. ...
... Da stand nämlich: 'Sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher.'"
Nochmal Rummenigge und die Historie: "1899 Hoffenheim - ...
... wo haben die sich eigentlich die letzten hundert Jahre versteckt?"
Der HSV hat schon ein eigenes Grab, der KSC braucht eins - immerhin passen die Farben bereits:
"Wenn du fünf Spiele in Folge verloren hast und dann nach ein paar Sekunden 0:1 zurückliegst - wenn da elf Gräber gewesen wären, wären wir hineingehüpft", sagte Karlsruhes Kapitän Christian Eichner (M.).
Als Fan radikaler Methoden outete sich auch Bremens Sportdirektor Klaus Allofs nach dem 3:3 gegen Dortmund:
"Vielleicht sollten wir es mal mit Stromstößen versuchen, aber das ist ja nicht erlaubt."
"Für Streicheleinheiten müssen wir uns eine Katze kaufen", ...
... befand Bayern Münchens Torjäger Miroslav Klose auf die Frage, ob sein Sturmpartner Lukas Podolski eine größere Fürsorge des Klubs benötige.
Poldis Lösung dagegen, nach der Äußerung von Uli Hoeneß, 80 Prozent der Länderspiele habe er gegen Mannschaften wie Liechtenstein gemacht:
"Ich werde Jogi Löw bitten, mich nur noch gegen die Top 20 der Welt einzusetzen."
Keine Sprüchesammlung ohne einen Beitrag vom Kaiser: Franz Beckenbauer kommentierte den missglückten Tor-Salto von Miroslav Klose nach dessen Siegtreffer in Karlsruhe so:
"Wenn man so wenig Gelegenheiten hat, Saltos zu machen, dann kommen solche Dinge raus."
Uli Hoeneß hatte nach diesem Spiel Probleme mit einem Reporter aus dem eigenen Haus. Auf die Frage, ob er beim 1:0 in Karlsruhe die "Dusel-Bayern" erlebt habe, ...
... antwortete er: "Sie sind wirklich vom FC-Bayern-TV? Sie müssen sich in der nächsten Woche einen neuen Job suchen!"
Zu den rosa Fußball-Schlappen von Franck Ribery fiel Franz Beckenbauer dieses ein:
"Ribery und der kleine Lionel Messi vom FC Barcelona sind derzeit wohl die besten Spieler der Welt. Das sind Tänzer, keine Fußballspieler. Man stelle sich vor, der zieht jetzt auch noch richtige Fußballschuhe an!"
"Letztes Jahr 4:0, jetzt 2:5 - von der Tordifferenz haben wir gewonnen", meinte Bayern-Kapitän Mark van Bommel nach der 2:5-Niederlage gegen Werder Bremen.
Kölns Trainer Christoph Daum gab auf die Frage, ob die Rückkehr nach Leverkusen (wo er vor acht Jahren wegen der Kokain-Affäre entlassen worden war), schwierig gewesen sei, folgende Auskunft:
"Der Anfahrtsweg war gut ausgeschildert, und der Busfahrer hat den Weg zum Stadion ohne Probleme gefunden."
"Mein Sohn ist auch von 1988, da wusste ich schon, dass das ein sensationeller Jahrgang ist", sagte Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp über den 20 Jahre alten Startelf-Debütanten Marcel Schmelzer.
"Ich will meine Spanischkenntnisse ausbauen. Mein Englisch und Deutsch ist schon ganz okay. Mit meinem Gladbacher Platt kann ich dann vier Sprachen", so Marcell Jansen (damals noch bei Bayern) auf die Frage, was er zwischen den Trainingseinheiten macht.
"Wir sind ja nicht unterwegs wie die Harlem Globetrotters, um die Zuschauer zu begeistern, sondern um Punkte mitzunehmen",...
... stellte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nach dem spektakulären 4:5 von 1899 bei Werder Bremen klar.
Und mit dieser Aussage beweist Rangnick endgültig seine Sprücheklopfer-Qualitäten: "Wenn wir am Ende der Saison vor den Bayern stehen, steigen wir zu 100 Prozent nicht ab."
Andreas Brehme: "Ich sag nur ein Wort: Vielen Dank!"
Otto Rehhagel: "Wir spielen am Besten, wenn der Gegner nicht da ist."
Jens Jeremies: "Ich mache immer das, was mir gesagt wird. Das habe ich im Osten gelernt."
Mario Basler: "Ich lerne nicht extra französisch für Spieler, wo diese Sprache nicht mächtig sind."
Richard Golz: "Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt."
Olaf Thon: "Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu!"
Thomas Doll: "Ich brauche keinen Butler. Ich habe eine junge Frau!"
Steffen Freund: "Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: 'Komm Stefan, zieh Deine Sachen aus, jetzt geht´s los.'"
Lothar Matthäus: "Ich hab gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt."
Toni Polster über sein verbessertes Verhältnis zu Trainer Peter Neururer: "Wir lassen uns beide von unseren Frauen scheiden und ziehen zusammen."
Rudi Völler: "Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!"
Andreas Möller: "Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber."
Paul Breitner: "Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief´s ganz flüssig."
Sean Dundee: "Ich bleibe auf jeden Fall wahrscheinlich beim KSC."
Mehmet Scholl als werdender Vater: "Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache er ist gesund!"
Berti Vogts vor dem WM-Spiel gegen Kroatien 1998: "Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt - da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten."
Franz Beckenbauer: "Berkant Oktan ist erst siebzehn. Wenn er Glück hat, wird er nächsten Monat achtzehn."
Thomas Häßler: "Ich bin körperlich und physisch topfit."
Aleksandar Ristic: "Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich."

Ein Traumtor von Kevin Kuranyi hat Schalke 04 nicht zum ersehnten Sieg im Revier-Derby der Frustrierten gegen Borussia Dortmund gereicht. Der Ägypter Mohamed Zidan verpasste den Königsblauen mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 (1:0)-Endstand neun Minuten vor dem Ende eine kalte Dusche und verschärfte damit die Schalker Krise weiter.

Müller muss weiter um Job bangen

So muss nach dem Unentschieden im 133. Derby gegen die Remis-Könige aus Dortmund auch der umstrittene Schalker Manager Andreas Müller weiter um seinen Job bangen. Denn mit dem 11. Remis der laufenden Saison behaupteten sich die Dortmunder in der Tabelle vor dem Erzrivalen Schalke.

Dortmund wartet weiter auf Dreier

Allerdings wartet das Team von Trainer Jürgen Klopp weiter auf den ersten Dreier in der Rückrunde. In einem hitzigen Derby, das zunächst von vielen Fouls geprägt war, war Kuranyis achter Saisontreffer schon das Eintrittsgeld wert. Nach einer Flanke von Halil Altintop ließ der 26-Jährige BVB-Torhüter Roman Weidenfeller mit einer artistischen Direktabnahme aus zwölf Metern keine Chance (20.). Vorbereiter Altintop war erst zehn Minuten zuvor eingewechselt worden, weil Abwehrspieler Mladen Krstajic nach einem rüden Foul von Kevin-Prince Boateng verletzt vom Platz musste. Der Neu-Dortmunder hatte Glück, dass er für das unfaire Einsteigen am Mittelkreis von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) nur die Gelbe Karte sah (5.).

Kuranyi mit schlechter Chancenverwertung

Der zuletzt ebenfalls umstrittene Kuranyi hätte die Nerven der Gastgeber noch weiter beruhigen können, denn er vergab gleich mehrmals die Chance zum 2:0. So verfehlte er mit einem Kopfball nach Flanke des starken Lewan Kobiaschwili nur knapp das Tor (14.), dann setzte er den Ball nach einem Fehler des Dortmunder Verteidigers Marcel Schmelzer knapp über das Tor (34.). Schließlich ließ er nach einem katastrophalen Patzer von Neven Subotic die größte Chance aus: Nachdem der Dortmunder nach einer langen Flanke über den Ball geschlagen hatte verfehlte Kuranyi völlig unbedrängt vor BVB-Keeper Weidenfeller knapp das Tor (60.).

Müller verlangte "Herz und Leidenschaft"

Der umstrittene Schalker Manager Müller, der von den Fans mit Pfiffen begrüßt wurde, hatte nach dem 1:2 im kleinen Revier-Derby am vergangen Samstag beim VfL Bochum von seinem Team "Herz und Leidenschaft" verlangt. "Ich habe lange schützend die Hand über die Mannschaft gehalten, jetzt muss mal was zurückkommen", forderte der Ex-Profi, der wegen seiner Transferpolitik zum Sündenbock der Fans geworden ist. Auch ohne Kapitän Marcelo Bordon, der wegen seines Mittelhandbruchs doch nicht spielen konnte, bemühten sich die Gastgeber darum, die Vorgabe ihres Managers zu erfüllen.

Nach Kuranyis Treffer nur noch Konterspiel

Der BVB dagegen, der gleich auf fünf Stammkräfte verzichten musste, begann extrem vorsichtig. Alexander Frei als einziger Sturmspitze fehlte die Unterstützung aus dem Mittelfeld. Erst nach dem Seitenwechsel korrigierte Trainer Jürgen Klopp seine defensive Aufstellung und brachte in Mohamed Zidan einen zweiten Stürmer. Die Schalker zogen sich mit der knappen Führung im Rücken zurück und setzten fast nur noch auf Konter. Einen davon hätte Jefferson Farfan beinahe zum 2:0 genutzt, der Peruaner scheiterte nach schöner Einzelleistung aber an BVB-Schlussmann Weidenfeller (72.).

Die Gäste, die mit Nelson Valdez für Frei in der letzten halben Stunde einen neuen Stürmer brachten, erhöhten zwar den Druck, klare Torchancen spielten sie gegen die beste Abwehr der Bundesliga aber kaum heraus. Bei den Königsblauen verdiente sich neben dem Torschützen Kuranyi Linksverteidigier Kobiaschwili die beste Note. Der Georgier war in der ersten Halbzeit an allen gefährlichen Situationen beteiligt. Bei den Dortmundern gefielen Nuri Sahin und der eingewechselte Torschütze Zidan.

(Ulli Brünger, dpa, N24)

20.02.2009 22:25 Uhr

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