Ramba-Zamba-Karneval
Rio de Janeiro ist im Samba-Fieber
Samba-Rhythmen, leichtbekleidete Tänzerinnen, bunte Kostüme: Der Straßenkarneval in Rio de Janeiro zieht jedes Jahr Hunderttausende in seinen Bann. Und die Saison hat erst begonnen.
Mit heißen Sambarhythmen haben Hunderttausende Brasilianer und Touristen aus aller Welt in Rio de Janeiro die Hochsaison des Karnevals eröffnet. Seit "König Momo" in Rio, der "Cidade maravilhosa" ("Wunderbaren Stadt"), das Zepter vom Bürgermeister übernahm, ziehen bei der "größten Party der Welt" fantasievolle Motivwagen und bunte Samba-Gruppen durch die Straßen und das weltbekannte Sambódromo. Dort kämpfen am Sonntag und Rosenmontag die zwölf besten Sambaschulen um die Meisterschaft. Mit gigantischen Umzugswagen und abertausenden leichtbekleideten Tänzern und Tänzerinnen in prunkvollen Kostümen defilieren sie an den 90.000 Zuschauern im Stadion und der Jury vorbei. Die Feiernden sind bei schweißtreibenden Temperaturen von über 30 Grad unterwegs.
Die Punkteverteilung wird am Aschermittwoch live im Fernsehen übertragen und ist nicht nur in in der Stadt am Zuckerhut fast so wichtig wie die nationale Fußballmeisterschaft. In Rio werden auch diesmal mehr als eine halbe Million Touristen zum Karnevalsspektakel erwartet. Die Polizei verstärkte ihre Präsenz in Rio. Insgesamt sind knapp 10.000 Beamte im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. Trotz Finanzkrise sind laut Tourismusverband mehr als 80 Prozent der Hotels ausgebucht. Die Branche rechnet während der närrischen Tage mit Einnahmen von umgerechnet 10,5 Millionen Euro. Die Behörden verteilen Millionen kostenloser Kondome.
Das Karnevalsfieber breitete sich auch in anderen Landesteile Brasiliens aus. Allein in der nordöstlichen Provinzhauptstadt Recife gingen mehr als eine Million Menschen auf die Straße. Der Umzug "Galo da Madrugada" ("Hahn der Morgenfrühe") gilt als weltweit größtes Karnevalsfest.
Entstanden ist der Karneval in Brasilien im 17. Jahrhundert. Damals erhielten die Sklaven das Recht, ein paar Tage im Jahr ausgelassen zu feiern und ihre Herren mit Liedern offen zu kritisieren. Befürchteten Aufständen sollte so vorgebeugt werden.
(dpa, N24)
22.02.2009 08:43 Uhr








