Prozedere nicht normal

Kritik an DFB-Dopingkontrollen

Der Generalsekretär der Welt-Anti-Doping-Agentur, Howman, hat bemängelt, dass es bei Dopingkontrollen des DFB keine Begleitung zur Dopingprobe gibt. So könnte auch manipuliert werden.

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Die Bundesliga hat eigens zur Kontrolle Team-Beauftragte.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat Kritik an der Durchführung von Dopingkontrollen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geübt. Dabei mahnt WADA-Generalsekretär David Howman vor allem das Fehlen der sogenannten Chaperons, die die Athleten in anderen Sportarten zur Dopingprobe begleiten, an. "Dieses Prozedere ist nicht normal", sagte er der ARD-Sportschau. Er empfiehlt dem DFB eine Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) auch bei den Wettkampfkontrollen.

NADA macht nur Trainingskontrollen

Bisher ist die Organisation nur für die Trainingskontrollen im deutschen Fußball zuständig. `Ich würde mich gerne einmal mit der Bundesliga darüber unterhalten - und ihnen sagen, dass sie mit einer unabhängigen Organisation wie der NADA zusammenarbeiten sollten", sagte Howman. Hintergrund der Diskussion ist die Affäre um zwei verspätet abgegebene Dopingproben der Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker beim Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach (1:1) am 7. Februar.

Manipulation fast unmöglich

Die Chaperons informieren die Sportler über die abzugebende Probe, begleiten sie bis in den Doping-Kontrollraum und sollen garantieren, dass keine Manipulationen vorgenommen werden. In der Bundesliga übernehmen die Anti-Doping-Beauftragten der Vereine diese Aufgabe. Der DFB-Vizepräsident und zugleich Vorsitzende der DFB-Anti-Doping-Komission, Rainer Koch, sagte im Ersten: "Diesen Chaperon, der in anderen Sportarten vielleicht vonnöten ist, den brauchen wir bei den Spielen tatsächlich eigentlich nicht, denn die Distanz von der Spielfeldbegrenzung bis zum Kontrollraum beträgt 30, 40 Meter in aller Regel. Das kann der Dopingarzt bestens überblicken."

Nachlässigkeiten im Kontrollsystem

Nach Medieninformationen hatten die NADA und der DFB im Januar Gespräche über eine mögliche Übernahme der Wettkampfkontrollen geführt. Der DFB hatte dies allerdings zu diesem Zeitpunkt abgelehnt. "Wenn es noch es etwas zu verbessern gibt, dann wird es verbessert", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick hatte in einem TV-Interview Nachlässigkeiten im Kontrollsystem im deutschen Profi-Fußball angesprochen. Er wurde daraufhin wie die beiden Hoffenheimer Profis vom DFB zu einer Stellungnahme aufgefordert. "Wenn sich natürlich die Äußerungen von Herrn Rangnick bewahrheiten sollten - und wir haben gegenüber dem DFB klar kommuniziert, dass das letztendlich herausgefunden werden muss - dann werden wir natürlich entsprechende Forderungen stellen", sagte NADA-Justiziarin Anja Berninger der ARD.

(N24)

28.02.2009 16:53 Uhr

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