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Fußball: 1. Bundesliga

Hamburg patzt gegen Wolfsburg

Freude in Berlin, hängende Köpfe in Hamburg: Der HSV hat die Chance auf die Tabellenführung verpasst. Gegen Wolfsburg verloren die Hanseaten mit 1:3, Hertha bleibt damit vorn.

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Das haben sich die Hamburger wohl anders vorgestellt. Anstatt die Tabellenspitze zu erobern, steht Hertha BSC an erster Stelle.
Hertha BSC hat die Mini-Erfolgsserie von Borussia Mönchengladbach gestoppt und steht zumindest für einen Tag wieder auf dem Platz an der Sonne. Woronin (Bild) traf für die Berliner in der 28. Minute, Dardei zog in der 44. nach.
Für die Gladbacher nutzte der Anschluss durch ein Elfmeter-Tor von Michael Bradley (69.) nichts mehr. Endstand 2:1 (2:0) für die Hertha.
Der FC Schalke 04 hat einen mühsamen Schritt aus der Krise gemacht. Die Bundesliga-Mannschaft von Trainer Fred Rutten landete mit dem 2:1 (1:0) bei Eintracht Frankfurt den zweiten Rückrundensieg.
Abwehrspieler Rafinha (39.) und Nationalspieler Heiko Westermann (84.) erzielten vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena die Tore gegen einen harmlosen Gegner. Michael Fink hatte zwischendurch (81.) zum Ausgleich getroffen.
Im Abstiegskampf wird das Rewirpower-Stadion für den VfL Bochum wieder zur Bastion. Mit dem 3:2 (1:1) im «Kellerduell» der Fußball-Bundesliga gegen Energie Cottbus gelang der Revier-Elf der dritte Heim-Erfolg in der Rückrunde.
In der ersten Saisonhälfte waren die Bochumer auf eigenem Platz noch ohne Sieg. Vor 18.103 Zuschauern erzielten Joel Epalle (12.), Christian Fuchs (54.) und Marc Pfertzel (79./Foulelfmeter) die Bochumer Tore, ...
... während für Cottbus Ivica Iliev (2.) und Emil Jula (50.) erfolgreich waren. Cottbus musste damit nach drei Pflichtspielen die erste Niederlage hinnehmen.
Herbstmeister 1899 Hoffenheim verliert im Titelkampf der Fußball-Bundesliga weiter an Boden. Mit einem 0:0 bei Borussia Dortmund verpasste die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick die Chance auf die Tabellenführung.
Die Remis-Könige aus Dortmund müssen nach der neunten Punkteteilung vor heimischer Kulisse weiter auf den ersten Pflichtspiel-Erfolg im neuen Jahr warten.
Hannover 96 ist im Bundesliga-Abstiegskampf ein wichtiger Befreiungsschlag gelungen. Durch das verdiente 1:0 (1:0) gegen Bayer Leverkusen verschaffte sich die Mannschaft am Samstag Luft in der Gefahrenzone.
Ein Tor von Arnold Bruggink (33.) sorgte nach 21 Jahren für den zweiten 96-Heimsieg gegen Leverkusen.
Bereits am Freitag hatte der 1. FC Köln eine Woche nach dem 2: 1-Sensationssieg bei Bayern München nur ein 1:1 gegen Angstgegner Arminia Bielefeld erreicht.
Der Portugiese Petit (14.) für Köln und Chris Katongo (43.) sorgten für das Remis.
FC-Trainer Christoph Daum mahnte zur Bescheidenheit. "Wir müssen bereit sein, auch kleinere Brötchen zu backen. Wir müssen Geduld haben und realistisch bleiben."
Die Liga hat einen neuen Spitzenreiter: In Berlin zeigte die Hertha dem Titelverteidiger seine Grenzen auf und gewann das Topspiel mit 2:1.
Das Rezept: Die Berliner setzten konsequent Bayern-Spielmacher Franck Ribery außer Gefecht.
Dadurch kamen die Klinsmänner - hier Bastian Schweinsteiger im Duell mit Rodnei - nie richtig in Tritt.
Damit blieb auch der Münchener Sturm ziemlich blass. Nur Miroslav Klose konnte beim zwischenzeitlichen Ausgleich zeigen, dass er so etwas wie Gefahr versprüht.
Matchwinner war zweifellos Andrej Woronin, der beide Treffer der Berliner markierte. Sein Team steht jetzt unter Druck - jetzt sind die Herthaner die Gejagten.
Im Revier kam es am 20. Spieltag zum "kleinen Derby": Schalke (im Bild Orlando Engelaar) musste beim VfL Bochum ran.
Erst lief es gut für die Knappen: Kevin Kuranyi, Mitte der Woche von Hackern auf der Vereinsseite schon als entlassen gemeldet, traf zur Führung.
Durch einen kuriosen Sonntagsschuss konnte Mimoun Azaouagh kurz vor der Pause ausgleichen.
Und Christoph Dambrowski stocherte die Kugel in der 57. Minute irgendwie über die Linie. Toll für den Abstiegskandidaten, bitterer Rückschlag für die Gelsenkirchener.
Balsam für einen gepeinigten Nationalstürmer: Im Spiel gegen Hannover 96 gelingt dem Stuttgarter Mario Gomez das 0:1.
Doch dabei blieb es längst nicht: Stuttgarts Keeper Jens Lehmann musste insgesamt drei Mal hinter sich greifen. Für Hannover trafen Stajner, Krzynowek und Forssell.
Aber auch Robert Enke kassierte nach Gomez' Tor noch zwei Stück. Einen schenkte ihm Martin Lanig ein.
Den anderen erzielte Thomas Hitzlsperger. Am Ende steht es nach dramatischen Führungswechseln 3:3.
Nach oben ging's für den VfL Wolfsburg durch den Sieg in Frankfurt (im Bild Martin Fenin, l., und Marcel Schäfer).
Der ewige Fluch der Eintracht - immer die frühen Gegentore: Edin Dzeko kann schon nach 9 Minuten einen Kopfball im Gehäuse von Markus Pröll unterbringen.
Gerade Pröll war mächtig engagiert, erhielt von Schiedsrichter Wolfgang Stark hier Gelb.
Und der Keeper musste dann noch einmal hinter sich greifen. Den Handelfmeter von Zvjezdan Misimovic konnte er nicht mehr erreichen. Endergebnis: 0:2.
Gegen Mönchengladbach versuchte Werder Bremen wieder den Anschluss an die oberen Tabellensphären zu bekommen.
Der Versuch muss als gescheitert bezeichnet werden. Die Borussen - vor dem Spieltag Tabellenschlusslicht - hielten anständig dagegen.
Dann dürfen nach 77 Minuten die Werderaner doch noch jubeln.
Claudio Pizarro schoss die Bremer in Front. Doch dabei blieb es nicht: Michael Bradley glich kurz darauf aus.
Noch murksiger das Spiel Köln gegen Karlsruhe. Kein Wunder, dass Köln-Torwart Faryd Mondragon seinem Teamkollegen Geromel einiges mitzuteilen hat.
Sowohl die Kölner als auch die Badener probierten es, doch ...
... das war einfach nichts. Wie heißt es so schön in der Fußball-Kommentatoren-Sprache: Es blieb bei einem leistungsgerechten, torlosen Unentschieden.
Rasanter dagegen das Spiel am Vorabend: Da trat Hoffenheim gegen Leverkusen an.
Dem Aufsteiger wurde schon nach 3 Minuten verdeutlicht, dass es an der Abgebrühtheit noch ein wenig mangelt: Patrick Helmes traf zum 0:1.
Per Foulelfmeter schaffte Sejad Salihovic zwar zwischendurch einmal den Anschluss.
Doch erneut Helmes und Gonzalo Castro sorgten dafür, dass es für Hoffenheim eine echte Packung gab.
Dieses Bild wird Ralf Rangnick sicher versuchen, schnell vergessen zu machen: Hoffenheim geht zuhause gegen Leverkusen baden.
Abstiegskandidat Karlsruher SC hat den Titelträumen des Hamburger SV einen herben Dämpfer versetzt.
Erst sah es aber ganz anders aus. Bereits in der 7. Minute schoss der Hamburger Paulo Guerrero ein Tor für die Hanseaten.
Doch das Blatt wendete sich. Am Ende stand es 2:3 für den Karlsruher SC.
Spitzenreiter 1899 Hoffenheim wäre fast gestrauchelt und hat nur dank eines späten Tores eine Niederlage bei Borussia Mönchengladbach verhindert. Am Ende stand es 1:1.
Junioren-Nationalspieler Benedikt Höwedes hat dem FC Schalke 04 wieder Mut für die Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga gemacht.
Der 20 Jahre alte Abwehrspieler bescherte den "Königsblauen" mit dem Treffer des Tages in der 48. Minute den ersehnten 1:0 (0:0)-Sieg im ersten Heimspiel des Jahres.
Allerdings klappte nicht alles bei Schalke. Gerald Asamoah bekam ordentlich was aufs Auge und ...
... die Schalker Fans wollten ihren Kevin Kuranyi.
Der Kevin aber saß auf der Auswechselbank und starrte in den Himmel.
Nach der 1:0-Klatsche gegen Schalke stürzt Werder Bremen allerdings noch tiefer in die Krise.
Werder-Trainer Thomas Schaaf (l.) macht gute Mine zum bösen Spiel und gratuliert Schalkes Trainer Fred Rutten.
Der VfL Wolfsburg bleibt daheim eine Macht. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath bezwang am Samstag den VfL Bochum mühevoll mit 2:0 (1:0) und ...
... blieb damit auch im neunten Bundesliga-Heimspiel der Saison ungeschlagen.
Die direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt und 1. FC Köln blieben in der Fußball-Bundesliga vorerst Mittelmaß.
Einen Tag nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Friedhelm Funkel kamen die Hessen gegen den Aufsteiger trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus.
Bei der Bundesliga-Premiere in der Düsseldorfer LTU-Arena musste Bayer 04 Leverkusen mit einem 2:4 (0:1) gegen den VfB Stuttgart im Rennen um einen Europacup-Platz eine herbe Schlappe hinnehmen.
Hertha BSC Berlin hatte bereits am Freitag den vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst.
Zum Auftakt des 19. Spieltages kam der Tabellenzweite nur zu einem 1:1 (1:1) bei Abstiegskanditat Arminia Bielefeld und ...
... vergab damit die Chance, zumindest bis Samstag an Spitzenreiter 1899 Hoffenheim vorbeizuziehen.
Die Bayern haben sich wieder an 1899 Hoffenheim herangeschossen. 3:1 (1:1) schickten die Münchner Borussia Dortmund nach Hause.
Den Torreigen für die Bayern eröffnete Ze Roberto (24.) und Miroslav Klose vollendete mit einem Doppelpack in der 87. und 90. Minute.
Zwar traf Martin Demichelis bereits in der 83. Sekunde, aber am Ende hatten halt die Münchner die Nase vorn.
Energie Cottbus hat seinen Heimkomplex abgelegt und die Abstiegsplätze in der Fußball-Bundesliga wieder verlassen.
Die Lausitzer setzten sich dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient mit 3:1 (1:0) gegen Hannover 96 durch und rückten nach dem erst zweiten Heimsieg der Saison auf den 15. Platz vor.

Meisterliche Effizienz in Berlin, hängende Köpfe beim Hamburger SV: Im Titelkampf der Fußball-Bundesliga haben die Minimalisten von Hertha BSC Berlin wieder die besten Karten. Dem Hauptstadt-Team reichte ein 2:1 (2:0)-Zittersieg gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach, um die Tabellenführung vom Hamburger SV zu übernehmen. Der HSV patzte am Sonntag und verlor 1:3 (0:2) gegen den VfL Wolfsburg.

Rückschlag für Bayern München

Derweil musste auch Titelverteidiger Bayern München einen erneuten Rückschlag hinnehmen: Trotz 75 Minuten in Überzahl kam der Rekordmeister bei Werder Bremen über ein 0:0 nicht hinaus und konnte damit den Schwung aus der Champions League nach dem 5:0-Sieg bei Sporting Lissabon nicht in die Bundesliga hinüberretten. Die Gäste scheiterten trotz eines bedingungslosen Sturmlaufs am Bremer Ersatztorhüter Christian Vander, der Werders verletzten Stammkeeper Tim Wiese hervorragend vertrat. Im dritten Sonntagsspiel stürzte der VfB Stuttgart mit einem 2:0 (0:0)-Derbysieg den Karlsruher SC noch tiefer in die Krise.

In Hamburg besiegelten der Brasilianer Grafite mit einem Doppelpack (12. per Foulelfmeter und 25.) und Sturmpartner Edin Dzeko (75.) die erste Heimniederlage des HSV. Für die Gastgeber konnte Paolo Guerrero (73.) zwischenzeitlich nur verkürzen.

Berlin will sich nicht "in Träumen verlieren"

In Berlin stellte Manager Dieter Hoeneß das Wort "Meisterschaft" derweil trotz des neunten Heimsieges in Folge vorerst auf den Index. "Wir verlieren uns nicht in Träumen", sagte Hoeneß nach dem mühsamen 2:1 (2:0) gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach: "Dieses Spiel hat gezeigt, warum wir so zurückhaltend sind. Wenn wir drei Spieltage vor Schluss da oben stehen, können wir über mehr reden." Herbstmeister Hoffenheim setzte derweil mit dem 0:0 bei Borussia Dortmund seine Krise fort. Aus den vergangenen sieben Begegnungen gab es nur einen Sieg. "Was wir in der Hinrunde gespielt haben, ist erst zu 70 Prozent da", meinte Mittelfeldspieler Sejad Salihovic.

Sorgenfalten in Hoffenheim

Auch bei Trainer Ralf Rangnick waren die Sorgenfalten nicht zu übersehen. Neben dem Negativ-Trend und dem Wirbel um verspätet abgegebene Doping-Proben drückt nun auch ein Personalproblem auf die Stimmung. Gegen Bremen am kommenden Samstag muss der Aufsteiger auf Rotsünder Tobias Weis (77.) sowie die gelbgesperrten Luiz Gustavo und Selim Teber verzichten. Teber hatte jedoch Glück, dass er nach einem rüden Foul am Dortmunder Tamas Hajnal nicht bereits in der 4. Minute vom Platz flog.

Bei Bayer Leverkusen war die Stimmung noch angespannter. Nach dem 0:1 (0:1) bei Hannover 96 kritisierte erst Nationaltorhüter Rene Adler seine Vorderleute und kassierte dafür eine Schelte von Sportchef Rudi Völler. Genervt von der sportlichen Talfahrt mit nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Spielen bemängelte Adler das Phlegma im Team: "Immer wenn es nicht läuft, wehren wir uns zu wenig."

Rudi Völler platzt der Kragen

Daraufhin platzte Völler der Kragen: "Mein guter Rat an den talentierten Nationaltorwart ist, sich mal an die eigene Nase zu fassen. Als er vor ein paar Wochen mal ein paar Bälle nicht gehalten hat, hat auch keiner seiner Mitspieler was gesagt."

Dagegen erscheint bei Schalke 04 nach dem hart erkämpften 2:1 (1:0) bei Eintracht Frankfurt auf einmal alles wieder königsblau. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen träumt der Klub sogar wieder von der "Königsklasse". "Die Champions League zu erreichen wird zwar schwer, aber leicht kann ja jeder", sagte Schalke-Boss Josef Schnusenberg trotz sieben Punkten Rückstand auf Platz drei.

(Jörg Soldwisch, sid, N24)

01.03.2009 17:49 Uhr

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