Motiv Jobverlust?

Amokläufer in USA richtet Blutbad an

"Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam", sagte ein Polizist zu der Tat. Im US-Bundesstaat Alabama hat ein Amokläufer zehn Menschen und dann sich selbst getötet.

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Video: Blutbad in Alabama - Mindestens zehn Tote bei Amoklauf
Video: Amok in Alabama - Im Gespräch: Stefan Strohte, Washington

Ein Amokläufer im US-Bundesstaat Alabama hat bei einer Odyssee der Gewalt zehn Menschen und sich selbst in den Tod gerissen. Der 28-jährige Täter richtete in drei verschiedenen Ortschaften ein Blutbad an: Er setzte seine Mutter in Brand, erschoss seine Großeltern und weitere Verwandte und feuerte auf offener Straße wild um sich und dabei tötete mehrere Unbeteiligte. "Es war wie im Kriegsgebiet", sagte ein Polizist, dessen Frau und eine Tochter ebenfalls ums Leben kamen. "Es war das schlimmste Blutbad in der jüngsten Geschichte unseres Bundesstaates", kommentierte ein Polizist am Mittwoch. Schließlich erschoss sich der Amokläufer, der mehrere halbautomatische Waffen dabei hatte und sich früher selbst einmal bei der Polizei beworben haben soll.  

Die Motive der Gewaltorgie waren zunächst völlig unklar. "Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam", meinte ein Polizist. Das Grauen begann am Dienstagnachmittags um vier Uhr Ortszeit. Zunächst sah es nur nach einem Wohnungsbrand in der kleinen Ortschaft Kinston aus. Erst Stunden später wurde klar, dass es der Beginn eines Amoklaufs war: Der Täter Michael McLendon hatte seine Mutter auf einem Sofa in Brand gesetzt. Er tötete auch nach Angaben der Polizei die vier Hunde des Hauses.

Anschließend flüchtete der Mann, der in einer nahe gelegenen Wurstfabrik gearbeitet hatte, mit seinem Auto in die Nachbarregion Geneva County. Dort erschoss er Großvater, Großmutter, Onkel und Tante, die in der Nähe der Stadt Samson vor ihrem Haus friedlich auf der Veranda saßen. Weitere Opfer wurden die Frau eines Sheriffs und ihr Kind, ein zweites Kind wurde schwer verletzt in eine Klinik geflogen. Danach fuhr er mit dem Auto durch die Stadt, schoss wild aus dem Fenster und tötet mindestens einen weiteren Menschen.  

Medienberichten zufolge hatte der Täter im Jahr 2003 einmal zeitweise ein Polizeitraining mitgemacht; er wurde aber nicht in den Dienst übernommen. Offensichtlich war die Tat geplant: In seinem Auto fand die Polizei reichlich Munition. "Ich kann nicht beschreiben, was passiert und warum es passiert ist", sagte der völlig geschockte Behördensprecher Greg Ward dem CNN-Partnersender WTVY. "Ich kann nur sagen, es ist ein trauriger Tag für unsere Region."

Auf seiner Flucht in Richtung Highway 52 gab der Täter anschließend sieben Schüsse auf einen Polizeiwagen ab. Ein Beamter erlitt leichtere Verletzungen. Kurz darauf gab es die nächsten Toten: vor zwei Geschäften in der Nähe des Highways starben ein Mann und eine Frau. Nach fast 20 Kilometer weiterer Verfolgung flüchtete der Mann in ein Fabrikgebäude, in dem er früher einmal gearbeitet hatte. "In dem Gebäude waren Schüsse zu hören. Wenig später fanden Polizisten den Mann tot auf", zitierte CNN einen Beamten. Nach den Worten der Polizei hatte sich der Amokläufer selbst gerichtet.  

Erinnerungen wurden wach an ein anderes schreckliches Drama in Alabama, das sich vor sieben Jahre ereignet hatte: Ein junger Mann schoss damals sechs Angehörige der Familie seiner 16-jährigen Freundin auf einer Farm in Luverne nieder. Der Täter wurde drei Jahre später zum Tode verurteilt. In den USA kommt es immer wieder zu spektakulären Amokläufen. Experten bekräftigen immer wieder, eine der Ursachen seien die Waffengesetze in den USA, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlauben. Auch gebe es in den USA beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.

(Wolfgang Duveneck, dpa, N24)

11.03.2009 07:03 Uhr

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